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Schlagwort: Geburt

  • Geburtshilfe unerwünscht? Kommentar zum Berufsbild einer Hebamme

    Gelassenheit Nerven Hirnforschung
    Das Ende der Beleghebammen
    Nach der Geburt meines Sohnes vor vier Jahren, war eines klar: Beim zweiten Kind nur noch mit Beleghebamme. Ich lag damals lange genug in den Wehen, um von drei verschiedenen Schichthebammen betreut zu werden. Der ständige Wechsel der Gesichter war belastend, unter Schmerzen immer wieder wiederholen zu müssen, was bisher passierte ebenso. Die letzte Hebamme kam ca. eine Stunde vor Ende noch hinzu und löste ihre Kollegin schon vor dem Schichtwechsel ab mit den Worten „Ich will auch endlich mal wieder ein Kind auf die Welt holen.“ Keine Entscheidung in meinem Sinne oder im Sinne unseres Sohnes. Leider wurden mir die Hebammen zudem von Wechsel zu Wechsel unsympathischer – und ihre Deutschkenntnisse weniger. Die letzte Hebamme lachte mich zum Schluss sogar aus, als ich Angst vor noch größeren Schmerzen hatte.

    Ich wollte also bei der zweiten Geburt selbst bestimmen, wer mich bei der Geburt unterstützt, untersucht und beruhigt. Vorgestellt hatte ich mir eine sympathische, fürsorgliche, kompetente und selbstsichere Person, die sich gut verständigen kann. Fast zwanzig Hebammen habe ich abtelefoniert und noch viel mehr per Email angeschrieben. Keine Einzige war noch als Beleghebamme tätig. Und immer hörte ich dasselbe: die Versicherungskosten seien astronomisch gestiegen und die Beleggeburten würden kaum diese Kosten decken – geschweige denn, dass die Hebammen dabei noch etwas verdienten.

    Haftpflichtversicherung  ? Wie bitte?
    Und tatsächlich kostet eine Hebamme die Haftpflichtversicherung mittlerweile EUR  3.689 im Jahr. Für die Geburt (inklusive 8 Std. vorher und 3 Std. hinterher) erhält sie aber nur 237 EUR von den Krankenkassen. Bislang legten die Eltern häufig aus der eigenen Tasche einen ähnlich hohen Betrag für die Rufbereitschaft (meist 2-3 Wochen vor Entbindungstermin bis zwei Wochen danach) drauf. Doch auch das reicht nicht mehr. Selbst bei optimaler Auslastung, also wenn die Entbindungstermine der Frauen, die bei einer Beleghebamme entbinden wollen, immer genau fünf Wochen auseinander lägen (was absolut utopisch ist), kämen die Hebammen nur auf ca. EUR 4-9  pro Std. Und das bei einem Leben in Dauerbereitschaft!

    Krankenkassen reagieren nicht!
    Seit Jahren weisen die Hebammen auf diese Missstände hin und auch ich habe mich bei meiner Krankenkasse darüber beschwert. Offensichtlich ist das Interesse, die Hebammen anständig zu bezahlen, nicht besonders groß – weder bei der Regierung noch bei den Krankenkassen. Man ruht sich wohl darauf aus, dass den Hebammen kein breiter Streik zugetraut wird oder spekuliert sogar darauf, dass sie komplett aus der Geburtshilfe herausgedrängt werden. Dann können die Krankenkassen sparen und die Ärzte verdienen. Und die Aufgaben der Hebammen, wer übernimmt die? Die werden in Zukunft vielleicht (wieder) von Doulas (siehe auch unseren Artikel in Mentoring4u Magazin Ausgabe 3, Seite 12 „Allererste Hilfe“) übernommen. So wie in anderen Ländern ohne oder mit extrem schlechtem Gesundheitssystem auch. Und auch in Deutschland kennt man das noch aus Zeiten mit schlechter gesundheitlicher Versorgung: Nachbarinnen, Freundinnen, Bekannte, Cousinen, die meist ehrenamtlich oder nur für die Spritkosten als Ansprechpartnerin und gute Seele einer Geburt beistehen.

    Zweites Kind im Schichtbetrieb?
    Mein zweites Kind musste ich dann dieses Jahr ohne Beleghebamme und wieder mit drei Schichthebammen bekommen. Beleggeburten scheinen offensichtlich politisch nicht mehr gewollt, obwohl man weiß, dass Geburten, die von einer Beleghebamme betreut werden, einhergehen mit einer kürzeren Dauer, weniger Einsatz von Schmerzmitteln und weniger Komplikationen. In Zeiten des medizinischen Fortschritts und einer immer besseren Versorgung von extrem Frühgeborenen ist die Abschaffung der Beleggeburten ein Rückschritt in der Geburtshilfe.

    Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit. Entweder als Kommentar oder direkt an die redaktion@mentoring4u.de

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

    (ERfahrungsbericht: Christina Mundlos  /  Bild: Lia* | Quelle photocase )

  • Hebamme/Entbindungspfleger … eine Berufung?

     

    Hebamme/Entbindungspfleger

    Sie beraten werdende Mütter hinsichtlich aller Belange einer Schwangerschaft und führen Kurse zur Geburtsvorbereitung durch. Zudem übernehmen sie Vorsorgeuntersuchungen und überwachen Risikoschwangerschaften. Normale Entbindungen führen sie selbstständig durch, bei ärztlichen Geburtshilfemaßnahmen assistieren sie. Nach der Entbindung versorgen sie Neugeborene und Entbundene und dokumentieren die Geburt. Darüber hinaus betreuen sie die Mutter in den ersten Tagen nach der Geburt, übernehmen die Nachsorge des Neugeborenen und beraten in Fragen der Säuglingspflege und -ernährung.

    Als Familienhebamme bzw. -entbindungspfleger betreuen sie schwangere Frauen und Mütter mit Kindern bis zum vollendeten 1. Lebensjahr, die gesundheitlichen, medizinischsozialen oder psychosozialen Risiken ausgesetzt sind. Hebammen und Entbindungspfleger arbeiten hauptsächlich in Geburtsabteilungen von Krankenhäusern, in Hebammenpraxen und Geburtshäusern. Für eine Tätigkeit als Familienhebamme bzw. -entbindungspfleger kommen vorwiegend soziale Dienste oder Gesundheitsämter als Arbeitgeber in frage. Hebamme/Entbindungspfleger ist eine bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen für Hebammen und Entbindungspfleger. Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, eine Berufsfachschulausbildung als Hebamme/Entbindungspfleger mit einem Hochschulstudium zu kombinieren.

    Vorausgesetzt wird ein mittlerer Bildungsabschluss oder eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung. Auch Bewerber/innen mit Hauptschulabschluss oder gleichwertiger Schulbildung können aufgenommen werden, sofern sie zusätzlich eine mindestens zweijährige Pflegevorschule erfolgreich besucht haben, eine Berufsausbildung mit einer vorgesehenen Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren erfolgreichabgeschlossen haben oder die Erlaubnis als Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in vorweisen können. Meist wird zusätzlich ein Praktikum in einer Einrichtung für Gynäkologie und Geburtshilfe oder bei niedergelassenen Gynäkologen bzw. Geburtshäusern empfohlen. Vor Ausbildungsbeginn ist die gesundheitliche Eignung nachzuweisen.

    Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat:

    1. Ausbildungsjahr: € 822
    2. Ausbildungsjahr: € 883
    3. Ausbildungsjahr: € 983

     

    (Quelle: Lexikon der Ausbildungsberufe der Bundesagentur für Arbeit)

    Mentoring4u Tipps für die Zukunft, Karriereplanung und Plan B
    oder was Sie beachten können, wenn das Ausbildungsende naht.

    Studieren ohne Abitur – Viele Wege führen ans Ziel! Aufgepaßt PlanB!

    Berufsausbildung in Deutschland – Ausbildung und duales Studium nach G8
    Ausbildung und duales Studium nach G8. 
Die Absolventenzahlen der nächsten Jahrgänge kumulieren sich in einigen Bundesländern so stark, dass es zu Engpäsen in einigen Studienfächern kommen wird. Da ist gute Information besonders wichtig, welche Studiengänge es gibt.

    Information ist alles 
Haut rein! Geht an die Hochschulen, sprecht mit Leuten, die schon das Studienfach belegt haben, auch ein Ranking im Netz hilft zur Einschätzung der Chancen. Und gut ist auch neugeschaffene Studiengänge und ungewöhnliche näher unter die Lupe zu nehmen. Vieles ist heute möglich in Kooperation mit Unternehmen. So gelingt Euch der Einstieg in die Praxis besonders leicht, da betriebliche Abläufe mit in den Studienablauf eingebunden werden. Im vorliegenden Mentoring4u TV-Ratgeber stellen wir Euch zunächst drei weltweit operierende Unternehmen vor.

