Berufe im Fokus: Mineur / Tunnelbauer (Info & Glosse)

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gepostet am : 15-08-2015 | von : c_amrhein | Kategorie : Berufsausbildung, Fundstellen, Studium
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Manche Berufe werden in ihren Perspektiven unterschätzt. So auch der heute vorgestellte Beruf des Tunnelbauers.

Ein Ausbildungsberuf im Bereich Tunnelbau ist der „Tiefbaufacharbeiter/in“.

Der „Tiefbaufacharbeiter“ ist ein anerkannter, zweijähriger dualer Ausbildungsberuf mit Fortsetzungsmöglichkeit (Spezialisierung).
Tiefbaufacharbeiter/innen führen je nach Ausbildungsschwerpunkt Straßen-, Rohrleitungs-, Kanal-, Gleis-, Brunnen- oder Spezialtiefbauarbeiten aus. Sie stellen Baugruben, Gräben sowie Verkehrswege und Verkehrsflächen her, bauen Ver- und Entsorgungssysteme ein und wirken bei Brunnenbohrungen und im Tunnelbau mit. Dabei können sie im Neubau oder in der Sanierung tätig sein.

Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat
1. Ausbildungsjahr: € 548 bis € 632, 2. Ausbildungsjahr: € 752 bis € 971. Für Berufserfahrenen sind die Verdienstaussichten allerdings nicht genau zu beziffern. Während manche Tunnelbauer (z. B.  im Bergbau oder Straßenbau) die tarifliche Bruttogrundvergütung von ca.  € 17,07 pro Stunde bekommen können, bestehen bei Sonderprojekten durchaus Chancen weitaus mehr zu verdienen.

Arbeitsorte
Tiefbaufacharbeiter/innen arbeiten hauptsächlich in:
•    Betrieben des Tiefbaugewerbes
•    der Wasserversorgung
•    der Abwasserwirtschaft
•    Tiefgaragen (seltener)
Sie sind auf wechselnden Baustellen tätig. Ihren Tätigkeiten gehen sie überwiegend im Freien nach.

Arbeitsbedingungen
Tiefbaufacharbeiter/innen müssen sich bei ihrer Arbeit an immer wieder neue Arbeitsbedingungen auf den Baustellen gewöhnen. Dabei ist Flexibilität gefragt.

Sonderprojekt Januar 2013
Mit einem nur 30 Meter langen Tunnel von einer Tiefgarage zu der angrenzenden Filiale der Berliner Volksbank des Stadtteils Steglitz wurde erst an einem Januar-Wochenende ein Projekt erfolgreich abgeschlossen.

Berliner Zeitung
Bildquelle: www.berliner-zeitung.de

Tunnelbau als Komposition aus Theorie und Praxis der Bauingenieurskunst
Führende Tunnelbau-Experten sehen im Tunnelbau die Vereinigung von Theorie und Praxis zu einer eigenen Ingenieurbaukunst. Je nach Projekt mal mehr theorielastig, mal eher praxisgetrieben, sind neben profunden Statik- und Massivbaukenntnissen besonders Geologie-, Geomechanik, Maschinentechnik- und besonders Bauverfahrenstechnikkenntnisse notwendig.

Welcher Schulabschluss wird erwartet?
Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben.
In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss (58% in 2010) ein.
Ähnliche Tätigkeitsfelder sind Straßenbauer/in, Rohrleitungsbauer/in, Kanalbauer/in oder  Brunnenbauer/in (alle in dreijähriger Ausbildungszeit). Im April 2012 berichteten wir bereits über den Beruf des Spezialtiefbauers.

Weiterbildung und Studium
Je nach beruflicher Vorbildung kann man nach der Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter eine Aufstiegsweiterbildung als Polier oder Bautechniker absolvieren. Wer eine Hochschulzugangsberechtigung hat, kann Bauingenieurwesen (Bachelor, Master und Promotion) studieren.

(Archiv: 15.1.13 /  Autor: C. Amrhein, Mentoring4u / Quellen: Statistisches Taschenbuch Tarifpolitik – WSI-Tarifarchiv 2012; http://arbeitsagentur.de BERUFENET; Bernhard Maidl (2004): Handbuch des Tunnel- und Stollenbaus, http://www.gb.bv.tum.de/download/tb/einleitung.pdf; Berliner Zeitung .


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