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Schlagwort: PC

  • Ist „Call of ….“ ein Gesellschaftsspiel? Ein junger Vater kommentiert…. gamescom! Ihre Meinung, votre opinion, your comment, vostro comento, amaciniz, taaleqik ….

    Ist „Call of Duty“ ein Gesellschaftsspiel? Kreativität bei Stil und Story halten Einzug in neue Spielentwicklungen. Thorsten Vozar und Ludwig Reicherstorfer, Landesgeschäftsführer von CSUnet kommentieren.

    Thorsten Vozar:

    In Berichten über die gerade mit einem Besucherrekord zu Ende gegangene Gamescom habe ich viel gesehen und gelesen über das Phänomen Computerspiele, das nicht erst durch die allgegenwärtige Vernetzung über das Internet zu einem Massenphänomen geworden ist. Bei schönstem Sommerwetter zieht es tausende von jungen Menschen in Messehallen, um stundenlang an Ständen anzustehen und die neuesten Spiele zu testen. Ich habe Interviews mit jungen Menschen gesehen, die voller Begeisterung und mit leuchtenden Augen von Onlinespielen berichtet haben, wie sie stunden- und nächtelang mit Gleichgesinnten „Call of Duty“ spielen.

    Im Moment bin ich noch ganz froh, dass meine Kinder im Fernsehen die „Oktonauten“ oder „Bob the builder“ schauen. Und sobald es nicht in Strömen regnet, wollen sie raus an die frische Luft. Elternherz, was willst du mehr! Obwohl ich noch einige Jahre davon entfernt bin, dass meine Kinder „Call of Duty“ (wie auch immer die aktuelle Version dann heißt) am Rechner spielen wollen, kommt jetzt schon ein leichtes Unbehagen zu Tage, wenn ich daran denke, dass sie das irgendwann auch mal spielen wollen (und vermutlich auch werden). Dabei saß ich selbst mal stundenlang vor dem Rechner und habe „Doom 2“ gespielt oder mit ruhiger Hand auf der Maus mit einem Präzisionsgewehr auf die Köpfe (natürlich böser) Computergegner gezielt. Ich kann mich auch noch gut an die Ermahnungen meines Vaters erinnern, dass Menschen im richtigen Krieg gestorben sind und solche Spiele daher den Krieg verherrlichen.

    Und nun? Hatte ich mir nicht vorgenommen, mit dem Thema Computer und Internet anders umzugehen als meine Eltern? Ich kann meine Kinder nicht abschotten, und nur das sehen lassen, was ich für richtig und altersgerecht halte. Käme das nicht einer Zensur gleich? Selbst wenn ich es zu Hause verbiete, werden sie mit absoluter Sicherheit irgendwo bei Freunden einen unbeschränkten Zugriff ins Netz bekommen. Und sie werden Dinge im Internet sehen, wovon ich nicht mal wissen möchte, dass sie so etwas sehen. Ich wäre wahrscheinlich froh, wenn sie nur „Call of Duty“ spielten.

    Sie werden wie selbstverständlich mit Computer und Internet aufwachsen. Selbst im Alter von zwei Jahren weiß mein Zweitgeborener, dass er mit dem Finger über das Display meines Telefons streichen muss, um sich das nächste Foto anzusehen. Wahrscheinlich würde ich die Entwicklung meiner Kinder sogar behindern, wenn ich sie von der Technik fernhalte und sie deswegen zu Außenseitern in der Schule mache.

    Dabei möchte ich doch nicht mehr und nicht weniger, als dass sie einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet lernen. Ich wünsche mir, dass sie immer in der Lage sein werden, zwischen dem wahren Leben und dem Internet oder dem Spiel zu unterscheiden – wie realistisch die Grafik und das Spielverhalten auch immer sein mag. Ich möchte sie so erziehen, dass sie sich eine eigene Meinung bilden, mündige Bürger werden. Das ist meine Aufgabe. Genauso, wie ihnen Respekt vor anderen Menschen und dem Leben zu vermitteln. Das geht wie so oft am besten, indem ich es ihnen vorlebe.

