{"id":8857,"date":"2011-06-12T10:30:34","date_gmt":"2011-06-12T08:30:34","guid":{"rendered":"http:\/\/mentoring4u.de\/?p=8857"},"modified":"2011-06-11T09:15:03","modified_gmt":"2011-06-11T07:15:03","slug":"problemloser-und-ansprechpartner-fur-eltern-und-kinder-erfahrungsberichte-11-lesecoaches","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/mentoring4u.de\/index.php\/2011\/06\/12\/8857\/problemloser-und-ansprechpartner-fur-eltern-und-kinder-erfahrungsberichte-11-lesecoaches\/","title":{"rendered":"Probleml\u00f6ser und Ansprechpartner f\u00fcr Eltern und Kinder \/ Erfahrungsberichte 1:1 Lesecoaches"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Mentoring4u.de, die Informationsplattform f\u00fcr Berufsorientierung und Karriereplanung, erm\u00f6glicht ihren Kooperationspartnern\u00a0 und externen Mentoring-Initiativen von der Arbeit mit ihren Sch\u00fctzlingen (Mentees) zu berichten. Diesmal haben wir (\u00fcber die ehrenamtliche Projektleitung Frau Inge Koltermann) bei den 1:1 Lesecoaches nachgefragt, um etwas \u00fcber die Motivation der Mentorinnen und Mentoren zu erfahren.<br \/>\n<\/strong><\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6674\" title=\"photocase_kallejipp_schule\" src=\"http:\/\/mentoring4u.de\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/photocase_kallejipp_schule-e1299886603208.jpg\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"381\" \/><\/p>\n<p><em><strong>Unserer Fragen an die ehrenamtlichen 1:1 Lesecoaches<\/strong><\/em>:<br \/>\n1) Wie lange sind Sie schon Lesecoach?<br \/>\n2) Was war Ihr Antrieb, dieses Projekt zu unterst\u00fctzen?<br \/>\n3) Was war Ihr sch\u00f6nstes oder intensivstes Erlebnis im Zusammenhang mit Ihrer T\u00e4tigkeit als Lesecoach?<\/p>\n<p><a href=\"..\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Logo_Eins-zu-Eins-Lesecoaches.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Logo_Eins zu Eins- Lesecoaches\" src=\"..\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Logo_Eins-zu-Eins-Lesecoaches.png\" alt=\"\" width=\"185\" height=\"47\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><strong>Heute erz\u00e4hlt <\/strong><strong>Irene Heupel<\/strong><\/em>:<br \/>\nIch bin seit etwa einem halben Jahr Lesecoach. Mein Antrieb f\u00fcr dieses Projekt war zum einen, dass ich selbst seit fr\u00fchester Kindheit eine \u201eLeseratte\u201c bin, und zum anderen, dass ich m\u00f6glichst mit Kindern etwas machen wollte. Da hat mich nat\u00fcrlich die Idee der Lesef\u00fcchse fasziniert: allgemein Kindern und insbesondere denen, f\u00fcr die Deutsch die 1. Fremdsprache ist, beim Lesen-Lernen in der Schule zu helfen und vielleicht sogar noch das Interesse f\u00fcr B\u00fccher zu wecken.<br \/>\nBegonnen habe ich mit einem t\u00fcrkischen M\u00e4dchen (10) und einem Jungen (10) aus Sri Lanka, beide 4. Klasse. Das t\u00fcrkische M\u00e4dchen galt als schwierig, vorlaut und frech im Umgang. Komischerweise hatte ich \u00fcberhaupt kein Problem mit ihr. Sie genoss offensichtlich meine alleinige Aufmerksamkeit, und wollte diese auf keinen Fall durch schlechtes Benehmen aufs Spiel setzen. Sie kam von Anfang an sehr gerne zu mir, war h\u00f6flich und nett. Es war beeindruckend, zu welcher Lese-Leistung sie im 1:1-Verh\u00e4ltnis f\u00e4hig war im Vergleich zu ihren sonstigen Problemen in der Klasse. Nach einigen Wochen zog jedoch die Familie in einen anderen Stadtteil um, und wir mussten unsere so vielversprechend begonnene Zusammenarbeit beenden.<\/p>\n<p>Beim Start mit dem Jungen aus Sri Lanka war zun\u00e4chst viel Zur\u00fcckhaltung und seine insgeheime Frage zu sp\u00fcren: Warum wurde gerade ich von der Lehrerin herausgepickt? Ich bin doch gut, lerne viel, schreibe in Mathe nur Einser! Vorsichtig von mir erkl\u00e4rt, sah er allm\u00e4hlich ein, dass wir beim Lesen doch viel voneinander profitieren k\u00f6nnten. Das Eis war dann endg\u00fcltig gebrochen, als er mich zuf\u00e4llig beobachtete: Sein Name wurde in meinen Terminkalender eingetragen. So wichtig war er. Das fand er toll! Wir lesen einmal pro Woche, jeweils eine gute halbe Stunde. Nach wie vor hat er es nicht besonders gerne, wenn ich ihn verbessern muss, nach wie vor liest er gerne \u00fcber schwierige oder ihm unverst\u00e4ndliche W\u00f6rter einfach hinweg. Aber wir m\u00f6gen uns sehr, und wir lachen viel miteinander, inzwischen auch \u00fcber seine Fehler. Ich sage m\u00f6glichst nichts, gebe nur ein Zeichen, dann verbessert er sich schon selbst. Besonders bei sehr langen W\u00f6rtern oder abstrakten Begriffen hapert es noch. \u00dcberhaupt ist die deutsche Grammatik ein Minenfeld! Ich selbst k\u00f6nnte ab und zu ein Nachschlagewerk gebrauchen, wenn ich ihm unverst\u00e4ndliche W\u00f6rter erkl\u00e4ren soll, wie z.B. heute:\u00a0 Was bedeutet mechanisch??