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Wettbewerbsbeitrag 09/12 Junge Redaktion: “Integration und Konflikt”

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Posted on : 01-10-2012 | By : D_Balci | In : Junge Redaktion
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(Bewertung-Durchschnitt: 4.50 von 5 Sternen)
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Das Thema Integration von Menschen mit Migrationshintergrund stellt mittlerweile ein stark überstrapaziertes Thema dar. Dieser Artikel möchte eine kaum diskutierte Frage thematisieren, nämlich ob die Verweigerung von Integration schlichtes rational-ökonomisches Verhalten der Einwanderer darstellt.

Integration setzt auch einen Prozess der Interaktion mit der Aufnahmegesellschaft voraus. Das heißt, Freundschaften mit Deutschen eingehen, sich näher kommen und sich austauschen. Damit ist aber auch eine Änderung von Wertevorstellungen und Verhaltensformen des Menschen mit Migrationshintergrund verbunden. Das bedeutet Sozialisation.

Bei einer Sozialisation werden Traditionen der Herkunftsgesellschaft hinterfragt. Das kann zu einem Konflikt mit der Herkunftsgesellschaft führen. In extremen Fällen sogar zur Ausgrenzung aus der Familie. Für Menschen mit Migrationshintergrund hat Familie einen besonders hohen Stellenwert, weil die ersten Generationen von Migranten im Aufnahmeland kaum über Kontakte verfügten und die Familie einer der wenigen Stützen für sie darstellte. Der Konflikt führt zu einem Ausfall von Netzwerken, welche finanzielle und emotionale Ressourcen bieten. Ressourcen, welche die Aufnahmegesellschaft den Migranten nicht ersetzen kann. Um so prekärer das Leben, desto größer die Abhängigkeit von der Familie. Armut und Arbeitslosigkeit ist bei Migranten besonders groß und deshalb auch die Abhängigkeit, was dazu führt, dass die soziale Kontrolle in der Familie hingenommen wird.

Selbst weniger prekäre Situationen und weniger Abhängigkeit können Grund für den Erhalt von Werten und Verhaltensformen der Herkunftsgesellschaft sprechen. Auch ein erfolgreicher Geschäftsmann wird mit dem entsprechenden Habitus mehr Vertrauen in seinen Kreisen haben.

Vielleicht würden wir mit dieser Herangehensweise das verzerrte Bild von „integrationsunfähigen /-unwilligen Türken oder Arabern“ aufheben können.

Menschen mit Migrationshintergrund benötigen mehr Anreize sich zu integrieren. Dies schließt mit ein, dass die Diskriminierung von Deutschen türkischer Herkunft, die häufig bei gleicher Qualifikation aufgrund ihres Namens wesentlich schlechtere Chancen auf eine Stelle haben als einheimische Bewerber, beendet wird. Nur dann, so die These dieses Artikels wird die Abwägung zwischen der Aufnahmegesellschaft und den Ressourcen der eigenen Community künftig häufiger zugunsten ersterer ausgehen, Integrationsverweigerung also zurückgehen

Schließlich möchte ich noch erwähnen, dass das Thema Integration nicht nur im Interesse der Migranten und Migrantinnen liegt. Angesichts der Tatsache, dass jedes dritte Kind einen Migrationshintergrund hat und der Mangel an Fachkräften, den wir jetzt schon haben und der in einigen Jahren dramatisch werden wird, ist das Thema Integration für dieses Land und seine Wirtschaft eine überlebenswichtige Angelegenheit. Arbeitgeber sollten verstehen, dass wenn sie Bewerber aufgrund ihres Migrationshintergrundes benachteiligen, auch sich selber damit schaden.

(Autorin: Ayse Yildiz, Uni Marburg, Orientwissenschaften)

Islamisches Realgymnasium Wien

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Posted on : 15-08-2012 | By : D_Balci | In : Schule
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(Bewertung-Durchschnitt: 5.00 von 5 Sternen)
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In ganz Österreich leben ca. 400.00 Moslems. Das ist prozentual einer der höchsten Anteile in Europa. Und hier in Wien steht das einzige staatlich anerkannte islamische Privatgymnasium, gegründet von Kenan Örgün im Jahre 1999.

An der Wand ein Graffiti in knalligen Farben, mit einer Sure des Korans. In diesem Gebäude glauben alle Schüler an Allah.

Rund 270 Muslime gehen hier zur Schule, darunter türkisch-,  arabisch- und bosnischstämmige. Von 34 Lehrern teilen nur vier ihren Glauben.

Die Lehrer unterrichten wie gewöhnlich auf Deutsch und nach österreichischem Lehrplan. Und nur zwei Stunden pro Woche gibt es islamischen Religionsunterricht.

Kein großer Unterschied zu anderen Schulen
Der ganz normale Unterrichtswahnsinn. Nur, dass an den Wänden Bilder von der Mekka, Kurzgeschichten über Hadsch und Poster von arabischen Musikern hängen.

Schuldirektor Ludwig Sommer sieht keinen großen Unterschied zu anderen Schulen.
Doch warum wollen die Eltern dann monatlich 120€ Schulgeld zahlen?

