{"id":24476,"date":"2015-01-25T11:00:22","date_gmt":"2015-01-25T10:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/mentoring4u.de\/?p=24476"},"modified":"2015-01-26T12:52:52","modified_gmt":"2015-01-26T11:52:52","slug":"die-finanzkrise-im-zeitraffer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mentoring4u.de\/index.php\/2015\/01\/25\/24476\/die-finanzkrise-im-zeitraffer\/","title":{"rendered":"Die Finanzkrise im Zeitraffer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Finanzkrise im Zeitraffer:<br \/>\n<\/strong>Was war passiert? Banken, die sich auf die Finanzierung von Staatskrediten spezialisiert hatten, hielten sich nicht an die goldene Bankregel, die besagt, &#8222;<em>dass die von einer Bank gew\u00e4hrten Kredite nach Umfang wie auch nach F\u00e4lligkeit den der Bank zur Verf\u00fcgung gestellten Betr\u00e4gen (Verbindlichkeiten) entsprechen m\u00fcssen, d.h., kurzfristige Gelder d\u00fcrfen nur kurzfristig ausgeliehen werden. Nach denLiquidit\u00e4tsgrunds\u00e4tzen d\u00fcrfen die langfristigen Anlagen und Kredite abz\u00fcglich der Wertberechtigungen die Summe bestimmter langfristiger Finanzierungsmittel nicht \u00fcbersteigen<\/em>.&#8220;<\/p>\n<p>(Quelle: <a class=\"wp-caption\" href=\"http:\/\/www.bpb.de\/wissen\/PWNXVA,0,goldene_Bankregel.html\" target=\"_blank\">Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung<\/a>)<br \/>\n<a href=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/vitamin-b-oder-qualifikation.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1276\" title=\"vitamin-b-oder-qualifikation\" src=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/vitamin-b-oder-qualifikation.jpg\" alt=\"Vitamin B oder Qualifikation &quot;medienarbeiter&quot; Himmelstreppe\" width=\"570\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/vitamin-b-oder-qualifikation.jpg 570w, http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/vitamin-b-oder-qualifikation-300x157.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Langfristige Kredite wurden mit den kurzfristigen, niedrigen Zinsen refinanziert. Quantit\u00e4t ging vor Qualit\u00e4t (EZB: PM 11.12.2006). Hervorgerufen durch Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse (EZB PM 9. August 2007) stiegen in der Folge die kurzfristigen Zinsen \u00fcberproportional. Kaum eine Bank traute einer anderen, sie liehen sich auch untereinander kein Geld mehr. Ein Teufelskreis wie sich sp\u00e4ter herausstellte. Das \u00fcbersch\u00fcssige Geld der Banken floss an die sicheren Zentralbanken und nicht mehr in die Refinanzierung der Kredite, der Banken, die sich immer kurzfristig finanziert und mehr Wert auf Quantit\u00e4t gelegt hatten. Deren &#8222;Kartenhaus&#8220; brach \u00fcber Nacht zusammen.<\/p>\n<p><strong>11. Dezember 2006 <\/strong><a class=\"wp-caption\" href=\"http:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/pr\/date\/2006\/html\/pr061211.en.html\" target=\"_blank\">Pressemitteilung<\/a> der EZB \u00a0&#8222;<em>Nach Auffassung der EZB sind die Langfristzinsen sowie die Risikopr\u00e4mien an einigen Finanzm\u00e4rkten zu niedrig, und ein intensiver Wettbewerb k\u00f6nnte die Banken zur Lockerung ihrer Kreditrichtlinien bewegt haben.<\/em>&#8222;<strong>*<\/strong><a class=\"wp-caption\" href=\"http:\/\/www.ecb.europa.eu\/ecb\/html\/crisis.de.html\" target=\"_blank\">EZB Timeline<\/a><\/p>\n<p><strong>9. August 2007<\/strong> <a class=\"wp-caption\" href=\"http:\/\/www.ecb.europa.eu\/ecb\/html\/crisis.de.html\" target=\"_blank\">PM<\/a> entstanden weltweit Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse &#8222;<em>Aufgrund der Spannungen im Zusammenhang mit den US-Subprime-Hypotheken zeichnen sich an den Geldm\u00e4rkten rund um den Globus Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse ab<\/em>&#8220;<\/p>\n<p>Aber nicht nur Banken sondern auch Versicherungen, Pensionsfonds und Investmentfonds hatten in Form von Schuldscheindarlehen, Pfandbriefen und vielf\u00e4ltigen Arten von Schuldverschreibungen in diese vermeintlich &#8222;sicheren&#8220; Banken investiert. Diese Anleihen standen auf einmal im &#8222;Feuer&#8220; und damit waren auch Pensionsverpflichtungen, Lebensversicherungen und Fonds die uns allen als langfristige Altersversorgung dienen sollten\u00a0<strong>wertlos<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>15. September 2008<\/strong> meldet die Investmentbank Lehmann Brothers Insolvenz an. Danach beginnt eine beispielslose Rettung der Finanzm\u00e4rkte.