{"id":21277,"date":"2013-01-07T14:00:22","date_gmt":"2013-01-07T13:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/mentoring4u.de\/?p=21277"},"modified":"2013-10-15T13:38:24","modified_gmt":"2013-10-15T11:38:24","slug":"ein-urvieh-7000-jahre-alt-und-immer-noch-nicht-besiegt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mentoring4u.de\/index.php\/2013\/01\/07\/21277\/ein-urvieh-7000-jahre-alt-und-immer-noch-nicht-besiegt\/","title":{"rendered":"Ein Urvieh, 7000 Jahre alt und immer noch nicht besiegt"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Guten Morgen liebe Leserinnen und lieber Leser,<br \/>\n<\/em><\/strong><strong><em>heute m\u00f6chte ich Ihnen einen Mann mit ganz besonders wertvollen Interessen vorstellen. Bei der Bundeswehr war er\u00a0Leiter der Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit der 1. Luftwaffendivision im Range eines Oberstleutnants, zuvor zust\u00e4ndig f\u00fcr das Organisieren von Katastrophenhilfe in einem speziellen Bereich innerhalb der Bundeswehr und Gr\u00fcndungspr\u00e4sident der Deutsche Thalass\u00e4miehilfe e.V. (1995).<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\"><a href=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Pr\u00e4sident02-11-12-02-e1357549861784.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-21355\" title=\"Pr\u00e4sident02 11-12-02\" src=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Pr\u00e4sident02-11-12-02-238x300.jpg\" alt=\"\" width=\"238\" height=\"300\" \/><\/a><br \/>\nMentoring4u:<br \/>\n<\/span>Herr Beith, wie sind Sie dazu gekommen, sich f\u00fcr die Krankheit Thalass\u00e4mie zu engagieren?<\/p>\n<p><strong>J\u00fcrgen M. Beith:<\/strong><br \/>\nMit der Krankheit Thalass\u00e4mie bin ich zuf\u00e4llig beruflich in der Mitte der 70ziger Jahre in Ber\u00fchrung gekommen. Ab 2003 habe die Weggef\u00e4hrten vergangener Tage, Familienmitglieder und ich \u00fcber Abhilfe nachgesonnen und 2005 haben wir hier in der Region Stuttgart die Thalass\u00e4miehilfe ohne Grenzen e.V. aus der Taufe gehoben.<\/p>\n<p>Eigentlich begann alles mit Sardinien, beruflich war ich ein \u201ekleiner\u201c Sachbearbeiteroffizier aber mit dem gro\u00dfen Verantwortungsbereich &#8222;Organisation von Katastrophenhilfe&#8220;. Da erreichte uns 1976 ein Notruf aus Sardinien, dass den Krankenh\u00e4usern dort das Blut ausginge. Nach erfolglosen Verhandlungen mit DRK und BRK &#8211; beide wollten einfach zu viel Geld &#8211; haben wir im eigenen Bereich das Zentralinstitut der Bundeswehr eingebunden und seit Herbst 1976 bis heute gibt es die nicht kommerzielle Blutbr\u00fccke nach\u00a0Sardinien. Ich bin im Jahr 2000 bei der Bundeswehr krankheitsbedingt in den vorzeitigen Ruhestand getreten.<\/p>\n<p><strong>Mentoring4u:<br \/>\n<\/strong>Hatten Ihre Kollegen bis dato schon mal Kontakt zu Krankheitstr\u00e4gern?<\/p>\n<p><strong>J\u00fcrgen M. Beith:<br \/>\n<\/strong>Sardinen ist einer der vielen Thalass\u00e4miebrennpunkte der Welt und zugleich auch Standort eines \u00dcbungsplatzkommandos der fliegenden deutschen Luftwaffe. Unsere Leute haben in ihrer Freizeit auf Sardinien Menschen gesehen, die ganz ver\u00e4ndert aussahen. Fragen brachten Aufkl\u00e4rung und die Jungs gingen erst mal dran, Blut zu spenden und auch etwas Geld zu sammeln.<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold;\"><br \/>\nMentoring4u:<br \/>\n<\/span>Was ist Thalass\u00e4mie?