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  • Erfahrungsbericht eines 1:1 Lesecoach No: 2

    Mentoring4u.de, die Informationsplattform für Berufsorientierung und Karriereplanung, ermöglicht ihren Kooperationspartnern  und externen Mentoring-Initiativen von der Arbeit mit ihren Schützlingen (Mentees) zu berichten. Diesmal stellt uns Lesecoach Inge Koltermann den Lesecoach Ingeborg Filter vor.

    Ein Erfahrungsbericht
    Lesecoach bin ich seit Sept./Okt. 2010.

    Die Idee, mit Kindern zu lesen hatte ich schon lange. 
    Informiert über Möglichkeiten, ehrenamtlich zu arbeiten, hatte ich mich schon vor einiger Zeit bei einem Aktionstag der Stadt in den Römerhallen. Eingestiegen bin ich dann, nachdem der passive Teil meiner Altersteilzeit begonnen hatte.

    Es ist eigentlich jedes mal schön mit den Kindern zu lesen. Besonders intensiv war eine Einladung zum Weihnachtsbasteln in der 1. Klasse, wo ich auch die Eltern der Kinder kennen lernen konnte und vom Lehrer in meiner Funktion als Lesecoach vorgestellt wurde.

    (Autor: Ingeborg Fiedler  |  Bild: Kallejipp  | Thumb & Bildbearbeitung: A. Korkis)

  • Erfahrungsbericht eines 1:1 Lesecoach No:1

    Mentoring4u.de, die Informationsplattform für Berufsorientierung und Karriereplanung, ermöglicht ihren Kooperationspartnern  und externen Mentoring-Initiativen von der Arbeit mit ihren Schützlingen (Mentees) zu berichten. Diesmal stellt uns Frau Koltermann Dr. Jörg Heiland vor. Ein Erfahrungsbericht von einem ehrenamtlichen Lesecoach:


    „Impressionen“:
    Ich bin seit ca 1 1/2 Jahren regelmäßig – falls keine Ferien sind – einmal wöchentlich für eine in doppeltem Sinn gute (!) Stunde in der Riedhofschule in Frankfurt Sachsenhausen. Seitdem begleite ich 2 mal 2 Kinder in ihrer Leseentwicklung. Für mich ist besonders erfreulich , dass die Kinder neugieriger werden, ihnen unbekannte Wörter erklärt haben möchten, nachfragen und nicht nur, wie ganz zu Anfang , möglichst schnell einen Text hinter sich bringen wollen. Gelesen haben wir „Wo die wilden Kerle wohnen“, einige kleine Geschichten von Findus und
    Factus, „Ich bin der Stärkste im ganzen Land“ und zur Zeit die Geschichten des Sammelbandes von Janosch „Ach, wie schön ist Panama“.

    Nicht immer gelingt es mir, „meinem Problemschüler“, der sehr unkonzentriert ist, lieber mit Irgendetwas um sich werfen möchte, 20 Minuten lang eine Erzählung kennen zu lernen. Aber irgendwie macht es ihm doch Spaß, und ich habe nicht vor, aufzugeben.

    Über die grundlegende Notwendigkeit, in unserer modernen Welt lesen zu können, wenn es ein Fortkommen geben soll, brauche ich hier nicht zu schreiben. Da ist vielleicht eine kleine Hilfe als Lesecoach machbar.
    In diesem Sinn macht mir der Einsatz Freude!

    (Autor: Dr. Jörg Heiland | Photo: kallejipp  |  Bildgestaltung: A. Korkis)

  • Ohne Hauptschulabschluss…muss nicht sein! (Teil 3)

    Dies ist die letzte Fortsetzung des Artikels von Annette v. Spiegel in der Reihe „(Aus)Bildung als Chance“. Junge Frauen und junge Männer im Einwanderungsland Deutschland und auch woanders stehen im Mittelpunkt der Berichte. Bildung ist für uns in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Jedes Kind hat ein Recht auf Schule und auf Förderung. Trotzdem gibt es viele junge Menschen, die nicht „im System“ sind und damit riskieren nicht gefördert zu werden. Professionelle und ehrenamtliche Mentoren versuchen in Initiativen versäumtes nachzuholen und so einen erfolgreichen Berufseinstieg zu ermöglichen.

    Zum Lesen der ganzen Geschichte geht´s hier zum Teil 1 und zum Teil 2.

    – Fortsetzung Teil 3 –

    Menschen sind Menschen, Schule ist was anderes
    Nun fragt man sich vielleicht „Wie kann man nur so unterbelichtet sein wie diese Schülerinnen?!“ Das sollte man aber nicht. Oder warst DU in jedem Schulfach gut? Man sollte eher fragen „Warum haben sie diese Schwierigkeiten?“ oder „Was kann ich tun, um es ihnen doch noch schmackhaft oder verständlich zu machen?“ Enja Riegel, die Gründerin der herausragend erfolgreichen Helene-Lange-Schule in Wiesbaden sprach immer so zutreffend von „Wir unterrichten Menschen, nicht Fächer“. Genau das ist der Punkt! Wenn man sich also fragt, woher die Schwierigkeiten kommen, mit denen meine Mädchen zu tun hatten und vermutlich auch immer noch haben –  wenn man sich also wirklich dafür interessiert – so findet man zum Beispiel solche Aspekte:

    Abhängigkeit
    Die Eltern beschließen, nach Deutschland zu gehen. Und man muss schlichtweg mit. Kommt also in eine fremde Umgebung, in eine fremde Kultur, die zum Teil erschreckend daherkommt. Man muss die Freundinnen, die geliebte Heimat verlassen und den Rahmen, in dem man weiß, was man machen darf und was nicht. Gerade als Mädchen.

