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Kategorie: Gastautor

  • Ostdeutschland vorn! – Aktuelle Bürgel Umfrage: Frauenanteil in Aufsichtsräten bei 17,2 Prozent

    Hamburg (ots) – Frauen in Aufsichtsräten und weiteren Führungspositionen sowie Führungskräftemangel und demografischer Wandel sind derzeit weit diskutierte Wirtschafts- und Gesellschaftsthemen.

    Die Wirtschaftsauskunftei Bürgel hat diese Debatten zum Anlass für eine statistische Auswertung von rund 1,1 Millionen Führungspositionen (Stand 30.11.2012) genommen. Die aktuelle Studie „Führungskräfte in Deutschland“ – im Fokus befinden sich vor allem Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber und Aufsichtsräte – untersucht für 2012 regionale Unterschiede, Geschlechterverteilungen, Altersgruppen und Branchenunterschiede.

    Mentine Frauenquote
    (Bildquelle: A. Korkis, ConActivity KG)

    Da die EU-Kommission den rund 5.000 börsennotierten europäischen Firmen vorschreiben will, bis 2020 Aufsichtsratsposten mit 40 Prozent Frauen zu besetzen, hat Bürgel insbesondere die Positionen von 58.000 Aufsichtsräten in Deutschland genauer analysiert.

    Nur 21,3 Prozent der Führungskräfte in Deutschland sind weiblich.
    Bei den Top-Positionen in Aufsichtsräten liegt der Frauenanteil sogar nur bei 17,2 Prozent – und das, obwohl Frauen 51 Prozent der deutschen Bevölkerung und knapp 44 Prozent aller hiesigen Berufstätigen stellen.

    Die Auswertung von Positionen in Aufsichtsräten zeigt, dass diese häufiger in Ostdeutschland mit Frauen besetzt sind als im Westen: In Brandenburg liegt der Frauenanteil bei den Aufsichtsratsmitgliedern bei 27,9 Prozent. Schlusslicht bildet Bremen mit lediglich 11,8 Prozent weiblichen Aufsichtsratsmitgliedern.

    Die Analyse der gesamten Führungsebenen zeigt,
    dass der Frauenanteil in Führungspositionen je nach Bundesland schwankt: Während Berlin mit 24,2 Prozent Frauen in Führungspositionen am weitesten über dem Bundesdurchschnitt rangiert, arbeiten am wenigsten Chefinnen in Baden-Württemberg (Anteil: 19,3 Prozent) in Führungspositionen. Den stärksten Anstieg um plus 2,7 Prozent verzeichnet Berlin, den schwächsten meldet indes das Saarland mit plus 0,2 Prozent. „Positiv zu bewerten ist indes, dass der Anteil der Frauen in Führungspositionen gegenüber ihren männlichen Kollegen im Vergleich zum Vorjahr 2011 um 1,3 Prozent leicht gestiegen ist„, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen.

    Nach Branchen sind Frauen in Führungspositionen

    • in der Schifffahrt (12,1 Prozent),
    • im Fahrzeugbau (10,9 Prozent),
    • im Hoch- und Tief- sowie Maschinenbau (9,9 Prozent) unterrepräsentiert.
    • im Gesundheitswesen sowie bei der Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen (Frauenquote in Führungspositionen 37,9 Prozent),
    • im Einzelhandel (34,5 Prozent),
    • im Verlagswesen (26,9 Prozent),
    • in der Forschung und Entwicklung (26,2 Prozent)
    • bei den Finanzdienstleistungen (25,3 Prozent) nehmen Frauen hingegen überdurchschnittlich häufig Führungspositionen ein.

    Spielt die Größe der Unternehmen eine Rolle?
    Zudem belegt die Bürgel Studie, dass der Anteil der in Führungspositionen verantwortlichen Frauen mit der Unternehmensgröße schrumpft: So rangiert die Quote bei Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern bei noch knapp einem Viertel (24,6 Prozent). Bei Unternehmen mit 10 bis 50 Mitarbeitern liegt die Quote bei 13,2 Prozent. Bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind es nur 8,7 Prozent weibliche Führungskräfte.

    Spielt das Alter eine Rolle?
    Auch hinsichtlich des Führungskräftealters weist die Bürgel Studie bei der Geschlechterverteilung Unterschiede auf: Bei Führungskräften von bis zu 44 Jahren rangiert der Frauenanteil in Führungspositionen je nach Alterssegment bei mindestens 21,5 Prozent. Bei den 18- bis 24-jährigen Managerinnen ist er mit 28,1 Prozent am höchsten.

    Unabhängig vom Geschlecht sind Führungskräfte statistisch 51,3 Jahre alt (Frauen: 50,7 Jahre, Männer: 51,5 Jahre)
    Während die jüngsten Chefs aus Berlin kommen (Durchschnittsalter: 49,5 Jahre), arbeiten die ältesten im Saarland (52,5 Jahre). Am jüngsten sind die Frauen in Führungspositionen in Thüringen (Durchschnittsalter: 48,5 Jahre), am ältesten im Saarland (52,7 Jahre). Die jüngsten Männer in Führungspositionen arbeiten in Berlin (Durchschnittsalter: 49,7 Jahre).

