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Schlagwort: Gleichstellung

  • Regina Görner: Mädchen in MINT-Berufen: die Quadratur des Kreises?

    Es gibt immer noch viele Aspekte, in denen die Gleichstellung von Mann und Frau in den letzten Jahrzehnten kaum vorangekommen ist. In einer Beziehung dagegen haben die Frauen längst aufgeholt: Sie sind schon lange nicht mehr das Geschlecht mit den mässigen Bildungschancen.

     

    Im Gegenteil: Frauen stellen mittlerweile die Mehrheit unter den Abiturienten. Sie haben die größeren Erfolge in den Schulen und auch bei den Studienanfängern und –absolventen sind die Rückstände geschrumpft. In manchen Studiengängen haben die jungen Frauen ihre Mitstudenten so deutlich überflügelt, dass Professoren in der Juristerei beispielsweise schon nach Bevorzugung beim Numerus clausus für Männer in ihrem Fach gerufen haben.

    An der Bildung kann es also nicht liegen, wenn immer noch so viele Mädchen Berufe ergreifen, die ihnen nicht nur mässige Einkommen, sondern auch kaum Karrieremöglichkeiten bieten. Als die modernen IT-Berufe entwickelt worden waren, hoffte man, dass sie auch für junge Frauen attraktiv wären. Tatsächlich aber konnte nur etwa jeder siebte Ausbildungsplatz an eine junge Frau vergeben werden. Nach den ersten Anfangsjahren entwickelte sich das Interesse der Mädchen sogar noch einmal zurück. Auch in den MINT-Studien sind Frauen nach wie vor weit in der Unterzahl.
    Internet Bereich

    Viele Modellprojekte hatten zum Ziel, das Interesse von Mädchen für die MINT-Berufe zu wecken, aber nach wie vor ist die Trendwende nicht geschafft. Allerdings sinddabei auch viele Fehler gemacht worden. Heute weiß man, dass die Berufswahlorientierung junger Frauen in den Grundsätzen schon vor der Pubertät im wesentlichen festgelegt ist, so dass Maßnahmen, die erst kurz vor Schulabschluss einsetzen, nicht mehr viel ausrichten können. Inzwischen wird vermehrt versucht, das Interesse von Mädchen schon im Grundschulalter zu wecken. Immer mehr Industrieunternehmen nehmen Kontakt auf mit Schulen in ihrer Umgebung und versuchen gezielt Schülerinnen für Projekte zu interessieren, die Freude an mathematisch- naturwissenschaftlichen, technischen oder informationellen Tätigkeiten entwickeln sollen. Besonderer Wert wird mittlerweile darauf gelegt, dass die Mädchen in Kontakt mit jungen Frauen kommen, die bereits in solchen Berufen ausgebildet werden bzw. wurden.
    Mentine Frauenquote

    Die Entschiedenheit, mit der Industriebetriebe heute nach jungen Frauen suchen, hat etwas mit den Erfahrungen aus der Ausbildung zu tun: Es sind auch hier wieder die Mädchen, die besonders gute Ergebnisse während der beruflichen Qualifikation erzielen. Fast in jedem Betrieb der Metall- und Elektroindustrie, in der ich in den vergangenen Jahren Ausbildungswerkstätten besucht habe, weiss man heute, dass junge Frauen für die MINT-Berufe alles mitbringen, was man braucht, um sich nicht nur in der Ausbildung, sondern auch im Beruf bewähren. Mehr junge Frauen in der dualen Berufsbildung sind also ebenso erwünscht wie eine höhere Zahl von weiblichen Studierenden in dualen Studiengängen.

    Warum ist die Zurückhaltung der Mädchen nach wie vor so groß? Immer noch können sich viele junge Frauen nicht so recht vorstellen, wie ihre Lebensplanung mit den Anforderungen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen in Übereinstimmung gebracht werden könnte. Die meisten jungen Frauen wünschen sich Kinder und wollen ihre familiären Aufgaben mit ihrem Beruf vereinbaren. Das scheint ihnen in Erziehungs- und Gesundheitsberufen, im Handel oder in personennahen Dienstleistungen einfacher möglich als im MINT-Bereich.
    Communication is the key

    Dabei werden sie hier Opfer eines hartnäckigen Vorurteils. Tatsächlich sind mittlerweile nicht nur die Fähigkeiten der jungen Frauen in den Industriebetrieben wirklich willkommen, sondern es besteht auch eine inzwischen viel größere Bereitschaft, ihnen mit passenden Arbeitszeitmodellen und gezielter Förderpolitik entgegenzukommen.

    Und es steht zu erwarten, dass sich die Situation noch weiter verbessert: Die rückläufige Zahl von Ausbildungs- und Studienplatzbewerbern wird den Wettbewerb um die besten Azubis und Fachkräfte in den nächsten Jahren gewaltig anheizen. Damit verbessert sich die Situation der BewerberInnen gegenüber den 90er Jahren und dem Beginn des Jahrhunderts entscheidend: Sie werden in immer stärkerem Maße erfolgreich Bedingungen einfordern können, die vor ein paar Jahren noch krasse Ausnahmen waren.

    Und dass sich wirklich mittlerweile etwas verändert hat, sieht man auch am wachsenden Interesse der jungen Männer an familienfreundlichen Arbeitsbedingungen. Als die IG Metall vor einigen Jahren Ingenieurstudenten nach ihren Erwartungen an eine gute Gewerkschaft gefragt hat, war ein Thema zur allseitigen Überraschung ganz weit vorn: Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit. Hier stellen nicht mehr nur die jungen Frauen, sondern auch ihre männlichen Kollegen Ansprüche. Das wird die Arbeitsbedingungen in der Industrie stärker verändern, als viele heute noch erwarten. Seit einiger Zeit wird die work-life-balance auch in der Tarifpolitik immer mehr zum Thema. Gewerkschaften und Betriebsräte arbeiten daran, dass in Zeiten flexibler Arbeitsplätze auch die Beschäftigten endlich von der Flexibilität profitieren,  und nicht nur die Unternehmen.