    Sprache & Inhalt verstanden?
    Nachvollziehbar, dass man da nicht immer motiviert ist, all das, was nun auf einen einstürmt, anzunehmen. Und die Zeit des inne liegenden Umbruchs, nämlich die Pubertät, macht das Ganze nicht einfacher. Da wird dann unter Umständen ängstlich gelächelt in der Hoffnung, damit durchzukommen. Auch über Monate. In einem Fall fand ich einfach nicht raus, ob das Mädchen mich überhaupt verstand. Die Aufgaben im Unterricht schaffte sie aber  immer: Sie holte sich die Infos heimlich und leise von anderen Teilnehmerinnen und machte die Übungen dann. Respekt.

    Erst die Arbeit und dann…
    Ein anderes Mädchen kam meist zu spät fast immer erschöpft. Aber sie war immer da. Wie ich von den Sozialpädagogen der Einrichtung erfuhr, musste sie morgens erst einmal für die ganze Familie das Frühstück bereiten, dann alle kleineren Geschwister in Kindergärten und Schulen bringen – und ging dann selbst zu ihrem Unterricht. Bis dahin war sie schon so kraftlos, dass ich sie weitgehend in Ruhe ließ … was soll ich das Mädchen noch mit Absatz-Formatierungen in Word behelligen, wenn es die Augen kaum offen halten kann, weil es zu Hause so viel zu arbeiten hat?! Was sie leisten konnte, machte sie, obendrein gewissenhaft. Wenn sie nicht vor Erschöpfung einschlief.

    Bildung für Bräute
    Anders sehe ich allerdings Äußerungen wie „Was soll ich hier Computer lernen? Ich heirate eh nächstes Jahr.“ Achselzuckend kam so etwas. Aber ich finde: Heiraten muss nicht vor Kenntnissen schützen :).

    (Autor: Annette v. Spiegel | Thumb: Mentine, www.mentoring4u.de | Bild Artikel: dergestalter, www.photocase.de )

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

  • Neue Serie „Erfahrungsberichte“ Einzelhandeskaufmann

    Liebe Leser,
    wir starten heute mit einer neuen Rubrik. In unregelmäßiger Reihenfolge stellen wir unter der Kategorie: „Erfahrungsberichte“ Mentoren und ihre Lebensläufe vor. Was kann interessanter sein, als über die Erfahrungen anderer zu lesen. Welche Möglichkeiten sich ergeben können. Die wenigsten von uns, wussten vor Ausbildungsbeginn, was dann über die Jahre aus uns werden würde. Also keine Angst. Bleiben Sie gespannt.  Wir beginnen heute mit Gabriele Pfefferkorn, die nach dem Schulabschluß eine Lehre als Einzelhandelskaufmann begann.

    Mentoring4u TV Ratgeber
    Auch an dieser Stelle möchten wir Ihnen unseren Mentoring4u TV Ratgeber zum Thema „Ausbildung oder Studium“ ans Herz legen.  Die Schulabgänger unter Ihnen müssen sich jetzt entscheiden, in welche Richtig Sie gehen möchten. Was machen nach dem Schulabschluss oder nach dem Bachelor/Master? Wo gibt es Ausbildungs- / Studienplätze und was bringt die theoretische Ausbildung für den Berufsweg? Das Handwerk sucht immer mehr qualifiziert Nachwuchskräfte, d.h. auch für Abiturienten ist dort eine gute Möglichkeit über einen Eintieg in die Praxis Karriere zu machen.

    Nun geht’s aber los mit den Erfarhungsbericht von Gabriele Pfefferkorn 
    Meine Ausbildung begann ich als Einzelhandelskaufmann im Fach DOB bei Fa. Horten in Pirmasens (meiner Geburtsstadt).
    Nach Heirat, Geburt von Sohn Mathias und Wegzug im Jahr 1972 nach Freising war ich in erster Linie einmal Hausfrau und Mutter. Wie es so ist, wenn man jung und tatkräftig ist, möchte man so schnell es geht wieder Geld verdienen. In München bekam ich die Chance beim damals neu erbauten ADAC, Abteilung Korrespondenz, auf eine gut bezahlte Stelle mit gleichzeitiger Kinderbetreuung im Betriebskindergarten. Leider war auf längere Sicht die frühe und weite Anfahrt für meinen Sohn und mich nicht mehr machbar.

    Im Institut für Landschaftarchitektur in Freising hatte ich unter Prof Gzimek eine neu und interessante Tätigkeit im Sekretariat. Nach Geburt meiner Tochter 1975 war das nicht mehr möglich. Mit kleineren Jobs in Metzgerei und Küche erwarb ich am Abend mir ein kleines „Zubrot“.