    Am ältesten sind männliche Chefs in Bremen (52,6 Jahre). Am häufigsten befinden sich – mit einem Anteil von 18,2 Prozent – Mitarbeiter der Altersgruppe der 45- bis 49-Jährigen in Führungspositionen. Nur 0,5 Prozent der Führungspositionen werden von 18- bis 25-Jährigen ausgeübt. 13,7 Prozent der Führungskräfte sind 65 Jahre und älter. In diesem Alterssegment führt Bremen die Statistik an. In dem Stadtstaat sind 16,7 Prozent der ausgewerteten Führungskräfte 65 Jahre oder älter. In Thüringen sind hingegen nur 9,6 Prozent der Angestellten in Führungspositionen 65 Jahre oder älter.

    Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG ist mit 60 Büros in Deutschland eines der führenden Unternehmen für Wirtschafts- und Bonitätsinformationen sowie Inkassodienstleistungen. Bürgel ist ein Tochterunternehmen der Euler Hermes Deutschland AG (Allianz Group) und der EOS Holding GmbH (Otto Group).

    Auf Mentoring4u.de  finden Sie zu diesem Thema folgende Artikel:

    (Gastautor: Oliver Ollrogge, Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co KG  /  Bilder: Bürgel Archiv  / Karikatur: A.Korkis  / Quelle: Bürgel)

  • Wer arbeitet eigentlich auf einem Weihnachtsmarkt?

    Seit Jahrhunderten, ja seit Menschengedenken sind die Weihnachtsmärkte  gewachsenes Kulturgut des christlichen Abendlandes. Daraus entstand eine vielfältige Händlerschaft, die wiederum ihren Ursprung in den Zünften und Gilden des Handwerkes entstand. Die Handwerker gaben zum Verkauf….hier geht`s weiter.

    (Gastautor 2011: Rudi Neuser  / Bilder & Bearbeitung: A. Damayanti)

  • Nach Vollbremsung neue Karriere gestartet! Ein Porträt: Ashley Hicklin

    Fußball und Musik – für viele junge Briten sind das Lebensinhalte, die eng miteinander verbunden sind. Das war bei Ashley Hicklin nicht anders, jedoch mit einem gravierenden Unterschied: Er musste sich als Teenager zwischen Ball und Gitarre entscheiden. Mit 16 galt er als großes Talent und war auf dem Sprung zum Profifußballer, hatte aber auch gleichzeitig angefangen, eigene Songs zu schreiben.

    Ashley Hicklin
    Ashley Hicklin


    Damals lebte Hicklin noch in Scarborough, einem verschlafenen Ort an der Nordostküste Englands. Seine Eltern hatten einen Pub und jeden Sonntag traten dort Nachwuchstalente bei Open Mic Sessions auf – und Ashley mittendrin. Zuerst coverte er Songs von Oasis, Travis oder Crowded House, später kamen die ersten eigenen Lieder hinzu. Das Gitarrespielen brachte ihm ein Mädchen bei, welches bei den Eltern hinter der Bar arbeitete „und in das ich ein kleines bisschen verliebt war“, gibt er offen zu.

    Fußball oder Musik- Ashley entscheidet sich für die Musik und Leeds, um am dortigen College Of Music Klassik zu studieren. Hicklin spielt Schlagzeug, Klavier und Gitarre, schreibt Arrangements für Orchester und widmet sich dem Gesang. „Aber Klassik und ich, das passte nicht so richtig zueinander“, erzählt er. Ashley fühlt sich dem Pop mehr zugehörig und beschließt, nach London zu gehen.

    Mit der britischen Metropole wird er auch nicht so richtig warm: „Zu verrückt, zu schnell, zu unfreundlich.“ Ein Gutes hat die Stadt dann aber doch: Der Hamburger Musikverleger Peter Ende entdeckt ihn dort, verpflichtet den jungen Engländer mit den dunklen Augen als Komponisten und Texter für seinen Verlag und nimmt ihn mit nach Hamburg.

    Ab dann geht alles sehr schnell.  Hicklin versteht sich auf die Kunst, gefühlvolle Songs zu schreiben, die Geschichten erzählen. Der erste, der davon profitiert ist der Belgier Tom Dice, der 2010 sein Land beim Eurovision Song Contest mit dem Lied „Me And My Guitar“ vertritt. Andere Nachwuchssänger und –sängerinnen folgen aus aller Welt.

    Doch Ashleys Talent soll nicht nur anderen vorbehalten bleiben und der erste eigene Plattenvertrag lässt nicht lange auf sich warten. Ferryhouse nimmt Hicklin unter seine Fittiche und stellt ihm einen erfahrenen Produzenten an die Seite, der sein Debüt „Parrysland“ aufnimmt .

    Ashley Hicklin spielt beim Hamburger Reeperbahn Festival und geht mit Bands wie Ich + Ich und Sunrise Avenue als Support auf Tournee. Nicht selten sind es über 20.000 Zuschauer. Der große Durchbruch scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Doch er kommt nicht.

