Geldtransfer als Liquiditätsnachweis?
In einem kürzlich vor dem Landgericht Gera verhandelnden Fall gegen eine rumänische Betrügerbande wurde wie folgt vorgegangen: Die Betrüger geben sich als Dänen oder Niederländer aus, die vornehmlich als Verkäufer von Kraftfahrzeuge oder als Vermieter von Wohnungen auftreten.

Als Sicherheit über die Zahlungsfähigkeit der potentiellen Kunden wird um einen Liquiditätsnachweis gebeten. Dabei wird vorgeschlagen über den Finanzdienstleister Western Union einen Betrag – meist zwischen 1500 und 3000 Euro einzuzahlen und an sich selbst zu transferieren. Nach Erhalt der Bestätigung übermitteln die Täter per Handy die Transaktionsdaten (Anschrift des Empfängers, Betrag, Stadt/Land wo das Geld abgeholt werden soll) an ihre Komplizen. Diese holen mit gefälschten Ausweisen, die mit den Daten des Empfängers versehen sind, den Betrag in einer Western Union Filiale ab. Die Fälschung des Ausweises erfolgt durch Auftragen von „Rubbelbuchstaben“ auf ausländische Ausweisrohlinge, die mit den Lichtbildern der Komplizen versehen sind.
> Western Union informierte über diese Betrugsmasche (20.10.11 news aktuell. Pressemappe Western Union):“> …> .Geldtransfer als Liquiditätsnachweis …Es wird vorgetäuscht, dass Western Union als Treuhandservice nutzbar ist. Interessenten werden aufgefordert, Geld an Familienmitglieder zu schicken, um die Liquidität prüfen zu können. Die Betrugsopfer werden dazu gebracht, Details zur Transaktion preiszugeben“…
Gefunden hatten wir eine Anzeige in einem Immobilienportal.
Wie können sich Verbraucher vor Onlinebetrug schützen? Western Union rät zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:
– Senden Sie niemals Geld an Fremde. Schicken Sie nur Geld an Personen, die Sie persönlich kennen und denen Sie vertrauen.
– Hüten Sie sich vor Geschäften, die unrealistische Vorteile versprechen. Lassen Sie sich nicht auf Angebote ein, die „zu gut klingen, um wahr zu sein“.
– Nutzen Sie keine Geldtransfers, um Einkäufe beispielsweise aus Online-Auktionen zu bezahlen, vor allem wenn dies die einzige Zahlungsmöglichkeit ist.
– Senden Sie niemals Geld, um Steuern oder Gebühren für angebliche Lotteriegewinne zu entrichten.
– Bewahren Sie Informationen zu Geldtransfers sicher auf und geben Sie diese nur an den Empfänger weiter, niemals an unbeteiligte Dritte. Diese Daten sollten Sie wie PIN-Nummern oder Passwörter geheim halten.
– Western Union ist kein Service, um die Zahlungsfähigkeit vor Vertragsabschluss zu beweisen. Western Union bietet keinen Käuferschutz oder Treuhandservice an.
– Falls Sie verdächtige E-Mails erhalten, beispielsweise Spam-Mails mit Jobangeboten, die sich auf Western Union beziehen, informieren Sie Western Union direkt unter spoof@westernunion.com. Das Team von Sicherheitsexperten wird entsprechend handeln.
Folgende Betrugsmaschen kommen häufig in Deutschland vor:
1. Bei Online-Einkäufen werden bezahlte Waren nicht geliefert – diese Masche zielt auf die Käufer ab.
– Die Betrugsmasche basiert darauf, dass der Käufer (das Opfer) mit dem Verkäufer (dem Betrüger) einen Kaufvertrag eingeht, oft über das Internet. Der Verkäufer besteht auf der Bezahlung per Geldtransfer als einzigem Zahlungsweg. Die versprochene Ware wird nie geliefert.
2. Bezahlung mit gefälschten Schecks, die über überhöhte Summen ausgestellt sind – diese Masche ist auf Verkäufer ausgerichtet.
– Bei dieser Betrugsmasche schließt der Verkäufer (das Opfer) mit dem Käufer (dem Betrüger) ein Geschäft ab. Der Verkäufer erhält zur Bezahlung einen Scheck, der oft von einer bekannten Bank ausgestellt wurde. Die Summe übersteigt den vereinbarten Preis um ein Vielfaches. Schließlich behauptet der Käufer, dass ein Missverständnis vorliegt und drängt den Verkäufer, den Scheck einzulösen, den Differenzbetrag abzuheben und per Geldtransfer zurückzuschicken.‘
3. Betrug mit gefälschten Gewinnbenachrichtigungen – gaukeln überraschende Gewinne vor und zielen auf die Empfänger ab.
– Bei dieser Masche erhalten die Opfer Telefonanrufe oder E-Mails, in denen beteuert wird, sie hätten beispielsweise Geld oder ein Auto gewonnen. Der Gewinn steht angeblich bereit, es muss nur eine Gebühr, zum Beispiel für Zoll oder Transport, bezahlt werden, damit der Preis übergeben werden kann.
4. Geldtransfers als Liquiditätsbeweis – dieses Phänomen kommt beispielsweise beim Autokauf oder der Immobiliensuche im Netz vor.
– Die Betrüger treten als Verkäufer auf und stellen gefälschte Angebote auf entsprechenden Portalen ein. Dabei geben sie unter einem Vorwand vor, ein Auto zu einem sehr günstigen Preis abzugeben oder eine Wohnung zum Schnäppchenpreis zu vermieten.
– Es wird vorgetäuscht, dass Western Union als Treuhandservice nutzbar ist. Interessenten werden aufgefordert, Geld an Familienmitglieder zu schicken, um die Liquidität prüfen zu können. Die Betrugsopfer werden dazu gebracht, Details zur Transaktion preiszugeben.
5. Identitätsdiebstahl – Bei dieser Masche greifen Kriminelle Zugangsdaten ab, beispielsweise zu sozialen Netzwerken oder E-Mail-Postfächern. Freunde und Familienmitglieder erhalten daraufhin gefälschte Nachrichten, dass sich die Person in Not befindet und dringend Geld benötigt. Die folgende Korrespondenz wird umgeleitet, so dass das Opfer oft nichts davon erfährt. Hier sollte man versuchen, auf direktem Weg mit dem Opfer zu sprechen um klarzustellen, ob tatsächlich ein Notfall vorliegt.
Diesen Betrugsmaschen ist gemein, dass Betrüger die Beträge mit gefälschten Ausweispapieren abholen, die auf den Namen der jeweiligen Empfänger ausgestellt sind. Daher sollte man Geld nur an persönlich bekannte Personen schicken, denen man vertraut – und niemals unbeteiligte Dritte über Details der Transaktionen informieren. Western Union bietet einen seriösen und verlässlichen Weg, um Familienmitgliedern und Freunden Geld zu schicken. Im Gegensatz zu einer Filialbank kann man bei Western Union keine Girokonten eröffnen. Geldtransfers werden innerhalb kürzester Zeit ausgezahlt, oft bereits innerhalb weniger Minuten. Bereits ausgezahlte Geldtransfers können nicht rückgängig gemacht werden, auch wenn ein Betrugsfall vorliegt…..Weitere Informationen hier
(Autor: M. Weiss / Bild: Quelle: www.presseportal.de)