mentoring4u

Kategorie: Gastautor

  • Letzter Teil: Ist Legasthenie ein Märchen? Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer – helfen Ihnen –

    Für das Funktionstraining steht eine Fülle an Spielen und Arbeitsblättern zur Verfügung. Der AFS-Test hat gezeigt, welche Schwierigkeiten das Kind hat, und hier wird das Training angesetzt.


    Hat ein Kind Schwierigkeiten, Unterschiede zu sehen, so gibt es Fehlerbilder, Wimmelbücher, Buchstabensuche, usw. Hat es Schwierigkeiten, „oben“, „unten“, „rechts“, „links“, „neben“, „vor“, „hinter“ zu unterscheiden, so werden Türme gebaut, Figuren aus unterschiedlichen Perspektiven nachgezeichnet, Bilder gedreht usw. Für jeden Bereich gibt es eine große Auswahl. Viele Trainer des EÖDL stellen ihre Arbeitsblätter auf ihren Privatwebseiten bzw. über www.arbeitsblaetter.org gratis zur Verfügung.

    Doch die Aufmerksamkeit des Trainers und die Wahrnehmungsübungen für das Kind alleine reichen nicht. Auch ein legasthenes Kind lernt Lesen durch Lesen, Schreiben durch Schreiben und Rechnen durch Rechnen. Zusätzlich zum AFS-Test mache ich immer eine genaue Fehleranalyse. Welche Fehler macht das Kind? Lässt es Buchstaben aus, fügt es welche hinzu, vertauscht es „g“ und „k“ oder „b“ und „d“? Manche Eltern staunen, wenn ich ihnen zeige, dass die Fehler ihres Kindes System haben. Ein Kind, das Schwierigkeiten mit der räumlichen Wahrnehmung hat, wird öfters „b“, „d“, „p“ und „q“ verwechseln. Was hilft es da, wahllos Diktate zu üben? Groß- und Kleinschreibung? Rein gar nichts. Auch hier setze ich das Training da an, wo das Kind Probleme hat. Dabei gehe ich immer in dieser Reihenfolge vor: 1. Lesen, 2. Schreiben und 3. Rechnen. Denn Lesen ist das Wichtigste. Jegliche Informationsaufnahme geschieht über das Lesen. Solange ein Kind nicht gut und sicher lesen kann, brauche ich keine Rechtschreibung zu üben und schon gar keine Sachaufgaben. Für manche Eltern ist das ein regelrechter Schock! „Wie, wir sollen kein Diktat üben?!“ Nein, es bringt nichts. Solange das Kind die Buchstaben nicht einmal unterscheiden kann, was will man da Diktat üben? Auch beim Symptomtraining gibt es mehrere Möglichkeiten, den Buchstaben- oder Zahlenwirrwarr im Kopf des Kindes zu entwirren: Holzbuchstaben, Nachfahrplättchen, Kneten, …
    Auch hier gilt: was das Kind annimmt, gilt. Sehr sinnvoll ist es hier auch, den Computer einzusetzen. Dennoch, trotz aller Spiele und Möglichkeiten soll ein Kind mit der Hand schreiben können und ein Arbeitsblatt bearbeiten können. Tablets, Netbooks, Smartphones mögen im Alltagsleben der Kinder angekommen sein, in der Schule sind sie das noch lange nicht. Auch wenn die neuen Medien in der Schulen ankommen sollten, ein Kind soll dennoch in der Lage sein, einen Stift in der Hand zu halten und leserlich zu schreiben.

    Im Training gehe ich daher kleinschrittig vor: ich hole ich das Kind da ab, wo es ist und bringe ihm langsam, aber sicher die Kulturtechniken bei. Das Frustrierende an der Sache? Bis die Kinder zu mir kommen, sind sie oft schon in der 3. und 4. Klasse oder sogar älter, vom Wissensstand aber irgendwo Mitte oder Ende der 1. Klasse oder 2. Klasse. Das ist übertrieben? Leider nicht. Es ist erschreckend, wie viele 12-jährige Kinder wie ein Erstklässler lesen. Die Zahlen in Deutschland sagen auch genug: Siebeneinhalb Millionen funktionale Analphabeten gibt es in Deutschland; Migranten, die nicht oder kaum Deutsch sprechen sind dabei nicht erfasst. Sind das alle nicht-erkannte Legastheniker? Ich weiß es nicht, aber ich wage zu sagen: sehr viele auf jeden Fall. Die Art und Weise, wie in Deutschland Lesen und Schreiben gelernt wird, ist für Legastheniker nicht gerade förderlich. Aber das wäre ein weiteres Thema und ein Artikel für sich.

    Auch interessant: Wenn festgestellt wird, dass ein Kind in der Grundschule Schwierigkeiten mit Lesen, Schreiben, Rechnen hat, muss es in Deutschland eine multiaxiale Diagnostik über sich ergehen lassen, um als Legastheniker anerkannt zu werden. Ein Kind, das „nur“ Dyskalkulie hat, ist völlig sich selbst überlassen. Noch interessanter ist allerdings Folgendes: Ich habe viele Kinder, die erst beim Erlernen einer Fremdsprache auffällig werden. Irgendwie kann sich keiner erklären, warum das Kind sich mit Englisch oder Latein so schwer tut. Schaue ich genauer hin, merke ich, dass das Kind auch in Deutsch erhebliche Schwierigkeiten hat, aber dass es dieses durch seine hohe Intelligenz und verschiedene Tricks lange überspielen konnte. Jetzt braucht das Kind keinen Psychologen, keinen Psychiater und keine Medikamente (zum Glück), sondern es heißt einfach: „Na ja, es ist halt nicht so gut in Sprachen!“

    Es würde den Rahmen sprengen, hier noch mehr auf Einzelheiten einzugehen bzw. die Bildungssituation in Deutschland anzusprechen – dennoch soll gesagt werden, dass Deutschland mehr legasthene Kinder als andere Länder hat. Das sollte uns nachdenklich stimmen.