<\/p>\n<p>Wertlos? Bringen Sie mal Ruhe in einen \u00fcberhitzen Markt. Alle Teilnehmer hyperventilierten! Ein Krimi, den Sie, lieber Leser miterlebten. Viele Menschen hoben schon Bargeld bei den Banken ab, um f\u00fcr den Notfall gewappnet zu sein. Nicht wissend, was das Geld noch wert ist, vom Goldpreis ganz zu schweigen&#8230;.. Die Notenbanken, die europ\u00e4ischen Kommissionen, G7, die Bundesregierung u.v.m. tagten ununterbrochen.<\/p>\n<p><strong>22. September 08<\/strong> PM: &#8222;<em>Die Finanzminister und Zentralbankpr\u00e4sidenten der G-7-L\u00e4nder bekr\u00e4ftigen erneut ihre Entschlossenheit, die Integrit\u00e4t des internationalen Finanzsystems zu sch\u00fctzen<\/em>.&#8220;<strong>*<\/strong><\/p>\n<p><strong>15. Oktober 08 <\/strong>PM<strong> <\/strong><em>&#8222;Die Europ\u00e4ische Kommission bringt den Vorschlag vor, den Mindestschutz von Bankeinlagen auf 100\u00a0000\u00a0EUR aufzustocken, um das Vertrauen der Einleger in das finanzielle Sicherheitsnetz zu wahren<\/em>.&#8220; <em><strong>* <\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>6. November 08<\/strong> EZB senkt Leitzinsen <a class=\"wp-caption\" href=\"http:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/pr\/date\/2008\/html\/pr081106.de.html\" target=\"_blank\">PM<br \/>\n<\/a><strong><br \/>\n2. April 2009<\/strong> <em>&#8222;Bei einem Treffen in London, auf dessen Tagesordnung die Finanzm\u00e4rkte und die Weltwirtschaft stehen, einigen sich die Staats- und Regierungschefs der G\u00a020 auf die Schaffung des Finanzstabilit\u00e4tsrats (Financial Stability Board \u2013 FSB). Dieser wird mit dem IWF zusammenarbeiten, um fr\u00fchzeitig vor makro\u00f6konomischen und finanziellen Risiken zu warnen und um Empfehlungen bez\u00fcglich zu ergreifender Ma\u00dfnahmen auszusprechen.&#8220; <\/em><em><strong>*<\/strong><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Am 4. Juni 2009<\/strong> beginnt die EZB mit Ihrem ersten R\u00fcckkaufprogramm \u00a0<em>&#8222;Der EZB-Rat beschlie\u00dft, dass das Eurosystem auf Euro lautende und im Eurogebiet begebene gedeckte Schuldverschreibungen ankaufen wird. Dadurch sollen die Banken dazu bewegt werden, die Kreditvergabe an ihre Kunden aufrechtzuerhalten und auszuweiten. Weiterhin soll mit dem Programm eine Verbesserung der Marktliquidit\u00e4t in wichtigen Segmenten des Markts f\u00fcr private Schuldverschreibungen sowie eine Lockerung der Finanzierungsbedingungen f\u00fcr Banken und Unternehmen herbeigef\u00fchrt werden.&#8220; <\/em><span style=\"font-style: italic;\"><em><strong>*<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>26. August 2010<\/strong> <span style=\"font-style: italic;\">Ver\u00f6ffentlichung \u00fcberarbeiteter Leitlinien zu Bankenstresstests<\/span><span style=\"font-style: italic;\"><em> &#8222;Der Ausschuss der europ\u00e4ischen Bankaufsichtsbeh\u00f6rden (Committee of European Bank Supervisors \u2013 CEBS) ver\u00f6ffentlicht die endg\u00fcltige Fassung seiner \u00fcberarbeiteten Leitlinien zu den Bankenstresstests. In diesem Dokument werden die Ergebnisse der \u00f6ffentlichen Konsultation ber\u00fccksichtigt, die im Zeitraum vom Dezember\u00a02009 bis zum M\u00e4rz\u00a02010 lief.&#8220; <\/em><em>*<\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>22. Januar 2015<\/strong><em> <\/em>Bekanntgabe des erweitertes Programms zum Ankauf von Verm\u00f6genswerten in der H\u00f6he von 1,140 Billionen\u00a0\u00a0<a class=\"wp-caption\" href=\"http:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/pressconf\/2015\/html\/is150122.de.html\" target=\"_blank\">PM<\/a> Auszug:<\/p>\n<p><em>&#8222;&#8230;Der heutige geldpolitische Beschluss zu zus\u00e4tzlichen Ank\u00e4ufen von Verm\u00f6genswerten wurde getroffen, um zwei ung\u00fcnstigen Entwicklungen entgegenzuwirken. Erstens fiel die Inflationsdynamik nach wie vor schw\u00e4cher aus als