    Vollbremsung
    Ashley geht auf die Straße. Keine Hotels und andere Annehmlichkeiten eines umworbenen Jungstars mehr. Mit einem Rucksack bepackt und seinen akustischen Instrumenten in der Hand reist er durch 30 deutsche Städte und spielt in Fußgängerzonen – angewiesen auf das Wohlwollen von Freunden und Fans, bei denen er übernachtet oder die Geld in den Hut werfen: „Du musst es schaffen, dass die Leute, die zum Einkaufen oder zur Arbeit, gehen stehenbleiben und dir zuhören.“

    Die Straßentour hatte einen reinigenden Effekt. Hicklin fasst neuen Mut, „denn auf der Straße zeigt sich, ob du wirklich jemanden erreichen kannst.“ Das anschließende Schreiben neuer Songs fühlt sich wieder leicht an und macht Spaß. Der Erfolgsdruck, dem er sich bei der Produktion des Debütalbums ausgesetzt sah, scheint wie weggefegt.

    In den folgenden Monaten nimmt er in Stockholm zusammen mit dem Musiker und Produzenten Peter Kvint sein zweites Album mit dem Titel „Kissing The Queen“ auf. Kvint arbeitete in der Vergangenheit u.a. für Britney Spears, Die Happy, Natasha Bedingfield und Heather Nova. „Wir haben einig der Songs zusammen geschrieben und arrangiert“, erzählt Ashley Hicklin. „Es ging alles mit einer unglaublichen Leichtigkeit“.

    Während die Aufnahmen des Debüts fast eineinhalb Jahre gedauert hatten, ist „Kissing The Queen“ nach knapp drei Monaten im Kasten.

    Hicklin hat dafür Popsongs mit großen Refrains geschrieben, manchmal hymnisch wie in „Little Echo“ oder sanft wie in „City Lights“.

    „Kissing The Queen“ enthält auch eine ganze Reihe an Liebesliedern. Über den Wolken zu schweben und sich im totalen Glück zu verlieren wie in „Top Of The World“ mit der Zeile „no love police can bring us down“.„Die Songs sind in einer Zeit geschrieben worden, in der ich sehr glücklich war. Das ist in jedem Lied zu spüren. Es sind emotionale Momentaufnahmen“, sagt der 26 jährige Künstler.

    Hicklins neue positive Haltung spürt der Hörer musikalisch in „Better With You“ am meisten, obwohl es im Song ums Alleinsein geht.  „Als Musiker ist man oft allein. Im Hotelzimmer, im Zug und in fremden Städten. Es geht um das Gefühl, dass es in diesen Momenten schön wäre, Gesellschaft zu haben.“

    Fußball interessiert Ashley natürlich immer noch. Aber er hat seine Entscheidung, Profimusiker zu werden, niemals bereut. „Alles dreht sich in meinem Leben um Musik. Das ist ein Luxus, den ich genieße.“

    (Autor: Arne Gosh, Ferryhouse  /  Bildbearbeitung: D. Balci  /  Bilder: Archiv Sound’n Scripture GmbH)

  • Erfahrungsbericht: Bachelor of Arts Social Sciences (Sozialwissenschaften) Mein Rat: Vergessen Sie das Praktikum nicht!

    Der Bachelor of Arts (BA) Social Sciences ist ein gemeinsamer Studiengang der Fächer Soziologie und Politikwissenschaft am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften.

    Gegenstand ist die Analyse von Gesellschaft, ihren Teilbereichen, deren Strukturen, Bedingungen und Entwicklungen sowie deren Wechselwirkungen mit den Handlungen einzelner Akteure. Leitfragen sind u.a.:

    • Wie und wodurch entstehen gesellschaftliche/politische Strukturen?
    • Wie verändern sie sich?
    • Wie wirken sie auf Akteure ein und wie wirken Akteure auf Strukturen ein?

    Während die Soziologie diese Leitfragen auf die Gesamtgesellschaft und einzelne Teilbereiche wie bspw. Familie, Geschlecht oder Arbeitsorganisationen bezieht, untersucht die Politikwissenschaft diese im Hinblick auf die politische Ordnung von Gesellschaften im Allgemeinen sowie in einzelnen Politikfeldern wie Innen-, Außen- oder Wirtschaftspolitik.

    Merkmal des Studiengangs ist die Verschränkung der beiden sozialwissenschaftlichen Fachdisziplinen.

    Neben dem politikwissenschaftlich-soziologischen Fachstudienbereich gehören ein Methodenteil und ein Praxisteil zu den Kernelementen des Studiengangs.

    Rückblickend hat mir das Studium sehr viel Spaß gemacht und meine Kenntnisse in vielen Bereichen erweitert. Insbesondere hat mir gefallen, dass ich im fünften Semester meines Studiums ein Austauschmodul in einem angrenzenden Studienfach absolvieren konnte. Ich habe die Möglichkeit genutzt und mich für BWL entschieden.

    Auch hier habe ich Grundkenntnisse erwerben können. Während des Studiums konnte ich in die Soziologie, die Politik als auch in die Statistik hereinschauen. Genau die Mischung aus allen Disziplinen macht für mich den Studiengang interessant. Die Berufsperspektiven sind dadurch sehr breit aufgestellt, es ist jedoch zu empfehlen während des Studiums in ein möglichen Bereich mit einem Praktikum hereinzuschauen, um nach dem Studienabschluss nicht in den vielen Berufsmöglichkeiten unter zu gehen, da mit dem sehr allgemeinen Studium eine Spezialisierung notwendig ist!

