{"id":6463,"date":"2011-03-06T08:00:14","date_gmt":"2011-03-06T07:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/mentoring4u.de\/?p=6463"},"modified":"2011-03-03T16:26:42","modified_gmt":"2011-03-03T15:26:42","slug":"zeitarbeit-wenn-es-mal-schief-geht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mentoring4u.de\/index.php\/2011\/03\/06\/6463\/zeitarbeit-wenn-es-mal-schief-geht\/","title":{"rendered":"Zeitarbeit &#8211; wenn es mal schief geht"},"content":{"rendered":"<p><em><strong><a href=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Svea-Anais-Perrine_photocase_artikel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6470\" title=\"Svea Anais Perrine_photocase_artikel\" src=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Svea-Anais-Perrine_photocase_artikel.jpg\" alt=\"Selbstvertrauen_Zeitarbeiter\" width=\"570\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Svea-Anais-Perrine_photocase_artikel.jpg 570w, http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Svea-Anais-Perrine_photocase_artikel-300x157.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px\" \/><\/a><\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Zeitarbeit ist ein Thema, welches mit steigender Konjunktur vermehrt auf den Tisch kommt. Wenn es an Fachkr\u00e4ften fehlt, springen immer h\u00e4ufiger <a class=\"wp-caption\" title=\"BA - Arbeitnehmer\u00fcberlassung\" href=\"http:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/cae\/servlet\/contentblob\/242850\/publicationFile\/120771\/aueg-d-0-pdf.pdf\" target=\"_blank\">&#8222;Interims&#8220;<\/a> ein. In dieser Kolumne &#8222;Zeitarbeiter&#8220; gibt Ihnen unsere externe Redakteurin Annette von Spiegel pers\u00f6nliche und authentische Einblicke.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Zeitarbeit &#8211; wenn es mal  schief geht<\/strong><br \/>\nWie im  festangestellten Berufsleben, so kann es auch bei der Zeitarbeit &#8211; schlecht  laufen. Ein Kollege, der sich lieber selbstst\u00e4ndig machte, fasst es ganz  treffend so zusammen:<\/p>\n<p><em>&#8222;Ich war da ja auch mal, sehr kurz, ca. zwei Wochen,  habe meine Erfahrungen sammeln k\u00f6nnen. Die waren aber durch die Bank weg  schlecht: Zum einen gab es nur Geld, wenn man auch vermittelt wurde, man sollte  Arbeiten verrichten, die nichts mit dem eigentlichen Berufsbild zu tun haben,  und zum anderen wurde das extrem schlecht bezahlt. In der kaufm\u00e4nnischen Welt  mag das ja noch gehen. Wenn du aber im Handwerk t\u00e4tig bist, bekommst du auch  schon mal als B\u00e4cker einen Maurerjob angeboten. DAS geht ja wohl gar nicht, ist  aber in der Praxis so.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>Sch\u00f6n zusammengefasst<\/strong><br \/>\n&#8211; und leider kein  Einzelfall. Ich selbst steckte z. B. mal in dem Dilemma, dass meine [Zeitarbeits]Firma  mich zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch schickte&#8230; mit einer Anforderungsliste von ca.  12 Punkten. Von denen ich keinen einzigen erf\u00fcllte au\u00dfer dem unwichtigen  letzten: &#8222;Spanischkenntnisse von Vorteil&#8220;. Das an sich ist schon absurd, schlimm  wurde es jedoch durch die Vorgabe &#8222;.. und Sie sagen dem Kunden nat\u00fcrlich NICHT,  dass Sie das nicht k\u00f6nnen!!&#8220;<\/p>\n<p><strong>Schwarzer Peter<\/strong><br \/>\nMontags war das Gespr\u00e4ch, und das ganze  Wochenende lang gr\u00e4mte ich mich, weil ich nicht wusste, wie ich mich verhalten  soll. Mir passte das garnicht. Ich kam zu dem Ergebnis: Irgendwer wird am Ende  sauer auf mich sein &#8211; der Kunde, weil er rausfindet, dass ich&#8217;s nicht drauf habe  &#8211; oder meine Leihfirma, weil ich es DOCH beim Kunden angesprochen habe. Ich kam  zu dem Ergebnis, es beim Kunden geschickt durchklingen zu lassen. Und hatte  verdammtes Gl\u00fcck: Es stellte sich heraus, dass ein Missverst\u00e4ndnis vorlag und  ich ohnehin f\u00fcr eine ganz andere Stelle eingeladen worden war &#8211; und DIE passte  zuf\u00e4llig einigerma\u00dfen! :D.<br \/>\n<strong><br \/>\nEs geht aber auch noch GANZ anders  &#8230;<\/strong><br \/>\nNach dieser Nummer wurde ich zu einer Firma geschickt mit den Worten  &#8222;da herrscht wohl ein etwas rauher Umgangston. Schauen Sie es sich halt mal an,  und wenn s garnicht geht, gucken wir mal&#8220;. Ja, Pustekuchen &#8230;&#8230;!