    Das Redaktionsteam von mentoring4u wünscht Ihnen viel Erfolg bei der Wahl des richtigen, auf Sie passenden Berufsziels!

    Mentoring4u: Karriereplanung und Praktika

    Der Tätigkeitsbereich einer Hebamme ist viel umfangreicher als man denkt und bietet viel Abwechslung. Empathie, Belastbarkeit, Verantwortung und Herzblut stehen dabei im Vordergrund, denn diese wichtige und schöne Aufgabe macht aber nur einen kleinen Teil ihres Berufs aus, nämlich Tod und Trauer gehören ebenso zum Alltag einer Hebamme.

    Falls Du Dir noch nicht sicher bist, ob dieser Beruf wirklich das richtige für Dich ist, dann empfehlen wir Dir ein Praktikum!
    Dadurch hast Du die Chance einen Überblick in die Tätigkeit dieses Berufs zu bekommen.

    Frag doch einfach mal in folgenden Anlaufstellen nach.
    –  Krankenhaus Nordwest
    –  Hebammenpraxis und Geburtshaus Stuttgart
    –  Kölner Geburtshaus
    –  Hebammen Praxis München

    Es lohnt sich ebenso auch im Deutschen Hebammen Verband e.V. nachzuschauen, dort findest Du sicherlich den richtigen Ansprechpartner.

    Die perfekte Bewerbungsmappe
    Das ist so eine Sache mit der Bewerbung. Sie ist eine (vielleicht lästige) formale Übung und zugleich die Chance Eure Motivation und Eure Stärken optimal zu präsentieren. In Mentoring4u.TV– Film zeigt Euch Max Musterknabe welche Bewerbung erfolgreich sein kann und dass die Hypochonderbewerbung nicht sicher dazu gehört. Bewerbungsmappe – richtig gemacht!

    Tipps für die Bewerbung
    Nutzen Sie unsere Online-Mentorings kommen Sie den Mentoren ganz nah. Machen Sie mit oder schauen Sie sich die aufgezeichneten Mentorings online noch mal an!

    Wie Sie sich dann auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten finden Sie hier online

    Tipps kurz vor Beendigung der Ausbildung
    Nehmen Sie schon während Ihrer Ausbildung Kontakt mit Ihrem derzeitigen Arbeitgeber auf. Fühlen Sie vor, ob eine Übernahme nach Abschluss der Ausbildung möglich ist. Vielleicht fühlen Sie sich aber auch besser, nach der Ausbildung nicht in demselben Betrieb zu arbeiten. Sprechen Sie nicht unbedingt die direkte Konkurrenz Ihres alten Arbeitgebers an. Das gehört sich nicht!

    Suchen Sie sich rechtzeitig den möglichen Arbeitgeber aus. Langfristig ist es noch lohnender, wenn Sie sich einer Klinik in einer anderen Großstadt oder einen Arzt auf dem Lande aussuchen. Lernen, lernen, lernen und hinterher die Früchte ernten. Ganz besonders gefragt werden Fachkräfte in strukturschwachen Gebieten.  Aktiv bewegen, müssen Sie sich allerdings selbst. Seien Sie flexibel. Ganz besonders wichtig ist dann Ihre Argumentation. Überlegen Sie sich im Voraus gut, warum Sie wechseln möchten. Eine Übersicht mit Pro und Contra, also was spricht für  bzw. was spricht gegen den derzeitigen Arbeitgeber, könnte sich als nützlich erweisen.

    Alles was Recht ist – Arbeitsrecht
    Im letzten Teil unseres Ratgebers geht es ums Recht. Die Frage: “Ist es erlaubt am Arbeitsplatz während der Arbeitszeit zu surfen?” Darauf gibt im Mentoring4u TV der Fachanwalt für Arbeitsrecht, Herr Bodo Lindena aus Wiesbaden Antwort. Reinschauen und Bescheid wissen.

    Sollten sich Fragen ergeben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Schreiben Sie uns an redaktion@mentoring4u.de oder senden uns Ihren Kommentar.

    (Autoren: M. Weiss & Dilan Balci (Auszubildende) |  Bild & Thumb: Dilan Balci  |  Quellen: www.arbeitsagentur.de, www.hebammenverband.de, www.nwk.de, www.hebammenpraxis-stuttgart.de, www.koelner-geburtshaus.de, www.hebammenpraxismuenchen.de,  Lexikon der Ausbildungsberufe der Bundesagentur für Arbeit und Mentoring4u TV )