    (Autorin: Johanna Lipp | Bild: Gerd Altmann / pixelio.de | Bildgestaltung: Dilan Balci)

  • Spielsucht mit Vertrauen und Miteinander in der Familie bekämpfen….. gamescom! Ihre Meinung, votre opinion, your comment, vostro comento, amaciniz, taaleqik ….

    Als Mutter eines fünfzehnjährigen Jungen muss ich mich zwangsläufig mit dem Thema Internetspiele beschäftigen. Im Rückblick fällt es mir jedoch schwer zu sagen, seit wann diese Art der Freizeitbeschäftigung einen relativ großen Raum in seinem Leben eingenommen hat. Anfangs wurden diese Aktivitäten auf eine Stunde pro Tag begrenzt. Da unser Sohn noch auf die Anweisungen seiner Eltern hört, hat er sich auch daran gehalten. Aber es wurde für uns von Zeit zu Zeit immer schwerer, uns an die von uns gemachten Vorgaben zu halten, weil man ja selbst mit allen möglichen Dingen beschäftigt ist. Das ist natürlich eine sehr schwache Entschuldigung, die aber zeigt, wo die Ursachen für unser Fehlverhalten liegen.

    Unser Sohn hat einen ausgeglichenen Charakter, aber auch er spielt diese sogenannten Spiele, in denen man auf einen imaginären Feind schießen und sich knifflige Kampfstrategien ausdenken muss. Auf meine Frage, was er denn an solchen Spielen findet, die für mich als Außenstehenden schon recht einfach und stupide wirken, teilte er mir folgendes mit. Es sei ja nicht so, dass er nicht auch bereit wäre, sich mit anderen Spielen zu beschäftigen. Aber diese seien eben oft zu langweilig und nicht abwechslungsreich genug. Dazu kommt, dass es durch das Internet nun möglich wird, eine scheinbare Realität nachzugestalten. Da man mit echten Menschen zusammen- oder gegeneinander kämpft, bekommt man das Gefühl der Nähe. Die Spielentwickler haben solche Dinge natürlich bereits im Auge, weil der Mensch als Gesellschaftswesen sich ja nun eigentlich nach Gemeinschaft sehnt.

    Bedenklich erscheint mir die Tatsache, dass man fast nur noch Kampfspiele kaufen kann, wenn man die Zielgruppe der Teenager erreichen will. Dieser Prozess verlief ganz schleichend, aber heute ist es für die jungen Menschen völlig normal, virtuell zu kämpfen. Bestimmte Spiele wurden sogar nur für den Zweck erfunden, vor allem junge Männer für den Kampf zu begeistern. Denn in einem bestimmten Alter könnten sie bereit sein, mit Begeisterung in die Armee einzutreten, um mit Enthusiasmus das Vaterland zu verteidigen. Die virtuelle Welt wird dann ganz schnell mit der Realität verwechselt.

    Zum Glück konnten wir bei unserem Sohn feststellen, dass sich seine Kampfbereitschaft auf dem Feld der Internetspiele immer nur auf bestimmte Zeiträume begrenzt. Sein Interesse ließ meistens dann nach, wenn sich seine echten Freunde nicht mehr für die Spiele begeistern konnten. Er hatte dann niemanden, mit dem er sich austauschen konnte. Zurzeit spielen sie unter anderem „Minecraft“. Dieses Spiel ist nicht ganz so gewalttätig, und vor allem schießt man nicht auf Figuren, die wie echte Menschen aussehen.

    Ich finde die Entwicklung zu mehr und mehr Gewalt sehr bedenklich. Es nützt aus meiner Sicht nichts, ausschließlich auf den gesunden Menschenverstand der Jugendlichen zu vertrauen. Wie schnell kann es zu einem Aussetzer kommen, wenn der junge Mensch sich durch übermäßigen Spielgebrauch von der Umwelt vollkommen abkapselt und dadurch den Kontakt zu realen Menschen total verliert? Es gibt heute schon süchtige Internetspieler, die gar nicht mehr in der Lage sind, reale Freundschaften zu pflegen.

    Mein persönliches Fazit lautet
    Verbieten können wir Eltern das Spielen im Internet sowieso nicht. Aber wir müssen darauf achten, dass die jungen Menschen den Bezug zur Realität nicht verlieren. Was unsere Familie betrifft, bei uns ist es normal, dass wir jeden Abend mindestens eine Stunde zusammen am Tisch sitzen und uns beim Essen über das unterhalten, was tagsüber passiert ist. Dadurch entsteht Vertrauen, weil die Kinder wissen, dass wir sie ernst nehmen und ihnen zuhören. Außerdem sind diese Stunden immer unheimlich bereichernd, weil die Begebenheiten des Tages oft sehr lustig sind. Und wir achten darauf, dass sie sich in ihrer Freizeit auch noch mit anderen Dingen beschäftigen als mit dem Internet. Unser Sohn spielt aktiv Fußball und die Tochter singt im Chor, spielt Gitarre und tanzt Hip Hop.