Sie wollen, dass ihre Kinder in einem islamischen Umfeld aufwachsen.
Denn an der Schule werden alle muslimischen Speisevorschriften eingehalten, Schweinefleisch ist Tabu!
Auch die fünf Gebete am Tag werden eingehalten. Das ,Freitagsgebet ist verpflichtend und an islamischen Feiertagen ist schulfrei.

Kopftuch ist Regel, aber keine Pflicht
80% der Schülerinnen des Islamischen Gymnasiums tragen ein Kopftuch. Es ist zwar keine Pflicht, aber  Standard.
Viele der Mädchen sind an anderen Schulen wegen ihres Kopftuchs beleidigt worden, sie fühlen sich jetzt  akzeptiert. Die Kehrseite der Medaille ist, dass am islamischen Gymnasium Mädchen ohne Kopftuch jetzt gemobbt werden.

Auch im Sportunterricht treten oft Probleme auf. Dort weigern sich einige Mädchen bei Turnübungen mitzumachen. Töchter aus streng religiösen Familien dürfen nicht einmal bei Wandertagen oder Landschulwochen mitfahren. Einigen Eltern ist die Schule nicht islamisch genug.

Ziel des Islamischen Gymnasiums
„Das Ziel ist es, junge Muslime zu selbstbewussten, fleißigen und pflichtbewussten Bürgern der Republik Österreich und im Weiteren der Europäischen Union heranzubilden.“

(Autor: Dilan Balci | Bilder & Thumb: www.irgw.at| Quelle: www.igwien.at)

„Ich dachte, Frankfurt ist Deutschland“ (Teil1)

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Posted on : 14-11-2011 | By : c_amrhein | In : Erfahrungsberichte, Förderung an der Hochschule, Gastautor, Karriere
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(Bewertung-Durchschnitt: 4.89 von 5 Sternen)
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1) Frankfurt am Main – Blick auf den Römer -  Ayu Damayanti, 2011

In der Kolumne Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein” erzählt unsere externe Redakteurin Annette von  Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich, manche hatten es etwas einfacher. Aber immer haben sie viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

Desi aus Bulgarien
Heute erzähle ich euch von Desi, einer jungen Frau aus Bulgarien, die ich ganz gut kenne. Sie hat mich beeindruckt, weil sie ihren Weg fast wie nebenbei gegangen ist. Und geht. Und zwar erfolgreich. Sie sagt dazu „Ich weiß gar nicht, was ich Dir erzählen soll – was ist so Besonderes an mir?“ Für MICH ist es IMMER eine besondere Geschichte, wenn jemand in ein anderes Land geht und dort seinen – bzw. ihren – Weg macht!
Dass es Desi mal nach Deutschland verschlagen würde, war nicht absehbar gewesen.  Obwohl es in Bulgarien, so habe ich heute im Gespräch mit ihr gelernt, offenbar nicht unüblich ist, ab der 7. Klasse ein deutsches, englisches, französisches, spanisches … Gymnasium zu besuchen. Hat sie aber nicht. Allerdings hatte sie Deutsch als zweite Fremdsprache, und zwar von der 7. bis zur 11. Klasse.

Sprach-Pilger
Klasse! Denn Euch wird es vermutlich nicht anders gehen als Desi und mir: Da pilgert man mit in der Schule erlernten Fremdsprachen-Kenntnissen ins Land der erlernten Sprache und versteht … nicht mal Bahnhof. Sprachunterricht in der Schule ist eben doch anders als das, was „im echten Leben“ gesprochen wird.

Aber zurück nach Bulgarien. Desi ist 19, hat ihr Abitur gemacht, hat einen Freund – alles im Lot. Sie möchte studieren, so macht man das, aber der zündende Funke bleibt aus. Wie bei uns mit BWL war die laue Vision damals „Wirtschaft oder so …“. Sie jobbte, bereitete sich halt mal so auf die Aufnahmeprüfungen für’s Studium vor – was man halt so macht nach dem Abi, wenn das Herz nicht für eine berufliche Richtung schlägt.

Blond und in Deutschland…
Irgendwann lernt sie – im Chat – einen jungen Mann kennen. Garnicht ihr Typ, denn er ist blond :) „Aber mir war es langweilig, und so habe ich ihn getroffen. Wir waren Kaffee trinken, dann haben wir das Lokal gewechselt, dann waren wir essen. Und dann noch mal Kaffee trinken.“ Ich erlaube mir mal vorwegzunehmen: Die zwei sind mittlerweile seit 12 Jahren zusammen, und nicht nur ich habe den Eindruck: Das könnten auch nochmal 36 mehr werden :) )

Damals galt jedenfalls: Blöd nur, dass dieser Typ zwar auch Bulgare ist, aber in Deutschland lebt. Sie halten täglich Kontakt, und irgendwann stellt sich die Frage, ob sie denn nicht auch in Deutschland studieren und zu ihm kommen könnte. Sie macht sich Gedanken: „Ein deutsches Diplom wird häufiger anerkannt als ein bulgarisches“ … „Diejenigen, die nach Deutschland gingen, sind auch geblieben – so schlecht kann es dort also nicht sein“ … „Na, wenn alle Stricke reißen: Zurück kann ich immernoch!“


2) – Bücher –   Ayu Damayanti, 2011

Ein Versuch – Drei Monate
Also beantragt sie zwei Jahre, nachdem die beiden sich kennen gelernt haben, das übliche Dreimonats-Touristen-Visum, um Deutschland zu inspizieren. Und wir scheinen Gnade gefunden zu haben, denn sie beschließt, nach Deutschland zu gehen und dort zu studieren: Den Anfang macht sie mit einem VHS-Deutschkurs: „Ich war vielleicht ein bisschen arrogant und bin nicht in den Anfänger-Kurs gegangen, weil ich dachte, es reicht, wenn ich vorher noch in den alten Büchern aus der Schule blättere“.