    Neben dem Training mit betroffenen Kindern versuche ich auch die Öffentlichkeit über die Themen Legasthenie und Dyskalkulie zu informieren. Twitter und Facebook sind dafür geeignete Plattformen, aber auch Vorträge, Flyer, Aushänge, usw.

    Wichtig ist zu erkennen, dass Legasthenie und Dyskalkulie keine Krankheiten oder Behinderungen oder Schwächen sind. Mit dem richtigen Training kann jedes Kind seine Legasthenie oder Dyskalkulie in den Griff bekommen. Deswegen sollten Legasthenie und Dyskalkulie möglichst früh erkannt werden. Wenn ein normal intelligentes Kind Probleme mit Lesen, Schreiben, Rechnen hat, soll man nicht wegschauen, nicht denken, dass der Knoten schon platzen werde (tut er nämlich nicht), die Eltern nicht vertrösten (sie wollen Hilfe!) und den Eltern nicht sagen, dass sie mehr üben sollen (das tun sie nämlich!). Legasthene und dyskalkule Kinder brauchen eine individuelle Förderung auf pädagogisch-didaktischer Ebene. So einfach ist das.

    Über diesen Link kommen Sie zu Teil 1, Teil 2, Teil 3 .

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

    Wir wünschen Ihnen, unseren Lesern, ein gesegnetes Weihnachtsfest.  Die Redaktion von Mentoring4u.

    (Gastautor: Stephany Koujou  /   Bilder: S. Koujou  /  Gestaltung: M. Weiss   /  Quellen und weiterführende Links:
    Blog der Autorin: www.abcund123.de , Fernstudium des EÖDL:www.legastheniefernstudium.com/ , Dachverband Legasthenie Deutschland:www.dvld.de/index.php , Legasthenie:de.wikipedia.org/wiki/Legasthenie Legasthenie – Dyskalkulie? (Dr. Astrid Kopp-Duller und Mag. Livia Pailer-Duller, KLL-Verlag, 2008) www.legasthenie.com , Blog von Dr. Astrid Kopp-Duller: blog.legasthenie-lrs-dyskalkulie.com/Sinneswahrnehmungen:abcund123.blogspot.com , AFS-Test:abcund123.blogspot.com und www.dyslexiatest.com ; 30 Fragen:www.30fragen.com/ . Das Legasthenie-Märchen: www.iplnicolay.comKMBek 16.11.99 , Text der KMBek (geändert am 11.8.00): www.schulberatung.bayern.de , Liegende Acht: www.lernen-heute.de, Siebeneinhalb funktionale Analphabeten: www.zeit.de )

  • Teil 3: Ist Legasthenie ein Märchen? Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer – helfen Eltern

    Aufmerksamkeit bedeutet, dass das Kind lernen soll, beim Lesen, Schreiben, Rechnen mit den Gedanken dabei zu sein. Es reicht natürlich nicht, dem Kind lapidar zu sagen: „Konzentriere dich endlich mal“ oder „Sei ruhig!“. Nein, ich zeige dem Kind, wie es aufmerksam sein kann, wie es dazu kommt, mit den Gedanken bei der Sache zu sein.

    Für den Einstieg mache ich gerne Übungen mit der liegenden Acht, sei es mit einer Acht zum Anfassen oder mit einer Acht auf Papier zum Nachfahren. Die liegende Acht ist eine Übung aus der Kinesiologie. Ich will hier nicht auf den wissenschaftlichen Aspekt eingehen, ob es nachweisbar ist, dass die Gehirnhälften dadurch miteinander verbunden werden oder nicht. Fakt ist, dass die meisten Kinder diese Übung annehmen und dabei ruhiger werden.

    Für die Kinder, die diese Übung nicht akzeptieren oder nicht machen können, gibt es andere Übungen. Atemübungen, Nachfahrübungen, einen Turm bauen lassen, ja, ich habe einen Schüler, mit dem ich zuerst 10 Minuten Judotraining mache, damit er überhaupt zur Ruhe kommt. Denn das ist das Schöne an der AFS-Methode. Sie ist eine offene Methode, d.h. jeder Ansatz, jedes Spiel, jede Technik, jede Methode, die dem Kind helfen kann, wird akzeptiert. Jedes Kind hat eine andere Legasthenie, und jedes Kind hat eine andere Dyskalkulie, und deswegen ist es wichtig, auf jedes Kind einzeln einzugehen. Da das Training in einer Eins-zu-eins-Situation stattfindet, ist dies auch möglich.

    Manche Kinder sind nach Jahren des falschen Übens und der Frustration so unruhig geworden, dass sie manchmal lange brauchen, um überhaupt zur Ruhe zu kommen und aufmerksam zu sein. Hier heißt es, nicht locker zu lassen, sondern so lange daran zu arbeiten, bis das Kind seine Aufmerksamkeit gefunden hat.

