Verantwortung & Commitment

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gepostet am : 01-01-2014 | von : m_weiss | Kategorie : Gastautor
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Ich hoffe, im neuen Jahr wieder mehr wollen zu können und weniger müssen zu müssen. Hans „Johnny“ Klein (1931-96), dt. Journalist, Regierungssprecher

Fagr Eladly

Neujahresgrüße können euch berühren, begeistern oder auch einfach schmunzeln lassen. Ich möchte es nicht bei einem mehr oder weiniger pathetischem Spruch belassen. Denn nichts ist eindrücklicher, als eine kurze Anekdote, eine Situation, die unserem Alltag nahe steht, deren Akteure unsere Lebensumstände teilen und für uns stellvertretend sind.

Im Dezember dieses Jahres, an der Medizinischen Uni Heidelberg, im Seminar der Gesundheitsökonomie mussten wir uns für zehn Minuten mit den Flüchtlingen aus Lampedusa befassen, um den Konflikt anschließend zu besprechen und „konstruktive“ Vorschläge hervorzubringen: „Politiker sollen…“, „Niemand ist illegal“, „Wir müssen unseren Idealen ….“ „Warum machen wir nicht…“

Der Text war gelesen, das Seminar beendet, eine Diskussion hatte stattgefunden mit der Erkenntnis, dass alles sehr komplex sei und in der Mittagspause wurde wieder lauthals gelacht. Einige erfuhren im Zuge des Seminars überhaupt zum ersten Mal von der „Tragödie“.

Drei Tage später sitze ich im Zug, lese die Topnachrichten auf dem „Smartphone“ und stutze. Ich muss sogar blinzeln, ob ich richtig lese. Denn lesen kann ich, das steht fest.

Aber die Nachricht hatte mich wirklich getroffen: Etwa 3500 Schüler haben am Donnerstagvormittag für die Rechte von 300 in Hamburg lebenden Flüchtlingen demonstriert.

Stutzig wurde ich auf Grund zweier Tatsachen:
1. Der Kontrast zu unserem „Medizin –Seminar“, der Art, wie die Mehrheit mit der Problematik letztendlich umgegangen war, trotz der allgemeinen Einsicht, dass es sich um einen Konflikt handelt, der uns alle betrifft.
2. Die Geste, die die Schüler sehr deutlich und eindrücklich gesetzt haben und die Tatsache, dass sie aus eigenem Willen für ein Ideal gehandelt haben. Sie hatten erkannt, dass sie Verantwortung tragen, für ihre Gemeinschaft, ihre Gesellschaft, für das woran wir glauben. Eine Geste, die Deutschland nur bereichern kann!
Denn unsere Ideale und Prinzipien sind oft schon in uns verankert, aber oft fehlt uns sie die Einsicht, dass wir handeln können und müssen, dass wir vermögen, Zeichen zu setzten und zu verändern.

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein – in jeder Hinsicht- erfolgreiches Neues Jahr.

(Gastautor: Fagr Eladly)



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