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Kinderarmut in Deutschland? Leider ja, was tun?

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Posted on : 23-04-2012 | By : A_Damayanti | In : Soziales Engagement, dies&das
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(Bewertung-Durchschnitt: 5.00 von 5 Sternen)
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Anfangs dachte ich, dass Kinderarmut in einem der reichsten Länder Europas nicht existiert. Laut dem Deutschen Kinderschutzbund leben über 2,5 Millionen Kinder in Einkommensarmut. Dies entspricht etwa 18,7 Prozent aller Personen unter 18 Jahren.



Quelle: http://www.children.de/_download/flyer.pdf

Aber was ist genau Armut?
Im Allgemeinen bedeutet Armut nicht genug von Grundbedürfnissen wie z.B. Essen, Obdach und Kleidung zu haben.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Armut)

Es gibt aber unterschiedliche Arten von Armut:
Ein Beispiel hierfür ist, weder genug Essen noch sauberes Trinkwasser zu haben. Die meisten von den armen Kindern haben kein Dach über den Kopf, sodass sie auf der Straße leben müssen.

Eine weitere Art von Armut ist die sogenannte relative Armut. Jemand, der relativ arm ist, hat weniger als die meisten Anderen. Ein Beispiel dafür ist, dass diese Kinder kein gesundes Essen bekommen. Dadurch werden sie öfter krank. Diese Kinder haben auch oft keine gute Chance auf eine gute Ausbildung und einen Beruf, die aus dem Teufelskreis der Armut zu durchbrechen.

Seit 2004 fördert die Kinderhilfsorganisation /Children for a better World e.V. soziale Einrichtungen in ganz Deutschland. Dieses Projekt wurde vom Herrn Dr. Florian Langenscheidt gegründet. Dieser gemeinnützige Verein fördert Kinder seit 1994 täglich mit warmem und gesundem Essen. Es wurden bis heute mehr als 13 Millionen Euro gesammelt. Zahlreiche Projekte im In-und Ausland für Kinder ohne Heimat und Hoffnung wurden mit den Spendengeldern realisiert.

Kennt Ihr „Jugend Hilft?“
Bei diesem Fond könnt Ihr Gelder für soziale Projekte bis zu 2.500 € beantragen. Mit Euerem Antrag auf Förderung nehmt Ihr automatisch an den Wettbewerb von dem Jugend Hilft! teil. Der Fonds zeichnet die acht besten sozialen Projekte von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 21 Jahren aus. Mehr als 300 Projekte mit rund € 350.000 wurden seit 2005 unterstützt.

Nähere Informationen zur Teilnahme könnt Ihr hier lesen.

Habt Ihr noch andere Vorschläge?
Schreibt uns, was Ihr unternehmen würdet. Gebt bitte an, wie wir Euch erreichen können und schreibt  an redaktion@mentoring4u.de Wir versuchen dann Kontakt mit Euch aufzunehmen und veröffentlichen Eure Vorschläge und Anregungen auf www.mentoring4u.de . Viel Erfolg!

(Autor: Ayu Damayanti ( Praktikantin) |  Thumb: Children for a better world (www.children.de) |  Quellen: www.dksb.de , www.jugendhilft.deund  www.children.de)


Ägypten – Über 100.000 Ehrenamtliche unterstützen, wo der Staat versagt

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Posted on : 26-03-2012 | By : m_weiss | In : Gastautor, Soziales Engagement, privates Engagement
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(Bewertung-Durchschnitt: 4.58 von 5 Sternen)
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Recherchieren wollte ich über Frauen in Ägypten, ihre Chancen in wirtschaftlichen Positionen und grundlegenderweise über ihre Situation. Die Suche nach Informationen, die durch Statistiken belegt sind, gestaltete sich ziemlich schwierig. Mir fiel eine wesentliche Institution in Ägypten auf: Sogenannte NPOs.



Gemeinnützige Gesellschaften in Ägypten, die in der Lage waren und sind die Unfähigkeit, das Versagen des Staats zu kompensieren, in sozialen und wirtschaftlichen Bereichen.

Im Sommer 2011 konnte ich eine solche Organisation kennenlernen: Resala.

Übersetzt heißt Resala Nachricht oder Mission. 1999 gegründet, ging die Idee von einem Studenten aus und verfügt mittlerweile über 50 Standorte in Ägypten, mit über 100.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Die Organisation erfährt seit der Revolution im Januar 2011 einen enormen Zuwachs an Mitgliedern, Aktiven und Sponsoren aus der Wirtschaft.

Resala ist keine klischeehafte Organisation, die Bürger zu Spenden aufruft und diese mehr oder weniger intransparent verteilt. Das Konzept besteht darin, die „wahren“ Defizite zu begreifen und langwierige Projekte zu unterstützen.

Im Grunde gibt es vier Schwerpunkte der Organisation:

1-    Soziale Fürsorge
2-    Bildung
3-    Medizinische Fürsorge
4-    Wirtschaft und Sonstiges

Soziale Fürsorge
In diesem Bereich geht es hauptsächlich darum sozial benachteiligten Familien von Grund auf zu helfen: durch monatliche Nahrungs-Rationen, (von Groß- und Einzelhändlern, Privathaushalten geboten) und Entwicklungshilfen. Das Ziel besteht darin, diese Familien so unabhängig wie möglich werden zu lassen. Die Eröffnung kleiner Näh- oder anderer Handwerksbetriebe wird finanziert und Käufer werden vermittelt.

