{"id":22165,"date":"2013-06-03T18:33:13","date_gmt":"2013-06-03T16:33:13","guid":{"rendered":"http:\/\/mentoring4u.de\/?p=22165"},"modified":"2013-06-03T18:33:13","modified_gmt":"2013-06-03T16:33:13","slug":"gewaltstudie-2013","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mentoring4u.de\/index.php\/2013\/06\/03\/22165\/gewaltstudie-2013\/","title":{"rendered":"Gewaltstudie 2013"},"content":{"rendered":"<p><strong>Leverkusen (ots) &#8211; Gewalt ist in Deutschland f\u00fcr viele Heranwachsende erschreckender Alltag. Fast ein Viertel (22,3%) wird von Erwachsenen oft oder manchmal geschlagen; 28% davon sind Kinder ab sechs Jahren, etwa 17% Jugendliche.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_22169\" aria-describedby=\"caption-attachment-22169\" style=\"width: 570px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/bepanthen_kinderfoerderung_gewaltstudie2013_shutterstock_fasphotographic-e1370276354465.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-22169\" title=\"bepanthen_kinderfoerderung_gewaltstudie2013_shutterstock_fasphotographic\" src=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/bepanthen_kinderfoerderung_gewaltstudie2013_shutterstock_fasphotographic-e1370276354465.jpg\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"440\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-22169\" class=\"wp-caption-text\">Neue Gewaltstudie: Schl\u00e4ge sind f\u00fcr ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland Alltag \/             Bildrechte: Bayer HealthCare Deutschland Fotograf: \u00a9 fasphotographic, 2013 mit Gene<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00dcberraschend ist dieses Ergebnis vor allem deshalb, weil es bereits seit 13 Jahren ein gesetzlich verankertes Recht auf eine gewaltfreie Erziehung gibt. Die &#8222;Gewaltstudie 2013&#8220; der Universit\u00e4t Bielefeld hat im Auftrag der Bepanthen-Kinderf\u00f6rderung untersucht, wie pr\u00e4sent Gewalt- und Missachtungserfahrungen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland heute noch sind und inwiefern sie von Armutslagen abh\u00e4ngen. Die Studie ist einzigartig, weil bislang zum ersten Mal bereits Kinder ab sechs Jahren befragt wurden. In der zweiten Altersgruppe wurden Jugendliche bis einschlie\u00dflich 16 Jahre befragt. Die Studie ist mit 900 Teilnehmern bev\u00f6lkerungsrepr\u00e4sentativ.<\/p>\n<p><strong>Kinder in Armutslagen werden \u00f6fter und h\u00e4rter geschlagen<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn Heranwachsende aus allen Schichten Gewalterfahrungen machen, lassen sich doch eindeutige soziale Unterschiede feststellen. &#8222;Vor allem Kinder aus prek\u00e4ren Lebenslagen werden h\u00e4ufiger und offenbar auch in h\u00f6herer Intensit\u00e4t geschlagen als Kinder, deren sozialer Status durchschnittlich oder privilegiert ist&#8220;, best\u00e4tigt Studienleiter Prof. Dr. Holger Ziegler, Fakult\u00e4t f\u00fcr Erziehungswissenschaft der Universit\u00e4t Bielefeld. Insgesamt geben 32,5% der sozial benachteiligten Kinder an, oft oder manchmal von Erwachsenen geschlagen worden zu sein &#8211; 17,1% sogar so heftig, dass sie blaue Flecken hatten. Bei den durchschnittlich bis privilegiert gestellten Kindern kommt das weitaus weniger h\u00e4ufig vor (6,6% und 1,4%). Im Vergleich zu den Kindern sind die Gewalterfahrungen von Jugendlichen zwar auch, jedoch weniger eindeutig mit dem sozio\u00f6konomischen Status assoziiert. 