    1979 bewarb ich mich durch Zufall beim Musikhaus Pfefferkorn in Freising. Ausgeschrieben war die Stelle einer Verkaufskraft für den Musikalienhandel. Da ich selbst der Musik sehr angetan bin, auch von zuhause immer mit Musik und Gesang konfrontiert war, sagte ich nach anfänglichem Zögern für eine Halbtagsstelle am Vormittag zu.  Meine 1. Ehe ging leider 1981 in die Brüche. Aus finanziellen Gründen und auch weil mir die Arbeit viel Spass machte, wurde aus der Halbtagsstelle eine Vollbeschäftigung. Meine Kinder waren gut versorgt. Mein Chef (seit 1988 Ehemann) übertrug mir, da er ständig im Außendienst und Werkstatt zu tun hatte, sämtliche Arbeiten vom Bestellwesen über Buchhaltung, Verkauf bis zur Terminplanung. Im täglichen Learning by doing konnte ich in kürzester Zeit auch sehr anspruchsvolle Kunden bedienen. Unserem Slogan getreu „Vom Notenblatt bis zum Konzertflügel“ beherrsche ich die Materie.

    Mich interessiert auch die Arbeit bis ins Detail, z.B. die des Klavierbauers. Scherzhaft sage ich gern: ich bin der Lehrling meines Mannes im mittlerweile 32. Lehrjahr. Es ist wichtig, dass man den Beruf den man ergreift mit Lust und  Liebe macht. Mein bzw.
    unser Sohn Mathias (er wurde adoptiert) hat diese Freude am Beruf erfahren und wurde selbst nach bereits abgeschlossener Berufsausbildung Klavierbauer bei meinem Mann.  Inzwischen ist er aus unserem Betrieb nicht mehr wegzudenken und wird das Lebenswerk meines Mannes fortsetzen.

    Die neuen Medien Internet usw. haben längst auch durch ihn Einzug gehalten. Auch hier habe ich mich nicht verschlossen und dazugelernt. Möchte auch dieses Metier nicht mehr missen. Es ist wichtig, dass man ständig bereit ist dazuzulernen und sich neuen Situationen stellt. Der Kunde heute und „damals“ hat sich wesentlich verändert, auch sein Auftreten im Laden ist anders geworden. Respekt und Freundlichkeit, oder Begrüßung beim Ladeneintritt lassen sehr zu wünschen übrig. (nicht nur bei Kindern). Mir fallen dabei alte Sprüche meiner Chefs ein: z.B. Ausbildungsleiterin bei Horten „der Kunde ist die Majestät um die fürwahr sich alles dreht, der Kunde ist zu guter Letzt, die Eins die man vor Nullen setzt, drum pflegen wir ihn jederzeit, mit immer gleicher Höflichkeit“ (Amen, war meine Antwort).

    Prof. Grzimek bei meinem Einstellungsgespräch: Ihre Papiere brauche ich nicht zu sehen, Sie gefallen mir und Sie wollen arbeiten! Was ich damit sagen möchte, ist nicht unbedingt ein Leistungsspektrum zu präsentieren, nein, es ist das Wollen und die Arbeit mit Menschen. In meinem Fall, die Musik die bekanntlich aus dem Herzen kommt, weiterzugeben und Freude zu bereiten.

    Im Oktober möchte ich eigentlich in Rente gehen, aber ich glaube, so ganz werde ich es nicht schaffen, lieb gewonnene Tagesabläufe und Kundengespräche ganz aufzugeben, obwohl es Tage gibt an denen ich es mir wünsche….

    Die Redaktion von mentoring4u berichtet auch gerne über Ihre Erfahrungen. Schreiben Sie uns an redaktion@mentoring4u.de

    (Autor:  Martin Weiss, Gabriele Pfefferkorn  |  Foto: www.musikhaus-pfefferkorn.de|  Thumb & Bildbearbeitung: A. Korkis)

  • Ohne Hauptschulabschluss…muss nicht sein! (2)

    Auf Start - Praktikum

    Dies ist die zweite Fortsetzung des Artikels von Annette v. Spiegel in der Reihe „(Aus)Bildung als Chance“. Junge Frauen und junge Männer im Einwanderungsland Deutschland und auch woanders stehen im Mittelpunkt der Berichte.
    Bildung ist für uns in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Jedes Kind hat ein Recht auf Schule und auf Förderung. Trotzdem gibt es viele junge Menschen, die nicht „im System“ sind und damit riskieren nicht gefördert zu werden. Professionelle und ehrenamtliche Mentoren versuchen in Initiativen versäumtes nachzuholen und so einen erfolgreichen Berufseinstieg zu ermöglichen. [Redaktion Mentoring4u.de]

    Ohne Hauptschulabschluss…muss nicht sein!
    Hier geht´s zum Teil 1 und zum Teil 3.

    – Fortsetzung Teil 2 –

    Verkabeln und reinschauen
    Ich brachte ihnen also zunächst einen Computer mit nebst Peripheriegeräten, die anzuschließen waren: Jede sollte sich ein Teil aussuchen, das an den Rechner anzustöpseln war. Und siehe da ….. DAS war zu schaffen :D. Danach haben wir die Kiste mal aufgeschraubt und geschaut, was eigentlich drin ist in so einem Rechner: erstaunlicherweise gähnende Leere – bis auf die paar Kleinigkeiten wie Motherboard, Festplatte und, klar, jede Menge Kabelchen. Beim Blick in eine Festplatte hinein interessierte die Mädels allerdings mehr, wie sie in der spiegelnden Fläche der Platte aussahen als die Platte selbst! Das wären köstliche Fotos geworden! Jedenfalls konnten wir festhalten: Solltet ihr mal eines Tages ein „Gesamtpaket Computer und Zubehör“ kaufen, braucht ihr gar keinen Bruder oder Onkel, der das für euch zusammensteckt! Guckt euch das erst mal in Ruhe an, dann könnt ihr das auch selbst. Wenn dann noch Fragen sind, könnte ihr immer noch jemanden fragen.