Im Sommer 2011 konnte ich eine Witwe kennenlernen, die 2005 eine solche Finanzierung erhielt und mittlerweile nicht nur unabhängig ist, sondern auch weitere fünf Frauen beschäftigen konnte.
Das ist lediglich eine Erfolgsgeschichte, die ich selbst zu Gesicht bekam und mir imponierte.

Außerdem sind noch zahlreiche Projekte in diesem Bereich zu erwähnen: Kostenerstattung von Lehrmaterialien, Hilfe für das Gründen von Haushalten etc.

Das Pflegen von Waisenkindern ist ebenfalls ein Schwerpunkt der Organisation. Die Kinder werden in eigenen Heimen ausreichend gepflegt und schulisch gefördert, sodass zahlreiche höhere Abschlüsse erreichen konnten.

Bildung
Analphabetismus- ein grundlegendes Problem in Ägypten. Die Alphabetisierung erlaubt den Menschen gesellschaftsfähig zu werden, was Wirtschaft, Nachkommen und Kultur beeinflusst. Die Organisation bietet an fast allen Standorten mehrmals wöchentlich Alphabetisierungs-Kurse an. Allein in Alexandria werden jährlich 1000 Menschen alphabetisiert.

Auch EDV- Kurse werden angeboten: In dem Standort Alexandria ist der Donnerstag für EDV- Kurse vorgesehen, die in etwa drei Monate andauern und Gruppen von ca. 20 Personen lehren.
Inklusion von Blinden und Behinderten und deren Bildungsförderung ist ein Schwerpunkt, der sich bewährt hat.

Medizinische Fürsorge
In diesem Bereich werden eingetragene Patienten monatlich mit Medikamenten versorgt, die sie selbst nicht erwerben können. In Alexandria allein, werden monatlich 3000 Patienten durch Resala medizinisch versorgt. Ein Team aus Ärzten und Apothekern ist in diesem Bereich aktiv und vermitteln Menschen, die dringen Operationen benötigen.
Neben einer Blutbank und einer hauseigenen Apotheke gibt es auch in diesem Bereich noch weitere Programme, die allerding den Rahmen dieses Artikels sprengen würden.

Resala ist nur eine von weiteren, sogenannten non-profit organizations.

Mit meinem Artikel beabsichtige ich nicht, die Herzen der Leser zu erweichen und für Altruismus zu werben. Es geht darum, eine beispielhafte Kooperation von Menschen, Studenten,  Jugendlichen, Erwachsenen, Privathaushalten, Ärzten, Lehrern, Wirtschaftsmännern und weiteren Gruppen aufzuzeigen.

Gemeinnützige Gesellschaften in Ägypten, die in der Lage waren und sind die Unfähigkeit, das Versagen des Staats zu kompensieren, in sozialen und wirtschaftlichen Bereichen.

Das habe ich zu Beginn desselben Artikels geschrieben.

Zum einen geht es darum eine solche  Zusammenarbeit, Verantwortung und den Beitrag vieler Individuen für eine Gesellschaft aufzuzeigen.
In einem Artikel von spiegel-online, vom 03.03.2012 waren folgende Worte zu lesen. Worte, die ganz einschlägig sind:

„Wenn die unter uns, die in reicheren und „freieren“ Ländern leben, Ägypten in seiner Übergangsphase helfen wollen, dann müssen wir anfangen zu verstehen, was in all der staubigen und schlaglöchrigen Komplexität passiert. Wir haben nichts zu verlieren außer unseren Klischees.“

Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

(Gastautorin: Fagr Eladly  /  Bilder: Fagr Eladly/Resala  /  Thumb & Bildbearbeitung: Dilan Balci /  Quellen: en.wikipedia.org, resalacharity.com /, www.resala.org/, www.spiegel.de )

Soforthilfe4u .. Unwetterkatastrophe auf den Philippinen

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Posted on : 20-12-2011 | By : m_weiss | In : Featured, Soziales Engagement
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(Bewertung-Durchschnitt: 4.60 von 5 Sternen)
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MISEREOR unterstützt Opfer der Unwetterkatastrophe

(Aachen, 20.12.2011) – Nach den schweren Unwettern auf den Philippinen unterstützt das katholische Entwicklungshilfswerk MISEREOR die örtliche Bevölkerung mit einer ersten Soforthilfe in Höhe von 15.000 Euro. Durch den Tropensturm “Washi”, der am Wochenende über den Süden des Landes hinweggefegt war, sind bisher mindestens 900 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben von Elmar Noé, Länderreferent für die Philippinen bei MISEREOR, sind fast 340.000 Menschen von der Naturkatastrophe betroffen. Mehr als 10.000 Häuser wurden  durch die mit dem Sturm einhergehenden Sturzfluten entweder völlig zerstört oder stark beschädigt.