    Der zweite Aspekt ist das Funktionstraining. Funktionen oder Sinneswahrnehmungen sind die Wahrnehmungen, die man zum Lesen, Schreiben und Rechnen braucht. Es geht um visuelle, akustische und räumliche Wahrnehmung. Es geht nicht darum, ob ein Kind gut sieht oder nicht, sondern darum, ob das Kind in der Lage ist, Unterschiede zu sehen oder zu hören, sich zu merken, was es gesehen oder gehört hat, ob es sicher „oben“, „unten“, „rechts“, „links“, „neben“, „vor“, „hinter“ unterscheiden kann. Denn wenn ein Kind das nicht kann, kann es zu Schwierigkeiten beim Erlernen der Kulturtechniken kommen.

    Für das Funktionstraining steht eine Fülle an Spielen und….

    Der vierte Teil erscheint bei uns am 23. Dezember 2011

    Über diesen Link kommen Sie zu Teil 1, Teil 2 und zum letzten Teil.

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

    (Gastautor: Stephany Koujou  /  Bilder: froodmat_wasserspiegel   Gestaltung: M. Weiss  /  Piktogramm: PictoSelector  /  Quellen und weiterführende Links:
    Blog der Autorin: www.abcund123.de , Fernstudium des EÖDL:www.legastheniefernstudium.com/ , Dachverband Legasthenie Deutschland:www.dvld.de/index.php , Legasthenie:de.wikipedia.org/wiki/Legasthenie Legasthenie – Dyskalkulie? (Dr. Astrid Kopp-Duller und Mag. Livia Pailer-Duller, KLL-Verlag, 2008) www.legasthenie.com , Blog von Dr. Astrid Kopp-Duller: blog.legasthenie-lrs-dyskalkulie.com/ Sinneswahrnehmungen:abcund123.blogspot.com , AFS-Test:abcund123.blogspot.com und www.dyslexiatest.com ; 30 Fragen:www.30fragen.com/ . Das Legasthenie-Märchen: www.iplnicolay.com KMBek 16.11.99 , Text der KMBek (geändert am 11.8.00): www.schulberatung.bayern.de , Liegende Acht: www.lernen-heute.de, Siebeneinhalb funktionale Analphabeten: www.zeit.de )

  • Teil 2. Ist Legasthenie ein Märchen? Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer – helfen Kindern

    …Es entsteht noch mehr Druck und Frustration. Der Teufelskreis hat längst angefangen. Allmählich entwickelt das Kind Verhaltensauffälligkeiten, wird unruhig und unkonzentriert. Irgendwann ist das eigentliche Problem nebensächlich geworden, und das Kind wird zum Problem.

    Deswegen ist es wichtig, dass Eltern, aber auch Schulen die Anzeichen von Legasthenie und Dyskalkulie erkennen und dementsprechend handeln. Muss das Kind zum Psychologen? Muss das Kind zum Psychiater? Soll es gar Tabletten schlucken? Nein, das Kind braucht lediglich eine andere Methode, um die Kulturtechniken zu lernen.

    An dieser Stelle helfen die diplomierten Legasthenie- und Dyskalkulietrainer und –trainerinnen des EÖDL, so wie ich. Ich arbeite nach der Definition von Dr. Kopp-Duller und der von ihr entwickelten AFS-Methode. Was bedeutet das?

    Wenn Eltern mich anrufen, sind sie meistens schon recht verzweifelt und haben bereits eine Odyssee durch mehrere Praxen hinter sich, leider erfolglos. Oft ist es so, dass den Eltern nahegelegt wird, Ritalin sei noch die einzige Rettung. Auch wenn viele Eltern leider diesem Druck nachgeben, gibt es auch noch viele, die das nicht wollen.

    Ich mache zunächst ein Anamnesegespräch mit den Eltern und dem Kind. Es geht dabei darum, festzustellen, ob keine körperlichen Gründe für die Schulschwierigkeiten vorliegen und welche Maßnahmen schon getroffen wurden. Auch gibt es einen Fragebogen zu typischen Merkmalen legasthener Kinder im Vorschul- und im Schulalter. Wenn in diesem Bogen mehrmals „Ja“ angekreuzt wird, mache ich den AFS-Test mit dem Kind. Damit kann ich feststellen, wie aufmerksam das Kind ist, welche Sinneswahrnehmungen anders ausgeprägt sind und welche Art von Fehlern das Kind macht. Eigens dafür habe ich eine Fehleranalysetabelle – darin sind die verschiedenen, typischen Fehler aufgelistet: Buchstaben auslassen, Buchstaben verdrehen, Buchstaben vertauschen, usw. Für diese Analyse benutze ich verschiedene Proben, die das Kind über längere Zeit geschrieben hat. Ich mache keinen LRS-Test, da dieser nur eine Momentaufnahme und zu wenig aussagekräftig ist. Bei einem legasthenen Kind kann es durchaus sein, dass es gerade einen guten Tag hat und glänzend abschneidet beim Test. Das ist wohl der Grund, warum viele Schulpsychologen keinen Handlungsbedarf sehen, da das Ergebnis im Rahmen ist.

    Nach der Testung analysiere ich das Ergebnis und stelle einen Trainingsplan zusammen. Denn jetzt ist es wichtig, das Kind richtig zu fördern. Das mache ich
    nach der AFS-Methode: AFS steht für Aufmerksamkeit, Funktion und Symptom.

