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  • Teil 3: Ist Legasthenie ein Märchen? Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer – helfen Eltern

    Aufmerksamkeit bedeutet, dass das Kind lernen soll, beim Lesen, Schreiben, Rechnen mit den Gedanken dabei zu sein. Es reicht natürlich nicht, dem Kind lapidar zu sagen: „Konzentriere dich endlich mal“ oder „Sei ruhig!“. Nein, ich zeige dem Kind, wie es aufmerksam sein kann, wie es dazu kommt, mit den Gedanken bei der Sache zu sein.

    Für den Einstieg mache ich gerne Übungen mit der liegenden Acht, sei es mit einer Acht zum Anfassen oder mit einer Acht auf Papier zum Nachfahren. Die liegende Acht ist eine Übung aus der Kinesiologie. Ich will hier nicht auf den wissenschaftlichen Aspekt eingehen, ob es nachweisbar ist, dass die Gehirnhälften dadurch miteinander verbunden werden oder nicht. Fakt ist, dass die meisten Kinder diese Übung annehmen und dabei ruhiger werden.

    Für die Kinder, die diese Übung nicht akzeptieren oder nicht machen können, gibt es andere Übungen. Atemübungen, Nachfahrübungen, einen Turm bauen lassen, ja, ich habe einen Schüler, mit dem ich zuerst 10 Minuten Judotraining mache, damit er überhaupt zur Ruhe kommt. Denn das ist das Schöne an der AFS-Methode. Sie ist eine offene Methode, d.h. jeder Ansatz, jedes Spiel, jede Technik, jede Methode, die dem Kind helfen kann, wird akzeptiert. Jedes Kind hat eine andere Legasthenie, und jedes Kind hat eine andere Dyskalkulie, und deswegen ist es wichtig, auf jedes Kind einzeln einzugehen. Da das Training in einer Eins-zu-eins-Situation stattfindet, ist dies auch möglich.

    Manche Kinder sind nach Jahren des falschen Übens und der Frustration so unruhig geworden, dass sie manchmal lange brauchen, um überhaupt zur Ruhe zu kommen und aufmerksam zu sein. Hier heißt es, nicht locker zu lassen, sondern so lange daran zu arbeiten, bis das Kind seine Aufmerksamkeit gefunden hat.

    Der zweite Aspekt ist das Funktionstraining. Funktionen oder Sinneswahrnehmungen sind die Wahrnehmungen, die man zum Lesen, Schreiben und Rechnen braucht. Es geht um visuelle, akustische und räumliche Wahrnehmung. Es geht nicht darum, ob ein Kind gut sieht oder nicht, sondern darum, ob das Kind in der Lage ist, Unterschiede zu sehen oder zu hören, sich zu merken, was es gesehen oder gehört hat, ob es sicher „oben“, „unten“, „rechts“, „links“, „neben“, „vor“, „hinter“ unterscheiden kann. Denn wenn ein Kind das nicht kann, kann es zu Schwierigkeiten beim Erlernen der Kulturtechniken kommen.

    Für das Funktionstraining steht eine Fülle an Spielen und….

    Der vierte Teil erscheint bei uns am 23. Dezember 2011

    Über diesen Link kommen Sie zu Teil 1, Teil 2 und zum letzten Teil.

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

    (Gastautor: Stephany Koujou  /  Bilder: froodmat_wasserspiegel   Gestaltung: M. Weiss  /  Piktogramm: PictoSelector  /  Quellen und weiterführende Links:
    Blog der Autorin: www.abcund123.de , Fernstudium des EÖDL:www.legastheniefernstudium.com/ , Dachverband Legasthenie Deutschland:www.dvld.de/index.php , Legasthenie:de.wikipedia.org/wiki/Legasthenie Legasthenie – Dyskalkulie? (Dr. Astrid Kopp-Duller und Mag. Livia Pailer-Duller, KLL-Verlag, 2008) www.legasthenie.com , Blog von Dr. Astrid Kopp-Duller: blog.legasthenie-lrs-dyskalkulie.com/ Sinneswahrnehmungen:abcund123.blogspot.com , AFS-Test:abcund123.blogspot.com und www.dyslexiatest.com ; 30 Fragen:www.30fragen.com/ . Das Legasthenie-Märchen: www.iplnicolay.com KMBek 16.11.99 , Text der KMBek (geändert am 11.8.00): www.schulberatung.bayern.de , Liegende Acht: www.lernen-heute.de, Siebeneinhalb funktionale Analphabeten: www.zeit.de )

  • Teil 2. Ist Legasthenie ein Märchen? Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer – helfen Kindern

    …Es entsteht noch mehr Druck und Frustration. Der Teufelskreis hat längst angefangen. Allmählich entwickelt das Kind Verhaltensauffälligkeiten, wird unruhig und unkonzentriert. Irgendwann ist das eigentliche Problem nebensächlich geworden, und das Kind wird zum Problem.