    Was ist ein Computer?
    Nun war also geklärt, womit wir es zu tun hatten, dass der Bildschirm nicht der Computer ist, und konnten entspannt loslegen. Das bedeutete für einige zunächst einmal Doppelklicken üben, denn sie hatten noch nie einen Rechner benutzt. Zum Thema Bildschirm ≠ Computer sei noch gesagt: Großzügig und umsichtig, wie ich bin, hatte ich sie wissen lassen: „Dies wird eine der Fragen im Test sein. Ich möchte NICHT lesen, dass jemand schreibt, es ist ein Computer!“ Wer mag’s glauben? Rund 50% der Mädels kreuzte im Test bei der Abbildung eines Bildschirms und der Frage, was das ist, „Computer“ an.

    Mädel und ihre Ordnung
    Übrigens spielten gerade die Ladys, die meinten, sie seien völlig ungeeignet für den Umgang mit Computern, nach wenigen Wochen ganz vorn in der Liga: In Schulnoten gesprochen fanden wir sie bei ungefähr 2+ wieder! Mit dem bedauerlichen Effekt, dass sie sich daraufhin für so toll hielten, dass sie meinten, nun gar nichts mehr machen zu müssen. Seufz …. :). Spannend wurde es, als es um das Speichern und Kopieren von Dateien ging. Drei Wochen lang versuchte ich mit Erklärungen, Systematiken und Bildern – auch Bildern im übertragenen Sinne („im Kleiderschrank sortiert ihr doch auch Socken in ein Fach, T-Shirts in ein anderes und Kleider in ein drittes“) – sowie jeder Menge Übungen klar zu machen, warum sie etwas wohin speichern bzw. wie sie es wiederfinden können. Aber es war nicht zu schaffen.

    Dateien-Suchspiel
    Erst als ich mit ihnen und einer Digitalkamera loszog und sie Fotos machen konnten, wurde es etwas besser: Fies, wie ich bin, legte ich die Bilder nämlich auf einem Netzlaufwerk ab mit der Ansage: „Die Bilder werde ich eine Woche dort lassen. So lange habt ihr Zeit, sie irgendwohin zu kopieren, wo ihr sie auch wiederfindet. Danach sind sie ein- für allemal weg.“ Oh oh …….. :)) Natürlich waren die Mädels ganz heiß darauf, die Bilder überhaupt mal zu sehen und sie ggf. auch mal zu Hause zu zeigen, auszudrucken etc. Mist, wenn man dann nicht weiß, wo und wie! … Das Geheule und Gezeter war groß, als die Bilder dann wirklich vom Laufwerk entfernt waren. Aber ich bin ja nicht GANZ Unmensch und gab noch einen Tipp ab: „Tja… Ihr könntet ja mal die Funda fragen. DIE hat die Fotos nämlich, weil sie weiß, wie das mit dem Kopieren geht.“ Den Rest mussten sie selbst hinkriegen. Sie haben mich gehasst.

    Hier geht´s zum Teil 1 und zum Teil 3.

    (Autor: Annette v. Spiegel | Thumb: Mentine, www.mentoring4u.de | Bild Artikel: dergestalter, www.photocase.de , www.imageafter.com)

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

  • Existierte die Jugendsprache nie? – Verstehen Jugendliche eigentlich Senioren?

    Gibt es Jugendsprache(n)?
    Diese Aussage ist nämlich eine rhetorische Frage, denn keiner weiß wie es zustande kam, dass die Jugendlichen angeblich eine eigene Sprache besitzen. Wie der Begriff schon sagt, wird die Jugendsprache tatsächlich meistens von den Teenagern gesprochen. Die Welt der Erwachsenen und Jugendlichen unterscheidet sich durch ihren Style, Benehmen und die Nutzung der unterschiedlichen Vokabeln beim Reden.

    Warum Jugendsprache? (JS)
    Junge Menschen verwenden die Jugendsprache, um  besser untereinander klar zu kommen. Einige behaupten, dass sie sich durch diese Art und Weise von den Erwachsenen abspalten wollen, denn sie möchten nicht, dass ihre Eltern die Konversationen mit deren Freunden verstehen.

    Eine weitere Erklärung der jungen Generation die JS zu verwenden ist, um in den so genannten ,,Peer Groups“ zu den ,,Coolen“ zu gehören. Es ist wichtig sich vor Augen zu halten, dass die JS von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich ist, denn der Wortschatz unterscheidet sich. Die Existenz dieser Sprache in der Gesellschaft ist nur durch die Nutzung anerkannt.

    Verschiedene Vokabeln bringen ein Durcheinander!
    Die Elterngenerationen selbst nutzen heutzutage ihre Fremdwörter, die ihre Enkel nicht verstehen können. Ein Beispiel aus dem Alltag. Opa erzählt seinem Enkel von seiner Vergangenheit: ,, Ich wäre bis heute noch ein Hagestolz, wenn ich deine Oma damals nicht kennengelernt hätte“. Dieses Phänomen führt zu einem großen Verständnisproblem der jungen und alten Generation. Sein Enkel versucht in dem Moment das Wort ,,Hagestolz“ zu verstehen, denn Jugendlichen kennen eher den Begriff ,,Single“.