Deutsch-Intensiv ist auch intensiv
Es folgt ein Deutsch-Intensiv-Kurs von einem Semester, der sie auf ein Studium vorbereitet: Die „Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH)“. „Das war wirklich nicht leicht. Wir waren 14 oder 16 Teilnehmer, und vier sind wirklich durchgefallen.“ Nun, sie gehörte zu denjenigen, die die Prüfung durchgestanden haben. Ungemein praktisch in dieser Zeit: „Wir hatten im Grunde einen Studenten-Status. Unter anderem konnte ich also z. B. arbeiten.“ Sie kellnerte zum Teil bis morgens um sechs Uhr, ihr Freund stand nachts auf, um sie von der Arbeit abzuholen. Die DSH-Prüfung war geschafft, sie konnte sich für einen Studienplatz bewerben. Da sie sich in Bulgarien auf Mathe und Englisch eingeschossen hatte, suchte sie hier nach etwas Ähnlichem und grinst, als sie sagt: „Und natürlich wollte ich viel Geld verdienen!“

Wer will schon Informatik studieren?
Nach ihrer Aussage übrigens ein Studiengang, den 60-70 % „Leute mit ……. wie heißt das noch? Nicht Ausländer …… ah, `mit Migrationshintergrund` belegen!“ Wir rätseln, warum das wohl so ist. Fazit: „Mathematik ist international. Und man muss keine Texte verfassen!“ Wie praktisch, dass Informatik keine Zugangsbeschränkungen hatte („Wer will schon Informatik studieren?!“), und so bestand auch nicht die Gefahr, von der ZVS in eine andere Stadt versandt zu werden.


3) Frankfurt-Bockenheim – Blick auf den MesseturmA. v. Spiegel, 2011

Orientierung in urbaner Eintönigkeit
Auf meine Frage nach anfänglichen Schwierigkeiten überlegt Desi einen Moment. „Also .. ich fand, dass in Deutschland alle Häuser gleich aussehen! Ich habe mich einfach nicht orientieren können. Ein Mal z. B., da war ich schon ein Monat hier,  waren wir in dem Waschsalon [Anmerkung: von deren Wohnung ca. 100 m in derselben Straße], weil wir gerade keine Waschmaschine hatten. Aber wir hatten das Waschpulver vergessen. Ich habe gesagt, ich hole es, und nach fast einer Stunde war ich wieder da: Ich hatte mich total verlaufen, weil einfach alles gleich aussieht!“ [Anmerkung: Es handelt sich aber auch wirklich um ein Viertel mit Standard-Nachkriegs-Bauten]

(Autor: Annette v. Spiegel | Thumb: A. Damayanti, www.mentoring4u.de | Bild Artikel: 1+2) A.Damayanti, 3) A.v. Spiegel )

Die Fortsetzung von Desis Geschichte finden Sie hier am kommenden Sonntag, 20.11.2011. Schauen Sie einfach rein!

Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 3)

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Posted on : 16-10-2011 | By : c_amrhein | In : Ausbildung, Erfahrungsberichte, Gastautor
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(Bewertung-Durchschnitt: 4.50 von 5 Sternen)
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In der Kolumne Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein” erzählt unsere externe Redakteurin Annette v. Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich. Aber sie haben viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 3)
[Mohammad ist inzwischen in Frankfurt am Hauptbahnhof angekommen und hat sich der Polizei als Flüchtling ohne Papiere zu erkennen gegeben.../Anmerkung der Redaktion]
Das Wasser bekam er. Er hatte davon gehört, dass in diesem Land Wasser „mit Gas“ getrunken wird, kannte es aber nicht. Was man ihm gegeben hatte, war natürlich MINERALwasser [gerade in Deutschland ist dies besonders stark mit Gas angereichert; die Franzosen z.B. nennen es "l´eau qui pique" was soviel bedeutet wie: stechendes Wasser /Anmerkung der Redaktion].

Keine Angst vor Wasser
Nachdem er ein Glas getrunken hatte, wurde ihm – vermutlich von Hunger und Stress – schwarz vor Augen, und er geriet in Panik, weil er dachte, man hätte irgend etwas ins Wasser getan, und deshalb hätte es so seltsam gebitzelt; da flippte er aus, beschimpfte alle Anwesenden im Raum als Nazis, auch den Dolmetscher, und war kaum zu bändigen: Er hatte einfach schreckliche Angst, was mit ihm geschieht! Interessanterweise erkannte der verhörende Polizist den Zusammenhang und zeigte ihm, dass auch sie, die Polizisten, dieses Wasser trinken, und führte ihm das vor. So beruhigte sich Mohammad wieder … Am nächsten Tag dann wurde er dem Erstaufnahme-Heim für so genannte „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ zugeführt, dem üblichen Procedere.