“MISEREOR arbeitet mit einer Reihe philippinischer Partnerorganisationen  seit vielen Jahren eng zusammen. Insofern konnten die Hilfsmaßnahmen zur Versorgung der Bevölkerung sofort beginnen”, erklärte Noé. Die Menschen erhielten nun zunächst Lebensmittel und Hygieneartikel, würden gesundheitlich betreut und bei der Bergung von Toten unterstützt. “Es ist von zentraler Bedeutung, dass die Hilfe koordiniert abläuft und auch Notleidende in Gegenden erreicht werden, die momentan nicht so stark im Fokus des öffentlichen Interesses stehen”, betonte der MISEREOR-Referent. Daher unterstütze das Aachener Hilfswerk einerseits die Maßnahmen seiner Partnerorganisationen in den am schwersten betroffenen Städte Illigan und Cagayan de Oro, stelle aber auch Geld für die Nothilfe der MISEREOR-Partner in Dumaguete auf Negros zur Verfügung.  Während die Nothilfe über die Weihnachtstage unvermindert weiterlaufen wird, sollen laut Noé in Kürze bereits die ersten Vorbereitungen getroffen werden, um die Unwetter-Opfer durch MISEREOR langfristig zu unterstützen und deren Lebensgrundlagen nachhaltig wiederherzustellen.

Kontakt und weitere Informationen:

- MISEREOR-Pressestelle, Ralph Allgaier, Tel.: 0241/442 529, Mobil: 0160/90555853, ralph.allgaier@misereor.de
- MISEREOR – das Entwicklungshilfswerk der katholischen Kirche im Internet: www.misereor.de
- Spendenkonto 10 10 10, Pax Bank Aachen, BLZ 370 601 93

(Autor: PM Misereor  /  Bildbearbeitung: M. Weiss  /  Quellen: www.misereor.de , www.nzz.ch)

Nikolaus in Berlin und DIE ARCHE unterwegs für Deutschlands Kinder

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Posted on : 09-12-2011 | By : m_weiss | In : "Auf die Socken, fertig, los!", Autor, Soziales Engagement
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(Bewertung-Durchschnitt: 4.60 von 5 Sternen)
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Nikolaus in Berlin …Was für ein Zusammentreffen. Wollte ich doch nur einen unserer Mentoren in Berlin besuchen. Jens Schönherr, Hotelier des Hotel Gendarm nouveau am Gendarmenmarkt in Berlin. Stolz stellte er mir seine neue Auszubildende vor, die er über die Veranstaltung im Februar 2011 im Rahmen der Initiative “Auf die Socken, fertig, los!” an der Alfred-Nobel-Schule in Neukölln kennen gelernt hatte. Im Hintergrund backen die Kinder der “Arche” Plätzchen. Ich schaue in glückliche Gesichter. Was für ein schönes Nikolausfest für die Kinder.

Mentoring4u gratuliert für das beeindruckende Engagement.

Tun auch Sie etwas Gutes. Engagieren Sie sich für “Die Arche”.

Adresse:
„Die Arche“ Christliches Kinder- u. Jugendwerk e.V. Tangermünder Str. 7 12627 Berlin – Hellersdorf
Bankverbindung: Bank für Sozialwirtschaft Kto.      30 30 100 BLZ    100 205 00

Auszubildende Scarlett Hein mit Hotelier Jens Schönherr

DIE ARCHE unterwegs für Deutschlands Kinder

Kinderarmut in Deutschland! “Die Arche“ kämpft dagegen an! In ihren Einrichtungen bietet sie den Kindern täglich kostenlos eine vollwertige, warme Mahlzeit, Hausaufgabenhilfe, sinnvolle Freizeitbeschäftigungen, mit Sport und Musik, und vor allem viel Aufmerksamkeit. Denn Kinder brauchen Bestätigung für ihr Selbstvertrauen. Sie brauchen das Gefühl wichtig zu sein und geliebt zu werden. Viele Kinder hierzulande erleben das zuhause leider nicht.

"Die Arche" christliches Kinder- und Jugendwerk e.V.


“Die Arche“ hat es sich zudem zur Aufgabe gemacht, öffentlich auf Defizite in unserer Gesellschaft hinzuweisen, damit Kinder wieder vermehrt im Mittelpunkt stehen. Dazu sucht die Leitung der “Arche“ auch den Dialog mit Wirtschaft und Politik und bringt darin die Erfahrungen aus ihrer Arbeit mit ein. Für sein Engagement wurde der Leiter und Gründer der “Arche“, Bernd Siggelkow, mit dem “Verdienstorden des Landes Berlin“ sowie dem “Bundesverdienstkreuz” ausgezeichnet. Und auch “Die Arche“ selbst wurde mit der “Carl von Ossietzky Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte“ und dem “Hanse- Merkur-Preis für Kinderschutz” gewürdigt.

Das christliche Kinder- und Jugendwerk wurde 1995 in Berlin gegründet. Mittlerweile ist die “Arche“ an zehn Standorten in Deutschland aktiv und erreicht über 2.000 Kinder und Jugendliche. Die Eröffnung weiterer Einrichtungen ist in Planung, denn der Bedarf ist leider enorm. Doch die Aufgaben, die der Verein übernommen hat, kann er nur mit Unterstützung der Bevölkerung bewältigen. Die Arbeit der “Arche“ wird zu 100 Prozent durch Spendengelder finanziert.

