In Deutschland groß werden. Erfahrungsbericht meiner Freundin Louisa
Im Jahre 2005 kam Louisa mit ihrer Mutter nach Deutschland. endlich ist die Familie wieder zusammen, ihr Vater lebte schon dort. Jetzt sind über sechs Jahre vergangen. Sie fühlt sich in Deutschland wie zu Hause. Hier hat sie ihre Freunde gefunden und einen Teil ihre Kindheit verbracht. Dieses Jahr hat sie ihre mittlere Schulreife absolviert, ist volljährig geworden und möchte ihren Eltern nicht weiter auf der Tasche liegen und auf eigenen Füßen stehen. Nur arbeiten in Deutschland ist nicht so einfach, wenn man keine unbefristete Aufenthaltserlaubnis hat.
Ist das der Alltag bei der Ausländerbehörde?
Im vorletzten Monat war Louisa bei der Behörde gewesen, um sich zu erkundigen, welche Vorrausetzungen erfüllt werden müssen, sodass der Antrag auf einen „Aufenthaltstitel“ genehmigt wird. Während des Wartens verzog sie ihr Gesicht, denn sie sah 45 Minuten vor der Öffnung schon eine ganz lange Schlange. Ihr war klar, dass sie hier voraussichtlich viel Zeit verbringen musste.
Nach langem Warten, war sie endlich dran. Sie bekam einen Antrag und wurde wieder nach Hause geschickt. Wahrscheinlich, dachte sie, spielt Freundlichkeit bei der Ausländerbehörde keine Rolle. Die Mitarbeiter waren sehr launisch, egal wie freundlich man auf der anderen Seite des Schreibtisches ist.
Ein Monat später war sie wieder da. Sie saß in einem noch kleinere Raum mit noch mehr Antragstellern. Sie wurde das Gefühl nicht los, dass es immer noch die gleichen Gesichter waren. Verkehrte Welt, hatten die hier übernachtet? Ziemlich entnervt erzählte ihr ein alter Mann, dass er jedes Jahr diese Prozedur erlebe. Seine Aufenthaltsgenehmigung müsse jährlich neu verlängert werden. Sein deutscher Arbeitgeber wäre jedes mal erstaunt, wenn er sich für ein paar (Urlaubs) Tage zu dem Behördegang verabschieden müsse.
In Deutschland haben ja alle Menschen viel Zeit. Antrag abholen ein halber Tag in der Ausländerbehörde verbringen. Macht ja nichts, wollte ja doch nur die Aufenthaltserlaubnis. Einen Monat später, Antrag abgeben und nochmal zwei Stunden warten. Sehr effektiv, da ohne Gespräch. Deutsche Behörden müssen viel Zeit haben, dachte sie.
Hier ein paar Tips von Louisa:
- Erscheinen Sie möglichst frühzeitig, am Besten vor der Öffnungszeit
- Bringen Sie alle Unterlagen, die Sie haben vorsichtshalber mit.
- Falls Sie Deutsch noch nicht so gut beherrschen, nehmen Sie einen Übersetzer mit.
- Besser noch lernen Sie Deutsch und sprechen Sie fließend mit den Mitarbeitern
- Wichtig: Bringen Sie jede Menge Zeit mit
- Lesen Sie am Besten vor Ort das Magazin mentoring4u
Auch die Redaktion von mentoring4u ist gespannt wie es weiter geht.
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(Autor: Diane| Bild & Thumb: Diane | Quelle: Archiv)




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