Bildungschance in Deutschland?
Mittlerweile hat er eine Wohnung im Stadtzentrum, der Sprachkurs ist wirklich nicht spurlos an ihm vorüber gegangen, er macht seinen deutschen Hauptschulabschluss und nebenher ein Praktikum im Einzelhandel. Immer noch geht er sonntags in den Gottesdienst (es gibt eine iranische christliche Gemeinde in Frankfurt), und er ist froh über seine jetzige Situation.

Nächstes Ziel: eine Ausbildung als Buchhalter oder Speditionskaufmann
Mohammad hat immer noch sein Ziel im Auge, Buchhalter – oder auch Speditionskaufmann – zu werden. [Wir freuen uns über Angebote von Unternehmen, die Mohammad einen Ausbildungsplatz oder ein Praktikum im kaufmännischen Bereich an-
bieten
.  Bitte nehmen Sie Kontakt auf mit c.amrhein@mentoring4u.de].

Mohammad ist ergeizig,  möchte natürlich weiter kommen. Erwartungsvoll schaut er in seine Zukunft in Deutschland, wissend, dass noch ein langer Weg vor ihm liegt, bis er hier Fuß fassen kann. Aber er freut sich drauf :)

Warum vom Islam zum Christentum?

Wann genau Mo übrigens zum Christentum konvertiert ist – denn tatsächlich war er mal Muslim, das erklärt auch seinen Namen – kann ich gar nicht sagen. Aber ich kann sagen, warum: Weil er derart enttäuscht ist von dem, was mit der Religion seiner Kindheit und Heimat bzw. in deren Namen getrieben wird. Das Christentum ist übrigens eine der im Islam anerkannten „Buchreligionen“; auch Jesus ist als einer der Propheten (zeitlich vor Mohammed) akzeptiert.


(Bibel auf Farsi (Persisch))

Ihr habt den Anfang der Geschichte Mohammads verpasst? Kein Problem –> hier findet Ihr Teil 1 und Teil 2. Besucht uns wieder auf www.mentoring4u.de!

Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

(Autorin: A. von Spiegel / Photo: Archiv v. Spiegel / Thumb: Wikipedia_Schiraz / Bildbearbeitung: C. Amrhein)

Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 2)

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Posted on : 09-10-2011 | By : c_amrhein | In : Ausbildung, Erfahrungsberichte, Gastautor
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(Bewertung-Durchschnitt: 4.78 von 5 Sternen)
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Mohammad

In der Kolumne Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein” erzählt unsere externe Redakteurin Annette v. Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich. Aber sie haben viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 2)
Amin ging also in Schiraz auf die Straße, weil er sich eine andere Zukunft in seinem Land wünschte. Als er sich einmischte, weil die Polizisten gegen eine ältere Frau vorgingen, wendete sich die Situation gegen ihn, man ging mit Schlagstöcken gegen ihn vor, er konnte aber fliehen. Dann wurde es plötzlich warm im Rippenbereich … vermutlich hatte der Stress der vorigen Situation den Schmerz unterdrückt: Er war angeschossen worden und hatte es gar nicht bemerkt!

Die Polizei auf den Fersen
Zu Hause war schnell klar: Amin kann nicht bleiben, denn die Polizisten hatten sein Gesicht gesehen, und damit war er gefährdet. Er musste außer Landes. Sein Vater fragte Mohammad, ob er mit Amin gehen würde. Der Plan war, dass beide nach England durchkommen, die Familie hatte das Geld dafür.

Zwei Freunde auf der Flucht
Mohammad sagte zu, und sie flohen – ohne Papiere – zunächst in die Türkei, wo sie zunächst in Istanbul einen Monat verbrachten. Diese Zeit war schwierig, weil sie nicht wagten, draußen zu sein, um nicht geschnappt zu werden. Weiter ging es dann nach Griechenland, wie so viele Flüchtlinge aus Iran und Afghanistan … Griechenland ist eines der Drehkreuze nach Europa.

Wie bleibt man “unsichtbar”?
Auch diese Zeit war belastend, weil Amins Wunde bei all dem Stress und dieser Art zu „reisen“ nicht hatte heilen können. Sie waren, nicht zu vergessen, schon über einen Monat lang unterwegs – und organisiere mal ständig Verbandszeug und Medikamente, wenn du auch im benachbarten Ausland ausländisch aussiehst, die Sprache nicht sprichst und nicht auffallen willst, weil du keine Papiere hast!

Auf dem Absprung nach irgendwo
Geraume Zeit verbrachten sie in Griechenland, immer bemüht, den Absprung nach England zu schaffen. Aber es wollte nicht gelingen. Die Familie beschloss, die nötigen 25.000 $ für die Einreise nach Kanada zu bezahlen – für Amin, denn das Geld für zwei Personen reichte nicht. So trennten sich die Wege dieser beiden Freunde.