    Ihr wollt mitreden?
    Jeder, der bei Konversationen unter Jugendlichen ,,null“ versteht, könnte das Wörterbuch der Jugendsprache 2011, welches von Pons erschienen ist, eine große Hilfe sein. Eine andere Quelle interessante noch: Hier findet ihr einen Auszug einer Vokabelliste aus der Jugendsprache.

    Hier findet Ihr die neuste Ausgabe von PONS Wörterbuch der Jugendsprache 2011:

    (Autor: Ayu Damayanti, mentoring4u.de / Bildquelle: Albert Korkis, Quelle: www.bruhaha.de)

  • Ohne Hauptschulabschluss? Muss nicht sein…(Teil 1)

    Auf Start - Praktikum

    Mit diesem Artikel beginnt unsere neue Reihe „(Aus)Bildung als Chance“. Junge Frauen und junge Männer im Einwanderungsland Deutschland und auch woanders stehen im Mittelpunkt der Berichte, die von Annette v. Spiegel zusammengetragen werden.
    Bildung ist für uns in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Jedes Kind hat ein Recht auf Schule und auf Förderung. Trotzdem gibt es viele junge Menschen, die nicht „im System“ sind und damit riskieren nicht gefördert zu werden. Professionelle und ehrenamtliche Mentoren versuchen in Initiativen versäumtes nachzuholen und so einen erfolgreichen Berufseinstieg zu ermöglichen. [Redaktion Mentoring4u.de]

    Ohne Hauptschulabschluss? Muss nicht sein…(Teil 1)
    Heute möchte ich von Mädchen erzählen, die ich unterrichtet habe: Allen gemein war, dass sie aus verschiedenen Gründen keinen Hauptschulabschluss haben und damit – zumindest hier in Deutschland – schlechte Chancen auf einen Ausbildungsplatz oder eine qualifizierte berufliche Tätigkeit. In dem Alter waren sie nämlich, wo es um genau diese Fragen geht – und obendrein waren sie nicht mal freiwillig da: Jugend-, Sozial- oder Arbeitsamt hatten sie geschickt.

    Schlüssel zum Erfolg
    Es hieß, ihnen fehlten so genannte „Schlüsselkompetenzen“. Das sind nach der offiziellen Definition „überfachliche Qualifikationen, die zum Handeln befähigen sollen“. Und zwar in folgenden Bereichen:

    a)     Interaktive Anwendung von Medien und Mitteln (z. B. Sprache, Technologie)

    b)     Interagieren in heterogenen Gruppen

    c)     Autonome Handlungsfähigkeit.

    Was heißt das?
    Nun …Bei der einen oder anderen waren das schlichtweg mangelnde Deutschkenntnisse. Und Sprache ist nun mal ein ziemlich grundlegender Schlüssel, um klarzukommen, egal wo. Das kennt jeder aus Urlauben in Ländern, wo nicht jeder Deutsch oder Englisch spricht, zumindest abseits der Hotel-Rezeption ;-). Andere mussten zu meinem Erstaunen erst einmal üben, täglich – auch noch pünktlich – zu erscheinen und obendrein Bescheid zu sagen, wenn sie nicht kommen. Dann gab es noch die Teilnehmerinnen, die aussahen wie Prinzessinnen – aber Konflikte, auch kleine, mit körperlicher Gewalt regeln wollten. Und das ging zum Teil recht schnell. Last, not least, staunte ich auch über ein Mädchen, das im Unterricht ihre Jeans heruntergezogen hatte, weil sich ihre Radler-Unterhose aufgerollt hatte: Ich musste sie darauf hinweisen, so etwas z. B. auf der Toilette zu machen – jedenfalls nicht im Unterricht (!) MEIN Job war jedoch im Grunde nur, ihnen „Medienkompetenz“ und „Grundlagen im Umgang mit PC und Internet“ nahe zu bringen …

    Medienkompetenz zuerst…
    und da galt es erst einmal, Angst vor diesen Geräten zu überwinden:
    Wie auch bei Erwachsenen, hatte die eine oder andere Teilnehmerin bereits verinnerlicht, dass sie mit Rechnern einfach nicht klar kommt: Zu abstrakt, Technik und so. Was sich in sehr klaren Äußerungen wie „Halt’s Maul, Fotze – interessiert misch ned, Computer!“ zeigte.
    Und sie hatten Glück, denn ich erinnere mich noch ganz gut an meine eigene Schulzeit und daran, dass jeder Lehrer sein eigenes Fach für das Zentrum des Universums hält. Ich ließ sie wissen, dass ich nicht erwarte, dass sie sich rasend für PCs interessieren. Aber warum es ihnen Vorteile bringen wird, und sei es auch nur im Chat im Internet. Und, naja, dass sie sowieso ihre Zeit mit mir verbringen müssen – warum also nicht was für sich mitnehmen?

    Hier geht es zur Fortsetzung: Teil 2 wird am Sonntag, 10.07.2011 und Teil 3 am Samstag, 16.07.2011.

