Featured Posts

European Student Challenge 2018 / Preisgelder von insgesamt 20.000 €European Student Challenge 2018 / Preisgelder von insgesamt... Die European Student Challenge 2018 bietet interessierten Studierenden ab sofort die Chance, ihre Ideen zusammen mit Experten zu realisieren! Noch bis zum 23.12.17 können sich Studierende, die im WS 2017/18 an einer europäischen Hochschule eingeschrieben sind, auf www.studiunity.de/wettbewerb mit...

weiterlesen ...

Startup Karriere: Vom Automechaniker zur Mundpflege Der in Lübeck aufgewachsene Axel Kaiser zog nach seiner Ausbildung zum Automechaniker nach Berlin, um zu schauen was die Welt zu bieten hat. Heute ist er der Geschäftsführer der Firma DENTTABS. Er produziert ein Zahnpflegeprodukt, das mit Autos eigentlich gar nichts zu tun hat. Wir möchten von ihm...

weiterlesen ...

The Sophomore, das neue Lifestyle Magazin von Mentoring4u Immer wieder werde ich gefragt: Sophomore?  Was ist das eigentlich? Überraschenderweise scheint der Begriff doch nicht so gängig zu sein, dachte ich mir dann nach einer Weile. 256 Tassen Tee getrunken, 74 Mal nachts aufgeschreckt ... 22 Bleistifte zerkaut, 3 Mal das Cover geändert... Um es kurz...

weiterlesen ...

Desiderata: Wo stehe ich? Mich hat dieses Jahr sehr beschäftigt, wie viel Hass und Intoleranz es auf der Welt gab. Und wie Engstirnig viele Menschen einander gegenüber getreten sind. Daher habe ich mich oft an einen Text von Max Ehrmann aus dem Jahre 1927 erinnert. Er heißt "Desiderata" und es geht darum nach einem glücklichen...

weiterlesen ...

Mentees haben gute Vorsätze - auch für 2017 Glück gehabt! Die Welt ist auch am 21. Dezember 2016  nicht untergegangen. Machen wir uns also Gedanken über die weitere Zukunft. Konkreter Vorsatz = Umsetzbarkeit. So sonderbar manche Vorsätze auch sind, bei Menti und seinen Mitschülern könnte es tatsächlich klappen. Ja, wirklich,...

weiterlesen ...

Gratulation an Frankfurt: „Integrationsdorf“ für Flüchtlinge auf dem Sport-Campus

Kommentare deaktiviert für Gratulation an Frankfurt: „Integrationsdorf“ für Flüchtlinge auf dem Sport-Campus

Posted on : 29-06-2016 | By : m_weiss | In : Autor
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertung/en),

(Bewertung-Durchschnitt: 5,00 von 5 Sternen)
Loading...

Goethe-Universität stellt der Stadt Frankfurt eine Fläche zur Verfügung

Messe Menschen von oben avanti_artikel

„Integrationsdorf“ für Flüchtlinge auf dem Sport-Campus  (pia) Die Goethe-Universität überlässt der Stadt Frankfurt bis Ende 2019  befristet ein Teilgrundstück der Liegenschaft Ginnheimer Landstraße 39 für die  Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft. Auf der Grünfläche zwischen dem  Cricket-Platz und dem Sportplatz der Uni wird in den kommenden Monaten ein  „Integrationsdorf“ für bis zu 300 Asylbewerber entstehen. Dort sollen bevorzugt  studierende Flüchtlinge und solche Flüchtlinge einziehen, die ein Studium  aufnehmen wollen. Die Nähe zur Universität wird die Begegnung und den Austausch  mit Studierenden befördern, die schon länger hier leben.

Auf Bitte des Landes Hessen hatte die Universität Mitte September 2015 mehrere  Turnhallen auf dem Sport-Campus als vorübergehende Außenstelle der  Erstaufnahmeeinrichtung Gießen zur Verfügung gestellt. Nach dem Auszug dieser  Flüchtlinge im Februar 2016 wurden dort bis Mitte Mai 2016 vorrübergehend  Asylbewerber untergebracht, die der Stadt Frankfurt direkt zugewiesen sind.  Obwohl die Nutzung der Hallen als Notunterkunft den Lehrbetrieb beeinträchtigte,  begegneten die Studierenden und die Lehrenden den Flüchtlingen überaus positiv  und aufgeschlossen.

Uni-Präsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff und Frankfurts  Sozialdezernentin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld verständigten sich vor dem  Hintergrund auf ein Anschlussprojekt.  „Wir müssen in Frankfurt weiter die Unterkunftskapazitäten ausbauen, um die  Notquartiere abzulösen“, sagte Birkenfeld. Aktuell sind 1.900 Asylbewerber in  Turnhallen, Schulcontainern und Hotels untergebracht, die nur vorrübergehend zur  Verfügung stehen. Außerdem weist das Land Hessen zurzeit wöchentlich zusätzlich  20 Flüchtlinge der Stadt Frankfurt zu. Die Stadträtin begrüßt angesichts dessen  die zeitweise Überlassung des Grundstücks durch die Universität, aber auch „weil  sich hier konzeptionell ein spannender Integrationsansatz ergibt“.  „Universitäten leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration von  Geflüchteten“, sagte Uni-Präsidentin Birgitta Wolff: „Das Integrationsdorf wird  die zwanglose Begegnung und den Austausch von Studierenden mit und ohne  Fluchterfahrungen weiter erleichtern – mit großem Gewinn für beide Seiten, die  viel voneinander lernen können. Das ist gelebte Internationalität, und es  erleichtert Studierenden mit Fluchterfahrung den Einstieg ins Studium.

Die Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung (BSMF), eine  Tochter der Konversionsgrundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG), hat mit der  Planung des „Integrationsdorfs“ begonnen. Es sollen sieben Wohn- und ein  Verwaltungsmodul entstehen. Der Naturschutzbeirat ist informiert und hat keine  Bedenken gegen die befristete Nutzung der Grünfläche. Auch die Mitglieder des  Ortsbeirats 2 haben erste Informationen zu dem Vorhaben erhalten.  Voraussichtlich im Spätsommer werden die Planungen soweit gediehen sein, dass  die Stabsstelle Flüchtlingsmanagement der Stadt Frankfurt sie dem  Stadtteilgremium und der Bevölkerung detailliert vorstellen kann. Der Termin der  Informationsveranstaltung wird noch bekannt gegeben.

