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Schlagwort: Literatur

  • Buchempfehlung: Literatur und Politik. Ein deutschen Verhängnis?

    Worum geht es in diesem Buch? Der Autor, Günther Rüther, zeichnet in dieser Studie das spannungsreiche, von vielfältigen Missverständnissen und falschen Erwartungen bestimmte Verhältnis von Literatur und Politik bzw. von Geist und Macht in Deutschland nach. Es geht darin ebenso um eine Überhöhung des Kulturellen wie um eine Diffamierung des Politischen. Beides führte dazu, dass sich Geist und Macht häufig wie feindliche Botschafter in Zeiten des Kalten Krieges gegenüber standen.

    Die Literatur wurde der Politik häufig dort zum Verhängnis, wo sie ihr die Unterstützung versagte. Sie konnte ihr aber auch zum Verhängnis werden, indem sie eine Menschen verachtende Politik wie in der Zeit des Nationalsozialismus oder des SED-Sozialismus begünstigte. In der Ära Adenauer zogen sich viele westdeutsche Schriftsteller in den Elfenbeinturm machtgeschützter Innerlichkeit zurück und wetterten von dort gegen die Westintegration und den Wiederaufbau. Erst mit der Wiedervereinigung Deutschlands gelang es, das Verhältnis von Literatur und Politik in unserem Land zu normalisieren. Helmut Kohl leistete dazu insbesondere in seiner Kanzlerschaft einen wesentlichen Beitrag, obwohl er von den Intellektuellen häufig angefeindet wurde.

    Vorwort

    . . . Dieses Buch analysiert in drei Teilen das Verhältnis der Schriftsteller zur Politik in Deutschland seit dem Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur Gegenwart. Am Beispiel von Thomas Mann wird seine Sicht auf das Wilhelminische Reich und den Ersten Weltkrieg, die Gefährdung der Weimarer Republik und die beiden deutschen Staaten im Goethejahr 1949 dargelegt. Daran schließen sich im zwei- ten Kapitel nach einem grundsätzlichen Beitrag zum Schreiben in der Diktatur Portraits von Schriftstellern an, die versuchen, deren Probleme und Haltungen in der Diktatur exemplarisch zu veranschaulichen. Im umfangreichen dritten Teil geht es um das schwierige, meistens spannungsgeladene Verhältnis der Schriftsteller zur Politik im geteilten Deutschland bis über die Wiedervereinigung hinaus in die jüngste Gegenwart hinein. . . .

    Der Titel „Literatur und Politik. Ein deutsches Verhängnis?“.
    Dieses Buch ist gerade im Wallstein Verlag erschienen und zum Preis von € 24,90 in den Buchhandlungen erhältlich.

    
    
    
    
    
    
    (Eine Neuerscheinung der Konrad Adenauer Stiftung)



  • Arabische Literaturtage in Frankfurt/M 20.-21. Januar 2012

    Wir haben für Sie einen interessanten Termin in Frankfurt/M. gefunden:
    Aufbruch in die Freiheit?

    „Die arabischen Gesellschaften sind im Aufbruch. Was in Tunesien im Dezember 2010 begann und sich in anderen arabischen Ländern fortsetzte, ist einmalig in der jüngeren Geschichte des Nahen Ostens und Nordafrikas. Auch wenn der Weg zur ‚Freiheit’ lang sein wird – viele der Errungenschaften sind nicht mehr rückgängig zu machen: Drei Diktatoren wurden gestürzt, eine neue kritische Öffentlichkeit ist entstanden, und die Verwirklichung von Bürgerrechten und demokratischeren Strukturen ist zum ersten Mal in Reichweite gerückt. Trotz vieler Rückschläge scheint der Wille zur Veränderung ungebrochen.

    Diese rasanten Entwicklungen im Nahen Osten und Nordafrika werden nicht nur Politik und Gesellschaft, sondern auch die arabische Literatur verändern. Grund genug also, genauer nach dem neuen Verhältnis von Literatur und Politik zu fragen: Wie interagieren Literatur, Gesellschaft und Politik in dieser Umbruchsphase? Schreiben arabische Autoren nach den diesjährigen Ereignissen freier als zuvor? Welchen subversiven Beitrag hat Literatur im Vorfeld der Aufstände geleistet?

    Sollen Prosa, Lyrik und andere literarische Genres sich ganz der ‚Revolution’ verschreiben oder eher eine kritische Distanz wahren? Diese und weitere Fragen im Spannungsfeld von Literatur und Politik stehen im Mittelpunkt der Arabischen Literaturtage, zu denen Autoren, Künstler und Kritiker aus verschiedenen arabischen Ländern und aus Deutschland eingeladen sind, um nicht nur ihre Werke zu präsentieren, sondern auch ihre Sichtweisen auf den Arabischen Frühling zur Diskussion zu stellen.

    Ergänzt werden die Literaturtage durch ein vielfältiges kulturelles Rahmenprogramm:

    – eine Ausstellung der ersten ägyptischen Graphic Novel Metro von Magdy El-Shafee,
    – ein Konzert des Hip-Hop-Künstlers Deeb und
    – Filmreihen im Marburger Kino Trauma sowie
    – im Orfeos Erben in Frankfurt mit neuen arabischen Filmen über die Aufstände in Nahost und Nordafrika.