22,1% der sozial benachteiligten im Vergleich zu 17,9% der privilegierten Jugendlichen berichten, oft oder manchmal geschlagen zu werden. 6,4% der sozial benachteiligten Jugendlichen hatten anschlie\u00dfend blaue Flecken &#8211; im Gegensatz zu 3% der privilegierten.<\/p>\n<p><strong>Dumm, faul und weniger wert<\/strong><\/p>\n<p>Gewalt \u00e4u\u00dfert sich jedoch nicht nur durch Schl\u00e4ge, sondern auch durch (verbale) Missachtung. Ein Viertel aller befragten Heranwachsenden (25,1%) hat die Erfahrung gemacht, von Erwachsenen als &#8222;dumm&#8220; oder &#8222;faul&#8220; beschimpft zu werden (26,7% Kinder, 23,9% Jugendliche). Ein F\u00fcnftel gibt an, dass Erwachsene ihnen das Gef\u00fchl geben, weniger wert zu sein. Bei den Kindern werden erneut sozio\u00f6konomische Unterschiede sichtbar: Mit 23,6% sind sozial benachteiligte Kinder im Vergleich zu den privilegierten Kindern (9,9%) mehr als doppelt so h\u00e4ufig dieser Erfahrung ausgesetzt. Bei den Jugendlichen ist das hohe Gesamtniveau \u00fcber alle Schichten hinweg erschreckend: Knapp 24% wurden von Erwachsenen schon mal als &#8222;dumm&#8220; oder &#8222;faul&#8220; bezeichnet, 26% haben das Gef\u00fchl, weniger wert zu sein. Erziehungswissenschaftler Prof. Ziegler: &#8222;Wir wissen, dass sich solche verbalen Missachtungserfahrungen deutlich &#8211; und unter Umst\u00e4nden auch st\u00e4rker als k\u00f6rperliche Gewalterfahrungen &#8211; auf das Ausma\u00df emotionaler Probleme, das Wohlbefinden oder Selbstvertrauen der Heranwachsenden auswirken.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Privilegierte Kinder in der Schule bevorzugt?<\/strong><\/p>\n<p>Auch im schulischen Umfeld spielen Missachtungserfahrungen eine Rolle &#8211; die erlebte Fairness im Klassenzimmer ist sozial sehr ungleich verteilt. 45% der Kinder aus prek\u00e4ren Lebenslagen berichten, dass LehrerInnen bestimmte Sch\u00fcler besser behandeln &#8211; bei den privilegierten Kindern empfinden das nur 22,6% so. Fast dreimal so viele der sozial benachteiligten Kinder (14,4%) im Vergleich zu den privilegierten Kindern (4,9%) geben an, Angst vor dem Klassenlehrer zu haben. Fast ein Viertel hat das Gef\u00fchl, unfair behandelt zu werden. Jugendliche nehmen ihre LehrerInnen als noch weniger fair wahr, die Unterschiede nach sozialer Lage sind jedoch weniger stark ausgepr\u00e4gt: 55% der Jugendlichen aus prek\u00e4rer Lage geben an, dass bestimmte Sch\u00fcler besser behandelt werden; in der Gruppe der Privilegierten sind es 51,9%.<\/p>\n<p><strong>Soziales Gef\u00e4lle auch beim Mobbing<\/strong><\/p>\n<p>Sozial benachteiligte Heranwachsende machen st\u00e4rkere Mobbingerfahrungen durch Peers als privilegierte. So berichten 70,6% der Kinder davon, zumindest manchmal von anderen geh\u00e4nselt oder beleidigt worden zu sein, im Vergleich zu knapp 60% der privilegierten Kinder. Davon geben 15,3% der sozial benachteiligten Kinder und 14,3% der Jugendlichen gegen\u00fcber 6,3% der privilegierten Kinder bzw. 5,9% der privilegierten Jugendlichen an, oft geh\u00e4nselt oder beleidigt zu werden. Mit Absicht nicht beachtet zu werden, erleben knapp 11% der sozial benachteiligten Kinder im Gegensatz zu 2,1% der privilegierten Kinder. Bei den Jugendlichen ist das Verh\u00e4ltnis \u00e4hnlich (10,1% vs. 3%).