(Quelle: Manuerla Skotnik, Stadt Frankfurt  / Bild & Thumb Photocase: Messe Menschen von oben avanti_artikel  Tumb: Motivation )

Mentorentag Hamburg, 22. September 2015 Europaschule Gymnasium Hamm

Kommentare deaktiviert für Mentorentag Hamburg, 22. September 2015 Europaschule Gymnasium Hamm

Posted on : 24-09-2015 | By : m_weiss | In : "Auf die Socken, fertig, los!", Autor
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertung/en),

(Bewertung-Durchschnitt: 5,00 von 5 Sternen)
Loading...

Zweiundsechzig Nationen sind hier präsent. Alle Sprachen. Eine Lehrerschaft hoch engagiert.

Sabine Brinker und Sylvie Faverot-Spengler (DESY)

Unglaublich.

Vorbildlich.

Das Gymnasium Europaschule Hamm ist etwas besonderes

Alle Schüler der 10ten und 12ten Klasse hatten die Chance, für sich neue Perspektiven wahrzunehmen. Gerade auch bildungsferne und benachteiligte Milieus profitieren vom Konzept „Erleben nach Vorbildern“.

Mit Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Jürgen Weber, Vorsitzender des Aufsichtsrats, Deutsche Lufthansa AG hatten wir diesmal einen ganz prominenten Mentor dabei. Die anderen nicht weniger prominenten Mentoren, Geschäftsführer, Vorstände, Führungskräfte aus den verschiedensten Bereichen: Bank, Consulting, Forschung und Entwicklung, Film, Gesundheit, IT, Internet, Luftfahrt, M&A Merger & Aquisition, Online-Medien, Politik, TV und Transport. Außerdem trafen 2 Wissenschaftlerinnen des DESY interessierte junge Schülerinnen.

Hier finden Sie den Beitrag des NDR „Back to School: TOP Manager coachen Schüler“ und hier das Interview .

Ziel dieser Veranstaltungsserie ist es, junge Menschen bei der beruflichen Orientierung und dem Berufseinstieg zu unterstützen.

Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg hat die Schirmherrschaft über unsere Veranstaltungsserie in Hamburg übernommen.

Unsere Gesellschaft lebt davon, dass eine Generation das Wissen, die Erfahrungen, an die nächste weitergibt. Das ist unsere Stärke.


Haus der Mentoren gGmbH

Wir schenken diesen jungen Menschen Zeit. „Auf die Socken, fertig, los!“ ist das Credo der gemeinnützigen Haus der Mentoren GmbH für die nächste Generation – eine gemeinnützige Gesellschaft, die auf Spenden angewiesen ist. Die gemeinnützige Haus der Mentoren GmbH ist in der Berufsorientierung und Karriereplanung für Schüler und Studenten tätig. Sie betreut außerdem Projekte wie z.B. Zusammensetzung von Mentoren-Tandems, Training der Mentoren und die Website www.mentoring4u.de .

Die Förderung der kulturellen Toleranz als wichtiges Moment der Völkerverständigung ist uns ein wichtiges Anliegen. Künftig werden wir versuchen, die Anstrengungen staatlicher und ehrenamtlicher Initiativen zur Integration neuer Bürger aus anderen Ländern mit unseren Konzepten zu unterstützen.

Führungskräfte, Mentoren aus  der ganzen Welt, aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft unterstützen uns. Sie sind fest im Berufsleben integriert oder im Ruhestand. Ihr Erfahrungshorizont fungiert als „Role Model“ für junge Menschen.

Spezielle Mentoren-Programme für Schüler und Studenten wurden entwickelt und werden seit November 2005 durchgeführt. Als Kommunikationsplattformen dienen Mentorenveranstaltungen wie jetzt in Hamburg und am 24. September in Berlin.

Die mentoring4u.de Präsenz, die Präsenz in Social-Media wie twitter & co. dienen als unterstützende Plattformen.

Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung und so können Sie Kontakt mit uns aufnehmen:

Folgen Sie uns auf Twitter: @mentoring4u_de

http://mentoring4u.de/index.php/das-projekt/kontakt/

InteGREATer: Damit Träume wahr werden: Ümmühan Ciftci macht jungen Migranten Mut

2

Posted on : 17-09-2013 | By : m_weiss | In : Förderung, Soziales Engagement
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertung/en),

(Bewertung-Durchschnitt: 4,20 von 5 Sternen)
Loading...

Jung, ehrgeizig, engagiert: Ümmühan Ciftci studiert Medizin und hat einen Verein gegründet, der Migrantenkindern und ihren Eltern zeigen will, wie wichtig Bildung ist. Motto: „Du kannst dein Ziel erreichen! Wenn wir es geschafft haben, schaffst du es auch“.

Team von InteGREATer e.V.

Stadt Frankfurt am Main (pia). Die Familie türkischstämmig. Der Vater Bauarbeiter. Die Mutter Hausfrau mit fünf Kindern. Die Tochter: nicht geeignet für den höheren Bildungsweg. Die Lehrerin gab ihr eine Hauptschulempfehlung. Das Mädchen heulte sich die Augen aus dem Kopf. „Ich wollte Medizin studieren. Und ich hatte aufgeschnappt: Wer studieren will, muss aufs Gymnasium gehen, nicht auf die Hauptschule“, erzählt Ümmühan Ciftci.

Träume haben, Ziele erreichen
Ümmühan Ciftci, 24, schaffte es gegen die Empfehlung der Lehrerin aufs Gymnasium, wurde Stipendiatin der Hertie-Stiftung, studiert heute Medizin in Marburg, Chirurgin will sie werden. Doch das verträgt sich schlecht mit ihrem ehrenamtlichen Engagement: Vor drei Jahren gründete Ümmühan Ciftci, genannt Ümmü, in Frankfurt den Verein InteGreater. Ihr Ziel: Migrantenkindern zeigen, wie wichtig Bildung ist, ihnen Mut machen, ihre Träume vom Studium, der Handwerkslehre, der Bankausbildung wahrzumachen. Und sich dabei nicht von Lehrern beeindrucken zu lassen, die einem eine Hauptschulempfehlung ausschreiben, nur weil man einen türkischen, kroatischen oder pakistanischen Namen trägt. „Du kannst dein Ziel erreichen! Wenn wir es geschafft haben, schaffst du es auch“ steht in großen Lettern auf den Plakaten von InteGreater.