    Und damit ist spätestens jetzt Zeit, dass junge Frauen sich in den MINT-Berufen ihre Chancen suchen. Gerade die IT-Branche kann mit ihren Arbeitsformen gute Bedingungen für Frauen gewährleisten. Aber annehmen muss man das natürlich selbst.

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    (Gastautorin: Regina Görner /  Foto: ieniemienie, Cybertronic, Korkis | Quelle: photocase)

  • Boys‘ Day….. Chance verpasst?

    Was ist Boys’Day?
    Boys’Day ist eine Initiative, die von Aktionspartner wie Jugendämter- und Einrichtungen, Schulen, Hochschulen, Gleichstellungsbeauftragte und vieles mehr unterstützt wird. Gemeinsam nehmen sie an der Organisation des Aktionstags in ihrer Region teil.

    Wozu  gibt es Boys’Day?
    Im Rahmen des Boys’Days haben Jungs  die Chance die Frauenberufe kennenzulernen. Die soll eine Berufswahl ohne Vorurteile der Geschlechter ermöglichen.

    Du willst mitmachen?
    Am 14. April 2011 fand der erste bundesweite Boys’ Day statt. Jährlich, am 26. April haben Jugen von Klasse 5-10 die Möglichkeit mitzumachen. Ihr könnt an dem Tag in interessante und chancenreiche Berufe hinein schnuppern. Hier findet Ihr eine Liste von Berufen, in denen höchstens 40 Prozent Männer tätig sind.

    Wenn Ihr mit machen wollt, solltet Ihr in erster Linie Eure Schule fragen. Eventuell macht sie nächstes Jahr auch mit, sprecht doch mal Euren Klassenlehrer an. Falls Eure Eltern mit Eurer Teilnahme an Boys Day einverstanden sind, könnt Ihr Angebote in Eurer Region hier finden.

    Eure Teilnahme an Boys’Day hat viele Vorteile!
    An dem Tag werdet Ihr nicht nur außergewöhnliche Erfahrungen machen, eine ganze Menge von Überraschungen und faszinierende Aktionen erwarten  Euch!

    Traut Euch, Eure Fragen zu dem jeweiligen Beruf den Meistern zu stellen!
    So könnt Ihr mehr über den Beruf erfahren. Schreibt Euch am Besten Eure Fragen auf, die Ihr am nächsten Boys’Day stellen wollt!

    Hier ist eine Liste von Fragen:

    • Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?
    • Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit besonders gut?/Was würden Sie ändern?
    • Welche Ausbildung haben Sie?
    • Was wollten Sie werden als Sie so alt waren wie ich?
    • Haben Sie Ihren Wunsch verwirklicht? Wie oder warum nicht?
    • Hat Sie jemand unterstützt oder Ihnen abgeraten?
    • Fänden Sie es gut, wenn in diesem Beruf mehr Männer arbeiten würden?

    Erzählt uns von Eurem Boys’Day!
    Schreibt Eure Erfahrung an redaktion@mentoring4u.de .

    Lest als Anregung, wie der Girl’s Day funktioniert.  Hey Girls! Heut ist Euer Tag!! Girls’Day .

    (Autor: A. Damayanti |  Bild & Thumb: www.boys-day.de |  Quellen: www.wikipedia.org und www.boys-day.de )

  • Mehr Männer in Kitas?

    http://www.koordination-maennerinkitas.de/
    Zahl der männlichen Erzieher in Kitas von 2008 bis 2010 um ein Viertel gestiegen
    Na, das ist doch mal eine interessante Meldung zum Thema Gleichstellung. Das Bundesprogramm „Mehr Männer in Kitas“ zieht nach zehn Monaten erste positive Bilanz. „Wir brauchen mehr engagierte Männer in Kitas. Darin sind sich die Eltern und die Kitas einig. Allein die Tatsache, dass wir das Thema in die Öffentlichkeit gebracht haben, zeigt Wirkung: Von 2008 bis 2010 ist die Zahl der männlichen Erzieher in Kindertagesstätten um ein Viertel gestiegen. Das ist ein schöner Erfolg“, sagt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder. 16 Modellprojekte mit 1300 Kitas in 13 Bundesländern werden mit insgesamt 13 Millionen Euro gefördert. Mehr zum ESF-Modellprogramm hier.

    Redaktion mentoring4u:
    Solange ein Familienvater seine Familie von dem Einkommen eines Erzieher nicht ernähren kann, solange wird dieser Beruf von Männern auch nicht wahrgenommen. Nachdem die allgemeine Wehrpflicht ausgesetzt wurde, blieben die „günstigen“ Zivildienstleistenden aus. Licht am Ende des Tunnels. Alle Pflegeberufe erfahren dadurch jetzt eine Aufwertung, denn was gesucht wird treibt die Preise. Ist alles nur eine Frage der richtigen Bezahlung?

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    Altenpfleger/in – Beruf im Aufwind, Einer für Alle – keiner für einen?

    Sie sind Erzieher/in? Schildern Sie uns Ihre Erfahrungen als Kommentar oder per Email an redaktion@mentoring4u.de
    Wir freuen uns von ihnen zu lesen; behalten uns die Veröffentlichung vor.

    (Autor: M. Weiss  |  Bilder: M. Weiss | Quelle: www.koordination-maennerinkitas.de)