    Aufmerksamkeit bedeutet, dass das Kind lernen soll, beim Lesen, Schreiben, Rechnen mit den Gedanken dabei zu sein…

    Der dritte Teil folgt am 18. Dezember 2011

    Über diesen Link kommen Sie zu Teil 1, Teil 3 und letzter Teil.

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

    (Gastautor: Stephany Koujou  /  Bilder & Thumb & Gestaltung: M. Weiss   /  Quellen und weiterführende Links:
    Blog der Autorin: www.abcund123.de , Fernstudium des EÖDL: www.legastheniefernstudium.com/ , Dachverband Legasthenie Deutschland: www.dvld.de/index.php , Legasthenie: de.wikipedia.org/wiki/Legasthenie Legasthenie – Dyskalkulie? (Dr. Astrid Kopp-Duller und Mag. Livia Pailer-Duller, KLL-Verlag, 2008) www.legasthenie.com , Blog von Dr. Astrid Kopp-Duller: blog.legasthenie-lrs-dyskalkulie.com/Sinneswahrnehmungen: abcund123.blogspot.com , AFS-Test:abcund123.blogspot.com und www.dyslexiatest.com ; 30 Fragen:www.30fragen.com/ . Das Legasthenie-Märchen: www.iplnicolay.com KMBek 16.11.99 , Text der KMBek (geändert am 11.8.00): www.schulberatung.bayern.de , Liegende Acht: www.lernen-heute.de, Siebeneinhalb funktionale Analphabeten: www.zeit.de )

  • Ist Legasthenie ein Märchen? Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer – helfen Menschen – Teil 1

    Legasthenie ist ein Märchen; Legasthenie ist ein schwieriges Wort für Faulheit; Legasthenie ist eine Erfindung reicher Eltern als Erklärung für ihr dummes Kind; Legasthenie ist eine schwere psychische Störung, Legasthenie ist „eine nur schwer therapierbare Krankheit„. Bei diesen Ansichten, ist es kein Wunder, wenn Eltern es nicht gerne hören, dass ihr Kind legasthen sein soll. Die gleichen Meinungen gibt es über die Dyskalkulie.
    Screenshot Wasserspiegel Artikel

    Richtig erfrischend ist daher die Definition von Dr. Astrid Kopp-Duller. Sie beschreibt Legasthenie so: „Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Symbole trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen (Sinneswahrnehmungen) anders empfindet als nicht-legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens.“ (1995).

    Was bedeutet diese Definition? Zunächst, dass Legasthenie und Dyskalkulie nichts mit Dummheit zu tun haben. Legasthene und dyskalkule Kinder sind normal bis überdurchschnittlich intelligent. Jeder, der mit diesen Kindern arbeitet, kann dies bestätigen. Allerdings nehmen sie ihre Umwelt anders wahr als nicht-betroffene Kinder. Ihre Sinneswahrnehmungen sind anders ausgeprägt, sei es im visuellen, akustischen und / oder räumlichen Bereich. Dadurch kann es zu Schwierigkeiten beim Erlernen von Lesen, Schreiben und / oder Rechnen kommen.

    Dazu das Allerwichtigste: Die Kinder sind NICHT krank, gestört, behindert, schwach. Wenn ihnen nicht geholfen wird, können sie allerdings vor lauter Frustration krank und gestört werden.

    Wie sieht der Alltag eines solchen Kindes aus? Lesen geht nur schwer oder stockend, Diktate sind ein Drama, einige Kinder können rechnen, andere nicht, spätestens bei den Sachaufgaben ist Schluss. Das Kind wird den ganzen Tag in der Schule mit etwas konfrontiert, das es nicht kann. Zuhause geht das weiter. Die Hausaufgaben werden zum täglichen Kampf, die Eltern üben und üben und üben mit ihrem Kind, aber das Kind wird nicht besser. Die Eltern verlieren den Mut, machen ihrem Kind Vorwürfe. Das Kind verliert auch den Mut, fängt an, an sich selbst zu zweifeln. Allmählich ist es davon überzeugt, dumm zu sein. In der Schule heißt es, je nach Klasse: „Das wird schon“ (1. und 2. Klasse) und dann: „Sie sollten mehr üben, sonst wird das mit dem Übertritt nichts“ (3. und 4. Klasse). Es entsteht noch mehr Druck und Frustration. Der Teufelskreis hat längst angefangen. Allmählich entwickelt das Kind Verhaltensauffälligkeiten, wird unruhig und unkonzentriert. Irgendwann ist das eigentliche Problem nebensächlich geworden, und das Kind wird zum Problem….

    Der zweite Teil folgt am 17. Dezember 2011

    Über diesen Link kommen Sie zu Teil 2, Teil 3 und zum letzten Teil.

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

    (Gastautor: Stephany Koujou  /  Bilder: Bild: froodmat_wasserspiegel   Gestaltung: M. Weiss  /  Piktogramm: PictoSelector  /  Quellen und weiterführende Links:
    Blog der Autorin: www.abcund123.de , Fernstudium des EÖDL: www.legastheniefernstudium.com/ , Dachverband Legasthenie Deutschland:www.dvld.de/index.php , Legasthenie: de.wikipedia.org/wiki/Legasthenie Legasthenie – Dyskalkulie? (Dr. Astrid Kopp-Duller und Mag. Livia Pailer-Duller, KLL-Verlag, 2008) www.legasthenie.com , Blog von Dr. Astrid Kopp-Duller: blog.legasthenie-lrs-dyskalkulie.com/ Sinneswahrnehmungen:abcund123.blogspot.com , AFS-Test: abcund123.blogspot.com und www.dyslexiatest.com ; 30 Fragen:www.30fragen.com/ . Das Legasthenie-Märchen: www.iplnicolay.com KMBek 16.11.99 , Text der KMBek (geändert am 11.8.00): www.schulberatung.bayern.de , Liegende Acht: www.lernen-heute.de , Siebeneinhalb funktionale Analphabeten: www.zeit.de )

  • Wer arbeitet eigentlich auf einem Weihnachtsmarkt?