Ihre Eltern machen sie stark
Ihr habt es einfach schwieriger. Diesen Satz sagte die Lehrerin damals zu Ümmüs Mutter. Ümmü selbst war dabei, als es darum ging, die Lehrerin zu überzeugen, wie viel in dem Mädchen steckt. „Meine Mutter verstand nicht immer alles. Sie nahm mich zu den Gesprächen mit, damit ich für sie übersetzen konnte.“ Die Mutter hatte sich in der Türkei das Lesen und Schreiben selbst beigebracht, der Vater träumte von einem Studium, als er in den 1970ern nach Kassel kam, arbeitete dann aber auf dem Bau. „Sie sind keine Akademiker, fürchteten, mir nicht helfen zu können, wenn ich in der Schule nicht mitkomme“, erzählt die Studentin. „Aber sie haben immer an mich geglaubt und mich unterstützt.“

Gespräche als Initialzündung
An diesem Punkt setzt InteGreater an. Rund 150 junge Leute, die wie Ümmü ausländische Wurzeln haben, sich während ihrer Schulzeit und auch heute noch über allgegenwärtige Vorurteile hinweggesetzt haben, erzählen Eltern und Schülern ihre Erfolgsgeschichte. „Wir sind keine Psychologen oder Pädagogen“, erklärt Ümmü. Die Arbeit des Vereins soll eine Initialzündung sein, Eltern und Schüler zum Nachdenken anregen. „Außerdem haben wir ein großes Netzwerk und wissen, wo man weiterführende Hilfe wie Berufsberatung oder Nachhilfe bekommt“, ergänzt Constanze Matthiesen, eine von zwei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen des Vereins. Die InteGreater-Veranstaltungen finden in Schulen statt, in Moscheen, Stadtteil- oder Frauenzentren. Der Verein arbeitet in Frankfurt unter anderem mit dem Amt für Multikulturelle Angelegenheiten und der Polytechnischen Gesellschaft zusammen.

Geschichten, die bewegen
Die Gespräche mit Eltern und Schülern finden immer getrennt statt. Weil die Fragen, die sie beschäftigen, andere sind. Eltern wollen wissen, wie sie ihr Kind motivieren können, wie sie helfen können, wenn sie selbst keine ausreichende Schulbildung genossen haben. Oder wie sie mit Lehrern und anderen Eltern umgehen sollen. „Wir haben schon Geschichten gehört von Leuten, deren Kindern seit Jahren dieselbe Klasse besuchen, die aber noch nie miteinander gesprochen haben“, sagt Ümmü. Schüler wiederum erzählen von ihren Ängsten. Ich traue mir nicht zu, Abitur zu machen. Wie soll ich eine Lehrstelle finden, wenn ich schon wegen meines Namens kritisch beäugt werde? Wie soll ich es zu etwas bringen, wenn ich der einzige in der Familie bin, der morgens aufsteht, und meinen Eltern egal ist, was aus mir wird?

„Eltern und Schüler können mit uns so offen reden, weil wir aus ihrer Mitte kommen, ihre Probleme kennen“, sagt Ümmü. Auch sie wurde unterschätzt. Auch sie stößt heute noch jeden Tag an Grenzen. Für ihre Zimmersuche in Marburg hat die junge Frau einen falschen Namen angegeben, weil sie mit ihrem türkischen keines gefunden hätte. Migranten, stellt sie immer wieder fest, müssen sich in allen Bereichen mehr anstrengen. „Aber davon lasse ich mich nicht kleinkriegen“, sagt sie bestimmt.

Wolfgang Schäuble war der Auslöser
Auf die Idee, anderen mit gutem Beispiel voranzugehen, brachte sie ein Lehrer ihres Gymnasiums. Er schlug vor, Ümmü solle Ansprechpartnerin für andere Migranten werden. Später empfahl er sie für ein Start-Stipendium der Hertie-Stiftung. Hier lernte sie ihren Mentor Jochen Sauerborn, den ehemalige UBS-Vorstandsvorsitzenden kennen, heute nennt sie ihn ihren deutschen Papa. Als Stipendiatin wurde sie vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler eingeladen, kurz nach dem Abitur hatte Ümmü zusammen mit drei Freunden an ihrer alten Schule eine Diskussionsrunde für Eltern mit ausländischen Wurzeln organisiert. Im Jahr 2009 war Ümmü Gast einer Podiumsdiskussion mit Bundesminister Wolfgang Schäuble. Thema: Migranten und Bildung. „Nach dem Gespräch sagte Herr Schäuble zu mir: ,Erzähl deine Geschichte nicht uns, erzähl sie den Eltern anderer Kinder. Gründe einen Verein, Mädchen!“ Mit der Unterstützung von Jochen Sauerborn fand Ümmü Förderer für ihre Idee, 2010 gründete sie InteGreater.

Ümmühan Ciftci am Schreibtisch

Elf Standorte in fünf Bundesländern
„Inzwischen haben wir Regionalgruppen an elf Standorten in fünf Bundesländern. Aber in Frankfurt sind wir am aktivsten“, sagt Constanze Matthiessen. „Ohne Connie ginge hier gar nichts“, ruft Ümmü und lacht. Constanze „Connie“ Matthiesen kümmert sich um Papierkram, um Schulungen für neue InteGreater und manchmal auch um Bahntickets für die Vereinsgründerin. Ümmü ist eine viel gefragte Frau, hat einen vollgepackten Terminkalender: Studium, Nebenjob, Vereinsarbeit. „Ich möchte so viel, habe so viel Energie“, sagt sie. Auch wenn die Arbeit von InteGreater für sie eine Herzenssache ist, ihr Medizinstudium steht an erster Stelle: „Wenn ich mich hier nicht anstrenge, werde ich nicht dem gerecht, wofür unser Verein steht.“ Dass sie nicht alles auf einmal schaffen kann und Grenzen ziehen muss, hat Ümmü bei ihrer ersten wichtigen Medizinprüfung gelernt. „Ich bin durchs Physikum gerasselt, habe darüber mein Stipendium verloren und war danach auch nicht mehr Bafög berechtigt.“ Das Aufstehen nach dieser Niederlage habe sie viel Kraft gekostet.