Kanada – Deutschland
Amin gelangte in den sicheren Hafen namens Kanada. Seine Familie war so fair, Mohammad zu raten, nach Deutschland zu gehen und die Kosten für Schlepper und Ticket zu übernehmen. Der Schlepper besorgte den Pass eines Portugiesen, der Mo ähnlich genug sieht, und teilte ihm mit, dass es in wenigen Tagen so weit sein werde.
Dass ihn die Wirren seines Lebens in ein Land spülen würden, in dem er niemanden hat, niemanden kennt – und von dem er vom Hörensagen wusste, dass die Menschen Nazis sind – da beruhigten ihn die Worte von Amins Vater, der in Berlin studiert hatte und sagte, Deutschland sei wirklich in Ordnung, nicht wirklich. Die drei Tage vor der Abreise schlief er kaum und hatte vor Angst und Aufregung auch nichts gegessen.

Unbekanntes Land als Reiseziel
Ankunft Frankfurt International Airport. Er wusste nicht, was ihn erwartet, und die Angst vor den Grenzbehörden war gigantisch. Er sah eine junge Deutsche mit viel Gepäck und sprach sie (auf Englisch, das er ganz gut spricht) an, ob sie Hilfe bräuchte – sie nahm diese dankbar an. Genau das war für diesen Moment seine Strategie: Zusammen mit einer einheimischen Person, beide mit Gepäck, beide lachend und Episoden erzählend, also unauffällig, durch die Grenze zu gelangen …… und dabei möglichst die panische Angst zu verbergen.

Nächste Etappe: Achtung Hund!
Dieser Schritt hatte also geklappt. Der nächste hieß „Hauptbahnhof Frankfurt“. Da saß er nun, kannte niemanden und wartete. Auf das, was kommen würde. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber so mancher meiner iranischen bzw. afghanischen Ex-Schüler hat furchtbare Angst vor Hunden. Manche von ihnen haben Messerkämpfe auf den Straßen Teherans und andere Dinge überstanden – aber wenn ihnen hier ein kleiner Pinscher auf dem Gehweg entgegen kommt, werden sie richtiggehend bleich oder wechseln zumindest eilends die Straßenseite.

Es war gerade die Zeit irgend einer Fußball-Meisterschaft, und dementsprechend viel Polizei war am Frankfurter Hauptbahnhof – übrigens keine gute Gegend – zugegen.  Mit Hunden! Und das ist auch, was ihm aus dieser Situation vordringlich in Erinnerung geblieben ist: Nicht der Umstand, alleine, ohne Anlaufstelle, in einem fremden Land gestrandet zu sein, nicht die Angst, festgenommen zu werden ohne zu wissen, was deutsche Nazi-Polizisten mit einem machen – sondern die Hunde …


Frankfurter Hauptbahnhof

Herzlich Willkommen am Frankfurter Hauptbahnhof
Aber er konnte ja nicht bis zum Ende seines Lebens dort sitzen bleiben und warten, also nahm er all seinen Mut zusammen und sprach Polizisten an, die ohne Hund unterwegs waren. Heute sagt er grinsend „Ich denke, die waren gerade auf dem Weg nach Hause“. Er erklärte ihnen, dass er ganz neu in Frankfurt sei. Sie hießen ihn freundlich „Herzlich Willkommen“ :) Er erklärte weiter: „Nein … ich meine, ich habe keine Papiere …“ und hatte höllische Angst, was jetzt passieren würde – schließlich waren das Polizisten! Aber was sollte er tun? Diese deutschen Polizisten sagten aber „Ach, Sie haben Ihre Papiere verloren, ja?“ und wollten ihm behilflich sein. Mohammad lächelt beim Erzählen, immer noch etwas gequält in der Erinnerung daran, und sagt „Die waren wirklich sehr nett“.

Jugendlicher Flüchtling
Als er ihnen beichtet, dass er mit falschen Papieren eingereist sei und im Grunde gar keine habe, nimmt man sich seiner an, fragt ihn, ob er Hunger hat, und bringt ihn zur Aufnahme, wo er erst mal mit einem Dolmetscher sprechen kann. Diesen fragt Mo als erstes, ob die Polizisten ihn schlagen werden, aber der kann ihm versichern: „Nicht in Deutschland! Entspann dich …“.

Trotzdem: Als sie ihn fragen, ob er etwas essen möchte, lehnt er ab. Er erzählt: „Ich hatte nun den vierten Tag nichts gegessen. Und ich hatte WIRKLICH Hunger. Sehr! Aber ich hatte so viel Angst … ich konnte nicht essen. Aber ich habe gefragt, ob ich Wasser haben kann…“


Bibel auf Farsi

Der 3. Teil folgt an dieser Stelle am Sonntag, 16.10.2011. Ihr habt Teil 1 verpasst? Don´t worry, hier ist er .

Besucht uns wieder auf www.mentoring4u.de!
Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

(Autorin: A. von Spiegel / Photo: Archiv v. Spiegel / Thumb: Wikipedia_Schiraz / Bildbearbeitung: C. Amrhein)

WOW! Rundum Betreuung für sozialbenachteiligte Kinder und Jugendliche bei Hausaufgaben & Co

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Posted on : 20-09-2011 | By : m_weiss | In : Förderung in der Schulzeit, Gastautor, Pimp my Lebenslauf, Soziales Engagement
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(Bewertung-Durchschnitt: 4.93 von 5 Sternen)
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BINE Bildungsnetzwerk Mainz e. V.

BINE Bildungsnetzwerk Mainz e. V.