Unser Motto: Wir holen die Kinder von der Straße!

„Die Arche“ Chr. Kinder- u. Jugendwerk e. V. Tangermünder Str. 7 12627 Berlin
Bankverbindung: Bank für Sozialwirtschaft Kto.      30 30 100 BLZ    100 205 00

Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

(Autor: M. Weiss  /  Bildbearbeitung: M. Weiss Thumb: A.Damayanti  /  Quelle:  www.kinderprojekt-arche.de )

Auf der Kinderstation in Valencia liegt das Kind ….

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Posted on : 29-11-2011 | By : m_weiss | In : Jobangebot, Soziales Engagement
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… mit dem bisher niedrigsten von mir gemessenen MUAC (Mid Upper Arm Circumference): Sechsundneunzig Millimeter. Ah, schon wieder eine Stelle, an der ich medizinischen Belang unterbringen kann! Was ist eigentlich ein MUAC und was macht ihn so bedeutend? Weiter lesen Sie hier.

Ärzte für die Dritte Welt

Es ist unglaublich unter welchen Bedingung die Ärzte in der Dritten Welt arbeiten müssen. Und trotz allem sind sie dort. Diese Stellenanzeige erreichte uns:

Ehrenamtliche Mitarbeit in Frankfurt am Main
Ärzte für die Dritte Welt setzt ehrenamtlich Engagierte in der Geschäftsstelle in Frankfurt ein. Sollten Sie Interesse daran haben, kontaktieren Sie die Organisation unter: Telefon: 069/707 997-0 Email: aerzte3welt@aerzte3welt.de

(Quelle: www.aertze3welt.de)

2. Teil Vom Kindheitstraum zum Traumberuf … ein Erfahrungsbericht

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Posted on : 23-09-2011 | By : m_weiss | In : Erfahrungsberichte, Gastautor, Politisches Engagement, Schule, Soziales Engagement, Studium
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(Bewertung-Durchschnitt: 4.80 von 5 Sternen)
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Mein Name ist Fagr Eladly. Geboren wurde ich am 16.05.1993 in Mainz. Ich bin ägyptischer Herkunft und bin angehende Medizinstudentin und Ärztin. Mein Vater ist Biochemiker und Mikrobiologe, meine Mutter studierte Betriebswirtschaft.

Förderung & Widerstand
So begann ich, ebenfalls gefördert durch meine Eltern, im April 2009 ein Frühstudium der Medizin an der Johannes-Gutenberg- Universität und setzte das Frühstudium, das Schülern, mit besonderen Leistungen in einem Fachbereich und insgesamt sehr guten Leistungen gewährt wird, bis Januar 2011 fort. Auch beim Angehen dieses Schrittes traf ich auf Entmutigung und Widerstand durch den Tutor an der Universität, welches mich jedoch nicht von meinem Vorhaben abhalten sollte. Zum einen bot mir das Frühstudium einen praktischen Einblick in mein zukünftiges Berufsfeld und bestätigte meinen Wunsch.

Vielseitigkeit
Ich muss allerdings beteuern, dass ich stets ein umfassendes, breites Wissen erlangen und meinen Wissensdrang stillen möchte.
Ich liebe Sprachen, Philosophie, bedingt durch meine Ethiklehrerin (Dr. Caroline Heinrich),  und Journalismus, zumal ich mir bewusst bin, dass ein vernünftiger Mensch Fachidiotismus und eine selektive Wahrnehmung umgeht, stattdessen vielseitig interessiert und tatkräftig ist, um Verantwortung für das Umfeld, für die Gesellschaft übernehmen zu können:

Ehrenamtliches Engagement
In der elften Jahrgangsstufe bin ich Vetrauensschülerin an meiner Schule geworden. Ein Jahr später trat ich den Jusos in Mainz bei. Seit April 2011 bin ich durch einen Lehrer und gleichzeitig Initiator des Bildungsnetzwerkes in Mainz auf das Projekt gestoßen und seitdem ehrenamtlich aktiv, wobei wir sozial benachteiligte Kinder, unabhängig von Konfession und Herkunft, fördern. Hausaufgabenbetreuungen und Förderunterricht stellen mein Aufgabengebiet dar. Das Arbeiten mit Kinder und Jugendlichen bereitet mir große Freude, das Gefühl Verantwortung für kommende „Generationen“ zu tragen und Wissen weiterzuvermitteln. Außerdem gelingt es mir dadurch Werte, an die ich glaube, Gerechtigkeit, Chancegleichheit und Altruismus, zu verwirklichen. Ich bin der Überzeugung, dass mich mein Ehrenamt bereichert und erfüllt.

Revolution in Ägypten
Ein wichtiges Ereignis meines Lebens, im Grunde ein Schlüsselereignis, stellte die Revolution in Ägypten dar.
 Die Jugendlichen, ihr Kampf für Freiheit, soziale Gerechtigkeit, Rechtsstaat und Demokratie, trotz aller gravierenden Risiken, haben mich beeindruckt und in meinem Einsatz für eine bessere Gesellschaft bestärkt. Als ich im Juli 2011 in Ägypten, Alexandria,  war, trat ich der Resala Charity bei und war dort etwa drei Wochen u. a. in medizinischen und weiteren Arbeitskreisen tätig. Des Weiteren bin ich seit Juni Mitglied des ägyptisch-deutschen Ärzteverbandes.