Erfolg und Bodenhaftung
Erlebnisse wie diese und auch ihre Eltern sind es, die Ümmü nicht abheben lassen. „Meine Eltern achten sehr darauf, dass ich bodenständig bleibe.“ Im März dieses Jahres wurde Ümmü für ihr Engagement bei einer Gala in Berlin mit der Goldenen Bild der Frau ausgezeichnet, der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Am nächsten Tag, wieder zu Hause in Kassel, drückte Mutter Ciftci der Tochter einen Wischmopp in die Hand. „Ümmü“, sagte sie, „gestern hattest du genug Glamour, heute ist wieder alles normal.“


(Autor: Anja Prechel  / Quelle: Stadt Frankfurt am Main/ Fotos: Stefan Maurer/PIA Frankfurt am Main)

Wettbewerbsbeitrag 09/12 Junge Redaktion: “Integration und Konflikt”

0

Posted on : 01-10-2012 | By : D_Balci | In : Junge Redaktion
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (60 Bewertung/en),

(Bewertung-Durchschnitt: 4,50 von 5 Sternen)
Loading...

Das Thema Integration von Menschen mit Migrationshintergrund stellt mittlerweile ein stark überstrapaziertes Thema dar. Dieser Artikel möchte eine kaum diskutierte Frage thematisieren, nämlich ob die Verweigerung von Integration schlichtes rational-ökonomisches Verhalten der Einwanderer darstellt.

Integration setzt auch einen Prozess der Interaktion mit der Aufnahmegesellschaft voraus. Das heißt, Freundschaften mit Deutschen eingehen, sich näher kommen und sich austauschen. Damit ist aber auch eine Änderung von Wertevorstellungen und Verhaltensformen des Menschen mit Migrationshintergrund verbunden. Das bedeutet Sozialisation.

Bei einer Sozialisation werden Traditionen der Herkunftsgesellschaft hinterfragt. Das kann zu einem Konflikt mit der Herkunftsgesellschaft führen. In extremen Fällen sogar zur Ausgrenzung aus der Familie. Für Menschen mit Migrationshintergrund hat Familie einen besonders hohen Stellenwert, weil die ersten Generationen von Migranten im Aufnahmeland kaum über Kontakte verfügten und die Familie einer der wenigen Stützen für sie darstellte. Der Konflikt führt zu einem Ausfall von Netzwerken, welche finanzielle und emotionale Ressourcen bieten. Ressourcen, welche die Aufnahmegesellschaft den Migranten nicht ersetzen kann. Um so prekärer das Leben, desto größer die Abhängigkeit von der Familie. Armut und Arbeitslosigkeit ist bei Migranten besonders groß und deshalb auch die Abhängigkeit, was dazu führt, dass die soziale Kontrolle in der Familie hingenommen wird.

Selbst weniger prekäre Situationen und weniger Abhängigkeit können Grund für den Erhalt von Werten und Verhaltensformen der Herkunftsgesellschaft sprechen. Auch ein erfolgreicher Geschäftsmann wird mit dem entsprechenden Habitus mehr Vertrauen in seinen Kreisen haben.

Vielleicht würden wir mit dieser Herangehensweise das verzerrte Bild von „integrationsunfähigen /-unwilligen Türken oder Arabern“ aufheben können.

Menschen mit Migrationshintergrund benötigen mehr Anreize sich zu integrieren. Dies schließt mit ein, dass die Diskriminierung von Deutschen türkischer Herkunft, die häufig bei gleicher Qualifikation aufgrund ihres Namens wesentlich schlechtere Chancen auf eine Stelle haben als einheimische Bewerber, beendet wird. Nur dann, so die These dieses Artikels wird die Abwägung zwischen der Aufnahmegesellschaft und den Ressourcen der eigenen Community künftig häufiger zugunsten ersterer ausgehen, Integrationsverweigerung also zurückgehen

Schließlich möchte ich noch erwähnen, dass das Thema Integration nicht nur im Interesse der Migranten und Migrantinnen liegt. Angesichts der Tatsache, dass jedes dritte Kind einen Migrationshintergrund hat und der Mangel an Fachkräften, den wir jetzt schon haben und der in einigen Jahren dramatisch werden wird, ist das Thema Integration für dieses Land und seine Wirtschaft eine überlebenswichtige Angelegenheit. Arbeitgeber sollten verstehen, dass wenn sie Bewerber aufgrund ihres Migrationshintergrundes benachteiligen, auch sich selber damit schaden.

(Autorin: Ayse Yildiz, Uni Marburg, Orientwissenschaften)

Islamisches Realgymnasium Wien

0

Posted on : 15-08-2012 | By : D_Balci | In : Schule
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertung/en),

(Bewertung-Durchschnitt: 5,00 von 5 Sternen)
Loading...

In ganz Österreich leben ca. 400.00 Moslems. Das ist prozentual einer der höchsten Anteile in Europa. Und hier in Wien steht das einzige staatlich anerkannte islamische Privatgymnasium, gegründet von Kenan Örgün im Jahre 1999.

An der Wand ein Graffiti in knalligen Farben, mit einer Sure des Korans. In diesem Gebäude glauben alle Schüler an Allah.

Rund 270 Muslime gehen hier zur Schule, darunter türkisch-,  arabisch- und bosnischstämmige. Von 34 Lehrern teilen nur vier ihren Glauben.

Die Lehrer unterrichten wie gewöhnlich auf Deutsch und nach österreichischem Lehrplan. Und nur zwei Stunden pro Woche gibt es islamischen Religionsunterricht.

Kein großer Unterschied zu anderen Schulen
Der ganz normale Unterrichtswahnsinn. Nur, dass an den Wänden Bilder von der Mekka, Kurzgeschichten über Hadsch und Poster von arabischen Musikern hängen.

Schuldirektor Ludwig Sommer sieht keinen großen Unterschied zu anderen Schulen.
Doch warum wollen die Eltern dann monatlich 120€ Schulgeld zahlen?

Sie wollen, dass ihre Kinder in einem islamischen Umfeld aufwachsen.
Denn an der Schule werden alle muslimischen Speisevorschriften eingehalten, Schweinefleisch ist Tabu!
Auch die fünf Gebete am Tag werden eingehalten. Das ,Freitagsgebet ist verpflichtend und an islamischen Feiertagen ist schulfrei.

Kopftuch ist Regel, aber keine Pflicht
80% der Schülerinnen des Islamischen Gymnasiums tragen ein Kopftuch. Es ist zwar keine Pflicht, aber  Standard.
Viele der Mädchen sind an anderen Schulen wegen ihres Kopftuchs beleidigt worden, sie fühlen sich jetzt  akzeptiert. Die Kehrseite der Medaille ist, dass am islamischen Gymnasium Mädchen ohne Kopftuch jetzt gemobbt werden.