    Und vielleicht stärkt ja das Online-Zusammenspiel bei „Call of Duty“ tatsächlich das Zusammengehörigkeitsgefühl oder das logische Denken durch gemeinsames taktisches Vorgehen. Ausgeprägte Sozialkompetenzen und analytische Fähigkeiten stehen in der heutigen Arbeitswelt hoch im Kurs.

    Ich werde es zwangsläufig irgendwann erfahren… (Autor: Thorsten Vozar)

    Ludwig Reicherstorfer, Landesgeschäftsführer CSUnet

    Computerspiele sind längst kein sinnloser Zeitvertreib mehr,
    sondern oftmals kleine Kunstwerke. Auf der Gamescom konnte man wieder einmal die Vielfältigkeit und das Ideenreichtum der Spieleentwickler sehen. Besonders spannend finde ich es, wenn Kreativität bei Stil und Story zusammen kommen und man wie bei einem guten Buch oder einem guten Film in die Atmosphäre eines solchen Spiels eintauchen kann. Ich finde es schade, dass manche bei Gaming immer noch an Tetris und Doom denken, glaube aber, dass diese Denkweise inzwischen nicht mehr zum „guten Geschmack“ gehört. (Ludwig Reicherstorfer, Landesgeschäftsführer CSUnet)

    Weitere Kommentare zu diesem Thema: Theo der Entdecker, Dorothee Bär, Papa, ich geh spielen Karl Feldkamp , Electroclash mit Captain Capa

    (Autoren: Thorsten Vozar und Ludwig Reicherstorfer  / Bildbearbeitung D. Balci)

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  • Papa, ich geh spielen… gamescom! Ihre Meinung, votre opinion, your comment, vostro comento, amaciniz, taaleqik ….

    Karl Feldkamp: Nun will ich nicht behaupten, dass ich – inzwischen Großvater von vier Enkeln – genau weiß, wie das Leben funktioniert und wie ein Kind sich am besten auf sein bevorstehende Erwachsenen-Dasein vorbereiten kann.


    Selbst als Vater und professioneller Pädagoge habe ich vorwiegend nach dem Schema Versuch und Irrtum gehandelt und bin inzwischen mit den Ergebnissen, die sich bei meinen erwachsenen Kindern zeigen, recht zufrieden.

    Ich weiß aber noch, wie schwer es zu ertragen war, wenn das eigene Kind sich Spielen widmete, die mein technisches und strategisches Know how weit überstiegen.

    Mein Vater hat einfach nicht mehr mit mir Schach gespielt, als ich ihn das erste Mal besiegte.

    Er war eben kein sonderlich guter Verlierer… Damit hat er mich zwar gehörig  enttäuscht. Aber er verstand die Spielregeln wenigstens noch.

    Heute müssen Väter immer eher damit rechnen, dass ihre Söhne ihnen überlegen sind.

    Sie beherrschen in relativ jungen Jahren schon spielerisch die Technik und Elektronik ihrer kleinen und größeren Computer besser und verabschieden sich mit virtuellen Fantasie-Figuren aus dem, was Eltern für die wahre – nämlich ihre eigene – Realität halten.

    Früher kannte sich jeder Vater und vor allem jede Mutter in der überlieferten Märchenwelt recht gut aus. Sie konnten erzählen, was ihnen von ihren Eltern erzählt wurde.

    Zugegeben, das ist schon sehr lange her.

    Heute bastelt und programmiert eine anoynme Spiele- und Computerbranche sich etwas zusammen, dem die zumeist beruflich stark eingespannten Eltern sich überhaupt nicht mehr nachhaltig widmen können.

    Nur eines ist ganz gewiss noch wie früher: Die pädagogisch wertvolleren Spiele sind in der Regel die langweiligeren.

    So stand bei den Computerspielen, die gerade wieder auf der Kölner gamescom mit viel Werbung und Medienpräsenz angeboten wurden, selbstverständlich Glanz, Spannung und Aktion im Mittelpunkt, da die zunehmend abenteuerärmere Umwelt unserer Kinder, dringend Ersatz und Ausgleich erfordert.