BINE steht für Bildungsnetzwerk Mainz,  ursprünglich eine Initiative, nunmehr ein  Verein, dessen Mitglieder mit ehrenamtlichem Engagement, sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen, unabhängig von Konfession und Herkunft, eine Unterstützung im Bereich Bildung bieten. Das Gewähren von Chancengleichheit und Gleichberechtigung, sowie das konkrete und wahrnehmbare  Fördern von Integration sind die Zielvorstellungen des Vereins.

Praktisch geschieht dies durch die Betreuung bei  Hausaufgaben, Förderunterricht, Nachhilfe und die Vorbereitung auf Klausuren und Arbeiten an sechs verschiedenen Standorten innerhalb von Mainz. Ferner versuchen die etwa 40 Mitglieder des Vereins kontinuierlich Wissenslücken zu schließen und eine Allgemeinbildung der Kinder und Jugendlichen zu nähren. Betreut werden Kinder zwischen 10 und 18 Jahren, wobei Ausnahmen auch möglich sind.

Den Kindern und Jugendlichen werden kulturelle Angebote und Freizeitaktivitäten zur Förderung des effektiven Lernens, Ausgleich zum Alltag und Förderung des sozialen Verhaltens und zum Stressabbau angeboten. Ein besonderes Projekt wird in dem Asylantenheim in Mainz betreut: Kinder von Asylsuchenden werden im Rahmen von Patenschaften intensiv betreut, in der Freizeit begleitet und kulturell bereichert, durch Museums- und Kinobesuche.

Am 30. April 2010 gründete sich der gemeinnützig anerkannte Verein BILDUNGSNETZWERK MAINZ (BINE) e.V. aus der Initiative.  Im September 2008 riefen Pascal Brauckmann und Ali Hashoush Laboudi die Initiative Bildungsnetzwerk Mainz ins Leben. Bereits in ihrer Schul- und Studentenzeit hatten sie Kinder und Jugendliche in verschiedenen Projekten ehrenamtlich unterstützt und sich daher dazu entschlossen ein eigenes größeres Projekt zu starten, in welchem verschiedene Einrichtungen und Betreuungsangebote vernetzt werden sollen.   

Am 03.12.2010 erhält das Bildungsnetzwerk Mainz den Brückenpreis 2010 des Landes Rheinland-Pfalz in der Kategorie “Bürgerschaftliches Engagement gegen soziale Benachteiligung, Ausgrenzung und Diskriminierung”.
Der Preis des Landes RLP stellt eine wichtige Anerkennung für die Arbeit des Vereins dar. 

Ministerpräsident Kurt Beck zeigt mit der Ausschreibung BINE- Mentoring in Mainz der Verleihung des Preises die Wichtigkeit des Ehrenamtes in seinem Land. Die Mitglieder des Vereins bewiesen, dass Integration, Verantwortung und persönliches Engagement erfordert, um in Wirklichkeit erzielt werden zu können.

 
(Autor:  Fagr Eladly  |  Bilder & Bearbeitung: M. Weiss  |  Quelle:
www.bildungsnetzwerkmainz.de)

Ergebnis der 1. Umfrage als Vorbereitung für den 1. Deutschen Mentorentag am 27. September in Frankfurt

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Posted on : 15-08-2011 | By : m_weiss | In : 1. Deutscher Mentorentag 2011, Umfrage
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(Bewertung-Durchschnitt: 4.33 von 5 Sternen)
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Zunächst möchten wir uns bei allen Beteiligten unserer 1. Umfrage bedanken.
Die Ergebnisse waren aufschlussreich und werden uns bei den Diskussionen anlässlich des 1. Deutschen Mentorentages am 27. September in Frankfurt/M. unterstützen. Hier nun die Ergebnisse:

Mentorenprogramm
Nur 27 % aller Befragten haben in Ihrem Unternehmen ein Mentorenprogramm installiert. Ein Grund mehr den 1. Deutschen Mentorentag am 27. September in Frankfurt zu besuchen. Diskutieren Sie mit uns über Möglichkeiten. Hier geht’s zur Anmeldung: www.anmeldung.mentorentag.de

Akademikeranteil
bei einem Drittel der Beteiligten macht der Akademikeranteil im Unternehmen zwischen 26%-50% aller Mitarbeiter aus. Davon haben es aber bei 77% der Befragten nur bis zu 10%  in Führungspositionen geschafft.

Fachkräfte
sind für 85% unserer Befragten von Interesse, die gleiche Anzahl bildet in Ihren Unternehmen selbst aus.

Migrationshintergrund: 65% fördern intern die Integration von Mitarbeitern.

Zusammenarbeit mit Bildungsträgern
Mehr als zwei Drittel aller Befragten arbeiten mit Bildungsträgern zusammen.

Förderung der Integration
Zwei Drittel aller Befragten fördern in Ihren Unternehmen intern die Integration von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund, wobei die Quote der Mitarbeiter mit Migrationshintergrund bei 42% unserer Befragten bei 1%-4% lag.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie auch an der zweiten Umfrage teilnehmen würden. Hier geht’s weiter: www.umfrage.mentorentag.de

(Autor: M. Weiss  |  Quelle: Umfrage Nr. 1 Mentoring4u |  Photo: nortys| Bildgestaltung: A. Korkis)

Die Vorbereitungen auf den 1. Deutschen Mentorentag laufen / Jetzt schnell bei der Umfrage mitmachen!!!