Auch im Sportunterricht treten oft Probleme auf. Dort weigern sich einige Mädchen bei Turnübungen mitzumachen. Töchter aus streng religiösen Familien dürfen nicht einmal bei Wandertagen oder Landschulwochen mitfahren. Einigen Eltern ist die Schule nicht islamisch genug.

Ziel des Islamischen Gymnasiums
„Das Ziel ist es, junge Muslime zu selbstbewussten, fleißigen und pflichtbewussten Bürgern der Republik Österreich und im Weiteren der Europäischen Union heranzubilden.“

(Autor: Dilan Balci | Bilder & Thumb: www.irgw.at| Quelle: www.igwien.at)

„Ich dachte, Frankfurt ist Deutschland“ (Teil1)

0

Posted on : 14-11-2011 | By : c_amrhein | In : Erfahrungsberichte, Förderung an der Hochschule, Gastautor, Karriere
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Bewertung/en),

(Bewertung-Durchschnitt: 4,89 von 5 Sternen)
Loading...


1) Frankfurt am Main – Blick auf den Römer –  Ayu Damayanti, 2011

In der Kolumne Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ erzählt unsere externe Redakteurin Annette von  Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich, manche hatten es etwas einfacher. Aber immer haben sie viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

Desi aus Bulgarien
Heute erzähle ich euch von Desi, einer jungen Frau aus Bulgarien, die ich ganz gut kenne. Sie hat mich beeindruckt, weil sie ihren Weg fast wie nebenbei gegangen ist. Und geht. Und zwar erfolgreich. Sie sagt dazu „Ich weiß gar nicht, was ich Dir erzählen soll – was ist so Besonderes an mir?“ Für MICH ist es IMMER eine besondere Geschichte, wenn jemand in ein anderes Land geht und dort seinen – bzw. ihren – Weg macht!
Dass es Desi mal nach Deutschland verschlagen würde, war nicht absehbar gewesen.  Obwohl es in Bulgarien, so habe ich heute im Gespräch mit ihr gelernt, offenbar nicht unüblich ist, ab der 7. Klasse ein deutsches, englisches, französisches, spanisches … Gymnasium zu besuchen. Hat sie aber nicht. Allerdings hatte sie Deutsch als zweite Fremdsprache, und zwar von der 7. bis zur 11. Klasse.

Sprach-Pilger
Klasse! Denn Euch wird es vermutlich nicht anders gehen als Desi und mir: Da pilgert man mit in der Schule erlernten Fremdsprachen-Kenntnissen ins Land der erlernten Sprache und versteht … nicht mal Bahnhof. Sprachunterricht in der Schule ist eben doch anders als das, was „im echten Leben“ gesprochen wird.

Aber zurück nach Bulgarien. Desi ist 19, hat ihr Abitur gemacht, hat einen Freund – alles im Lot. Sie möchte studieren, so macht man das, aber der zündende Funke bleibt aus. Wie bei uns mit BWL war die laue Vision damals „Wirtschaft oder so …“. Sie jobbte, bereitete sich halt mal so auf die Aufnahmeprüfungen für’s Studium vor – was man halt so macht nach dem Abi, wenn das Herz nicht für eine berufliche Richtung schlägt.

Blond und in Deutschland…
Irgendwann lernt sie – im Chat – einen jungen Mann kennen. Garnicht ihr Typ, denn er ist blond 🙂 „Aber mir war es langweilig, und so habe ich ihn getroffen. Wir waren Kaffee trinken, dann haben wir das Lokal gewechselt, dann waren wir essen. Und dann noch mal Kaffee trinken.“ Ich erlaube mir mal vorwegzunehmen: Die zwei sind mittlerweile seit 12 Jahren zusammen, und nicht nur ich habe den Eindruck: Das könnten auch nochmal 36 mehr werden :))

Damals galt jedenfalls: Blöd nur, dass dieser Typ zwar auch Bulgare ist, aber in Deutschland lebt. Sie halten täglich Kontakt, und irgendwann stellt sich die Frage, ob sie denn nicht auch in Deutschland studieren und zu ihm kommen könnte. Sie macht sich Gedanken: „Ein deutsches Diplom wird häufiger anerkannt als ein bulgarisches“ … „Diejenigen, die nach Deutschland gingen, sind auch geblieben – so schlecht kann es dort also nicht sein“ … „Na, wenn alle Stricke reißen: Zurück kann ich immernoch!“


2) – Bücher –   Ayu Damayanti, 2011

Ein Versuch – Drei Monate
Also beantragt sie zwei Jahre, nachdem die beiden sich kennen gelernt haben, das übliche Dreimonats-Touristen-Visum, um Deutschland zu inspizieren. Und wir scheinen Gnade gefunden zu haben, denn sie beschließt, nach Deutschland zu gehen und dort zu studieren: Den Anfang macht sie mit einem VHS-Deutschkurs: „Ich war vielleicht ein bisschen arrogant und bin nicht in den Anfänger-Kurs gegangen, weil ich dachte, es reicht, wenn ich vorher noch in den alten Büchern aus der Schule blättere“.

Deutsch-Intensiv ist auch intensiv
Es folgt ein Deutsch-Intensiv-Kurs von einem Semester, der sie auf ein Studium vorbereitet: Die „Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH)“. „Das war wirklich nicht leicht. Wir waren 14 oder 16 Teilnehmer, und vier sind wirklich durchgefallen.“ Nun, sie gehörte zu denjenigen, die die Prüfung durchgestanden haben. Ungemein praktisch in dieser Zeit: „Wir hatten im Grunde einen Studenten-Status. Unter anderem konnte ich also z. B. arbeiten.“ Sie kellnerte zum Teil bis morgens um sechs Uhr, ihr Freund stand nachts auf, um sie von der Arbeit abzuholen. Die DSH-Prüfung war geschafft, sie konnte sich für einen Studienplatz bewerben. Da sie sich in Bulgarien auf Mathe und Englisch eingeschossen hatte, suchte sie hier nach etwas Ähnlichem und grinst, als sie sagt: „Und natürlich wollte ich viel Geld verdienen!“

Wer will schon Informatik studieren?
Nach ihrer Aussage übrigens ein Studiengang, den 60-70 % „Leute mit ……. wie heißt das noch? Nicht Ausländer …… ah, `mit Migrationshintergrund` belegen!“ Wir rätseln, warum das wohl so ist. Fazit: „Mathematik ist international. Und man muss keine Texte verfassen!“ Wie praktisch, dass Informatik keine Zugangsbeschränkungen hatte („Wer will schon Informatik studieren?!“), und so bestand auch nicht die Gefahr, von der ZVS in eine andere Stadt versandt zu werden.