    Die Weihnachtszeit ist eine der schönsten und besinnlichsten Zeiten im Jahr. Ganz besonders in den traditionsreichen Weihnachtsmärkten der Städte werden Eltern mit Ihren Kindern, Freunden und Arbeitskollegen von schummrigen Kerzenlicht, Plätzchen, Zimtsternen, warmen Apfel- und Glühwein und anderen Leckereien angelockt . Wir werden Ihnen in den nächsten Tagen typische Weihnachtsmarktberufe vorstellen.

    Seit Jahrhunderten, ja seit Menschengedenken sind die Weihnachtsmärkte  gewachsenes Kulturgut des christlichen Abendlandes. Daraus entstand eine vielfältige Händlerschaft, die wiederum ihren Ursprung in den Zünften und Gilden des Handwerkes entstand. Die Handwerker gaben zum Verkauf, was sie nicht selbst von ihren Produkten verkauften an Händler weiter. So entstand ein ganz neuer Berufstand, der sein Gewerbe „überland“ und auf den von der jeweiligen Obrigkeit mit Sonderrechten ausgestatteten Märkten ausübte. Diese wurden in der Folge ein fester Bestandteil, der Versorgung der Bevölkerung, lange bevor Supermärkte & Co. sich etablierten. Es lag also auf der Hand, dass alle Anlässe genutzt wurden, Märkte und dergleichen zu veranstalten, insbesondere christliche Festtage, die gerade im Mittelalter viele Menschen in die Städte lockten. Später kamen Gaukler, Spielleute und Musikanten, die heutigen Schausteller, dazu.

    Die Schaustellerei ist bis heute kein Ausbildungsberuf, so die Auskunft  des derzeitigen B.S.M. Präsidenten H.P. Arens. Das liegt an der Eigenart der Sparte, meist Familienbetriebe mit spezieller Schulung für ihre Mitarbeiter, bedingt durch die Vielfalt der modernen Technik der heutigen Geschäfte.

    Hier eine Aufstellung der Berufsgruppen auf den Weihnachtsmärkten.

    Diverse, Schausteller-Betriebe:

    P.S. Die genannten Beschicker sind weitgehend Familienbetriebe.

    (Gastautor: Rudi Neuser )

  • Somalia: Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung

    Somalia: Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung



    (Bonn, 24.11.2011) Wegen der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia durch den Einmarsch kenianischer und äthiopischer Truppen fordern kirchliche Hilfswerke die Rückkehr zu politischen Lösungsstrategien. „Es ist erschreckend, dass in den internationalen Gremien nur noch über militärische Strategien beraten wird“, sagt Claudia Warning, Vorstand des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) und Vorsitzende des Beratungsausschusses Horn von Afrika.

    (Quelle: Presseinformation der EED vom 24.11.2011 )

  • Servicewüste Deutschland Teil 1: Ausländerbehörde

    In Deutschland groß werden. Erfahrungsbericht meiner Freundin Louisa

    Im Jahre 2005 kam Louisa mit ihrer Mutter nach Deutschland. endlich ist die Familie wieder zusammen, ihr Vater lebte schon dort. Jetzt sind über sechs Jahre vergangen. Sie fühlt sich in Deutschland wie zu Hause. Hier hat sie ihre Freunde gefunden und einen Teil ihre Kindheit verbracht. Dieses Jahr hat sie ihre mittlere Schulreife absolviert, ist volljährig geworden und möchte ihren Eltern nicht weiter auf der Tasche liegen und auf eigenen Füßen stehen. Nur arbeiten in Deutschland ist nicht so einfach, wenn man keine unbefristete Aufenthaltserlaubnis hat.

    Ist das der Alltag bei der Ausländerbehörde?
    Im vorletzten Monat war Louisa bei der Behörde gewesen, um sich zu erkundigen, welche Vorrausetzungen erfüllt werden müssen, sodass der Antrag auf einen „Aufenthaltstitel“ genehmigt wird. Während des Wartens verzog sie ihr Gesicht, denn sie sah 45 Minuten vor der Öffnung schon eine ganz lange Schlange. Ihr war klar, dass sie hier voraussichtlich viel Zeit verbringen musste.

    Nach langem Warten, war sie endlich dran. Sie bekam einen Antrag und wurde wieder nach Hause geschickt. Wahrscheinlich, dachte sie, spielt Freundlichkeit bei der Ausländerbehörde keine Rolle. Die Mitarbeiter waren sehr launisch, egal wie freundlich man auf der anderen Seite des Schreibtisches ist.

    Ein Monat später war sie wieder da. Sie saß in einem noch kleinere Raum mit noch mehr Antragstellern. Sie wurde das Gefühl nicht los, dass es immer noch die gleichen Gesichter waren. Verkehrte Welt, hatten die hier übernachtet? Ziemlich entnervt erzählte ihr ein alter Mann, dass er jedes Jahr diese Prozedur erlebe. Seine Aufenthaltsgenehmigung müsse jährlich neu verlängert werden. Sein deutscher Arbeitgeber wäre jedes mal erstaunt, wenn er sich für ein paar (Urlaubs) Tage zu dem Behördegang verabschieden müsse.