<\/p>\n<p><strong>Eltern-Kind-Beziehung wichtig<\/strong><\/p>\n<p>Gewalt- und Missachtungserfahrungen bleiben nicht ohne Folgen &#8211; das wei\u00df auch Diplom-P\u00e4dagogin Katharina Saalfrank. Die neue Schirmherrin der Bepanthen-Kinderf\u00f6rderung will f\u00fcr das Tabuthema &#8222;Gewalt in der Familie&#8220; ein \u00f6ffentliches Bewusstsein schaffen und sieht ihre Aufgabe darin, Eltern bei ihrer Eltern-Kind-Beziehung zu begleiten und zu unterst\u00fctzen: &#8222;Kinder und Jugendliche kommen nicht gewaltt\u00e4tig auf die Welt und ihr Verhalten hat immer einen Grund. Wenn sie in ihren ersten Beziehungen &#8211; also durch Eltern oder Familie &#8211; Gewalt oder Missachtung erleben, integrieren sie diese Erfahrungen in sich und entwickeln ein nur sehr geringes Selbstwertgef\u00fchl. Dieses kompensieren sie dann mit Gewalt und \u00fcbernehmen so diese gelernten Muster in ihr eigenes Handeln&#8220;, sagt Saalfrank, die in der Familienberatung t\u00e4tig ist.<\/p>\n<p>In der Gewaltstudie zeigen sich bei der Elternbeziehung statistisch bedeutsame Unterschiede nach sozio\u00f6konomischen Status. Die Frage, ob Eltern gegebene Versprechen einhalten, verneinen etwa 40% der Kinder aus prek\u00e4ren Lebenslagen &#8211; im Gegensatz zu rund 20% der privilegierten Kinder. Nur knapp die H\u00e4lfte der sozial benachteiligten Kinder wird regelm\u00e4\u00dfig von den Eltern nach ihrer Meinung gefragt; bei Kindern mit privilegiertem Hintergrund sind es hingegen zwei Drittel. Rund 30% der sozial benachteiligten Jugendlichen berichten ebenfalls davon, sich nicht auf Versprechen ihrer Eltern verlassen zu k\u00f6nnen und mehr als 40% haben das Gef\u00fchl, die Erwartungen der Eltern nicht erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen; bei den privilegierten Jugendlichen sind es unter 30%.<\/p>\n<p><strong>Kein eigenes Zimmer, nicht gen\u00fcgend Geld<\/strong><\/p>\n<p>Die sozio\u00f6konomische Lage der Familie wird auch von den jungen Menschen selbst ganz unmittelbar wahrgenommen. Mehr als ein Viertel (27%) der Kinder und Jugendlichen aus prek\u00e4ren Lebenslagen hat kein eigenes Zimmer, im Gegensatz zu nur 2% der privilegierten und 5% der durchschnittlich gestellten Heranwachsenden. Bereits jedes f\u00fcnfte Kind (21,4%) aus prek\u00e4ren Lebenslagen ist sich bewusst, dass die eigene Familie nicht gen\u00fcgend Geld hat, um sich alles leisten zu k\u00f6nnen. Von den privilegierten Kindern macht nur jedes 50. Kind (2%) eine solche Erfahrung.<\/p>\n<p><strong>Bepanthen-Kinderf\u00f6rderung unterst\u00fctzt Arche-Kinder<br \/>\n<a class=\"wp-caption\" href=\"http:\/\/kinderprojekt-arche.eu\/\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-22166\" title=\"arche\" src=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/arche-e1370275516436.jpg\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"327\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die &#8222;Gewaltstudie 2013&#8220; belegt, dass Gewalt und Missachtung f\u00fcr viele Kinder und Jugendliche zum Alltag geh\u00f6ren. Um vor allem den h\u00e4ufig betroffenen sozial benachteiligen Kindern eine M\u00f6glichkeit der Verarbeitung solcher Erlebnisse zu geben, hat die Bepanthen-Kinderf\u00f6rderung im Mai 2013 ein bundesweites Konflikt-Training an 13 Standorten des Kinder- und Jugendwerks &#8222;<em><a class=\"wp-caption\" href=\"http:\/\/kinderprojekt-arche.eu\/\" target=\"_blank\">Die Arche<\/a><\/em>&#8220; gestartet. &#8222;<em><strong>Die Kinder k\u00f6nnen in diesem Rahmen begleitet ihre Erfahrungen im gesch\u00fctzten Raum der Arche ansprechen &#8211; und auch verstehen, dass jede Gewalt an ihnen eine Grenz\u00fcberschreitung bedeutet und nicht ok ist und Unrecht bedeutet<\/strong><\/em>&#8222;, so Saalfrank.