3) Frankfurt-Bockenheim – Blick auf den Messeturm –  A. v. Spiegel, 2011

Orientierung in urbaner Eintönigkeit
Auf meine Frage nach anfänglichen Schwierigkeiten überlegt Desi einen Moment. „Also .. ich fand, dass in Deutschland alle Häuser gleich aussehen! Ich habe mich einfach nicht orientieren können. Ein Mal z. B., da war ich schon ein Monat hier,  waren wir in dem Waschsalon [Anmerkung: von deren Wohnung ca. 100 m in derselben Straße], weil wir gerade keine Waschmaschine hatten. Aber wir hatten das Waschpulver vergessen. Ich habe gesagt, ich hole es, und nach fast einer Stunde war ich wieder da: Ich hatte mich total verlaufen, weil einfach alles gleich aussieht!“ [Anmerkung: Es handelt sich aber auch wirklich um ein Viertel mit Standard-Nachkriegs-Bauten]

(Autor: Annette v. Spiegel | Thumb: A. Damayanti, www.mentoring4u.de | Bild Artikel: 1+2) A.Damayanti, 3) A.v. Spiegel )

Die Fortsetzung von Desis Geschichte finden Sie hier am kommenden Sonntag, 20.11.2011. Schauen Sie einfach rein!

Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 3)

0

Posted on : 16-10-2011 | By : c_amrhein | In : Ausbildung, Erfahrungsberichte, Gastautor
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (14 Bewertung/en),

(Bewertung-Durchschnitt: 4,50 von 5 Sternen)
Loading...

In der Kolumne Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ erzählt unsere externe Redakteurin Annette v. Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich. Aber sie haben viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 3)
[Mohammad ist inzwischen in Frankfurt am Hauptbahnhof angekommen und hat sich der Polizei als Flüchtling ohne Papiere zu erkennen gegeben…/Anmerkung der Redaktion]
Das Wasser bekam er. Er hatte davon gehört, dass in diesem Land Wasser „mit Gas“ getrunken wird, kannte es aber nicht. Was man ihm gegeben hatte, war natürlich MINERALwasser [gerade in Deutschland ist dies besonders stark mit Gas angereichert; die Franzosen z.B. nennen es „l´eau qui pique“ was soviel bedeutet wie: stechendes Wasser /Anmerkung der Redaktion].

Keine Angst vor Wasser
Nachdem er ein Glas getrunken hatte, wurde ihm – vermutlich von Hunger und Stress – schwarz vor Augen, und er geriet in Panik, weil er dachte, man hätte irgend etwas ins Wasser getan, und deshalb hätte es so seltsam gebitzelt; da flippte er aus, beschimpfte alle Anwesenden im Raum als Nazis, auch den Dolmetscher, und war kaum zu bändigen: Er hatte einfach schreckliche Angst, was mit ihm geschieht! Interessanterweise erkannte der verhörende Polizist den Zusammenhang und zeigte ihm, dass auch sie, die Polizisten, dieses Wasser trinken, und führte ihm das vor. So beruhigte sich Mohammad wieder … Am nächsten Tag dann wurde er dem Erstaufnahme-Heim für so genannte „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ zugeführt, dem üblichen Procedere.

Bildungschance in Deutschland?
Mittlerweile hat er eine Wohnung im Stadtzentrum, der Sprachkurs ist wirklich nicht spurlos an ihm vorüber gegangen, er macht seinen deutschen Hauptschulabschluss und nebenher ein Praktikum im Einzelhandel. Immer noch geht er sonntags in den Gottesdienst (es gibt eine iranische christliche Gemeinde in Frankfurt), und er ist froh über seine jetzige Situation.

Nächstes Ziel: eine Ausbildung als Buchhalter oder Speditionskaufmann
Mohammad hat immer noch sein Ziel im Auge, Buchhalter – oder auch Speditionskaufmann – zu werden. [Wir freuen uns über Angebote von Unternehmen, die Mohammad einen Ausbildungsplatz oder ein Praktikum im kaufmännischen Bereich an-
bieten
.  Bitte nehmen Sie Kontakt auf mit c.amrhein@mentoring4u.de].

Mohammad ist ergeizig,  möchte natürlich weiter kommen. Erwartungsvoll schaut er in seine Zukunft in Deutschland, wissend, dass noch ein langer Weg vor ihm liegt, bis er hier Fuß fassen kann. Aber er freut sich drauf 🙂

Warum vom Islam zum Christentum?

Wann genau Mo übrigens zum Christentum konvertiert ist – denn tatsächlich war er mal Muslim, das erklärt auch seinen Namen – kann ich gar nicht sagen. Aber ich kann sagen, warum: Weil er derart enttäuscht ist von dem, was mit der Religion seiner Kindheit und Heimat bzw. in deren Namen getrieben wird. Das Christentum ist übrigens eine der im Islam anerkannten „Buchreligionen“; auch Jesus ist als einer der Propheten (zeitlich vor Mohammed) akzeptiert.


(Bibel auf Farsi (Persisch))

Ihr habt den Anfang der Geschichte Mohammads verpasst? Kein Problem –> hier findet Ihr Teil 1 und Teil 2. Besucht uns wieder auf www.mentoring4u.de!

Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

(Autorin: A. von Spiegel / Photo: Archiv v. Spiegel / Thumb: Wikipedia_Schiraz / Bildbearbeitung: C. Amrhein)

Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 2)

0

Posted on : 09-10-2011 | By : c_amrhein | In : Ausbildung, Erfahrungsberichte, Gastautor
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Bewertung/en),

(Bewertung-Durchschnitt: 4,78 von 5 Sternen)
Loading...


Mohammad

In der Kolumne Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ erzählt unsere externe Redakteurin Annette v. Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich. Aber sie haben viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 2)
Amin ging also in Schiraz auf die Straße, weil er sich eine andere Zukunft in seinem Land wünschte. Als er sich einmischte, weil die Polizisten gegen eine ältere Frau vorgingen, wendete sich die Situation gegen ihn, man ging mit Schlagstöcken gegen ihn vor, er konnte aber fliehen. Dann wurde es plötzlich warm im Rippenbereich … vermutlich hatte der Stress der vorigen Situation den Schmerz unterdrückt: Er war angeschossen worden und hatte es gar nicht bemerkt!