    In Deutschland haben ja alle Menschen viel Zeit. Antrag abholen ein halber Tag in der Ausländerbehörde verbringen. Macht ja nichts, wollte ja doch nur die Aufenthaltserlaubnis. Einen Monat später, Antrag abgeben und nochmal zwei Stunden warten. Sehr effektiv, da ohne Gespräch. Deutsche Behörden müssen viel Zeit haben, dachte sie.

    Hier ein paar Tips von Louisa:

    • Erscheinen Sie möglichst frühzeitig, am Besten vor der Öffnungszeit
    • Bringen Sie alle Unterlagen, die Sie haben vorsichtshalber mit.
    • Falls  Sie Deutsch noch nicht so gut beherrschen, nehmen Sie einen Übersetzer mit.
    • Besser noch lernen Sie Deutsch und sprechen Sie fließend mit den Mitarbeitern
    • Wichtig: Bringen Sie jede Menge Zeit mit
    • Lesen Sie am Besten vor Ort das Magazin mentoring4u

    Auch die Redaktion von mentoring4u ist gespannt wie es weiter geht.

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

    (Autor: Diane|  Bild & Thumb: Diane |  Quelle: Archiv)

  • Mentorentag an der Bismarckschule Elmshorn am 16.11.2011


    Nach dem Besuch der Hamburger Unitage am 14. und 15.11 hatten am 16.11. 2011 alle 131 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe der Bismarckschule Elmshorn die Chance im Rahmen der Mentoreninitiative „Auf die Socken, fertig, los!“ durch Vertreter von verschiedenen Firmen auch aus der Region sich über die Voraussetzungen und Inhalte verschiedener Berufsbilder zu informieren.

    12 Mentorinnen und Mentoren besuchten in den ersten fünf Schulstunden nacheinander im 45 Minuten-Takt die Klassen a-f und sprachen zum Beispiel über Chancen im Bankwesen, in der Steuer- und Wirtschaftsprüfung, in der Energiewirtschaft oder auch der Filmbranche. Mentorinnen des Hamburger Forschungszentrums  „Deutsches Elektronen-Synchrotron“  (DESY Anm. der Redaktion: siehe Bericht DESY am 28.10.11) machten besonders unseren Schülerinnen, aber auch den Schülern Mut, für sich angesichts der überaus guten Berufschancen naturwissenschaftliche Berufe in Betracht zu ziehen – Liebhaber der Sprachen kommen in einem internationalen Forschungszentrum wie DESY auch auf ihre Kosten, was die Physikerinnen und Maschinenbauerinnen, die ursprünglich aus Finnland, Frankreich oder Rumänien stammten, aufzeigten.

    In der sechsten Stunde konnten die Schülerinnen und Schüler direkte Gespräche mit den Mentoren und Mentorinnen führen. Die Mentoren sprachen über individuelle Entscheidungen für Weiterbildung, ein Studium nach einer Ausbildung und auch Spezialisierungsmöglichkeiten in ihren verschiedenen Berufen. Einig waren sich die Mentoren, dass man nur in dem Beruf erfolgreich sein könne, der zu den eigenen Stärken und Vorlieben passe. Die Mentoren und Mentorinnen haben bei den Schülerinnen und Schülern sehr positive und motivierende Eindrücke hinterlassen.

    Die Schülerinnen und Schüler können nun über die Veranstaltung hinaus, organisiert durch das „Haus der Mentoren“ (www.mentoring4u.de) mit einem Mentoren/ einer Mentorin in Kontakt bleiben und sich bei der der Studienwahl oder bei der Suche nach Praktika beraten und unterstützen lassen.

    Wir bedanken uns für die Organisation des Mentorentages beim Mentoring-Team!

    Anmerkung der Redaktion:
    Es hat uns eine Freude bereitet Sie in Elmshorn zu treffen und die Schüler und Schülerinnen tatkräftig bei der Wahl Ihrer individuellen Aus- und Weiterbildung zu unterstützen und vielleicht auch neue Berufsziele aufzuzeigen.

    (Autorin:  Petra Bartel-Schabram (Koordinatorin Studien- und Berufsberatung an der Bismarckschule Elmshorn)  /  Bilder: www.bismarckschule-elmshorn.de Bildbearbeitung: D. Balci und A. Damayanti  /  Quelle: Mentorentag am 16.11.2011 an der Bismarckschule in Elmshorn)

  • „Ich dachte, Frankfurt ist Deutschland“ (Teil 2)


    1) Frankfurt am Main – Bahnhofshalle –  Wikipedia, 2011

    In der Kolumne „Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ erzählt unsere externe Redakteurin Annette von  Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich, manche hatten es etwas einfacher. Aber immer haben sie viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

    Desi aus Bulgarien
    Heute erzählt sie die Fortsetzung der Geschichte von Desi, einer jungen Frau aus Bulgarien. „Und am Anfang habe ich nur Steaks und Pommes gegessen. Und O-Saft getrunken. Weil … ich musste ja ein bisschen aufpassen wegen dem Essen hier.“ Ich staune: Ich kannte nur die Perspektive als mitteleuropäischer Tourist in so genannten Schwellen- oder Entwicklungsländern. Dass man UNS unterstellen könnte, dass man Vorsicht walten lassen müsste mit unseren Lebensmitteln, da war ich bisher nicht drauf gekommen! 😀