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Posted on : 04-08-2011 | By : m_weiss | In : 1. Deutscher Mentorentag 2011, Autor, Umfrage
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(Bewertung-Durchschnitt: 5.00 von 5 Sternen)
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Presse ts-grafik.d

Der erste deutsche Mentorentag am 27. September in Frankfurt/M. beschäftigt die gesamte Redaktion.

Geben Sie jungen Menschen eine Chance.

Ihre Meinung ist uns wichtig.
Die Verantwortung der heute im Beruf stehenden Generationen für junge Menschen erhöht sich deutlich. Diese Verantwortung hat die unterschiedlichsten Facetten. Eine davon ist es, junge Menschen auf den Berufseinstieg besser vorzubereiten, als dies bisher in Deutschland der Fall war. Unser Motto “Führungskräfte schenken Zeit” trifft auch auf diese Umfrage zu.
Schenken Sie uns bitte einige Minuten Zeit für die Umfrage.

Einzige Vorraussetzung ist, dass Sie bereits in einem Unternehmen arbeiten. 

Hier geht’s zur Umfrage  

Vielen Dank für die Unterstützung!

Problemlöser und Ansprechpartner für Eltern und Kinder / Erfahrungsberichte 1:1 Lesecoaches

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Posted on : 12-06-2011 | By : c_amrhein | In : Förderung in der Schulzeit, Gastautor, Soziales Engagement
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(Bewertung-Durchschnitt: 4.50 von 5 Sternen)
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Mentoring4u.de, die Informationsplattform für Berufsorientierung und Karriereplanung, ermöglicht ihren Kooperationspartnern  und externen Mentoring-Initiativen von der Arbeit mit ihren Schützlingen (Mentees) zu berichten. Diesmal haben wir (über die ehrenamtliche Projektleitung Frau Inge Koltermann) bei den 1:1 Lesecoaches nachgefragt, um etwas über die Motivation der Mentorinnen und Mentoren zu erfahren.

Unserer Fragen an die ehrenamtlichen 1:1 Lesecoaches:
1) Wie lange sind Sie schon Lesecoach?
2) Was war Ihr Antrieb, dieses Projekt zu unterstützen?
3) Was war Ihr schönstes oder intensivstes Erlebnis im Zusammenhang mit Ihrer Tätigkeit als Lesecoach?

Heute erzählt Irene Heupel:
Ich bin seit etwa einem halben Jahr Lesecoach. Mein Antrieb für dieses Projekt war zum einen, dass ich selbst seit frühester Kindheit eine „Leseratte“ bin, und zum anderen, dass ich möglichst mit Kindern etwas machen wollte. Da hat mich natürlich die Idee der Lesefüchse fasziniert: allgemein Kindern und insbesondere denen, für die Deutsch die 1. Fremdsprache ist, beim Lesen-Lernen in der Schule zu helfen und vielleicht sogar noch das Interesse für Bücher zu wecken.
Begonnen habe ich mit einem türkischen Mädchen (10) und einem Jungen (10) aus Sri Lanka, beide 4. Klasse. Das türkische Mädchen galt als schwierig, vorlaut und frech im Umgang. Komischerweise hatte ich überhaupt kein Problem mit ihr. Sie genoss offensichtlich meine alleinige Aufmerksamkeit, und wollte diese auf keinen Fall durch schlechtes Benehmen aufs Spiel setzen. Sie kam von Anfang an sehr gerne zu mir, war höflich und nett. Es war beeindruckend, zu welcher Lese-Leistung sie im 1:1-Verhältnis fähig war im Vergleich zu ihren sonstigen Problemen in der Klasse. Nach einigen Wochen zog jedoch die Familie in einen anderen Stadtteil um, und wir mussten unsere so vielversprechend begonnene Zusammenarbeit beenden.

Beim Start mit dem Jungen aus Sri Lanka war zunächst viel Zurückhaltung und seine insgeheime Frage zu spüren: Warum wurde gerade ich von der Lehrerin herausgepickt? Ich bin doch gut, lerne viel, schreibe in Mathe nur Einser! Vorsichtig von mir erklärt, sah er allmählich ein, dass wir beim Lesen doch viel voneinander profitieren könnten. Das Eis war dann endgültig gebrochen, als er mich zufällig beobachtete: Sein Name wurde in meinen Terminkalender eingetragen. So wichtig war er. Das fand er toll! Wir lesen einmal pro Woche, jeweils eine gute halbe Stunde. Nach wie vor hat er es nicht besonders gerne, wenn ich ihn verbessern muss, nach wie vor liest er gerne über schwierige oder ihm unverständliche Wörter einfach hinweg. Aber wir mögen uns sehr, und wir lachen viel miteinander, inzwischen auch über seine Fehler. Ich sage möglichst nichts, gebe nur ein Zeichen, dann verbessert er sich schon selbst. Besonders bei sehr langen Wörtern oder abstrakten Begriffen hapert es noch. Überhaupt ist die deutsche Grammatik ein Minenfeld! Ich selbst könnte ab und zu ein Nachschlagewerk gebrauchen, wenn ich ihm unverständliche Wörter erklären soll, wie z.B. heute:  Was bedeutet mechanisch??

