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Karl Feldkamp an mentoring4u


Karl Feldkamp.
Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Lübeck. Nach einer Ausbildung als Erzieher war er pädagogischer Leiter eines Kinderheims in Bad Oldesloe. Sein weiterer Berufsweg führte über Jugendarbeit und Jugendbildung im Bistum Osnabrück nach Köln als Leiter im Jugendreferat des Kolpingwerks. Er setzte seinen Berufsweg fort als Sozialarbeiter und Streetworker für obdachlose Kinder und Jugendliche am Kölner Hauptbahnhof. Anschließend arbeitete er in der Familienberatung der Stadt Köln. Seit 1990 betätigt er sich als Supervisor in schul- und sozialpädagogischen Einrichtungen. (Quelle: Wikipedia)


Kinder – unsere Zukunft! Und die Zukunft unserer Kinder?
In nahezu allen politischen Sonntagsreden werden Kinder als unser aller Zukunft beschworen. Sie gelte es zu fördern und bei allem politischen Handeln zu bedenken. Nicht von ungefähr lassen sich Politiker von ihnen Blumensträuße schenken, mit Papierfähnchen zuwinken und nehmen die Kleinen sehr gern auf den Arm. Und das ganz im doppelten Sinn dieser Handlung. Als Kinderfreund, der ihnen häufig leere Versprechungen macht.

Wir Gegenwärtigen, hört der Bürger sie predigen, sollten uns nicht dadurch schuldig machen, dass wir den zukünftigen Staatsbürgern Schulden, eine ausgebeutete Umwelt und falsche Werte hinterlassen.

In Deutschland
verrotten Schuldächer, werden immer mehr Naturflächen versiegelt, verhindern politische Streitereien den Fortschritt und werden Schulden angehäuft.…

Ein Bildungssystem, das Kinder auf die Zukunft vorbereiten will, lässt die Schüler für Klausuren einen Stoff pauken, der ihnen nicht einmal theoretisch vermittelt, wie sie im wirklichen Leben vorankommen können.

Zu wenige Religionslehrer, Sozialkundler und musische Fachlehrer reden in zu wenigen Schulstunden von menschlichen Werten, die sie in der heutigen Ellenbogengesellschaft selbst kaum vorleben und vorleben können. Zumal Schule eher als nicht gerade gerechte gesellschaftliche Auswahlanstalt fungiert, die nicht gleiche Chancen gewährt sondern ungleiche Chancen zuteilt.

Politiker ergehen sich in Kämpfen, in denen es oft eher um Machtgewinn geht als um das Wohl ihrer Wähler. Schildbürgerliche Trauerspiele im Kleinen spiegeln, was in Berlin und in Europa im Großen an unerträglichen Machtspielen inszeniert wird.

Die kommunalen Jugendämter sind nicht ausreichend besetzt, deren Mitarbeiter daher überlastet. Sie agieren kostenbewusst und in ständiger Angst, ihre Verantwortung für die betroffenen Familien und Kinder nicht fachgerecht wahrnehmen zu können. In Kindertagesstätten kommen aus Einspargründen immer weniger Betreuungskräfte auf immer mehr Kinder. Und bis vor wenigen Wochen galt im kinderfeindlichen Deutschland Kinderlärm noch als Umweltbelastung und nicht als Zukunftsmusik.
Manche Banken zockten und zocken nach Spielkasinoart mit dem Geld, das auch für Kinder zurückgelegt wurde. In der Finanzwirtschaft, aber auch in anderen Wirtschaftsbranchen geht es nur darum, den schnellen Euro zu machen. Und zwar sofort. Und nach uns die Sintflut, auch wenn unsere Kinder darin ertrinken.

Medien suggerieren, Kinder seien vor allem eine Last, die sehr viel Geld kostet. Kinder gefährden somit den Wohlstand möglicher zukünftiger Eltern.
Andererseits werden sie auch heute noch als Erlöser gesehen, die in der Zukunft als Erwachsene das Neue und Erlösende bringen sollen, das ihre Elterngeneration nicht mehr schaffte, aber im Alter noch genießen möchte.

Die Berichte der Tagesschau über atomare und Umwelt-Katastrophen, Kriege, Kinderarmut, schwere Unfälle, Kindesmissbrauch haben wenig Ermunterndes.

Kein Wunder, also, dass laut einer aktuelle Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) jeder dritte Schüler an depressiven Stimmungen leidet und nach anderen Studien mehr als zwanzig Prozent der Kinder in der Bundesrepublik als psychisch gestört gelten.*

Die Anzahl von Selbstmorden bei Kindern und Jugendlichen ist erschreckend hoch.

Nun hat allerdings jedes unter depressiven Verstimmungen leidende Kind sicherlich seine eigene persönliche Geschichte. Und es wäre unzulässig, alles auf die Politik und die gesellschaftlichen Verhältnisse zu schieben.

Aber hart arbeitende allein erziehende Mütter, Eltern, die aus beruflichen Gründen sich nur unzureichend um ihre Kinder kümmern können, Mängel im Bildungssystem, die Benachteiligung von Kindern bildungsferner Schichten und die von erwachsenen Siegertypen vorgelebte Ellenbogengesellschaft tragen mit Sicherheit nicht zum Optimismus unserer Kinder bei.

Glückliche Zukunft
Damit sie eine glückliche Zukunft haben und unsere glückliche Zukunft werden, müssen wir alle – Eltern, Lehrer, Ärzte, Journalisten, Politiker, Banker und Unternehmer – jeder an seiner Stelle – ihnen in der Gegenwart bessere Vorbedingungen auf ein aussichtsreiches Leben schaffen. Packen wir’s an: Vor allem das Bildungsproblem. Gründen wir Stiftungen, die mit klaren Richtlinien lebensnahe, ganzheitliche Bildungseinrichtungen unterstützen, die sowohl gesundheitliche und gesellschaftliche als auch soziale kommunikationsfördernde Lerninhalte und Werte vermitteln. Denn bekanntlich ist die Schuldenkrise vor allem eine Wertekrise.

*Untersuchung im Auftrag der Bundesärztekammer unter Beteiligung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde  sowie der DAK und zweier anderer Krankenkassen im Zeitraum 2005 – 2007

Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

(Gastautor: Karl Feldkamp  /  Bild und Thumb: D. Balci  /  Quelle: www.wikipedia.de)

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