„Ein Teil von jener Kraft, Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ Goethes „Faust“ in Frankfurt!

0

gepostet am : 01-10-2012 | von : D_Balci | Kategorie : Schauspiel
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertung/en),

(Bewertung-Durchschnitt: 4,67 von 5 Sternen)
Loading...

Zwei Regisseure stellen sich in Frankfurt Goethes „Faust“ und bringen je einen Teil der Tragödie in einem Doppelprojekt auf die Bühne.

Beide „Faust“-Teile sind fünf Wochen lang (bis zum 21. Oktober 2012) in einer einmaligen En-suite. Bespielung zu sehen. Es sind sowohl Doppelvorstellungen beider „Faust“-Teile als auch Vormittagstermine für Schulklassen vorgesehen. Vor jeder Vorstellung findet eine Stückeinführung statt. Der Vorverkauf für alle angesetzten „Faust“-Termine läuft bereits seit dem 10. Februar 2012.

————————————————————————————————————————————————–

Hilf, Teufel, mir die Zeit der Angst zu verkürzen!

Faust ist am Ende. Er, Professor, Forscher, Philosoph, Magier ist gescheitert. Das Wissen des Absoluten bleibt unerreicht und keine seiner Methoden hat sich als brauchbar erwiesen, dem Kern des Lebens auf die Spur zu kommen. Hoffnungslos, aber immer noch getrieben, hält er sein Leben für wertlos. Doch den Schritt in den Tod wagt er nicht.

Kirchenglocken und Engelsgesang halten ihn ab, die Phiole mit dem Schlaftrunk zu leeren, die Erinnerung an seine Kindheit scheint auf, in der ihn noch nicht jener Erkenntniszwang quälte. Doch wie soll man leben, wenn alle bekannten Mittel versagen? Da tritt Mephisto in Fausts Leben und bietet ihm einen Pakt an: jeder Wunsch soll Faust erfüllt werden, aber wenn er für einen Augenblick mit der Welt versöhnt ist, fällt Mephisto im Gegenzug Fausts Seele zu.
Die Reise der beiden beginnt.

Faust steigert sich in maßlose, hybride Allmachtsphantasien. Wenn schon nicht im Wissen die Seligkeit liegt, dann vielleicht im Rausch? Von Drogen aufgeputscht, geblendet durch Zauberei, will er das Mädchen Gretchen besitzen. Sein Liebestrieb endet in Zerstörung. Egozentrisch auf die eigene Glückssuche fixiert, verschuldet er Gretchens Untergang und den ihrer Familie. Faust kann nicht gewinnen. Ein Riss zieht sich durch ihn hindurch. Omnipotent, gottgleich, allwissend will er sein und ist doch ein Mensch.

Grenzenlosigkeit will er und erfährt doch nur die eigene Beschränktheit. Er scheitert an sich selbst, an seiner unmäßigen Gier nach Wissen und seinem Wunsch nach Befriedigung. Die Wette mit dem Teufel ist dabei die Weiterformulierung seines Dilemmas – unmöglich ist, was er sich wünscht. Denn das Verweilen, also die Befriedigung der Sehnsucht nach dem Glück ist nur in Allianz mit dem Verlust der eigenen Freiheit zu haben.

Der Augenblick, der alle irdischen Beschränkungen niederwirft, der Absolutheit ergründbar und erfahrbar werden lässt, wird somit zugleich zum Augenblick der ewigen Gefangenschaft. Nachdem Stefan Pucher Mitte der neunziger kontinuierlich am TAT engagiert war, kehrt er nun mit seiner Faust-Inszenierung nach Frankfurt zurück. Er arbeitet zurzeit u.a. am Thalia Theater Hamburg, dem Schauspielhaus Zürich und den Münchner Kammerspielen und war mehrfach beim Berliner Theatertreffen vertreten.

€ 8 Einheitspreis für Schüler- und Studentenkarten. Kartenbestellungen und weitere Informationen: Neue Mainzer Str. 15, 60311 Frankfurt/M.  Tel.: 069-212-37444
www.schauspielfrankfurt.de

(Autor: Schauspielhaus Frankfurt | Bild: Birgit Hupfeld  |  Quelle Zitat: Goethe, Faust 1, Mephisto zu Faust, Studierzimmer I)


____________________________________________________________________________________


Werbung:



____________________________________________________________________________________


Hinweis:




____________________________________________________________________________________