Über Ägypten berichte ich heute u.a. im Rahmen meines Praktikums im Rundfunk (Radio-Rheinwelle), das ich im August angetreten habe. Ich lernte die Journalistin Frau Jost-Dahlhoff während meines dreimonatigen Medizin-Praktikums an den Universitätskliniken der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz kennen, wobei sie meine Artikel der Abiturzeitung sehr mochte.

Zukunftserwartung
Heute stehe ich vor einem scheinbar neuen Lebensabschnitt, es gilt nämlich Wissensdrang, Engagement und Selbsttreue zu wahren.

Teil 1 dieses Artikels finden Sie hier.

Die Redaktion von Mentoring4u wünscht Fagr Eladly weiterhin viel Erfolg für die Zukunft und freut sich über weitere Berichte.

Sie, liebe Leser, haben auch einen so interessanten und vielseitigen Lebenslauf? Sie möchten junge Menschen dabei unterstützen, den Beruf für ihre Zukunft zu finden? Wenn ja, senden Sie Ihren Bericht an redaktion@mentoring4u.de .  Wir freuen uns von Ihnen zu lesen!

 (Autor:  Fagr Eladly  |  Bild: Bastografie  |  Bildbearbeitung: A. Korkis)

WOW! Rundum Betreuung für sozialbenachteiligte Kinder und Jugendliche bei Hausaufgaben & Co

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Posted on : 20-09-2011 | By : m_weiss | In : Förderung in der Schulzeit, Gastautor, Pimp my Lebenslauf, Soziales Engagement
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(Bewertung-Durchschnitt: 4.86 von 5 Sternen)
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BINE Bildungsnetzwerk Mainz e. V.

BINE Bildungsnetzwerk Mainz e. V.

BINE steht für Bildungsnetzwerk Mainz,  ursprünglich eine Initiative, nunmehr ein  Verein, dessen Mitglieder mit ehrenamtlichem Engagement, sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen, unabhängig von Konfession und Herkunft, eine Unterstützung im Bereich Bildung bieten. Das Gewähren von Chancengleichheit und Gleichberechtigung, sowie das konkrete und wahrnehmbare  Fördern von Integration sind die Zielvorstellungen des Vereins.

Praktisch geschieht dies durch die Betreuung bei  Hausaufgaben, Förderunterricht, Nachhilfe und die Vorbereitung auf Klausuren und Arbeiten an sechs verschiedenen Standorten innerhalb von Mainz. Ferner versuchen die etwa 40 Mitglieder des Vereins kontinuierlich Wissenslücken zu schließen und eine Allgemeinbildung der Kinder und Jugendlichen zu nähren. Betreut werden Kinder zwischen 10 und 18 Jahren, wobei Ausnahmen auch möglich sind.

Den Kindern und Jugendlichen werden kulturelle Angebote und Freizeitaktivitäten zur Förderung des effektiven Lernens, Ausgleich zum Alltag und Förderung des sozialen Verhaltens und zum Stressabbau angeboten. Ein besonderes Projekt wird in dem Asylantenheim in Mainz betreut: Kinder von Asylsuchenden werden im Rahmen von Patenschaften intensiv betreut, in der Freizeit begleitet und kulturell bereichert, durch Museums- und Kinobesuche.

Am 30. April 2010 gründete sich der gemeinnützig anerkannte Verein BILDUNGSNETZWERK MAINZ (BINE) e.V. aus der Initiative.  Im September 2008 riefen Pascal Brauckmann und Ali Hashoush Laboudi die Initiative Bildungsnetzwerk Mainz ins Leben. Bereits in ihrer Schul- und Studentenzeit hatten sie Kinder und Jugendliche in verschiedenen Projekten ehrenamtlich unterstützt und sich daher dazu entschlossen ein eigenes größeres Projekt zu starten, in welchem verschiedene Einrichtungen und Betreuungsangebote vernetzt werden sollen.   

Am 03.12.2010 erhält das Bildungsnetzwerk Mainz den Brückenpreis 2010 des Landes Rheinland-Pfalz in der Kategorie “Bürgerschaftliches Engagement gegen soziale Benachteiligung, Ausgrenzung und Diskriminierung”.
Der Preis des Landes RLP stellt eine wichtige Anerkennung für die Arbeit des Vereins dar. 

Ministerpräsident Kurt Beck zeigt mit der Ausschreibung BINE- Mentoring in Mainz der Verleihung des Preises die Wichtigkeit des Ehrenamtes in seinem Land. Die Mitglieder des Vereins bewiesen, dass Integration, Verantwortung und persönliches Engagement erfordert, um in Wirklichkeit erzielt werden zu können.