    Ja, und genau genommen, sind die virtuellen Welten längst attraktiver als jene, die uns als Wirklichkeit umgeben. Zum Teil vermischen sich beide auch und es wird nicht nur für Kinder immer mühsamer zu unterscheiden, ob das stimmt, was wir außerhalb der Medien wahrnehmen oder das, was ihnen über kleine und größere Bildschirme ins Haus und inzwischen überall hin geliefert wird.

    Wenn jene Bildschirme nur erzählen und berichten würden, wären wir, abgesehen vom technischen Fortschritt und der gelegentlich überwältigenden Vielfalt des Gezeigten nur unbedeutend über das Märchenerzählen hinausgekommen.

    Doch durch die immer raffinierten Computerspiele, die der Spieler beeinflussen kann, ist es ihm möglich, die virtuellen Welten mitzugestalten. Und in virtuellen Welten ist das wesentlich leichter (nämlich zumeist durch Knopfdruck) möglich, während das Leben auf der Erde sich immer komplizierter gestaltet.

    Da laufen Banken aus dem Ruder der zuständigen Regierungen, da gelten städtische Metropolen als unregierbar, Kriege lassen sich nicht vermeiden. Und Eltern müssen sich aus Existenzgründen den Regeln der Berufswelt unterwerfen und können trotz aller angeblich familienfreundlichen politischen Bemühungen sich nur noch begrenzt um ihre Kinder kümmern.

    Nicht zuletzt deswegen sind Väter und Mütter auch bereit, ihren Kindern mehr Zeit am Kleincomputer zuzugestehen, als sie eigentlich für richtig halten.

    Einst hieß „Papa ich geh spielen“ zumeist: Ich gehe auf die Straße zu meinen Freunden.

    Da blieb dem Vater allenfalls die Sorge, dass sein Sohn oder seine Tochter Spielkameraden finden konnte, die sie oder ihn zu irgendwelchen Untaten anstifteten.

    Wenn heute ein Kind spielen geht, zieht es sich nicht selten in sein Kinder-Einzelzimmer zurück und drückt Knöpfchenfolgen oder kann durch Bewegung das Geschehen auf einem Großbildschirm beeinflussen. Und es wird nicht mehr lange dauern, dann wird das Hirn, direkt an den Computer angeschlossen, durch Mitdenken mitspielen.

    Natürlich bleibt dabei das Einüben von sozialem Verhalten auf der Strecke. Die körperlichen Bewegungen sind eher geringfügig und haben zumeist Übergewicht zur Folge. Und die Emotionen, die durch persönliche unmittelbare Begegnungen ausgelöst werden, bleiben nur nur beschränkt gefordert. Ganz abgesehen von den Suchtgefahren, die bei eher grenzenlosem Gebrauch dieser Spiele zu befürchten sind.

    Nun ist aber auch in meiner Jugend manches von überzeugten Pädagogen verworfen und in seiner befürchteten Fortentwicklung als Ende des Abendlandes und des wahren Menschseins angesehen worden.

    Doch wir haben es alle überlebt – das Telefon, das Radio, den Fernsehapparat, die Comics, das Handy, den Computer…

    Irgendwann lernten die Menschen bisher, so mit den angeblich gefährlichen Medien umzugehen, dass sie weitgehend zu nützlichen Gebrauchsmitteln wurden.

    Ich bin gespannt, ob eine möglicher Weise schöne neue virtuelle Welt demnächst auch positive Rückwirkungen auf das reale Erdenleben haben wird.

    Allein auf die Auswirkungen der Spiele käme es an. Denn Spiele waren bisher vor allem der nützliche Versuch, für ein möglichst glückliches Leben zu üben.

    (Autor: Karl Feldkamp, 51766 Engelslirchen-Wallefeld /  Bild: 1. french_03   2+3. D. Balci /  Bildquelle:www.photocase.de + Archiv /  Web: www.karl-feldkamp.de.tl/)

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