    Weitere Artikel von Gitta Tost hier auf Mentoring4u:
    Von der Holzfacharbeiterin zur Buchautorin
    Vom Couch Potato zum Wanderfreak

    Weitere Kommentare zu diesem Thema: Theo der Entdecker, Dorothee Bär, Papa, ich geh spielen Karl Feldkamp , Electroclash mit Captain Capa, Ist „call of ….ein Gesellschaftsspiel“ und eine Million Preisgelder, Spielen, Lernen, Leben.

    (Gastautor: Gitta Tost  / Bildbearbeitung: D. Balci  )

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  • Spielen, Lernen, Leben. In der virtuellen Realität? .. gamescom! Ihre Meinung, votre opinion, your comment, vostro comento, amaciniz, taaleqik ….

    Spielen ist die Natur des Menschen und allzu gern flüchten wir in buntere, heilere Realitäten, in denen wir mehr Gestaltungsmöglichkeiten und auch mehr Macht haben. Eltern, Lehrer und Politiker sind derzeit von sorgenden Gedanken geplagt, wie man in Zukunft mit virtuellen Spielen umgehen soll.

    Im Zentrum solcher Diskussionen steht letztendlich immer das Gehirn an sich, welches ständig „lernt“ – auch beim Spielen! Darauf basierend wäre es wichtig, ein konkretes Bild von einer Gesellschaft zu haben, in deren Richtung man sich entwickeln will. Dieses Ziel einer zukünftigen Gesellschaft zu erreichen, ist es sinnvoll genau die Art von Spielen an den Markt zu bringen, welche die geistige Einstellung und sozialen Kompetenzen der zukünftigen Gesellschaft widerspiegelt.

    Selbstverständlich ist ausreichend unterdrücktes Potential in uns und unseren Kindern vorhanden, um militarisierende Spiele zu favorisieren. Wir schlagen Schlachten gegen Ungeheuer der grausamsten Art, sind jedoch nicht mehr in der Lage, für unser reales Leben zu kämpfen. Denn eine gespielte Situation kann immer wiederholt werden; solange, bis man endlich gewonnen hat. Das Leben hingegen bietet ausschließlich gelebte Situationen und es beinhaltet keinen Reload-Button.

    Die grundlegende Bedeutung von Spielen lag in der Schulung des Geistes. Man erinnere sich an Mensch ärgere dich nicht oder Schach. Emotionale Kontrolle, strategisches Denken oder Geduld waren sozial kompetente Gewinne der einstigen Spiele.

    Essentiell wichtig wäre dies zu bemerken und zu hinterfragen, ob das Spielen heute nicht eher eine Ablenkung und Trennung von der Wirklichkeit ist?

    Denn wo bleibt das Herz, wenn dir als direkter Spielpartner nur noch eine Maschine gegenüber sitzt? Das Herz wird zwar immer wieder schnell erwähnt und bringt dich schnell in die Esotherik-Schublade. Jedoch sind die neuen Erkenntnisse unserer Wissenschaftler exorbitant horizonterweiternd!

    (Autor: Johannes Drees /  Bild Archiv  & Berabeitung D. Balci)

    Weitere Kommentare zu diesem Thema: Theo der Entdecker, Dorothee Bär, Papa, ich geh spielen Karl Feldkamp , Electroclash mit Captain Capa, Ist „call of ….ein Gesellschaftsspiel“ und eine Million Preisgelder.

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  • Eine Million Dollar Preisgelder… zu Lasten der Realität?.. gamescom! Ihre Meinung, votre opinion, your comment, vostro comento, amaciniz, taaleqik ….


    Die zunehmende Ausrichtung von Computer-Spielturnieren in Verbindung mit  der Ausschüttung gigantischer Preisgelder stimmen mich recht bedenklich. Das auf der letztjährigen gamescom durch den Hersteller Valve zum Fantasy-Strategiespiel „DotA 2“ ausgerichtete Turnier mit einem Gewinner-Preisgeld in Höhe von einer Million US-Dollar dokumentiert, dass es sich bei solcher Art Engagement nicht mehr ausschließlich um flankierende Marketingevents handelt:

    Mit solcherart hohen Preisgeldern, welche man eher bei großen Sportereignissen erwartet, wird meines Erachtens leider nicht mehr lediglich der dynamische Spielemarkt „angekurbelt“. Im Gegensatz zur Förderung von Leistungssport innerhalb von Wettkampfstrukturen, zeitigt die Idealisierung des „Schneller, Besser und Weiter“ im Rahmen von Computer-Spielturnieren oft auch sehr evidente negative Folgen:
    Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit  mit Schulabgänger /-innen erfuhr ich insbesondere während der vergangenen beiden Jahre immer häufiger, dass die „Großen“ der diversen internationalen Gamer-Szenen oft regelrecht idealisiert werden. Der recht nebulöse Beruf des“Professionellen Computerspielers“, stellt für manche meiner Teilnehmer /-innen gar eine aus deren Sicht realistische berufliche Perspektive dar.  In den ernstzunehmenden Fällen richten Jugendliche ihre gesamte Freizeit auf das „Trainieren“ ihrer Spielkompetenzen aus – häufig zu Lasten des realen Umfeldes: Einerseits demonstrieren diese Jugendlichen selbst während unseres mediendidaktischen Unterrichts oft eindrucksvoll die Fähigkeit,  rasend schnell durch die Webseiten einschlägiger Spielecommunities und / oder daran gekoppelter Interessengemeinschaften auf sozialen Plattformen wie „Facebook“ zu navigieren. Andererseits leiden hierbei meiner Einschätzung nach mehr und mehr diejenigen Kompetenzen, welche es benötigt, um sich konzentriert einer Aufgabe und dem entsprechenden Lösungsweg zu widmen.