 
(Autor:  Fagr Eladly  |  Bilder & Bearbeitung: M. Weiss  |  Quelle:
www.bildungsnetzwerkmainz.de)

Der Evangelische Entwicklungsdienst sucht….aktuelle internationale Stellenangebote per September 2011

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Posted on : 13-09-2011 | By : m_weiss | In : Autor, Jobangebot, Soziales Engagement
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Denkanstoß Artikel
Wir möchten uns mit dieser Rubrik auch an unsere Mentoren wenden.
Sie finden in der unten stehenden Liste interessante Möglichkeiten Ihr Know-how nachhaltig internationalen Projekten des EED und seinen Partnerorganisationen zur Verfügung zu stellen. Der EED ist ein Entwicklungswerk der evangelischen Kirchen in Deutschland.

Jedes Jahr fördert der EED
etwa 1500 Projekte und Programme in Afrika, Asien und Lateinamerika, in Südosteuropa und im Kaukasus. Er vermittelt Fachleute aus Europa in Projekte nach Übersee und vergibt Stipendien an Nachwuchskräfte aus Partnerländern. In Deutschland unterstützt der EED die entwicklungspolitische Bildungsarbeit von 500 Gruppen und Gemeinden.

Gegen das Schicksal gibt es keine unüberwindliche Mauer.” Autor: Seneca (1-65) römischer Phliosoph

Aktuelle Stellenangebote des EED: 

San José, Costa Rica
Eine Fachkraft für Monitoring und Wirkungsbeobachtung im Bereich häusliche Gewalt und Maskulinität für unsere Partnerorganisation Instituto Costarricense de Masculinidad, Pareja y Sexualidad (Instituto WEM)

Mutare, Simbabwe
Eine Dozentin bzw. einen Dozenten in den Bereichen Public Health und Gesundheitsmanagement für die Medizinische Fakultät unserer Partnerorganisation der African University

Mosambik
Eine Fachkraft für Mikrofinanz- und Kleingewerbeförderung

Agogo, Ghana
Eine Fachärztin oder einen Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe zur Facharztausbildung am Lehrkrankenhaus der Presbyterian Church of Ghana

Bogota, Kolumbien

Eine Beraterin oder einen Berater für Lobbyarbeit im Bereich Frieden und Menschenrechte für unsere Partnerorganisation, Centro de Investigación y Educación Popular (CINEP), Stiftung für volksnahe Forschung und Erziehung

Ibandan, Nigeria
Eine Fachkraft für Curriculumsentwicklung und Ausbildungsberatung im Druckgewerbe im Young Men’s Christian Association (YMCA)-Vocational Training Centre for Printing-Technology (VTC)

Kathmandu, Nepal
Eine Sozialwissenschaftlerin bzw einen Sozialwissenschaflter oder eine Sozialpädagogin bzw. einen Sozialpädagogen mit Kenntnissen in der Präventionsarbeit von HIV/AIDS für Kapazitätsbildung im Programmbereich HIV/AIDS einer Partnerorganisation

Manila (Quezon City), Philippinen
Einen Agrarwissenschaftler oder eine Agrarwissenschaftlerin mit Hochschulabschluss oder einer vergleichbaren Qualifikation für die Vermarktung organischer Produkte kleinbäuerlicher Gemeinschaften und Entwicklung von Perspektiven für Fairen Handel für eine Partnerorganisation

Universidade Catolica de Mocambique
Eine Dozentin / einen Dozenten für Gynäkologie zur Weiterentwicklung des medizinischen Ausbildungsganges

Demokratischen Republik Kongo
Medizinische Fachkraft (Arzt/Ärztin oder Krankenpfleger/in mit Zusatzausbildung in Public Health) für die Koordination der medizinischen Arbeit einer Partnerorganisation

Lugala/Tansania
Für die Lugala School of Nursing sucht das Leipziger Missionswerk eine/n Mitarbeiterin/Mitarbeiter für den Ausbau und die

 

Papua-Neuguinea´
Für das Braun Health Center in Butaweng/Finschhafen der Evangelisch-Lutherischen Kirche sucht Mission Eine Welt eine/n Arzt/Ärztin

Weitere Angebote für Fachkräfte finden Sie bei Mission EineWelt

(Autor & Thumb: M. Weiss | Photo:  froodmat www.photocase.de | Bildbearbeitung: A. Korkis | Quelle: www.missio.de, www.eed.de )

„Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ (?) Teil 4

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Posted on : 28-08-2011 | By : m_weiss | In : Förderung, Gastautor, Soziales Engagement
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(ein typischer Flüchtlings-Weg von Afghanistan nach Deutschland)

Siehe hierzu auch:

www.ardmediathek.de, www.tagesschau.de ,     http://www.wdr.de/tv/weltweit/sendungsbeitraege/2010/0914/index.jsp ,

http://www.neon.de/kat/sehen/politik/236524.html

Über ein Jahr ist mittlerweile vergangen, und sie leben noch immer in Heimen, auf die sie ohne Rücksicht auf Freundschaften verteilt worden sind. Zum Teil ringen sie mit Depression, Aggression, Schlaflosigkeit, Alkoholkonsum, der Idee aufzugeben und zurückzukehren – und ab und zu auch mit der Idee und der Hoffnung, hier vielleicht doch eine Zukunft zu haben. Vielleicht.

Ich beschreibe es bewusst so.