    Ich freue mich, gemeinsam mit Ihnen und den von litprom eingeladenen Autorinnen und Autoren über das künstlerische Schaffen nach dem Arabischen Frühling 2011 zu diskutieren und neue Perspektiven auf die kulturellen Entwicklungen diesseits wie jenseits des Mittelmeers zu eröffnen.“
    Stephan Milich, Kurator

    Programm: 20.–21. Januar, Literaturhaus, Ausstellung der Graphic Novel Metro von Magdy El-Shafee

    FREITAG, 20. JANUAR 2012

    16.00 Uhr, Eröffnung
    Prof. Dr. Felix Semmelroth, Kulturdezernent der Stadt Frankfurt
    Anita Djafari, Geschäftsleitung litprom
    Dr. Stephan Milich, Kurator der Arabischen Literaturtage

    16.15–18.00 Uhr, Podiumsdiskussion: Literatur und Freiheit
    Alawiyya Sobh (Libanon)
    Youssef Ziedan (Ägypten)
    Boualem Sansal (Algerien)
    Hartmut Fähndrich (Schweiz)

    Moderation: Kersten Knipp

    20.00 Uhr, Lesung: Chronistinnen des Begehrens
    Mansura Eseddin (Ägypten)
    Alawiyya Sobh (Libanon)

    Moderation: Claudia Kramatschek

    Die deutschen Texte werden gelesen von Stéphane Bittoun.

    Die Veranstaltungen werden simultan gedolmetscht (Arabisch/Französisch/Deutsch).


    SAMSTAG, 21. JANUAR 2012

    Literaturen im Gespräch

    In Werkstattgesprächen diskutieren Autorinnen und Autoren mit Ihnen über die Wechselbeziehungen zwischen Literatur und dem Arabischen Frühling und lesen Auszüge aus ihren Werken. Zudem präsentiert ARTE zwei Filme zu den arabischen Aufständen.

    11.00–13.00 Uhr, Werkstattgespräch 1: Schreiben für die Revolution
    Mansura Eseddin (Ägypten)
    Abbas Khider (Irak/Deutschland)
    Ali al-Jallawi (Bahrain/Deutschland)

    Moderation: Claudia Kramatschek

    Das Gespräch wird konsekutiv gedolmetscht (Arabisch/Deutsch).

    11.00–13.00 Uhr, Werkstattgespräch 2: Zensierte Worte – freie Gedanken
    Rosa Yassin Hassan (Syrien)
    Magdy El-Shafee (Ägypten)
    Esther Dischereit (Deutschland)

    Moderation: Leslie Tramontini

    Das Gespräch wird konsekutiv gedolmetscht (Arabisch/Deutsch).

    11.00–12.15 Uhr, Lesekabinett

    ARTE-Filmvorführung 1: Goodbye, Mubarak Dokumentarfilm, ARTE France 2010, 75 Min.

    15.00–17.00 Uhr, Werkstattgespräch 3: Neo-Kolonialismus versus

    Selbstkolonisierung
    Boualem Sansal (Algerien)
    Sihem Bensedrine (Tunesien)
    Michael Kleeberg (Deutschland)

    Moderation: Regina Keil-Sagawe

    Das Gespräch wird konsekutiv gedolmetscht (Französisch/Deutsch).

    15.00–17.00 Uhr, Werkstattgespräch 4: Revolution ohne Religion?
    Najem Wali (Irak/Deutschland)
    Alawiyya Sobh (Libanon)
    Thomas Lehr (Deutschland)

    Moderation: Andreas Fanizadeh

    Das Gespräch wird konsekutiv gedolmetscht (Arabisch/Deutsch).

    15.00–17.00 Uhr, Lesekabinett

    ARTE-Filmvorführung 2: Syrien undercover: Im Herzen der Revolte

    Dokumentarfilm, ARTE France 2011, 52 Min.

    Anschließend: Die Filmautorin Sofia Amara im Gespräch mit Kersten Knipp. Das Gespräch wird konsekutiv gedolmetscht (Französisch/Deutsch).

    18.00–19.00 Uhr, Lesesaal

    Abschlusspodium: Literarisches Engagement reloaded: Subversive Schreibweisen junger arabischer Autorinnen und Autoren
    Mansura Eseddin (Ägypten)
    Rosa Yassin Hassan (Syrien)
    Magdy El-Shafee (Ägypten)
    Stefan Weidner (Deutschland)

    Moderation: Andreas Fanizadeh

    Die Veranstaltung wird simultan gedolmetscht (Arabisch/Französisch/Deutsch).

    20.00 Uhr, Lesung: „… ein Ort für alles Unsagbare“. Lyrik in Zeiten des Widerstandes

    Ali al-Jallawi (Bahrain/Deutschland)
    Abbas Khider (Irak/Deutschland)
    Deeb (Ägypten)

    Moderation: Stephan Milich

    Die deutschen Texte werden gelesen von Stéphane Bittoun. Die

    Veranstaltung wird simultan gedolmetscht (Arabisch/Französisch/Deutsch).

    Anschließend: Reime der Revolution. Hip-Hop Konzert mit Deeb

    Hier finden Sie weitere Informationen zu den Autoren, Programm, Veranstaltungsorten, Preisen und Anmeldung: Arabische_Literaturtage_Programm-1

    (Quelle + Veranstaltungshinweis: Arabische Literaturtage 20.-21.Januar 2012 / Kurator: Stephan Milich)