    (Autor: Annette v. Spiegel | Thumb: Mentine, www.mentoring4u.de | Bild Artikel: dergestalter, www.photocase.de )

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

  • Sport verbindet und trägt zum guten Zusammenleben bei

    Ein Interview von Christine Lühn, Kinderbeauftragte in Frankfurt/Nied mit Andreas Welcher, Hauptsportleiter der SG Nied

    Hallo Andreas, Du bist kürzlich zum Hauptsportleiter der SG Nied gewählt worden. Was sind Deine Aufgaben?
    Es ist meine Aufgabe die ganzen Sportarten und Übungspläne zu koordinieren. Für Neuentwicklungen bin ich der Ansprechpartner. Ich regel und koordiniere den Übungsleiterbetrieb. Im Fitnessbereich sind besonders aktive Übungsleiter, mit denen ich neue Trends im Sport weiterentwickel.

    Was sind neue Trends im Sport?
    Da ist zum Beispiel Aroha, ein Mix aus Tae Bo und Karate mit Musik. Diese Sportart ist sehr bewegungsaktiv und hat in unserem Verein viel Zuspruch bei den Damen.
    Ein weiterer Trend im Sport ist Drums-Alive, eine gymnastische Bewegungsübung mit Pezziball und Trommelstöcken.
    Ebenso ist Boxen bei uns eine relativ neue Sportart.
    Darüber hinaus bieten wir Rückengymnastik an und ab Herbst wird diese Sportart durch Herzsport ergänzt. Leichtathletik, Handball, Triathlon, Kampfsport (Judo, Karate, Vovinam, Aikido), Turnen, Tanzen, Trampolin, Tennis, Frauenfitness, Fitnessgymnastik, Yoga und Schwimmen, welches wir im Rebstockbad, Höchster Schwimmbad und zukünftig im Silobad anbieten, gehören zu unserem Angebot. www.sgnied.de

    Welche Sportarten werden von Kindern bevorzugt und was motiviert sie, zum Sport zu gehen?
    In allen Abteilungen sind Kinder vertreten und wir zählen derzeit 1100 Kinder und Jugendliche in unserem Verein.
    Kinder nehmen in einem Alter ab 5-7 Jahren an Turnieren teil. Kürzlich hatten wir einen Wettkampf in der Leichtathletik als Langlauf.
    Die Kinder sollen Spaß haben und sie entwickeln einen Wettkampfgedanken. Es ist möglich, dass Eltern einen größeren Ehrgeiz entwickeln als ihre Kinder. Wenn Eltern allerdings hinter dem Sport stehen, dann motivieren sie ihre Kinder daran teilzunehmen. So machen wir die Erfahrung, dass Kinder in der Regel von ihren Eltern motiviert werden. Jugendliche sind häufig selber motiviert.

    Der Anteil der übergewichtigen Kinder, insbesondere im Frankfurter Westen ist recht hoch, so ist es dem „Erfahrungsbericht der Koordinierungsstelle Kinder zur Lebenssituation Frankfurter Kinder“ zu entnehmen. Wie sieht Deine Einschätzung zu dieser Feststellung aus?
    Diese Aussage kann ich bestätigen. Projekte zu dieser Problematik werden über das Stadtschulamt und dem Sportkreis aufgebaut.
    Kinder, die in der ersten Grundschulklasse sind, sollen in die Nähe eines Sportvereins und deren Angeboten gebracht werden. Wir beteiligen uns an dem Projekt und haben bereits Kontakt mit den Leiterinnen und Leitern der Grundschulen in Nied aufgenommen. Alle Leiter waren positiv begeistert. Als Hauptsportleiter übernehme ich die Koordination der Angebote und der Übungsleiter. Wünsche zu Terminen und Sportarten werden von unserem Verein entgegengenommen. Vor den Herbstferien soll mit dem ersten Angebot begonnen werden.
    Es ist allerdings nicht einfach für uns dieses Projekt auf die Beine zu stellen, zumal ich ehrenamtlich als Hauptsportleiter tätig bin. Einen Festangestellten haben wir nicht, den es wie im Sportkreis zur Koordination für dieses Projekt gibt.

    Mit welcher Sportart hat die SG Nied eine Tradition und wie sieht diese aus?
    Die SG Nied hat als Turnverein vor 134 Jahren begonnen und hat sich über die Jahre hinweg entsprechend entwickelt. Im Schwimmen haben wir tolle Erfolge erzielt und Handball (Feldball) war jahrelang unser Aushängeschild.

    Was verbindet Dich mit der SG Nied?
    1968 wurde ich von meinen Eltern als 3-jähriges Kind mit meinem Bruder zum Turnen gebracht. Ich habe eine turnerische Ausbildung genossen und bin 1972 mit meinem Bruder zum Kunstradfahren gewechselt. Diese Sportart gab es damals bei der SG Nied, heute wird sie nicht mehr trainiert.
    Ich war mit meinem Bruder 3x deutscher Vizemeister und mehrfach Hessen- und Südwestdeutscher Meister. Sieben Jahre waren wir in der Nationalkader des Bundes Deutscher Radfahrer im Zweikunstradfahren.

    Möchtest Du den Lesern noch etwas mitteilen?
    Der Sport verbindet und trägt zur Integration und guten Zusammenleben bei. Der Erfolg im Sport kann auch Auswirkungen auf die persönliche Entwicklung und schulischen Leistungen haben. Das Selbstbewusstsein kann gestärkt werden.

