Heute stellen wir zum ersten Mal unser Maskottchen vor: Menti. Menti sieht die Welt ein bißchen anders und stellt sich Fragen, wie die Welt auch anders betrachtet werden kann. Heute ist er auf dem Elternabend und stellt fest: Integration kann auch eine persönliche Herausforderung sein.
Zweisprachigkeit als Chance
Verkehrte Welt? Viele Einwanderer, die nach Deutschland kommen, sprechen erst mal nur gebrochenes Deutsch, manche, die nachziehen, manchmal auch gar keins. Häufig erledigen ihre Kinder, die in Deutschland aufwachsen, Botengänge für sie: bei Behörden, an der Schule, es werden inzwischen sogar universitär Imame an Deutschen Hochschulen ausgebildet. Das Ziel: Vermittlung. Und das ist nichts Schlechtes, das ist sogar etwas, worauf Einwandererkinder stolz sein können, den Zweisprachigkeit ist ein Geschenk.
Die gute Mischung macht’s?
Eigentlich ist eine gemischte Schule doch eine Herausforderung, müsste man denken: Das einzige, was die Schüler untereinander verbindet, ist die Sprache und das ist Deutsch. Je besser man sie spricht, desto besser kommt man zurecht. Je besser man sich in beiden Kulturen auskennt, desto unabhängiger kann man werden. Wie wäre es denn mal, als ehrenamtlicher Vermittler zu arbeiten? Und wie viele Unternehmen mag es wohl geben, die zweisprachig aufgewachsene Mitarbeiter suchen, um mit einer Exportnation wie Deutschland Handel treiben zu können? Na, kommen wir der Sache schon näher?
Was war zuerst? Vertrauen oder Selbstvertrauen?
Es geht natürlich immer auch um Vorurteile, wenn Integration scheitert. Wir haben ein Einstellungsproblem: Wenn Kinder von Einwanderern ihre Chance als Seiltänzer zwischen zwei Kulturen erkennen, ist das die halbe Miete. Das überzeugt einen nicht nur selbst, das überzeugt auch das Umfeld. Was jetzt fehlt, ist der Abbau der Vorurteile der Gegenseite. Ein Förderprojekt in Hamburg hat den Spieß zum Beispiel umgedreht: Begabte Schüler, insbesondere aus Migrantenfamilien wurden gezielt gefördert. Und siehe da? Auf einmal ergaben sich Perspektiven. Und die Schüler trauten sich was zu. Es ist ein langer Weg dahin, aber vorerst kann man ja mal auf dem Elternabend üben.
(Autor: A. Sokolowski | Cartoon: A. Korkis | Quelle: Archiv)