    (Autor: Sven Linke  / Bild: Archiv  /  Bildbearbeitung Y.Tutucu)

    Weitere Kommentare zu diesem Thema: Theo der Entdecker, Dorothee Bär, Papa, ich geh spielen Karl Feldkamp , Electroclash mit Captain Capa, Ist „call of ….ein Gesellschaftsspiel“

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  • Ist „Call of ….“ ein Gesellschaftsspiel? Ein junger Vater kommentiert…. gamescom! Ihre Meinung, votre opinion, your comment, vostro comento, amaciniz, taaleqik ….

    Ist „Call of Duty“ ein Gesellschaftsspiel? Kreativität bei Stil und Story halten Einzug in neue Spielentwicklungen. Thorsten Vozar und Ludwig Reicherstorfer, Landesgeschäftsführer von CSUnet kommentieren.

    Thorsten Vozar:

    In Berichten über die gerade mit einem Besucherrekord zu Ende gegangene Gamescom habe ich viel gesehen und gelesen über das Phänomen Computerspiele, das nicht erst durch die allgegenwärtige Vernetzung über das Internet zu einem Massenphänomen geworden ist. Bei schönstem Sommerwetter zieht es tausende von jungen Menschen in Messehallen, um stundenlang an Ständen anzustehen und die neuesten Spiele zu testen. Ich habe Interviews mit jungen Menschen gesehen, die voller Begeisterung und mit leuchtenden Augen von Onlinespielen berichtet haben, wie sie stunden- und nächtelang mit Gleichgesinnten „Call of Duty“ spielen.

    Im Moment bin ich noch ganz froh, dass meine Kinder im Fernsehen die „Oktonauten“ oder „Bob the builder“ schauen. Und sobald es nicht in Strömen regnet, wollen sie raus an die frische Luft. Elternherz, was willst du mehr! Obwohl ich noch einige Jahre davon entfernt bin, dass meine Kinder „Call of Duty“ (wie auch immer die aktuelle Version dann heißt) am Rechner spielen wollen, kommt jetzt schon ein leichtes Unbehagen zu Tage, wenn ich daran denke, dass sie das irgendwann auch mal spielen wollen (und vermutlich auch werden). Dabei saß ich selbst mal stundenlang vor dem Rechner und habe „Doom 2“ gespielt oder mit ruhiger Hand auf der Maus mit einem Präzisionsgewehr auf die Köpfe (natürlich böser) Computergegner gezielt. Ich kann mich auch noch gut an die Ermahnungen meines Vaters erinnern, dass Menschen im richtigen Krieg gestorben sind und solche Spiele daher den Krieg verherrlichen.

    Und nun? Hatte ich mir nicht vorgenommen, mit dem Thema Computer und Internet anders umzugehen als meine Eltern? Ich kann meine Kinder nicht abschotten, und nur das sehen lassen, was ich für richtig und altersgerecht halte. Käme das nicht einer Zensur gleich? Selbst wenn ich es zu Hause verbiete, werden sie mit absoluter Sicherheit irgendwo bei Freunden einen unbeschränkten Zugriff ins Netz bekommen. Und sie werden Dinge im Internet sehen, wovon ich nicht mal wissen möchte, dass sie so etwas sehen. Ich wäre wahrscheinlich froh, wenn sie nur „Call of Duty“ spielten.

    Sie werden wie selbstverständlich mit Computer und Internet aufwachsen. Selbst im Alter von zwei Jahren weiß mein Zweitgeborener, dass er mit dem Finger über das Display meines Telefons streichen muss, um sich das nächste Foto anzusehen. Wahrscheinlich würde ich die Entwicklung meiner Kinder sogar behindern, wenn ich sie von der Technik fernhalte und sie deswegen zu Außenseitern in der Schule mache.

    Dabei möchte ich doch nicht mehr und nicht weniger, als dass sie einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet lernen. Ich wünsche mir, dass sie immer in der Lage sein werden, zwischen dem wahren Leben und dem Internet oder dem Spiel zu unterscheiden – wie realistisch die Grafik und das Spielverhalten auch immer sein mag. Ich möchte sie so erziehen, dass sie sich eine eigene Meinung bilden, mündige Bürger werden. Das ist meine Aufgabe. Genauso, wie ihnen Respekt vor anderen Menschen und dem Leben zu vermitteln. Das geht wie so oft am besten, indem ich es ihnen vorlebe.

    Und vielleicht stärkt ja das Online-Zusammenspiel bei „Call of Duty“ tatsächlich das Zusammengehörigkeitsgefühl oder das logische Denken durch gemeinsames taktisches Vorgehen. Ausgeprägte Sozialkompetenzen und analytische Fähigkeiten stehen in der heutigen Arbeitswelt hoch im Kurs.