    Andreas, ich bin sehr beeindruckt von dem Angebot und Engagement in unserem Stadtteil. Ich wünsche Dir persönlich alles Gute und bedanke mich für das Gespräch.

    (Interview: C. Lühn | Interviewpartner: A. Welcher | Foto: A. Korkis)

  • Positive Lichtblicke und Konjunkturbelebung. Sollte was dran sein?

    Endlich auch ein offizieller Lichtblick.  Die Konjunkturbelebung in der Wirtschaft führt dazu, dass wesentlich mehr Lehrstellen als erwartet zur Verfügung stehen.

    (Quelle: Bundesanstalt für Arbeit 3/2011)

     

    Doch schauen wir mal etwas genauer hin.
    Wie sind die Zahlen? Die Jugendarbeitslosigkeit unter den 15-24 jährigen (Stand 3/011 BfA)  Von Oktober 2009 bis 30. September wurden 560.073 Ausbildungsverträge neu geschlossen  das war ein Minus von 0,8% gegenüber Vorjahr. (Quelle: Bundesregierung 5.5.2011). Fast 300.000 Jugendliche sind aber noch arbeitslos gemeldet. Noch spannender wird es, wenn wir uns den Ausblick der Schulabgänger der nächsten Jahre anschauen.

    Fast 900.000 Jugendliche werden 2011
    die Schulen, größtenteils mit Schulabschluss, verlassen. Davon beginnen rund 500.000 wahrscheinlich direkt eine Lehre, der Rest versucht einen Studienplatz zu ergattern. Das passt in das erste G8-Modell Jahr. Da die allgemeine Wehrpflicht am 1. Juli ausgesetzt wird, ist der Wettlauf um die besten Plätze wahrscheinlich schon gelaufen. Und von der Statistik her geht es ja aufwärts….

    Die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht
    hat aber auch zur Folge, dass der Zivildienst wegfällt, der in den letzten Jahren eine günstige Refinanzierung (der Pflegeindustrie) im Pflegebereich darstellte. Dies wiederum kommt Ihnen, unseren Lesern zu Gute. Denn diese Arbeitsbereiche könnten durch den zurzeit bestehenden Arbeitskräftemangel aufgewertet werden und die Gehälter sollten steigen.

    Bis dahin liest sich die Zukunft schon wieder rosiger…
    wenn es nicht auch die Auswirkungen des Schengener Abkommens gäbe. Am 1. Mai 2011 trat die Arbeitnehmerfreizügigkeit für acht osteuropäische EU-Mitglieder in Kraft. Wie viele Arbeitskräfte nach Westeuropa strömen können wir nicht abschätzen. Wir verstehen aber sehr wohl, dass die Löhne in vielen Bereichen doch weit unter den hiesigen liegen. Und Deutschland ganz bestimmt nicht nur als Durchgang nach Frankreich und Benelux genutzt wird.

    Kaum ein Thema ist in unserer Gesellschaft emotional so stark besetzt wie die individuelle Möglichkeit einen interessanten Arbeitsplatz für die Zukunft zu finden.

    Der 1. Deutsche Mentorentag 2011
    will u. a. diese Fragen beleuchten. Außerdem Optionen für Personalplanung und Führungskonzepte diskutieren. Der erste Deutsche Mentorentag findet statt am 27. September in Frankfurt am Main. Die Schirmherrschaft hat Dieter Posch,   Hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, übernommen. Seien Sie gespannt auf die Ergebnisse.

    Wollen Sie mit Experten und Entscheidern aus Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam diskutieren? Wir laden unsere Mentoren herzlich ein, an den Podiumsdiskussionen zum Thema „Chancen und Perspektiven von Mentoring“ teilzunehmen.

    Weitere Informationen finden Sie hier.

    Hier geht’s zur Anmeldung:
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    (Autor: M. Weiss  |  Bild & Thumb: M.Weiss & A. Korkis  |  Quelle: http://www.arbeitsagentur.de/ www.destatis.de Ausgabe 5 Mentoring4u)

  • Problemlöser und Ansprechpartner für Eltern und Kinder / Erfahrungsberichte 1:1 Lesecoaches

    Mentoring4u.de, die Informationsplattform für Berufsorientierung und Karriereplanung, ermöglicht ihren Kooperationspartnern  und externen Mentoring-Initiativen von der Arbeit mit ihren Schützlingen (Mentees) zu berichten. Diesmal haben wir (über die ehrenamtliche Projektleitung Frau Inge Koltermann) bei den 1:1 Lesecoaches nachgefragt, um etwas über die Motivation der Mentorinnen und Mentoren zu erfahren.

    Unserer Fragen an die ehrenamtlichen 1:1 Lesecoaches:
    1) Wie lange sind Sie schon Lesecoach?
    2) Was war Ihr Antrieb, dieses Projekt zu unterstützen?
    3) Was war Ihr schönstes oder intensivstes Erlebnis im Zusammenhang mit Ihrer Tätigkeit als Lesecoach?