    Deswegen ist es wichtig, dass Eltern, aber auch Schulen die Anzeichen von Legasthenie und Dyskalkulie erkennen und dementsprechend handeln. Muss das Kind zum Psychologen? Muss das Kind zum Psychiater? Soll es gar Tabletten schlucken? Nein, das Kind braucht lediglich eine andere Methode, um die Kulturtechniken zu lernen.

    An dieser Stelle helfen die diplomierten Legasthenie- und Dyskalkulietrainer und –trainerinnen des EÖDL, so wie ich. Ich arbeite nach der Definition von Dr. Kopp-Duller und der von ihr entwickelten AFS-Methode. Was bedeutet das?

    Wenn Eltern mich anrufen, sind sie meistens schon recht verzweifelt und haben bereits eine Odyssee durch mehrere Praxen hinter sich, leider erfolglos. Oft ist es so, dass den Eltern nahegelegt wird, Ritalin sei noch die einzige Rettung. Auch wenn viele Eltern leider diesem Druck nachgeben, gibt es auch noch viele, die das nicht wollen.

    Ich mache zunächst ein Anamnesegespräch mit den Eltern und dem Kind. Es geht dabei darum, festzustellen, ob keine körperlichen Gründe für die Schulschwierigkeiten vorliegen und welche Maßnahmen schon getroffen wurden. Auch gibt es einen Fragebogen zu typischen Merkmalen legasthener Kinder im Vorschul- und im Schulalter. Wenn in diesem Bogen mehrmals „Ja“ angekreuzt wird, mache ich den AFS-Test mit dem Kind. Damit kann ich feststellen, wie aufmerksam das Kind ist, welche Sinneswahrnehmungen anders ausgeprägt sind und welche Art von Fehlern das Kind macht. Eigens dafür habe ich eine Fehleranalysetabelle – darin sind die verschiedenen, typischen Fehler aufgelistet: Buchstaben auslassen, Buchstaben verdrehen, Buchstaben vertauschen, usw. Für diese Analyse benutze ich verschiedene Proben, die das Kind über längere Zeit geschrieben hat. Ich mache keinen LRS-Test, da dieser nur eine Momentaufnahme und zu wenig aussagekräftig ist. Bei einem legasthenen Kind kann es durchaus sein, dass es gerade einen guten Tag hat und glänzend abschneidet beim Test. Das ist wohl der Grund, warum viele Schulpsychologen keinen Handlungsbedarf sehen, da das Ergebnis im Rahmen ist.

    Nach der Testung analysiere ich das Ergebnis und stelle einen Trainingsplan zusammen. Denn jetzt ist es wichtig, das Kind richtig zu fördern. Das mache ich
    nach der AFS-Methode: AFS steht für Aufmerksamkeit, Funktion und Symptom.

    Aufmerksamkeit bedeutet, dass das Kind lernen soll, beim Lesen, Schreiben, Rechnen mit den Gedanken dabei zu sein…

    Der dritte Teil folgt am 18. Dezember 2011

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    (Gastautor: Stephany Koujou  /  Bilder & Thumb & Gestaltung: M. Weiss   /  Quellen und weiterführende Links:
    Blog der Autorin: www.abcund123.de , Fernstudium des EÖDL: www.legastheniefernstudium.com/ , Dachverband Legasthenie Deutschland: www.dvld.de/index.php , Legasthenie: de.wikipedia.org/wiki/Legasthenie Legasthenie – Dyskalkulie? (Dr. Astrid Kopp-Duller und Mag. Livia Pailer-Duller, KLL-Verlag, 2008) www.legasthenie.com , Blog von Dr. Astrid Kopp-Duller: blog.legasthenie-lrs-dyskalkulie.com/Sinneswahrnehmungen: abcund123.blogspot.com , AFS-Test:abcund123.blogspot.com und www.dyslexiatest.com ; 30 Fragen:www.30fragen.com/ . Das Legasthenie-Märchen: www.iplnicolay.com KMBek 16.11.99 , Text der KMBek (geändert am 11.8.00): www.schulberatung.bayern.de , Liegende Acht: www.lernen-heute.de, Siebeneinhalb funktionale Analphabeten: www.zeit.de )