Ein Arzt, mit dem ich über diese Dinge sprach, sagte, das sei normal. Und dass es manchmal gut sei, einfach ab und zu mit ihnen zu tanzen, weil schon das etwas Lebenskraft zurück bringen kann. Manchmal. Er muss es wissen: Er ist selbst Iraner im Exil, hat aber das Glück, seinen Beruf hier ausüben zu dürfen. Er ist sogar Lehrarzt.

Für mich war sehr schmerzhaft mitzuerleben, wie diese pfiffigen, glücklichen  jungen Leute angesichts der sich über so viele Monate dahinschleppenden Entscheidungswege der Behörden ihren Schwung verloren. Sie haben viel ausgehalten und verharren nun in dieser offenbar nicht enden wollenden Slow-Motion-Situation. Irgendwann ist die Kraft einfach weg …

Weil sie nicht wissen, ob sie bleiben können. Weil sie keine Arbeit annehmen dürfen. Weil sie aufs Neue Freundschaften aufgeben mussten, wenn sie in ein anderes Heim verlegt wurden. Manchmal sogar von heute auf morgen. Manchmal, während der Freund auf einem Ausflug war, und man konnte nicht mehr tschüss sagen.
Es wundert mich nicht, wenn sie irgendwann abschalten und nach dem Sprachkurs nur noch im Bett liegen und schlafen. Und abends trinken. Und die Familie vermissen oder die Freundin, mit der man im Iran schon 3 Jahre zusammen war, die man heiraten möchte. Der man immer noch nichts sagen kann. Die droht, sich umzubringen, wenn es nicht bald eine Entscheidung gibt über ihr Leben und seines. Die Familie, die Druck macht, dass man endlich was zustande bringt.

Es sind junge Männer, die zuvor schon jahrelang berufstätig gewesen waren und –  sofern sie denn noch irgendwo Familie haben – etwas zu deren Unterhalt beitragen konnten. Ein sehr wichtiger Status gerade in ihrem Kulturkreis.

Ich war sehr überrascht, dass Hamid schon in seiner 5. Woche hier in Deutschland die Begriffe „Penner“ und „asozial“ kannte und mir erläuterte, dass er sich genau so fühlt, weil ihm der Staat alles bezahlt und er selbst nichts beitragen kann. Er schämte sich, und das ist diesen Jungs bis heute gemein.

Es hat sich eine Resignation eingestellt, die auch nicht verschwindet, wenn sie schließlich ihre Pässe mit eingeschränktem Aufenthaltstitel erhalten: Die Luft ist raus, zu sehr haben sie sich daran gewöhnt zu schlafen, rumzuhängen, nichts zu tun zu haben und irgendwie auch nichts mehr zu wollen.

Wieder haben wir Sommer, und diesmal ist Lehrstellen-Vermittlung angesagt. Mädchen werden den Arzthelfer- und Hauswirtschafts-Tätigkeiten zugeführt, Jungs werden Verkäufer. Ungeachtet ihrer Begabungen und Interessen, wie ich sehe, und es scheint, als finde auch keine Aufklärung über das breite Angebot an Lehrberufen statt:

So machte Alireza ein Praktikum als Verkäufer und fühlte sich unwohl, denn er ist ein zurückhaltender junger Mann. Nicht schüchtern, aber zurückhaltend. Er lernte recht schnell Deutsch, spricht von sich aus aber wenig, auch wenn er unter seinen Landsleuten ist. Warum steckt man so jemanden in eine Tätigkeit, die ein gewisses Maß an Extrovertiertheit bedarf?!


(Annette von Spiegel)

 Als ich ihn fragte, was er gern machen würde, wenn er alle Möglichkeiten hätte, sah er mich fragend an und hob die Schultern: „Vielleicht Baustelle? Das habe ich im Iran gemacht.“ Ich fragte, ob ihm das gefallen habe. „Nein … aber es geht.“ Und nach einer Pause „Ich weiß nicht, was ich in Deutschland lernen kann. Baustelle geht, oder?“

Nach meinem Kenntnisstand wird Alireza in den nächsten Wochen anfangen, den Beruf des Maler/Lackierers zu lernen. Javad wird wohl Friseur oder Pizzabäcker – und was Hamid treibt, der so gern Chirurg werden wollte, weiß ich nicht.

Man hat meine Ex-Schüler hier aufgenommen und versorgt. Und ich danke aufrichtig dafür, denn es sind wunderbare junge Menschen. Und ich weiß, dass nicht jeder Staat so etwas tut! Sie wurden nicht ins Gefängnis entsorgt oder in die Gosse, und abgeschoben wurden sie auch nicht. Aber es macht mich unglücklich, dass diese einst so motivierten jungen Leute, die den steinigen Weg bis zu uns geschafft, die unsere Schrift und Sprache gelernt haben, einfach so abgewickelt werden.

Ich wünsche ihnen von Herzen alles Gute!