<\/p>\n<p><strong>J\u00fcrgen M. Beith:<br \/>\n<\/strong>Die Thalass\u00e4mien, (es gibt unterschiedliche, am verbreitetsten ist die Beta-Thalass\u00e4mie) sind vererbte Erkrankungen des blutbildenden Systems. Vereinfacht k\u00f6nnte man auch des Knochenmarks sagen. Ohne qualifizierte medizinische Versorgung einer Beta-Thalass\u00e4mie major (akute Form) liegt die Lebenserwartung im Durchschnitt bei zwei Jahren. Die Krankheit existiert seit mindesten 7.000 Jahren, wird aber weltweit mehr oder weniger totgeschwiegen und verdr\u00e4ngt.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Beispiel-Sch\u00e4delver\u00e4nderungen-09-04-22-e1357550677561.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-21404\" title=\"Beispiel Sch\u00e4delver\u00e4nderungen 09-04-22\" src=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Beispiel-Sch\u00e4delver\u00e4nderungen-09-04-22-e1357550677561.jpg\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"336\" srcset=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Beispiel-Sch\u00e4delver\u00e4nderungen-09-04-22-e1357550677561.jpg 570w, http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Beispiel-Sch\u00e4delver\u00e4nderungen-09-04-22-e1357550677561-300x176.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Mentoring4u: <\/strong><br \/>\nWie steckt man sich denn an?<\/p>\n<p><strong>J\u00fcrgen M. Beith: <\/strong><br \/>\nEs handelt sich nicht um Ansteckung. Wenn zwei Tr\u00e4ger der Thalass\u00e4mie-Erbanlage ein Kind bekommen, dann funktioniert nach Gregor Mendel der Erbgang theoretisch so:<\/p>\n<p>Es gibt zu 25% eine Chance auf ein gesundes Kind, 50 % Kind mit Thalass\u00e4mie Tr\u00e4gerschaft und 25 % ein schwer krankes Kind.<\/p>\n<p>Nur h\u00e4lt sich Mutter Natur nicht an die Theorie. Ich kenne Familien, da sind von 8 Kindern 6 schwer krank, st\u00e4ndig auf Bluttransfusionen und sogenannte Chelatbildner (um das \u00fcberschie\u00dfende, giftige Eisen wieder los zu werden) angewiesen.<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcngliche Verbreitung der Thalass\u00e4mien folgte den Malariaregionen der Erde (daher abgeleitet vom Mittelmeer \/ griech. Thalassos &#8211; Thalass\u00e4mie : Krankheit aus dem Meer). Heute gibt es kaum noch Regionen ohne Tr\u00e4ger aufgrund von Flucht, Vertreibung, Arbeitssuche.<\/p>\n<p>Der zweite Teil des Interviews folgt am Donnerstag, dem 10. Januar.<\/p>\n<p>Mentoring4 f\u00fchrte das Interview mit Oberstleutnant a.D J\u00fcrgen M. Beith, Gr\u00fcndungspr\u00e4sident\u00a0Thalass\u00e4miehilfe ohne Grenzen e. V. .<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">(Autor: M. Weiss \u00a0\/ \u00a0Bilder: Thalass\u00e4miehilfe ohne Grenzen e. V. \u00a0\/ Bildbearbeitung: M. Weiss \u00a0\/ \u00a0Quelle:<\/span><a class=\"wp-caption\" style=\"font-style: italic;\" href=\"http:\/\/www.thogde.org\/c5\/index.php\/thalassaemiehilfe-ohne-grenzen-e.-v.\/die-thalassaemie\/\" target=\"_blank\"> www.thogde.org<\/a><span style=\"font-style: italic;\"> <\/span><a class=\"wp-caption\" style=\"font-style: italic;\" href=\"http:\/\/www.thalassaemie.info\/\" target=\"_blank\">www.thalassaemie.info\/<\/a><span style=\"font-style: italic;\">)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Guten Morgen liebe Leserinnen und lieber Leser, heute m\u00f6chte ich Ihnen einen Mann mit ganz besonders wertvollen Interessen vorstellen. Bei der Bundeswehr war er\u00a0Leiter der Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit der 1. Luftwaffendivision im Range eines Oberstleutnants, zuvor zust\u00e4ndig f\u00fcr das Organisieren von Katastrophenhilfe in einem speziellen Bereich innerhalb der Bundeswehr und Gr\u00fcndungspr\u00e4sident der Deutsche Thalass\u00e4miehilfe e.V. 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