  • Ist Legasthenie ein Märchen? Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer – helfen Menschen – Teil 1

    Legasthenie ist ein Märchen; Legasthenie ist ein schwieriges Wort für Faulheit; Legasthenie ist eine Erfindung reicher Eltern als Erklärung für ihr dummes Kind; Legasthenie ist eine schwere psychische Störung, Legasthenie ist „eine nur schwer therapierbare Krankheit„. Bei diesen Ansichten, ist es kein Wunder, wenn Eltern es nicht gerne hören, dass ihr Kind legasthen sein soll. Die gleichen Meinungen gibt es über die Dyskalkulie.
    Screenshot Wasserspiegel Artikel

    Richtig erfrischend ist daher die Definition von Dr. Astrid Kopp-Duller. Sie beschreibt Legasthenie so: „Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Symbole trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen (Sinneswahrnehmungen) anders empfindet als nicht-legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens.“ (1995).

    Was bedeutet diese Definition? Zunächst, dass Legasthenie und Dyskalkulie nichts mit Dummheit zu tun haben. Legasthene und dyskalkule Kinder sind normal bis überdurchschnittlich intelligent. Jeder, der mit diesen Kindern arbeitet, kann dies bestätigen. Allerdings nehmen sie ihre Umwelt anders wahr als nicht-betroffene Kinder. Ihre Sinneswahrnehmungen sind anders ausgeprägt, sei es im visuellen, akustischen und / oder räumlichen Bereich. Dadurch kann es zu Schwierigkeiten beim Erlernen von Lesen, Schreiben und / oder Rechnen kommen.

    Dazu das Allerwichtigste: Die Kinder sind NICHT krank, gestört, behindert, schwach. Wenn ihnen nicht geholfen wird, können sie allerdings vor lauter Frustration krank und gestört werden.

    Wie sieht der Alltag eines solchen Kindes aus? Lesen geht nur schwer oder stockend, Diktate sind ein Drama, einige Kinder können rechnen, andere nicht, spätestens bei den Sachaufgaben ist Schluss. Das Kind wird den ganzen Tag in der Schule mit etwas konfrontiert, das es nicht kann. Zuhause geht das weiter. Die Hausaufgaben werden zum täglichen Kampf, die Eltern üben und üben und üben mit ihrem Kind, aber das Kind wird nicht besser. Die Eltern verlieren den Mut, machen ihrem Kind Vorwürfe. Das Kind verliert auch den Mut, fängt an, an sich selbst zu zweifeln. Allmählich ist es davon überzeugt, dumm zu sein. In der Schule heißt es, je nach Klasse: „Das wird schon“ (1. und 2. Klasse) und dann: „Sie sollten mehr üben, sonst wird das mit dem Übertritt nichts“ (3. und 4. Klasse). Es entsteht noch mehr Druck und Frustration. Der Teufelskreis hat längst angefangen. Allmählich entwickelt das Kind Verhaltensauffälligkeiten, wird unruhig und unkonzentriert. Irgendwann ist das eigentliche Problem nebensächlich geworden, und das Kind wird zum Problem….

    Der zweite Teil folgt am 17. Dezember 2011

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    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

    (Gastautor: Stephany Koujou  /  Bilder: Bild: froodmat_wasserspiegel   Gestaltung: M. Weiss  /  Piktogramm: PictoSelector  /  Quellen und weiterführende Links:
    Blog der Autorin: www.abcund123.de , Fernstudium des EÖDL: www.legastheniefernstudium.com/ , Dachverband Legasthenie Deutschland:www.dvld.de/index.php , Legasthenie: de.wikipedia.org/wiki/Legasthenie Legasthenie – Dyskalkulie? (Dr. Astrid Kopp-Duller und Mag. Livia Pailer-Duller, KLL-Verlag, 2008) www.legasthenie.com , Blog von Dr. Astrid Kopp-Duller: blog.legasthenie-lrs-dyskalkulie.com/ Sinneswahrnehmungen:abcund123.blogspot.com , AFS-Test: abcund123.blogspot.com und www.dyslexiatest.com ; 30 Fragen:www.30fragen.com/ . Das Legasthenie-Märchen: www.iplnicolay.com KMBek 16.11.99 , Text der KMBek (geändert am 11.8.00): www.schulberatung.bayern.de , Liegende Acht: www.lernen-heute.de , Siebeneinhalb funktionale Analphabeten: www.zeit.de )