Nach Vollbremsung neue Karriere gestartet! Ein Porträt: Ashley Hicklin

0

gepostet am : 10-10-2012 | von : m_weiss | Kategorie : Erfahrungsberichte, Gastautor, Musik
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertung/en),

(Bewertung-Durchschnitt: 4,29 von 5 Sternen)
Loading...

Fußball und Musik – für viele junge Briten sind das Lebensinhalte, die eng miteinander verbunden sind. Das war bei Ashley Hicklin nicht anders, jedoch mit einem gravierenden Unterschied: Er musste sich als Teenager zwischen Ball und Gitarre entscheiden. Mit 16 galt er als großes Talent und war auf dem Sprung zum Profifußballer, hatte aber auch gleichzeitig angefangen, eigene Songs zu schreiben.

Ashley Hicklin

Ashley Hicklin


Damals lebte Hicklin noch in Scarborough, einem verschlafenen Ort an der Nordostküste Englands. Seine Eltern hatten einen Pub und jeden Sonntag traten dort Nachwuchstalente bei Open Mic Sessions auf – und Ashley mittendrin. Zuerst coverte er Songs von Oasis, Travis oder Crowded House, später kamen die ersten eigenen Lieder hinzu. Das Gitarrespielen brachte ihm ein Mädchen bei, welches bei den Eltern hinter der Bar arbeitete und in das ich ein kleines bisschen verliebt war“, gibt er offen zu.

Fußball oder Musik- Ashley entscheidet sich für die Musik und Leeds, um am dortigen College Of Music Klassik zu studieren. Hicklin spielt Schlagzeug, Klavier und Gitarre, schreibt Arrangements für Orchester und widmet sich dem Gesang. Aber Klassik und ich, das passte nicht so richtig zueinander, erzählt er. Ashley fühlt sich dem Pop mehr zugehörig und beschließt, nach London zu gehen.

Mit der britischen Metropole wird er auch nicht so richtig warm: „Zu verrückt, zu schnell, zu unfreundlich. Ein Gutes hat die Stadt dann aber doch: Der Hamburger Musikverleger Peter Ende entdeckt ihn dort, verpflichtet den jungen Engländer mit den dunklen Augen als Komponisten und Texter für seinen Verlag und nimmt ihn mit nach Hamburg.

Ab dann geht alles sehr schnell.  Hicklin versteht sich auf die Kunst, gefühlvolle Songs zu schreiben, die Geschichten erzählen. Der erste, der davon profitiert ist der Belgier Tom Dice, der 2010 sein Land beim Eurovision Song Contest mit dem Lied „Me And My Guitar“ vertritt. Andere Nachwuchssänger und –sängerinnen folgen aus aller Welt.

Doch Ashleys Talent soll nicht nur anderen vorbehalten bleiben und der erste eigene Plattenvertrag lässt nicht lange auf sich warten. Ferryhouse nimmt Hicklin unter seine Fittiche und stellt ihm einen erfahrenen Produzenten an die Seite, der sein Debüt „Parrysland“ aufnimmt .

Ashley Hicklin spielt beim Hamburger Reeperbahn Festival und geht mit Bands wie Ich + Ich und Sunrise Avenue als Support auf Tournee. Nicht selten sind es über 20.000 Zuschauer. Der große Durchbruch scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Doch er kommt nicht.

Vollbremsung
Ashley geht auf die Straße. Keine Hotels und andere Annehmlichkeiten eines umworbenen Jungstars mehr. Mit einem Rucksack bepackt und seinen akustischen Instrumenten in der Hand reist er durch 30 deutsche Städte und spielt in Fußgängerzonen – angewiesen auf das Wohlwollen von Freunden und Fans, bei denen er übernachtet oder die Geld in den Hut werfen: „Du musst es schaffen, dass die Leute, die zum Einkaufen oder zur Arbeit, gehen stehenbleiben und dir zuhören.“

Die Straßentour hatte einen reinigenden Effekt. Hicklin fasst neuen Mut, denn auf der Straße zeigt sich, ob du wirklich jemanden erreichen kannst.Das anschließende Schreiben neuer Songs fühlt sich wieder leicht an und macht Spaß. Der Erfolgsdruck, dem er sich bei der Produktion des Debütalbums ausgesetzt sah, scheint wie weggefegt.

In den folgenden Monaten nimmt er in Stockholm zusammen mit dem Musiker und Produzenten Peter Kvint sein zweites Album mit dem Titel „Kissing The Queen“ auf. Kvint arbeitete in der Vergangenheit u.a. für Britney Spears, Die Happy, Natasha Bedingfield und Heather Nova. Wir haben einig der Songs zusammen geschrieben und arrangiert, erzählt Ashley Hicklin. Es ging alles mit einer unglaublichen Leichtigkeit“.

Während die Aufnahmen des Debüts fast eineinhalb Jahre gedauert hatten, ist „Kissing The Queen“ nach knapp drei Monaten im Kasten.

Hicklin hat dafür Popsongs mit großen Refrains geschrieben, manchmal hymnisch wie in „Little Echo“ oder sanft wie in „City Lights“.

„Kissing The Queen“ enthält auch eine ganze Reihe an Liebesliedern. Über den Wolken zu schweben und sich im totalen Glück zu verlieren wie in „Top Of The World“ mit der Zeile no love police can bring us down.Die Songs sind in einer Zeit geschrieben worden, in der ich sehr glücklich war. Das ist in jedem Lied zu spüren. Es sind emotionale Momentaufnahmen, sagt der 26 jährige Künstler.

Hicklins neue positive Haltung spürt der Hörer musikalisch in „Better With You“ am meisten, obwohl es im Song ums Alleinsein geht.  Als Musiker ist man oft allein. Im Hotelzimmer, im Zug und in fremden Städten. Es geht um das Gefühl, dass es in diesen Momenten schön wäre, Gesellschaft zu haben.

Fußball interessiert Ashley natürlich immer noch. Aber er hat seine Entscheidung, Profimusiker zu werden, niemals bereut. Alles dreht sich in meinem Leben um Musik. Das ist ein Luxus, den ich genieße.

(Autor: Arne Gosh, Ferryhouse  /  Bildbearbeitung: D. Balci  /  Bilder: Archiv Sound’n Scripture GmbH)


____________________________________________________________________________________


Werbung:



____________________________________________________________________________________


Hinweis:




____________________________________________________________________________________