mentoring4u

Oslo – Norwegen. Ein Statement von Catharina Trost M.A.

Verfasst von

in

,

Mein Statement zu den Attentaten in Norwegen
Ich bin ebenso erschüttert wie viele andere Menschen auf der Welt, ob des brutalen, feigen Attentats von Norwegen. Meine Gedanken und mein Mitgefühl gelten den Opfern und deren Angehörigen.

Schnell wurde vermutet, dass es ein Anschlag von Muslimen war und Vergleiche wurden zu 9/11 gezogen. Nun sind wir eines besseren belehrt worden. Die Nachrichtenagenturen überschlagen sich und jede will das entscheidende Puzzleteil kennen, warum ein Mensch wie Anders B. B. diese feigen Morde verübte. Schaut man sich das ehemalige Facebookprofil an, würde man nie vermuten, dass er ein Mörder ist. Genau das ist jedoch die Gefahr. Hass, Gewalt und auch feige Anschläge machen nicht vor unserer Haustür halt. Es gibt Menschen, denen eine Multi-Kulti-Gesellschaft zuwider ist. Der Attentäter hat jahrelang, scheinbar unerkannt, aktiv in einer rechtskonservativen Partei mitgewirkt. Seine erzielten Einnahmen aus seinem Beruf als Gemüsebauer verwendete er für seine politische Arbeit gegen Muslime. Er sah eine deutliche Gefahr in der Religion des Islams. Können wir solchen Taten zukünftig entgegensteuern? Können wir in Deutschland daraus etwas lernen?

Ich meine ja.

Diese Tat beweist einmal mehr, wie wichtig Aufklärung ist. Wissen über Religionen. Die Freiheit des Glaubens. Der Respekt vor Leben. Diese Aspekte sind gleich, egal in welcher Religion. Fanatiker, egal welcher Couleur wird es immer wieder geben, jedoch liegt es an unsvselbst, uns ein umfassendes Wissen anzueignen um ihnen entgegenzutreten. Politische Fragen müssen viel offener mit der Bevölkerung diskutiert werden. Jugendliche der heutigen Zeit haben vielfache Möglichkeiten sich über das Internet, in Schulen, im Geschichts- und Politikunterricht zu beteiligen. Ebenso können sie tagtäglich ihren Mitstreitern ein Leben vorleben, in dem es nicht um Hass und Gewalt geht, sondern um ein Miteinander geht.

Selbst wenn die Lebensbedingungen nicht für jeden gleich sein mögen, so hängt doch auch sehr viel vom Elternhaus ab. Ein gebildeter Mensch versucht Kontroversen aus verschiedenen Sichtweisen zu beleuchten. Einem ungebildeten Menschen ist es egal, wie das Leben seiner Mitmenschen verläuft. Die Kälte in der Gesellschaft trägt vielfach zur Vereinsamung bei. Dieses birgt jedoch die Gefahr des Fanatismus. Man lebt in seiner eigenen Welt und sucht gezielt nach Verschwörungstheorien oder einem Götzen, dem man folgen kann. Genau hier sind wir als Gesellschaft gefragt, einzugreifen und gegenzusteuern.

Ein Mensch, der als Gemüsebauer lebte, hatte Konsumenten. Menschen die von seinen Produkten lebten und seine Lebenstheorie unterstützten. Dementsprechend wussten diese, von wem sie ihre Produkte bezogen. Ich denke nicht, dass ein politisch, aktiver Mensch wie Anders B. B. mit seinen politischen Ansichten hinter dem Berg hielt, wobei dieses meine Vermutung ist. Scheinbar wurde es jedoch toleriert und es gab keinen Hinweis darauf, welche Gefahr von ihm ausging. Doch auch hier ist wieder jeder einzelne gefragt. Blickt hinter die Produktkette und hinterfragt! Dieses gilt nicht nur für Klein- und Kleinstunternehmen, sondern auch für die großen Konzerne, die ebenso häufig Menschen- und Tierfeindlich agieren. Doch das soll hier nicht die Frage sein.

Die Opfer und Angehörigen der Opfer sollten dieser Tage in unseren Gedanken Platz finden. Sie haben mit einem Schlag ihre Liebsten verloren. Kinder ihre Eltern und Eltern ihre Kinder. Ein Leid was kaum in Worte zu fassen ist.

Wir können Respekt zeigen und unser aufrichtiges Beileid kundtun, auch wenn es die Ermordeten nicht wieder zurückbringt. Wir können daran mitwirken, dass wieder mehr Menschlichkeit und gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt in die Gesellschaft tritt. Jeder von uns kann täglich sein Denken und Handeln selbst steuern und dafür Sorge tragen, dass Kinder und Jugendliche in einer Welt aufwachsen dürfen, in der man frei und offen seine Meinung sagen darf. Diese Meinungsäußerung sollte jedoch frei von Vorurteilen und geprägt von Wissen sein.

Wissen um die Einzigartigkeit eines Lebens, Wissen um die Liebe zu den Menschen, Wissen um die Freiheit der Religionen und Wissen im friedlichen und respektvollen zusammenleben in einem Staat in einer Welt.

Dieses kann nur erreicht werden durch aufgeklärte Menschen und kann auch ein Garant dafür sein, dass eben solche verabscheuungswürdigen Taten nicht länger in unserem Alltag toleriert werden und evtl. Nachahmer findet. Zeigen wir, die Gesellschaft, dass wir in der Mehrzahl daran interessiert sind, von anderen Kulturen zu lernen und offen sind für eine Welt, in der jeder seinen Platz findet.

Fanatismus, Hass, Gewalt, feige Morde sollten wir offen und laut ablehnen – und zwar tagtäglich.

Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

(Gastautor: Catharina Trost M.A. Historikerin, Politikwissenschaflterin, Soziologin |  Bildgestaltung und Thumb: M. Weiss  |  Quelle: )

Kommentare

Schreibe einen Kommentar