    Hessisches Nationalgetränk und echte Briefe
    „Und Apfelwein. Sauer gespritzt, das ist gut“ höre ich den Nachsatz – ich, die Apfelwein nicht sonderlich ausstehen kann, obwohl ich hier geboren bin. Ich teile da fast vollends die Meinung eines Bekannten aus Franken: „Schmeckt irgendwie wie Pferdepisse …“. Ich frage nach Heimweh. „Ja, das gab es sehr viel. Ich habe jeden Tag telefoniert, mit meinen Eltern, mit meinen Freundinnen. Und wir haben viele Briefe geschrieben.“ Sie lächelt mädchenhaft: „So RICHTIGE Briefe – Papier und so …“. Ich wundere mich: „Aber das war vor 10 Jahren ungefähr. Da gab es doch schon Mail und so … Chat …“. Sie lächelt: „Aber so ein Brief, auf Papier, das ist schon etwas persönlicher ……“. Mensch. Da hat sie einfach recht! Sie ergänzt: „Und Päckchen haben sie geschickt ..“, lacht vergnügt: „… als wenn es hier NICHTS gäbe! :)“ Ich bin gerührt ob dieser einfachen, aber so wichtigen Dinge.

    Studium in Deutschland
    „Aber wie war denn nun dein Studium?“, frage ich. Ein weises, verschmitztes Grinsen: „Ja … am Anfang, da haben wir viel im Café gesessen. Es gab Leute, die waren schon im dritten oder fünften Semester, und die haben erzählt, wie man es machen muss, und wir hatten eine gute Zeit.“ „Ich habe am Anfang einfach nur viel geschlafen, ich weiß auch nicht, warum“, sagt sie. Und ich erinnere mich an meinen eigenen Studien-Beginn: Da war ich meist gegen 15 Uhr zu Hause – und habe mich, Nachteule, die ich bin, auch erstmal hingelegt. Es gab zu Beginn einfach so viel aufzunehmen, zu verarbeiten –  das scheint echt müde zu machen.

    Und ich denke „Jooo … Studenten-Leben halt …“.
    „Am Ende habe ich aber die Prüfungen nicht bestanden, und Leute, die es nicht so drauf hatten wie ich, haben das Semester geschafft! Ich war total sauer! Aber das war eine gute Lektion gleich am Anfang, denn in Deutschland muss man SCHON alles wissen für die Prüfung! Und nicht umsonst saßen diese Drittsemester, die uns Tipps gegeben hatten, mit uns Anfängern in denselben Kursen und in der Cafeteria …“.
    Die Prüfungen des zweiten Semesters hatte sie dann auch bestanden und sagt „Das gibt einem dann so eine Befriedigung, man kann garnicht mehr aufhören!“ (Ich dachte nur leise: „Hm … ich wünschte, ich hätte das während meines Studiums AUCH gespürt!) „… und wenn man die schriftliche Prüfung hatte, kam noch die mündliche.“ Ich sagte „Oh. Das würde mich ja voll stressen: Ne Abschluss-relevante Prüfung in einer anderen Sprache ……. und dachte an Vorstellungs-Gespräche auf englisch.


    2) – Zahlenwelten –                                      Illustration: A. Damayanti, 2011

    Die Top-Ten der deutschen Unternehmen
    Desi: „Nein. In einem Vorstellungsgespräch wird ja auch soziale Kompetenz und so weiter gecheckt. An der Uni wird tatsächlich einfach geschaut, ob du den Stoff verstanden hast.“ Sechseinhalb Jahre hat sie studiert und liegt damit innerhalb der „Toleranzzeit“. Nicht der erste Begriff, den ich als Deutsche mit Allgemeiner Hochschulreife („Abi“) zum ersten Mal höre :). Sie hat ihren Abschluss übrigens „mit 1,6 oder 1,7“ gemacht … „Ja, und wie ging das dann bei dir weiter? Ich erinnere mich an einen dubiosen  Vorstellungstermin mit Chauffeur …“. Sie winkt ab: „Also … es gibt Ranking-Listen wie „Die-Top-10-Firmen Deutschlands“ und so. Die muss man nicht vernachlässigen. Ich hatte zunächst einmal einen Termin, der war nix. Ich hatte mich da beworben und gedacht, das ist so ein lockeres Gespräch wie für meine Studenten-Jobs. Aber das war nicht so. Da kamen Fragen wie „Warum haben Sie sich während Ihres Studiums für diese Spezialisierung entschieden?“ Da konnte ich ja schlecht sagen „Weil der Typ in der Cafeteria damals gesagt hat „Der Prof ist voll geil!“


    3) Die MINT Fachkräftelücke – Graphik: Statista, 2011

    Formalien, kein lockeres Gespräch
    Ich habe gesehen: Die mochten mich, aber sie waren enttäuscht von mir. Ich hätte zu jedem Punkt in meinem Lebenslauf 3 – 4 Minuten frei erzählen können müssen! Da gab es tatsächlich Formalien, die man einzuhalten hat.“ Ich war wiederum beeindruckt von dieser klaren Zusammenfassung! Auf die Frage nach dem Stress mit dem Vorstellungsgespräch in einer anderen Sprache sagt Desi: „Wenn ich mir nicht sicher war, habe ich gesagt „Bitte formulieren Sie die Frage etwas anders“ – und ich bin voller Bewunderung für ihre pragmatische Sicht auf die Dinge. Etwas mehr davon hätte ich wirklich auch gerne …