Die Polizei auf den Fersen
Zu Hause war schnell klar: Amin kann nicht bleiben, denn die Polizisten hatten sein Gesicht gesehen, und damit war er gefährdet. Er musste außer Landes. Sein Vater fragte Mohammad, ob er mit Amin gehen würde. Der Plan war, dass beide nach England durchkommen, die Familie hatte das Geld dafür.

Zwei Freunde auf der Flucht
Mohammad sagte zu, und sie flohen – ohne Papiere – zunächst in die Türkei, wo sie zunächst in Istanbul einen Monat verbrachten. Diese Zeit war schwierig, weil sie nicht wagten, draußen zu sein, um nicht geschnappt zu werden. Weiter ging es dann nach Griechenland, wie so viele Flüchtlinge aus Iran und Afghanistan … Griechenland ist eines der Drehkreuze nach Europa.

Wie bleibt man „unsichtbar“?
Auch diese Zeit war belastend, weil Amins Wunde bei all dem Stress und dieser Art zu „reisen“ nicht hatte heilen können. Sie waren, nicht zu vergessen, schon über einen Monat lang unterwegs – und organisiere mal ständig Verbandszeug und Medikamente, wenn du auch im benachbarten Ausland ausländisch aussiehst, die Sprache nicht sprichst und nicht auffallen willst, weil du keine Papiere hast!

Auf dem Absprung nach irgendwo
Geraume Zeit verbrachten sie in Griechenland, immer bemüht, den Absprung nach England zu schaffen. Aber es wollte nicht gelingen. Die Familie beschloss, die nötigen 25.000 $ für die Einreise nach Kanada zu bezahlen – für Amin, denn das Geld für zwei Personen reichte nicht. So trennten sich die Wege dieser beiden Freunde.

Kanada – Deutschland
Amin gelangte in den sicheren Hafen namens Kanada. Seine Familie war so fair, Mohammad zu raten, nach Deutschland zu gehen und die Kosten für Schlepper und Ticket zu übernehmen. Der Schlepper besorgte den Pass eines Portugiesen, der Mo ähnlich genug sieht, und teilte ihm mit, dass es in wenigen Tagen so weit sein werde.
Dass ihn die Wirren seines Lebens in ein Land spülen würden, in dem er niemanden hat, niemanden kennt – und von dem er vom Hörensagen wusste, dass die Menschen Nazis sind – da beruhigten ihn die Worte von Amins Vater, der in Berlin studiert hatte und sagte, Deutschland sei wirklich in Ordnung, nicht wirklich. Die drei Tage vor der Abreise schlief er kaum und hatte vor Angst und Aufregung auch nichts gegessen.

Unbekanntes Land als Reiseziel
Ankunft Frankfurt International Airport. Er wusste nicht, was ihn erwartet, und die Angst vor den Grenzbehörden war gigantisch. Er sah eine junge Deutsche mit viel Gepäck und sprach sie (auf Englisch, das er ganz gut spricht) an, ob sie Hilfe bräuchte – sie nahm diese dankbar an. Genau das war für diesen Moment seine Strategie: Zusammen mit einer einheimischen Person, beide mit Gepäck, beide lachend und Episoden erzählend, also unauffällig, durch die Grenze zu gelangen …… und dabei möglichst die panische Angst zu verbergen.

Nächste Etappe: Achtung Hund!
Dieser Schritt hatte also geklappt. Der nächste hieß „Hauptbahnhof Frankfurt“. Da saß er nun, kannte niemanden und wartete. Auf das, was kommen würde. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber so mancher meiner iranischen bzw. afghanischen Ex-Schüler hat furchtbare Angst vor Hunden. Manche von ihnen haben Messerkämpfe auf den Straßen Teherans und andere Dinge überstanden – aber wenn ihnen hier ein kleiner Pinscher auf dem Gehweg entgegen kommt, werden sie richtiggehend bleich oder wechseln zumindest eilends die Straßenseite.

Es war gerade die Zeit irgend einer Fußball-Meisterschaft, und dementsprechend viel Polizei war am Frankfurter Hauptbahnhof – übrigens keine gute Gegend – zugegen.  Mit Hunden! Und das ist auch, was ihm aus dieser Situation vordringlich in Erinnerung geblieben ist: Nicht der Umstand, alleine, ohne Anlaufstelle, in einem fremden Land gestrandet zu sein, nicht die Angst, festgenommen zu werden ohne zu wissen, was deutsche Nazi-Polizisten mit einem machen – sondern die Hunde …


Frankfurter Hauptbahnhof

Herzlich Willkommen am Frankfurter Hauptbahnhof
Aber er konnte ja nicht bis zum Ende seines Lebens dort sitzen bleiben und warten, also nahm er all seinen Mut zusammen und sprach Polizisten an, die ohne Hund unterwegs waren. Heute sagt er grinsend „Ich denke, die waren gerade auf dem Weg nach Hause“. Er erklärte ihnen, dass er ganz neu in Frankfurt sei. Sie hießen ihn freundlich „Herzlich Willkommen“ 🙂 Er erklärte weiter: „Nein … ich meine, ich habe keine Papiere …“ und hatte höllische Angst, was jetzt passieren würde – schließlich waren das Polizisten! Aber was sollte er tun? Diese deutschen Polizisten sagten aber „Ach, Sie haben Ihre Papiere verloren, ja?“ und wollten ihm behilflich sein. Mohammad lächelt beim Erzählen, immer noch etwas gequält in der Erinnerung daran, und sagt „Die waren wirklich sehr nett“.

Jugendlicher Flüchtling
Als er ihnen beichtet, dass er mit falschen Papieren eingereist sei und im Grunde gar keine habe, nimmt man sich seiner an, fragt ihn, ob er Hunger hat, und bringt ihn zur Aufnahme, wo er erst mal mit einem Dolmetscher sprechen kann. Diesen fragt Mo als erstes, ob die Polizisten ihn schlagen werden, aber der kann ihm versichern: „Nicht in Deutschland! Entspann dich …“.