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(Gastautor: Annette von Spiegel  |  Bilder: Annette von Spiegel  |  Bildbearbeitung: A. Korkis)

„Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ (?) Teil 2

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Posted on : 26-08-2011 | By : m_weiss | In : Förderung, Gastautor, Soziales Engagement, Weiterbildung
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…..Äthiopien, Afghanistan bzw. Iran. Ich spreche weder Arabisch, noch Somali, Farsi oder eine der Sprachen, die hier helfen würden. Und da meine Schüler zu Beginn des Kurses seit maximal einem Monat in Deutschland waren, konnten sie im Grunde kein Deutsch. Also, viel Spaß ……

Selten waren Schüler dabei, die fließend Englisch sprechen, aber mit Wortfetzen und Pantomime wussten wir uns zu behelfen. Ich staunte sogar sehr, dass meine Minimal-Kenntnisse über den Koran ausgerechnet beim Thema Computer nützlich waren! Das sorgte für großes Gelächter, auch bei mir :)

Einzelne Teilnehmer mussten erst einmal das Doppelklicken mit der Maus üben, weil sie unerfahren im Umgang mit Rechnern waren. Oder starrten ratlos auf den Bildschirm, weil sie grundsätzlich nicht verstanden, was sie da vor sich sahen.  Andere posteten derweil lässig Bilder und Kommentare in Facebook. Wieder andere konnten weder schreiben noch lesen, auch nicht in ihrer Heimatsprache. Das ist schon eine harte Mischung, um zu unterrichten ….

Aber sie hatte völlig Recht, die Mitarbeiterin, die mich für diesen Unterricht angefragt hatte und abschließend sagte: „Du, die sind soo süß – zum Knutschen!“

Die Art von Schwierigkeiten, mit denen ich gerechnet hatte, weil es sich vorrangig um junge Männer aus muslimischen Ländern handelte, die belastende und zum Teil sicher auch traumatische Wege einer Flüchtlings-Odyssee hinter sich hatten, blieben völlig aus:

Vor allem die Afghanen zeigten sich glücklich, in einem Schonraum angekommen zu sein und wohlwollend behandelt zu werden [Anmerkung: da ich noch Kontakt zu ihnen habe, kann ich mit ihrer Erlaubnis Fotos, auf denen sie zu sehen sind, verwenden]. Javad aus Herat z. B. war froh, endlich mal zur Schule gehen zu können: Sein Vater starb, als Javad noch jung war, und so musste er arbeiten gehen, um zum Familienunterhalt beizutragen. Dass er hierdurch nur 2 Jahre lang eine Schule besucht hatte, fiel in keinster Weise auf: Er war ein interessierter, glücklicher und guter Schüler.


(Javad)

Abdullahi, ein junger Mann aus Mauretanien, hatte bis zum zweiten Unterrichtstag den Satz „Ich habe Sie vermisst!“ auswendig gelernt und überraschte mich mit dieser Begrüßung. Wie schon gesagt: „die sind zum Knutschen!“ ;-) Auch er kam wippend und mit einem warmen Lachen in den Unterricht und war hochmotiviert, Deutsch und etwas über Computer zu lernen, ließ sich zeigen, wie man die Fahnen Deutschlands und Marokkos in ein Word-Dokument einfügt, um es auszudrucken und im Heim übers Bett zu hängen.

Irritierend fand ich folgende Situation mit Denis und Aboka aus Uganda und Somalia: Ihre Rechner waren, etliche Minuten nach Unterrichtsbeginn, immer noch aus. Das wunderte mich, denn auch diese beiden waren ausgesprochen dankbare Schüler. Es stellte sich heraus, dass die zentrale Steckerleiste ausgeschaltet war, deshalb liefen die Rechner nicht. Als ich sie ansprach, stellte sich heraus, dass sie schlichtweg Angst gehabt hatten, mich zu fragen …

Besonders in solchen Momenten kam in mir natürlich die Frage hoch, wie sie aufgewachsen sein, was sie erlebt haben mögen.
Diese Frage wurde konkreter, als ich z. B. in den Pausen herumging und fragte, ob die Teilnehmer mir nicht mal im Internet Bilder ihrer Heimatstadt zeigen wollen. Diese zwei waren es, die leise sagten „no … no good picture my city. please.“ Ich habe später selbst mal gesucht, und richtig: Es gab nur Bilder von Massakern auf den ersten 2-3 Ergebnisseiten bei Google … es tat mir leid, dass ich sie überhaupt danach gefragt hatte.

Ein anderer Teilnehmer hingegen zeigte mir eine wirklich beschauliche Provinzstadt – weiße Kolonialstilbauten mit Veranden auf roter, staubiger Erde, eingebettet in eine grüne Hügelkette am Horizont: Mit freudigem Blick und Finger rechts oben auf dem Bildschirm erklärte er mir irgendwie, dass SEIN Heimatdorf „da hinten, etwa 10 km, wenn man diese Straße noch weiterfährt“, liegt. Fand ich toll! Er auch :) Ich sagte, dass ich sein Dorf GERN eines Tages mal besuchen würde, und das meinte ich auch so.

Auch sonst gaben die Pausen Raum für schöne Situationen – wie diese mit Javad: Er brachte mir, der Lehrerin, bei, dass man die persische Schrift – ebenso wie Arabisch – von rechts nach links schreibt, die Zahlen aber wie bei uns von links nach rechts:


(Javad erklärt die persische Schrift)

Weiter geht’s mit dieser Serie am 27. August

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(Gastautor: Annette von Spiegel  |  Bilder: Annette von Spiegel  |  Bildbearbeitung: A. Korkis)