    Bei Anruf – Job
    Ihr zweites Vorstellungsgespräch kam dadurch zustande, dass sie ihr Profil auf einem der großen Portale gepostet hatte: „Ich hatte – Kontakt per e-Mail bevorzugt – angegeben, und trotzdem klingelte dauernd mein Handy. Ich war total genervt und bin nicht dran gegangen. Irgendwann habe ich die Mailbox mal abgehört und zurückgerufen.“ Eines der DAX-notierten Unternehmen lud sie zum Gespräch nach Süddeutschland ein, und diese Dinge kann ich sogar aus eigener Erinnerung wiedergeben. Ihr potenzieller zukünftiger Chef, der – wie sie – in Frankfurt wohnte, bot ihr sogar an, sie mitzunehmen zum Gespräch nach Süddeutschland. Sie wollte aber lieber mit der Bahn fahren, um vor dem Gespräch ihre Ruhe zu haben. Es ging gut: Seit 15 Monaten ist sie in einem Trainee-Programm, das dann in der Folge diese qualifizierten Mitarbeiter ins Haupthaus übernimmt.

    Desi wirkt zufrieden. Sie steht aus meinem Sessel auf, im Begriff zu gehen, und sagt „Oh, ich hab zu viel Muskelkater – von zu viel Schlafen“. Sie hat gerade ein paar Tage Urlaub … :).

    (Autor: A. v. Spiegel | Thumb: A. Damayanti, www.mentoring4u.de | Bilder Artikel: 1) www.wikipedia.de | 2) A.Damayanti | 3) www.statista.com )

    Den ersten Teil von Desis Geschichte finden Ihr/Sie hier. Was habt Ihr/haben Sie für Erfahrungen im Ausland gemacht? Schreibt/Schreiben Sie uns an redaktion@mentoring4u.de ! Die spannensten Erfahrungsberichte werden hier auf www.mentoring4u.de veröffentlicht.

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

  • Auftaktveranstaltung in Stuttgart am 11.11.11

    Liebes Mentoring4u Team,

    Claudio Ramsperger, Wolfgang Tielesch, Helga Lübke, N.N., N.N., Anja Nauerz, Jürgen Ostrowski, Martin Weiss

    für unsere Schülerinnen und Schüler war es spannend von echten Fachleuten zu erfahren, welche Berufe Ihre jeweiligen Unternehmen ausbilden und welche Voraussetzungen zum Erlernen dieser Berufe notwendig sind.

    Die Mentoren vor Ort:

    Jürgen Ostrowoski, Arbeitskreis Metropolenregion Rhein-Neckar
    Wolfgang Tielesch, Landeshauptstadt Stuttgart, Bäderbetriebe
    Anja Nauerz, Steigenberger Graf Zeppelin
    Claudio Ramsperger, DZ Bank AG
    Martin Weiss, ConActivity KG
    Helga Lübke, 2B-Mentor Netzwerk

    Besonders interessant war es auch zu erfahren, wie diese Personen selbst zu diesem Beruf gefunden haben, was sie an ihrer Tätigkeit schätzen und was Schwierigkeiten bereitet.

    In Rollenspielen konnten die Klassen dann die Schwierigkeiten eines Bewerbungsgespräches erleben.

    Anja Nauertz vom Steigenberger Graf Zeppelin Hotel

    Im Anschluss an die Vorträge hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit in Einzelgesprächen die Fachleute noch genauer zu befragen. Davon machten dann vor allem die achten Klassen regen Gebrauch. Weitere Bilder zu der Veranstaltung und der Hohensteinschule finden Sie hier.

    Wir freuen uns ganz besonders, dass die Mentoren zugesagt haben, uns auch in Zukunft mit Rat und Tat zu unterstützen und bedanken uns an dieser Stelle herzlich für Ihr Engagement.

    Schüler der Hohensteinschule

    Organisiert wurde die Veranstaltung von Mentoring 4u , besonderer Dank geht an die Mitarbeiter dieser Organisation.

    Viele Grüße aus Stuttgart
    Harald Hubler

    (Autor: H. Hubler  /  Bilder: H. Hubler  Bildgestaltung & Thumb A. Damayanti  / Quelle: http://www.hohensteinschule-zuffenhausen.de Ort: Hohensteinschule in Stuttgart-Zuffenhausen)

    Die Mentoren-Initiative „Mentoring4u“ mit ihrer Veranstaltungsreihe „Auf die Socken, fertig, los!“ ist seit dem 11.11. bis zum 23.11. wieder in Deutschlands Schulen unterwegs. Diesmal wurden Vertreter aller Schulformen nominiert (Haupt-, (Werk)Realschulen und ein Gymnasium).

    Seit 2010 ist die Bundesfamilienministerin Frau Dr. Kristina Schröder Schirmherrin dieser erfolgreichen Veranstaltungsreihe. Ziel der Initiative ist, junge Menschen jedes Bildungsabschlusses die Möglichkeit zum direkten Kontakt mit Fach- und Führungskräften zu bieten. Die Mentoren fungieren als „Role Model“ und bringen den jungen Menschen in der Berufsorientierungsphase Berufsbilder nahe. Nach den Veranstaltungen in den Bildungseinrichtungen werden Mentor (= Unternehmen) -Mentee ( = Schüler) Beziehung unterstützt. Diese begleitet Mentoring4u als Spezialist bis zu einem Jahr.