Trotzdem: Als sie ihn fragen, ob er etwas essen möchte, lehnt er ab. Er erzählt: „Ich hatte nun den vierten Tag nichts gegessen. Und ich hatte WIRKLICH Hunger. Sehr! Aber ich hatte so viel Angst … ich konnte nicht essen. Aber ich habe gefragt, ob ich Wasser haben kann…“


Bibel auf Farsi

Teil 1 und Teil 3 findet Ihr hier. Bitte anklicken!

Besucht uns wieder auf www.mentoring4u.de!

Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

(Autorin: A. von Spiegel / Photo: Archiv v. Spiegel / Thumb: Wikipedia_Schiraz / Bildbearbeitung: C. Amrhein)

WOW! Rundum Betreuung für sozialbenachteiligte Kinder und Jugendliche bei Hausaufgaben & Co

0

Posted on : 20-09-2011 | By : m_weiss | In : Förderung in der Schulzeit, Gastautor, Pimp my Lebenslauf, Soziales Engagement
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (15 Bewertung/en),

(Bewertung-Durchschnitt: 4,93 von 5 Sternen)
Loading...
BINE Bildungsnetzwerk Mainz e. V.

BINE Bildungsnetzwerk Mainz e. V.

BINE steht für Bildungsnetzwerk Mainz,  ursprünglich eine Initiative, nunmehr ein  Verein, dessen Mitglieder mit ehrenamtlichem Engagement, sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen, unabhängig von Konfession und Herkunft, eine Unterstützung im Bereich Bildung bieten. Das Gewähren von Chancengleichheit und Gleichberechtigung, sowie das konkrete und wahrnehmbare  Fördern von Integration sind die Zielvorstellungen des Vereins.

Praktisch geschieht dies durch die Betreuung bei  Hausaufgaben, Förderunterricht, Nachhilfe und die Vorbereitung auf Klausuren und Arbeiten an sechs verschiedenen Standorten innerhalb von Mainz. Ferner versuchen die etwa 40 Mitglieder des Vereins kontinuierlich Wissenslücken zu schließen und eine Allgemeinbildung der Kinder und Jugendlichen zu nähren. Betreut werden Kinder zwischen 10 und 18 Jahren, wobei Ausnahmen auch möglich sind.

Den Kindern und Jugendlichen werden kulturelle Angebote und Freizeitaktivitäten zur Förderung des effektiven Lernens, Ausgleich zum Alltag und Förderung des sozialen Verhaltens und zum Stressabbau angeboten. Ein besonderes Projekt wird in dem Asylantenheim in Mainz betreut: Kinder von Asylsuchenden werden im Rahmen von Patenschaften intensiv betreut, in der Freizeit begleitet und kulturell bereichert, durch Museums- und Kinobesuche.

Am 30. April 2010 gründete sich der gemeinnützig anerkannte Verein BILDUNGSNETZWERK MAINZ (BINE) e.V. aus der Initiative.  Im September 2008 riefen Pascal Brauckmann und Ali Hashoush Laboudi die Initiative Bildungsnetzwerk Mainz ins Leben. Bereits in ihrer Schul- und Studentenzeit hatten sie Kinder und Jugendliche in verschiedenen Projekten ehrenamtlich unterstützt und sich daher dazu entschlossen ein eigenes größeres Projekt zu starten, in welchem verschiedene Einrichtungen und Betreuungsangebote vernetzt werden sollen.   

Am 03.12.2010 erhält das Bildungsnetzwerk Mainz den Brückenpreis 2010 des Landes Rheinland-Pfalz in der Kategorie „Bürgerschaftliches Engagement gegen soziale Benachteiligung, Ausgrenzung und Diskriminierung“.
Der Preis des Landes RLP stellt eine wichtige Anerkennung für die Arbeit des Vereins dar. 

Ministerpräsident Kurt Beck zeigt mit der Ausschreibung BINE- Mentoring in Mainz der Verleihung des Preises die Wichtigkeit des Ehrenamtes in seinem Land. Die Mitglieder des Vereins bewiesen, dass Integration, Verantwortung und persönliches Engagement erfordert, um in Wirklichkeit erzielt werden zu können.

 
(Autor:  Fagr Eladly  |  Bilder & Bearbeitung: M. Weiss  |  Quelle:
www.bildungsnetzwerkmainz.de)

Ergebnis der 1. Umfrage als Vorbereitung für den 1. Deutschen Mentorentag am 27. September in Frankfurt

0

Posted on : 15-08-2011 | By : m_weiss | In : 1. Deutscher Mentorentag 2011, Umfrage
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertung/en),

(Bewertung-Durchschnitt: 4,33 von 5 Sternen)
Loading...


Zunächst möchten wir uns bei allen Beteiligten unserer 1. Umfrage bedanken.
Die Ergebnisse waren aufschlussreich und werden uns bei den Diskussionen anlässlich des 1. Deutschen Mentorentages am 27. September in Frankfurt/M. unterstützen. Hier nun die Ergebnisse:

Mentorenprogramm
Nur 27 % aller Befragten haben in Ihrem Unternehmen ein Mentorenprogramm installiert. Ein Grund mehr den 1. Deutschen Mentorentag am 27. September in Frankfurt zu besuchen. Diskutieren Sie mit uns über Möglichkeiten. Hier geht’s zur Anmeldung: www.anmeldung.mentorentag.de

Akademikeranteil
bei einem Drittel der Beteiligten macht der Akademikeranteil im Unternehmen zwischen 26%-50% aller Mitarbeiter aus. Davon haben es aber bei 77% der Befragten nur bis zu 10%  in Führungspositionen geschafft.

Fachkräfte
sind für 85% unserer Befragten von Interesse, die gleiche Anzahl bildet in Ihren Unternehmen selbst aus.

Migrationshintergrund: 65% fördern intern die Integration von Mitarbeitern.

Zusammenarbeit mit Bildungsträgern
Mehr als zwei Drittel aller Befragten arbeiten mit Bildungsträgern zusammen.

Förderung der Integration
Zwei Drittel aller Befragten fördern in Ihren Unternehmen intern die Integration von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund, wobei die Quote der Mitarbeiter mit Migrationshintergrund bei 42% unserer Befragten bei 1%-4% lag.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie auch an der zweiten Umfrage teilnehmen würden. Hier geht’s weiter: www.umfrage.mentorentag.de

(Autor: M. Weiss  |  Quelle: Umfrage Nr. 1 Mentoring4u |  Photo: nortys| Bildgestaltung: A. Korkis)