Ein Beitrag zum diesjährigen BürgerForum2011 von Christine Lühn, Kinderbeauftragte Frankfurt/Nied
„Zukunft braucht Zusammenhalt. Vielfalt schafft Chancen“
Das BürgerForum2011 findet unter dem Motto „Zukunft braucht Zusammenhalt. Vielfalt schafft Chancen“ statt. Schirmherr des Bürgerforums ist der Bundespräsident Christian Wulff. Er hat in seiner Auftaktveranstaltung am 12.03.2011 zum Ausdruck gebracht, dass der Dialog zwischen den Bürgern und ihren politischen Vertretern durch neue, transparente Formen der Beteiligung belebt werden soll. Im diesjährigen Bürgerforum soll die Verbesserung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Deutschland thematisiert werden.
Frankfurt / Main ist eine von 25 Regionen, die zur Teilnahme ausgewählt wurde. 400 Bürger und Bürgerinnen der Stadt wurden per Zufallsverfahren ausgesucht und nähern sich in 6 unterschiedlichen Ausschüssen dem Thema. Hierbei handelt es sich um die Ausschüsse Demokratie und Beteiligung, Familiäre Lebensformen, Integration, Demografie, Solidarität und Gerechtigkeit, Bildung.
Integration als wechselseitiger Prozess
Ich nehme am Ausschuss Integration teil und die Mitglieder dieses Ausschusses haben während der Auftaktveranstaltung erste „Herausforderungen“ erarbeitet. An runden Tischen, mit immer wechselnden Diskussionspartnern kristallisierte sich heraus, dass Integration als wechselseitiger Prozess zu verstehen ist. Aufnehmende Gesellschaften sollten ihre Rahmenbedingungen reflektieren, um z. B. Chancengleichheit in Bildung und Beruf als Ziel zu erkennen. In dem Zusammenhang wurde die Einführung eines Patensystems diskutiert. Es soll eine Kultur des gegenseitigen Respekts entstehen und Zuwanderung als gesellschaftliche Chance verstanden werden.
Ideelle Form der Bürgerbeteiligung
In Deutschland findet bisher eine ideelle Form der Bürgerbeteiligung statt. In anderen Ländern, wie Brasilien, Australien, Kanada, USA ist man bereits dazu übergegangen Bürger und Bürgerinnen an der Vergabe von finanziellen Haushaltsmitteln zu beteiligen. Diese Art der Beteiligung hat erstaunlicherweise in Brasilien eine längere Tradition. Bewohner eines Slums in Belo Horizonte wurden über den Bestand der Haushaltsmittel informiert und in einem weiteren Schritt aufgefordert Lösungen für Probleme in ihrem Stadtviertel zu erarbeiten. So konnten bisher neue Häuser und Kanalisationen gebaut werden und entfernt gelegene Häuser wurden an eine Busverbindung angeschlossen. In Hampton, Virginia, USA wurde unter enormer Bürgerbeteiligung Konzepte für gravierende Probleme mit Gewalt, Drogen und Kriminalität in der Stadt erarbeitet. Geraldton, Australien ist eine wachsende, aufstrebende Stadt. Sie haben unter Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen Projekte entwickelt, die dem Wachstum gerecht werden, wie z. B. dem Bau von Kindergärten, Infrastruktur und Freizeitangeboten.
Die o. g. Länder haben ihre Form der Beteiligung für die Vergabe des Reinhard Mohn Preis eingereicht. Teilnehmer des BürgerForums wählen ihren Favoriten.
Beteiligung in Frankfurt / Nied – eine Vision
Die Vorstellung der Projekte hat mich tief beeindruckt. Ich war von der Möglichkeit der Beteiligung und Einflussnahme fasziniert. In unserem Stadtteil Nied liegt einiges im Argen. Das Wissen um den städtischen Etat und die Möglichkeit mit Nieder Bürgern und Bürgerinnen Lösungen zu erarbeiten würde mir viel Spaß machen. Ich wäre stolz auf diese Leistungen und würde mich mit meinem Stadtteil identifizieren. Am meisten würden unsere Kinder von dem nachhaltigen Handeln profitieren.
(Autor: C. Lühn | Bildbearbeitung: A. Korkis | Quelle: You Tube)