<\/p>\n<p>Nach dem Wegzug des t\u00fcrkischen M\u00e4dchens begann ich mit der kleineren Schwester (8) des tamilischen Jungen zu arbeiten, ebenfalls eine halbe Stunde im Anschluss an seine halbe Stunde. Sie kann viel fl\u00fcssiger lesen als ihr Bruder, betont auch sehr sch\u00f6n, versteht aber nicht alles. Das hat sich inzwischen gewaltig gebessert. Sie liest mir immer ein St\u00fcck vor -meist als selbstausgew\u00e4hlte Lekt\u00fcre Deutsche M\u00e4rchen! \u2013 und dann erz\u00e4hlt sie den Inhalt mit ihren eigenen Worten. Das ist sehr gut f\u00fcr die Erweiterung ihres Wortschatzes, denn sie spricht noch nicht ganz so gut Deutsch wie ihr Bruder, auch was die Grammatik anbelangt. Die Anwendung des richtigen Artikels ist eine gro\u00dfe H\u00fcrde. Deutsch ist manchmal eine so schwere Sprache f\u00fcr beide Kinder! Zuhause sprechen sie wohl gar kein oder nur sehr wenig Deutsch.<\/p>\n<p>Der Kontakt zur Schule, vor allem zur Lehrerin, l\u00e4sst leider zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Ich w\u00e4re sehr gl\u00fccklich \u00fcber ein bisschen mehr Feedback \u00fcber die Probleme oder Fortschritte der Kinder. Umso mehr werden meine Bem\u00fchungen aber offensichtlich von den Eltern gesch\u00e4tzt. Sie haben bereits mehrfach den pers\u00f6nlichen Kontakt gesucht, um auf spezielle Probleme der Kinder in der Schule hinzuweisen oder um kleine Ratschl\u00e4ge beim B\u00fccherkauf etc. ersucht. Es ist beeindruckend, wie sehr diese Eltern ihre Kinder zum Lernen anhalten, und wie wenig die Kinder dies als Belastung ansehen. Sie sind immer hellwach und willig, mit Freude und Spa\u00df dabei. Dies ist auch das Sch\u00f6nste f\u00fcr mich; zu sehen, wie die dunklen Augen vor Freude leuchten, wenn wieder eine H\u00fcrde geschafft ist.<\/p>\n<p>Nun soll der Junge ab Herbst eine Realschule besuchen. Wir wollen gemeinsam den \u00dcbergang schaffen. Meine Unterst\u00fctzung ist ihm sicher!<br \/>\nBeim Lesen werden wir manchmal von zuf\u00e4llig in der B\u00fccherei anwesenden Kindern beobachtet. Als Bruder und Schwester weg waren, kam ein kleines t\u00fcrkisches M\u00e4dchen aus der 1. Klasse zu mir und fragte: Darf ich auch mit Dir lesen? So probten wir gleich mal f\u00fcr etwa 10 Minuten. Man sieht, es mangelt mir nicht an Nachwuchs\u2026.<\/p>\n<p><strong>Kommentare und Anregungen:<br \/>\n<\/strong>Liebe Leserinnen und Leser. Ganz besonders freuen wir uns, wenn Sie uns Ihre Fragen und Anregungen zum Thema 1:1 Lesecoaches\u00a0 mitteilen. Nutzen Sie einfach das Feld unter dem Artikel. Vielen Dank!<\/p>\n<p><strong><em>Die mentoring4u Redaktion beh\u00e4lt sich vor, Leserbriefe \/ E-Mails &#8211; mit vollst\u00e4ndigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse &#8211; auch gek\u00fcrzt zu ver\u00f6ffentlichen. Gastbeitr\u00e4ge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>(<strong>Gastautor:<\/strong> Irene Heupel<\/em> <em>| Foto:\u00a0kallejipp |\u00a0Thumb &amp; Bildbearbeitung :<\/em><em> A. Korkis| Quelle: <a title=\"AWO Agentur Freiwillig\" href=\"http:\/\/www.freiwillig-agentur.de\/index.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.awo-frankfurt.de\/awo\/<\/a> ehrenamtliche Projektleitung der 1:1 Leseoaches:\u00a0 Inge Koltermann<\/em><em>)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mentoring4u.de, die Informationsplattform f\u00fcr Berufsorientierung und Karriereplanung, erm\u00f6glicht ihren Kooperationspartnern\u00a0 und externen Mentoring-Initiativen von der Arbeit mit ihren Sch\u00fctzlingen (Mentees) zu berichten. Diesmal haben wir (\u00fcber die ehrenamtliche Projektleitung Frau Inge Koltermann) bei den 1:1 Lesecoaches nachgefragt, um etwas \u00fcber die Motivation der Mentorinnen und Mentoren zu erfahren. 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