    Heute erzählt Irene Heupel:
    Ich bin seit etwa einem halben Jahr Lesecoach. Mein Antrieb für dieses Projekt war zum einen, dass ich selbst seit frühester Kindheit eine „Leseratte“ bin, und zum anderen, dass ich möglichst mit Kindern etwas machen wollte. Da hat mich natürlich die Idee der Lesefüchse fasziniert: allgemein Kindern und insbesondere denen, für die Deutsch die 1. Fremdsprache ist, beim Lesen-Lernen in der Schule zu helfen und vielleicht sogar noch das Interesse für Bücher zu wecken.
    Begonnen habe ich mit einem türkischen Mädchen (10) und einem Jungen (10) aus Sri Lanka, beide 4. Klasse. Das türkische Mädchen galt als schwierig, vorlaut und frech im Umgang. Komischerweise hatte ich überhaupt kein Problem mit ihr. Sie genoss offensichtlich meine alleinige Aufmerksamkeit, und wollte diese auf keinen Fall durch schlechtes Benehmen aufs Spiel setzen. Sie kam von Anfang an sehr gerne zu mir, war höflich und nett. Es war beeindruckend, zu welcher Lese-Leistung sie im 1:1-Verhältnis fähig war im Vergleich zu ihren sonstigen Problemen in der Klasse. Nach einigen Wochen zog jedoch die Familie in einen anderen Stadtteil um, und wir mussten unsere so vielversprechend begonnene Zusammenarbeit beenden.

    Beim Start mit dem Jungen aus Sri Lanka war zunächst viel Zurückhaltung und seine insgeheime Frage zu spüren: Warum wurde gerade ich von der Lehrerin herausgepickt? Ich bin doch gut, lerne viel, schreibe in Mathe nur Einser! Vorsichtig von mir erklärt, sah er allmählich ein, dass wir beim Lesen doch viel voneinander profitieren könnten. Das Eis war dann endgültig gebrochen, als er mich zufällig beobachtete: Sein Name wurde in meinen Terminkalender eingetragen. So wichtig war er. Das fand er toll! Wir lesen einmal pro Woche, jeweils eine gute halbe Stunde. Nach wie vor hat er es nicht besonders gerne, wenn ich ihn verbessern muss, nach wie vor liest er gerne über schwierige oder ihm unverständliche Wörter einfach hinweg. Aber wir mögen uns sehr, und wir lachen viel miteinander, inzwischen auch über seine Fehler. Ich sage möglichst nichts, gebe nur ein Zeichen, dann verbessert er sich schon selbst. Besonders bei sehr langen Wörtern oder abstrakten Begriffen hapert es noch. Überhaupt ist die deutsche Grammatik ein Minenfeld! Ich selbst könnte ab und zu ein Nachschlagewerk gebrauchen, wenn ich ihm unverständliche Wörter erklären soll, wie z.B. heute:  Was bedeutet mechanisch??

    Nach dem Wegzug des türkischen Mädchens begann ich mit der kleineren Schwester (8) des tamilischen Jungen zu arbeiten, ebenfalls eine halbe Stunde im Anschluss an seine halbe Stunde. Sie kann viel flüssiger lesen als ihr Bruder, betont auch sehr schön, versteht aber nicht alles. Das hat sich inzwischen gewaltig gebessert. Sie liest mir immer ein Stück vor -meist als selbstausgewählte Lektüre Deutsche Märchen! – und dann erzählt sie den Inhalt mit ihren eigenen Worten. Das ist sehr gut für die Erweiterung ihres Wortschatzes, denn sie spricht noch nicht ganz so gut Deutsch wie ihr Bruder, auch was die Grammatik anbelangt. Die Anwendung des richtigen Artikels ist eine große Hürde. Deutsch ist manchmal eine so schwere Sprache für beide Kinder! Zuhause sprechen sie wohl gar kein oder nur sehr wenig Deutsch.

    Der Kontakt zur Schule, vor allem zur Lehrerin, lässt leider zu wünschen übrig. Ich wäre sehr glücklich über ein bisschen mehr Feedback über die Probleme oder Fortschritte der Kinder. Umso mehr werden meine Bemühungen aber offensichtlich von den Eltern geschätzt. Sie haben bereits mehrfach den persönlichen Kontakt gesucht, um auf spezielle Probleme der Kinder in der Schule hinzuweisen oder um kleine Ratschläge beim Bücherkauf etc. ersucht. Es ist beeindruckend, wie sehr diese Eltern ihre Kinder zum Lernen anhalten, und wie wenig die Kinder dies als Belastung ansehen. Sie sind immer hellwach und willig, mit Freude und Spaß dabei. Dies ist auch das Schönste für mich; zu sehen, wie die dunklen Augen vor Freude leuchten, wenn wieder eine Hürde geschafft ist.

    Nun soll der Junge ab Herbst eine Realschule besuchen. Wir wollen gemeinsam den Übergang schaffen. Meine Unterstützung ist ihm sicher!
    Beim Lesen werden wir manchmal von zufällig in der Bücherei anwesenden Kindern beobachtet. Als Bruder und Schwester weg waren, kam ein kleines türkisches Mädchen aus der 1. Klasse zu mir und fragte: Darf ich auch mit Dir lesen? So probten wir gleich mal für etwa 10 Minuten. Man sieht, es mangelt mir nicht an Nachwuchs….

    Kommentare und Anregungen:
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    (Gastautor: Irene Heupel | Foto: kallejipp | Thumb & Bildbearbeitung : A. Korkis| Quelle: http://www.awo-frankfurt.de/awo/ ehrenamtliche Projektleitung der 1:1 Leseoaches:  Inge Koltermann)