<br \/>\nIch hatte  noch gedacht &#8222;och, ich bin nicht so &#8217;ne Empfindliche&#8220;. Anfangs machte mich aber  schon stutzig, dass mir Gr\u00fc\u00dfe von meiner Vorg\u00e4ngerin ausgerichtet wurden, die  ich, wie sich herausstellte, kannte: Sie war mal Chefsekret\u00e4rin mit ziemlich  cholerischem Chef, in einer Firma, in der ich mit 20 meinen 2. Job angetreten  hatte &#8211; DIE war also einiges gewohnt.<br \/>\nUnd hatte den Leuten dort, wo ich nun  anfangen sollte, im wahrsten Sinne des Wortes die Sachen vor die F\u00fc\u00dfe geworfen,  hat also sozusagen formlos gek\u00fcndigt &#8211; und das Haus verlassen. Mir schwante  nichts Gutes. Und das best\u00e4tigte sich vollends!<\/p>\n<p><strong>Allein an der Front<\/strong><br \/>\nNach einem Monat sagte  ich meiner Leihfirma, dass ich es nicht mehr aushielte, dass sie mich da bitte  rausholen sollen. Es passierte aber NICHTS &#8211; und da ich allerlei Unterlagen \u00fcber  meinen Schreibtisch bekam, konnte ich mir auch denken, warum: Man zahlte  monatlich 6.500 \u20ac f\u00fcr mich! Das spornte die Leihfirma nat\u00fcrlich nicht an, f\u00fcr  mich etwas anderes zu suchen&#8230;&#8230; Ein halbes Jahr hing ich dort fest &#8211; bat,  bettelte und zeterte, man m\u00f6ge mich da rausholen! NICHTS.<br \/>\nNach drei Monaten  wachte ich dann schon morgens um vier Uhr auf und war kampfbereit; ich knirschte  tags\u00fcber mit den Z\u00e4hnen und konnte das nicht abstellen, obwohl ich es bemerkte;  ich fing an, meine Freunde anzuschreien und war auch ansonsten\u00a0 extrem leicht  reizbar geworden. Es war ein Alptraum &#8230;<br \/>\n<strong><br \/>\nGl\u00fcck im Ungl\u00fcck auch hier: <\/strong><br \/>\ndie  Firma zog pl\u00f6tzlich ins Ausland. Ich war sie los. Nach wie vor kann ich  nicht sagen, was man in so einem Fall am besten tut. Einen Betriebsrat gab es  nicht. Und ich wette, (fast) kein Zeitarbeitsunternehmen hat einen. Warum auch?  In fr\u00fcheren Jahren blieben Leiharbeiter selten lang, weil sie \u00fcbernommen wurden.  So, denke ich, hat sich diese Branche den schlechten Stil im Umgang mit ihren  Mitarbeitern angew\u00f6hnt: Wenn die Zusammenarbeit nicht auf Nachhaltigkeit  angelegt ist, kann man sich einiges erlauben. Das ist wie in den gro\u00dfen  Touristen-Zentren :).<\/p>\n<p><strong>Essen f\u00fcr den &#8222;Gast&#8220;<\/strong><br \/>\nDa sind Kleinigkeiten wie diese schon belanglos:  Man ist &#8222;bis auf Weiteres&#8220; im Marketing einer Bank besch\u00e4ftigt. Die  festangestellten Kollegen verdienen prima. UND haben eine Karte f\u00fcr die Kantine,  was sie dahingehend beg\u00fcnstigt, nur rund 3 \u20ac f\u00fcr das Mittagsmahl zu bezahlen.  Besucher wie ich kostet selbiges durchaus 7 \u20ac und mehr, eine Karte wird aber  nicht an solche &#8222;Gastarbeiter&#8220; ausgegeben. Das ist 1. unfair &#8211; und f\u00fchrt 2.  dazu, dass man sozial auch etwas raus ist, weil man im Grunde nie mit den  anderen essen gehen kann: stattdessen sucht man sich dann ein Eckchen, wo man  allein an seiner mitgebrachten Stulle knabbert &#8230; und kommt sich ziemlich  komisch vor.<\/p>\n<p><strong>Mehr? Kommt:<\/strong><br \/>\nH\u00fcbsch ist n\u00e4mlich auch, wenn man \u00fcber  mehrer Jahre bei einem Kunden ist, der seinen FESTANGESTELLTEN Mitarbeitern pro  Quartal rund 300 \u20ac Bonus aussch\u00fcttet, weil es so gut gelaufen ist. Man selbst,  der\/die dieselbe Arbeitet leistet, geht allerdings leiiiiider leer aus: Man  geh\u00f6rt ja nicht dazu. Super f\u00fcr die Motivation, \u00fcbrigens &#8230;<\/p>\n<p>Was mich  direkt auf den Aspekt der gleichen Bezahlung wie die Festangestellten bringt &#8211;  aber das hebe ich mir f\u00fcr den n\u00e4chsten Beitrag auf ;-). Last, not least &#8211;  da wir ja heute bei den negativen Aspekten der Zeitarbeit sind &#8211; ein Artikel\u00a0 zum  Thema <a class=\"wp-caption\" title=\"FR - Leiharbeit macht arm\" href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/arbeit---soziales\/leiharbeit-macht-arm\/-\/1473632\/7165958\/-\/index.html\" target=\"_blank\">&#8222;Leiharbeit macht arm&#8220;<\/a> <strong><\/strong>.<\/p>\n<p><em>(Autor: Annette von Spiegel <\/em><em>| Fotos: <\/em>Svea-Anais-Perrine<em> | Quellen: <a title=\"Photocase\" href=\"http:\/\/www.photocase.de\" target=\"_blank\">www.photocase.de<\/a>, <\/em><a title=\"Frankfurter Rundschau\" href=\"http:\/\/www.fr-online.de\" target=\"_blank\">www.fr-online.de<\/a><em>)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeitarbeit ist ein Thema, welches mit steigender Konjunktur vermehrt auf den Tisch kommt. Wenn es an Fachkr\u00e4ften fehlt, springen immer h\u00e4ufiger &#8222;Interims&#8220; ein. 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