<\/p>\n<p>Sowohl die Schirmherrin als auch Studienleiter Holger Ziegler w\u00fcnschen sich mehr \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit f\u00fcr das Tabuthema Gewalt. &#8222;Denn Gewalt an Kindern in jeglicher Form ist nicht nur gesetzlich verboten, sondern beeintr\u00e4chtigt vor allem die Entwicklung von Kindern nachhaltig. Jeder Schlag hinterl\u00e4sst tiefe Schrammen auf der Seele. Im Sinne der Kinder m\u00fcssen wir als Gesellschaft die wissenschaftlichen Erkenntnisse \u00fcber gesundes Aufwachsen von Kindern endlich in die p\u00e4dagogische Praxis integrieren und ein Umdenken als notwendige, gesellschaftliche Aufgabe begreifen&#8220;, betonen die Diplom-P\u00e4dagogin und der Erziehungswissenschaftler.<\/p>\n<p>Die Bepanthen-Kinderf\u00f6rderung setzt sich seit 2008 f\u00fcr sozial benachteiligte Kinder in Deutschland ein und unterst\u00fctzt die Arche mit F\u00f6rderprogrammen und j\u00e4hrlichen Geldspenden. Derzeit sind 2,5 Millionen Kinder hierzulande von Armut betroffen. Weitere Informationen unter\u00a0<a class=\"wp-caption\" href=\"http:\/\/www.xn--kinderfrderung-1pb.org\/\" target=\"_blank\">www.kinderf\u00f6rderung.org<\/a>.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber Bayer HealthCare Deutschland<\/strong><\/p>\n<p>Bayer HealthCare Deutschland vertreibt die Produkte der in der Bayer HealthCare AG zusammengef\u00fchrten Divisionen Animal Health, Consumer Care, Medical Care (Diabetes Care und Radiology &amp; Interventional) und Pharmaceuticals. Das Unternehmen konzentriert sich auf das Ziel, in Deutschland innovative Produkte in Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen zu erforschen und \u00c4rzten, Apothekern und Patienten anzubieten. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Damit will Bayer HealthCare Deutschland einen nachhaltigen Beitrag leisten, die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gesundheit.bayer.de\/\">www.gesundheit.bayer.de<\/a> <a href=\"http:\/\/www.twitter.com\/gesundheitbayer\">www.twitter.com\/gesundheitbayer<\/a><\/p>\n<p><strong>Zukunftsgerichtete Aussagen<\/strong><\/p>\n<p>Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenw\u00e4rtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass die tats\u00e4chlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einsch\u00e4tzungen abweichen. Diese Faktoren schlie\u00dfen diejenigen ein, die Bayer in ver\u00f6ffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der <a class=\"wp-caption\" href=\" www.bayer.de\" target=\"_blank\">Bayer-Webseite<\/a> zur Verf\u00fcgung. Die Gesellschaft \u00fcbernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zuk\u00fcnftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.<\/p>\n<p><em>(Jutta Schulze Bayer AG \/ Bildrechte: Bayer HealthCare Deutschland \/ \u00a0Fotograf: \u00a9 fasphotographic, 2013 mit Gene\u00a0 \/\u00a0Quellen: &#8222;obs\/Bayer HealthCare Deutschland&#8220;, <a class=\"wp-caption\" href=\"http:\/\/www.presse-healthcare.bayer.de\" target=\"_blank\">presse-healthcare.bayer.de<\/a> <a class=\"wp-caption\" href=\"http:\/\/kinderprojekt-arche.eu\/\" target=\"_blank\">kinderprojekt-arche.eu\/<\/a> )<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leverkusen (ots) &#8211; Gewalt ist in Deutschland f\u00fcr viele Heranwachsende erschreckender Alltag. 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