    Ich werde es zwangsläufig irgendwann erfahren… (Autor: Thorsten Vozar)

    Ludwig Reicherstorfer, Landesgeschäftsführer CSUnet

    Computerspiele sind längst kein sinnloser Zeitvertreib mehr,
    sondern oftmals kleine Kunstwerke. Auf der Gamescom konnte man wieder einmal die Vielfältigkeit und das Ideenreichtum der Spieleentwickler sehen. Besonders spannend finde ich es, wenn Kreativität bei Stil und Story zusammen kommen und man wie bei einem guten Buch oder einem guten Film in die Atmosphäre eines solchen Spiels eintauchen kann. Ich finde es schade, dass manche bei Gaming immer noch an Tetris und Doom denken, glaube aber, dass diese Denkweise inzwischen nicht mehr zum „guten Geschmack“ gehört. (Ludwig Reicherstorfer, Landesgeschäftsführer CSUnet)

    Weitere Kommentare zu diesem Thema: Theo der Entdecker, Dorothee Bär, Papa, ich geh spielen Karl Feldkamp , Electroclash mit Captain Capa

    (Autoren: Thorsten Vozar und Ludwig Reicherstorfer  / Bildbearbeitung D. Balci)

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  • Theo der Entdecker oder der Urgroßvater lernt vom Ur-Enkel …. gamescom! Ihre Meinung, votre opinion, your comment, vostro comento, amaciniz, taaleqik ….

    Mit fast 300.000 Besuchern bewies die Gamescom einmal mehr, dass Computerspiele längst zu Kulturgütern geworden sind, die immense Innovations- und Kreativpotenziale aufzeigt. Und auch wirtschaftlich gewinnt die Gaming-Branche immer mehr an Relevanz.

    Laut Games-Report 2012 des BIU gibt es 25 Mio. aktive Gamer in Deutschland, dabei ist der Frauenanteil bei knapp 50 Prozent. Die Begeisterung für die Computerspiele geht quer durch alle Gesellschaftsgruppen, was ich besonders erfreulich finde. Etwas mehr als ein Drittel der Gamer sind unter 9 Jahren alt, was zeigt, dass es gerade für Kinder sehr gute und pädagogisch wertvolle Angebote gibt. In einer medienkompetenten Familie, in der Eltern ohne erhobenen Zeigefinger darauf achten, wie der Computer bei den Kindern eingesetzt wird, können Games ein großer Gewinn für die Entwicklung der Jüngsten sein. (Autorin: Dorothee Bär, MdB, stv. CSU-Generalsekretärin, Vorsitzende des CSUnet und des CSU-Netzrates)

    Bei einem Familienessen – (mein Schwiegersohn hat noch seine Großeltern) sah ich mit sehr erstaunten Augen wie der gerade 2-jährige Theo, jüngster Sohn meiner Tochter, seinem ca. 86 Jahre alten Urgroßvater das Iphone näherbrachte und sehr elegant jeweils von links nach rechts und umgekehrt wusch -wusch mit seinem kleinen Zeigefinger auf dem Gerät die Bilder bewegte- Nun denken die Forscher, haben die digital natives wie diese jüngste Generation genannt wird, das Problem, später in Büchern festzustellen, dass diese Bilder sich nicht bewegen. Wir sind übrigens die digital immigrants. (Autorin: Inge Koltermann)

    Weitere Kommentare zu diesem Thema: Papa ich geh spielen (Autor: Karl Feldkamp)

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    (Autoren: Dorothee Bär, Inge Koltermann /  Bilder: A. Damayanti, L. Reicherstorfer, Archiv /  Bildbearbeitung: D. Balci)

    Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen bitte an: Email: redaktion@mentoring4u.de Vielen Dank! Merci beaucoup! Mille grazie! Thanks a lot! Tesekkür ederiz! Sukran djasilen!

  • Papa, ich geh spielen… gamescom! Ihre Meinung, votre opinion, your comment, vostro comento, amaciniz, taaleqik ….

    Karl Feldkamp: Nun will ich nicht behaupten, dass ich – inzwischen Großvater von vier Enkeln – genau weiß, wie das Leben funktioniert und wie ein Kind sich am besten auf sein bevorstehende Erwachsenen-Dasein vorbereiten kann.


    Selbst als Vater und professioneller Pädagoge habe ich vorwiegend nach dem Schema Versuch und Irrtum gehandelt und bin inzwischen mit den Ergebnissen, die sich bei meinen erwachsenen Kindern zeigen, recht zufrieden.

    Ich weiß aber noch, wie schwer es zu ertragen war, wenn das eigene Kind sich Spielen widmete, die mein technisches und strategisches Know how weit überstiegen.

    Mein Vater hat einfach nicht mehr mit mir Schach gespielt, als ich ihn das erste Mal besiegte.

    Er war eben kein sonderlich guter Verlierer… Damit hat er mich zwar gehörig  enttäuscht. Aber er verstand die Spielregeln wenigstens noch.

    Heute müssen Väter immer eher damit rechnen, dass ihre Söhne ihnen überlegen sind.