erwartet. Wenngleich die derzeitige Gesamtinflation weiterhin vor allem auf den starken R\u00fcckgang der \u00d6lpreise in den letzten Monaten zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, hat die M\u00f6glichkeit von Zweitrundeneffekten auf die Lohn- und Preissetzung zugenommen, was die mittelfristige Preisentwicklung negativ beeinflussen k\u00f6nnte. Untermauert wird diese Einsch\u00e4tzung durch eine weitere Abnahme marktbasierter Messgr\u00f6\u00dfen der Inflationserwartungen \u00fcber alle Zeithorizonte sowie die Tatsache, dass die meisten Indikatoren f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige und die erwartete Inflation historische Tiefst\u00e4nde erreicht haben oder sich diesen ann\u00e4hern. Zugleich besteht im Eurogebiet weiterhin eine betr\u00e4chtliche Unterauslastung, und die Entwicklung der Geldmenge und der Kreditvergabe ist nach wie vor verhalten. Zweitens bewirkten die im Zeitraum Juni bis September 2014 verabschiedeten geldpolitischen Ma\u00dfnahmen zwar eine deutliche Verbesserung im Hinblick auf die Preise an den Finanzm\u00e4rkten, auf die quantitativen Ergebnisse traf dies aber nicht zu. Folglich reichte der vorherrschende Grad an geldpolitischer Akkommodierung nicht aus, um angemessen auf erh\u00f6hte Risiken einer zu lang anhaltenden Phase niedriger Inflation zu reagieren. Angesichts der Tatsache, dass die Leitzinsen der EZB ihre Untergrenze erreicht haben, war die heutige Verabschiedung weiterer die Bilanz betreffender Ma\u00dfnahmen angebracht, um unser Ziel der Preisstabilit\u00e4t zu erreichen.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit Blick auf die Zukunft werden die heutigen Ma\u00dfnahmen die feste Verankerung der mittel- bis langfristigen Inflationserwartungen ma\u00dfgeblich untermauern. Die deutliche Ausweitung unserer Bilanz wird den geldpolitischen Kurs weiter lockern. Insbesondere werden sich die Finanzierungsbedingungen f\u00fcr Unternehmen und private Haushalte im Euroraum weiter verbessern. Zudem werden die heutigen Beschl\u00fcsse unsere Forward Guidance im Hinblick auf die Leitzinsen der EZB bekr\u00e4ftigen und die Tatsache untermauern, dass zwischen wichtigen fortgeschrittenen Volkswirtschaften betr\u00e4chtliche und zunehmende Unterschiede in Bezug auf den geldpolitischen Zyklus bestehen. Zusammengenommen d\u00fcrften diese Faktoren die Nachfrage st\u00e4rken, die Kapazit\u00e4tsauslastung erh\u00f6hen sowie das Geldmengen- und Kreditwachstum unterst\u00fctzen und somit dazu beitragen, dass die Inflationsraten sich wieder einem Niveau von 2\u00a0% ann\u00e4hern&#8230;.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-style: normal;\"><strong>Wu\u00dften Sie eigentlich, dass die Zinsen der angekauften Anleihen weiterlaufen und der EZB bzw. den jeweils kaufenden Nationalbanken zukommen? <\/strong>Also ein interessanter Punkt, der wahrscheinlich zu einem hohen Gewinn bei der EZB, respektive der Bundesbank und den anderen beteiligten Nationalbanken f\u00fchren wird!<\/span><\/p>\n<p>Sie haben sich jetzt sicherlich in die Timeline der EZB selbst eingelesen, aus diesem Grund komme ich wieder auf den Schritt der EZB in der letzten Woche zur\u00fcck. Ich glaube dass Sie nun mit diesem Wissen um die Historie der Krise auch das Wertpapier Kaufprogramm der EZB \u00fcber 1,140 Billionen verstehen.<\/p>\n<p><strong>Das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Es geht immer noch in erster Linie um die Sicherung unserer und ihrer Finanzen, langfristige Arbeitspl\u00e4tze, der Sicherung der Altersvorsorge! <\/strong><\/p>\n<p>(Autor: Martin Weiss \u00a0\/ \u00a0Bildbearbeitung M. Weiss \/ Bild: Vitamin B oder Qualifikation &#8222;medienarbeiter&#8220; Himmelstreppe\u00a0 \u00a0\/ \u00a0Quellen: * <a class=\"wp-caption\" href=\"http:\/\/www.ecb.europa.eu\/ecb\/html\/crisis.de.html\" target=\"_blank\">EZB Timeline<\/a>, <a class=\"wp-caption\" href=\"http:\/\/www.bpb.de\/wissen\/PWNXVA,0,goldene_Bankregel.html\" target=\"_blank\">Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung<\/a> )<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Finanzkrise im Zeitraffer: Was war passiert? 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