    Sie beherrschen in relativ jungen Jahren schon spielerisch die Technik und Elektronik ihrer kleinen und größeren Computer besser und verabschieden sich mit virtuellen Fantasie-Figuren aus dem, was Eltern für die wahre – nämlich ihre eigene – Realität halten.

    Früher kannte sich jeder Vater und vor allem jede Mutter in der überlieferten Märchenwelt recht gut aus. Sie konnten erzählen, was ihnen von ihren Eltern erzählt wurde.

    Zugegeben, das ist schon sehr lange her.

    Heute bastelt und programmiert eine anoynme Spiele- und Computerbranche sich etwas zusammen, dem die zumeist beruflich stark eingespannten Eltern sich überhaupt nicht mehr nachhaltig widmen können.

    Nur eines ist ganz gewiss noch wie früher: Die pädagogisch wertvolleren Spiele sind in der Regel die langweiligeren.

    So stand bei den Computerspielen, die gerade wieder auf der Kölner gamescom mit viel Werbung und Medienpräsenz angeboten wurden, selbstverständlich Glanz, Spannung und Aktion im Mittelpunkt, da die zunehmend abenteuerärmere Umwelt unserer Kinder, dringend Ersatz und Ausgleich erfordert.

    Ja, und genau genommen, sind die virtuellen Welten längst attraktiver als jene, die uns als Wirklichkeit umgeben. Zum Teil vermischen sich beide auch und es wird nicht nur für Kinder immer mühsamer zu unterscheiden, ob das stimmt, was wir außerhalb der Medien wahrnehmen oder das, was ihnen über kleine und größere Bildschirme ins Haus und inzwischen überall hin geliefert wird.

    Wenn jene Bildschirme nur erzählen und berichten würden, wären wir, abgesehen vom technischen Fortschritt und der gelegentlich überwältigenden Vielfalt des Gezeigten nur unbedeutend über das Märchenerzählen hinausgekommen.

    Doch durch die immer raffinierten Computerspiele, die der Spieler beeinflussen kann, ist es ihm möglich, die virtuellen Welten mitzugestalten. Und in virtuellen Welten ist das wesentlich leichter (nämlich zumeist durch Knopfdruck) möglich, während das Leben auf der Erde sich immer komplizierter gestaltet.

    Da laufen Banken aus dem Ruder der zuständigen Regierungen, da gelten städtische Metropolen als unregierbar, Kriege lassen sich nicht vermeiden. Und Eltern müssen sich aus Existenzgründen den Regeln der Berufswelt unterwerfen und können trotz aller angeblich familienfreundlichen politischen Bemühungen sich nur noch begrenzt um ihre Kinder kümmern.

    Nicht zuletzt deswegen sind Väter und Mütter auch bereit, ihren Kindern mehr Zeit am Kleincomputer zuzugestehen, als sie eigentlich für richtig halten.

    Einst hieß „Papa ich geh spielen“ zumeist: Ich gehe auf die Straße zu meinen Freunden.

    Da blieb dem Vater allenfalls die Sorge, dass sein Sohn oder seine Tochter Spielkameraden finden konnte, die sie oder ihn zu irgendwelchen Untaten anstifteten.

    Wenn heute ein Kind spielen geht, zieht es sich nicht selten in sein Kinder-Einzelzimmer zurück und drückt Knöpfchenfolgen oder kann durch Bewegung das Geschehen auf einem Großbildschirm beeinflussen. Und es wird nicht mehr lange dauern, dann wird das Hirn, direkt an den Computer angeschlossen, durch Mitdenken mitspielen.

    Natürlich bleibt dabei das Einüben von sozialem Verhalten auf der Strecke. Die körperlichen Bewegungen sind eher geringfügig und haben zumeist Übergewicht zur Folge. Und die Emotionen, die durch persönliche unmittelbare Begegnungen ausgelöst werden, bleiben nur nur beschränkt gefordert. Ganz abgesehen von den Suchtgefahren, die bei eher grenzenlosem Gebrauch dieser Spiele zu befürchten sind.

    Nun ist aber auch in meiner Jugend manches von überzeugten Pädagogen verworfen und in seiner befürchteten Fortentwicklung als Ende des Abendlandes und des wahren Menschseins angesehen worden.

    Doch wir haben es alle überlebt – das Telefon, das Radio, den Fernsehapparat, die Comics, das Handy, den Computer…

    Irgendwann lernten die Menschen bisher, so mit den angeblich gefährlichen Medien umzugehen, dass sie weitgehend zu nützlichen Gebrauchsmitteln wurden.

    Ich bin gespannt, ob eine möglicher Weise schöne neue virtuelle Welt demnächst auch positive Rückwirkungen auf das reale Erdenleben haben wird.

    Allein auf die Auswirkungen der Spiele käme es an. Denn Spiele waren bisher vor allem der nützliche Versuch, für ein möglichst glückliches Leben zu üben.

    (Autor: Karl Feldkamp, 51766 Engelslirchen-Wallefeld /  Bild: 1. french_03   2+3. D. Balci /  Bildquelle:www.photocase.de + Archiv /  Web: www.karl-feldkamp.de.tl/)

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