Nach dem Wegzug des türkischen Mädchens begann ich mit der kleineren Schwester (8) des tamilischen Jungen zu arbeiten, ebenfalls eine halbe Stunde im Anschluss an seine halbe Stunde. Sie kann viel flüssiger lesen als ihr Bruder, betont auch sehr schön, versteht aber nicht alles. Das hat sich inzwischen gewaltig gebessert. Sie liest mir immer ein Stück vor -meist als selbstausgewählte Lektüre Deutsche Märchen! – und dann erzählt sie den Inhalt mit ihren eigenen Worten. Das ist sehr gut für die Erweiterung ihres Wortschatzes, denn sie spricht noch nicht ganz so gut Deutsch wie ihr Bruder, auch was die Grammatik anbelangt. Die Anwendung des richtigen Artikels ist eine große Hürde. Deutsch ist manchmal eine so schwere Sprache für beide Kinder! Zuhause sprechen sie wohl gar kein oder nur sehr wenig Deutsch.

Der Kontakt zur Schule, vor allem zur Lehrerin, lässt leider zu wünschen übrig. Ich wäre sehr glücklich über ein bisschen mehr Feedback über die Probleme oder Fortschritte der Kinder. Umso mehr werden meine Bemühungen aber offensichtlich von den Eltern geschätzt. Sie haben bereits mehrfach den persönlichen Kontakt gesucht, um auf spezielle Probleme der Kinder in der Schule hinzuweisen oder um kleine Ratschläge beim Bücherkauf etc. ersucht. Es ist beeindruckend, wie sehr diese Eltern ihre Kinder zum Lernen anhalten, und wie wenig die Kinder dies als Belastung ansehen. Sie sind immer hellwach und willig, mit Freude und Spaß dabei. Dies ist auch das Schönste für mich; zu sehen, wie die dunklen Augen vor Freude leuchten, wenn wieder eine Hürde geschafft ist.

Nun soll der Junge ab Herbst eine Realschule besuchen. Wir wollen gemeinsam den Übergang schaffen. Meine Unterstützung ist ihm sicher!
Beim Lesen werden wir manchmal von zufällig in der Bücherei anwesenden Kindern beobachtet. Als Bruder und Schwester weg waren, kam ein kleines türkisches Mädchen aus der 1. Klasse zu mir und fragte: Darf ich auch mit Dir lesen? So probten wir gleich mal für etwa 10 Minuten. Man sieht, es mangelt mir nicht an Nachwuchs….

Kommentare und Anregungen:
Liebe Leserinnen und Leser. Ganz besonders freuen wir uns, wenn Sie uns Ihre Fragen und Anregungen zum Thema 1:1 Lesecoaches  mitteilen. Nutzen Sie einfach das Feld unter dem Artikel. Vielen Dank!

Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

(Gastautor: Irene Heupel | Foto: kallejipp | Thumb & Bildbearbeitung : A. Korkis| Quelle: http://www.awo-frankfurt.de/awo/ ehrenamtliche Projektleitung der 1:1 Leseoaches:  Inge Koltermann)

Aus der Welt der #Zeitarbeit – Rette sich, wer kann!

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Posted on : 05-06-2011 | By : c_amrhein | In : Arbeitsmarkt, Gastautor
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Zeitarbeit ist ein Thema, welches mit steigender Konjunktur vermehrt auf den Tisch kommt. Wenn es an Fachkräften fehlt, springen immer häufiger “Interims” ein. In dieser Kolumne “Zeitarbeiter” gibt Ihnen unsere externe Redakteurin Annette von Spiegel persönliche und authentische Einblicke.

Mein heutiges Thema widmet sich dem, was für alle Arten von Verträgen gilt – allen voran Arbeitsverträgen, denn sie regeln immerhin einen nicht unerheblichen Anteil unserer Lebenszeit, nämlich die Arbeitszeit! :) Da heisst es also „Augen auf!“ – zunächst bei der Auswahl des Zeitarbeitsunternehmens, hat man sich denn entschlossen, über eine Verleihfirma tätig zu werden – und dann natürlich, was den Vertrag betrifft.

Prüfe bevor Du Dich bindest
Wie bei allen anderen Firmen auch, gibt ein persönliches Gespräch bereits etwas Aufschluss über den Stil im Haus und die Haltung zu Bewerbern bzw. Mitarbeitern. Es kann aber auch hilfreich sein, sich bei Bekannten umzuhören, die bereits bei Zeitarbeitsfirmen tätig sind – da gibt es, keine Sorge, eindeutige Statements. Und durchaus auch positive! [Diese Checkliste Zeitarbeitsfirmen von mittelstanddirekt enthält 10 Punkte, Anmerkung der Redaktion]
Nach solch lobenden Erwähnungen hatte auch ich nochmal Gespräche geführt und fand tatsächlich bestätigt, was mir erzählt worden war, also Positives. Ein Wechsel machte allerdings wenig Sinn, weil ich als Neu-Einsteigerin die mit der Zeit erreichten Ansprüche auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Urlaubstage etc., verloren hätte. Wunderliche Detailfragen des Arbeitsvertrages ergeben sich für den Normalsterblichen dummerweise erst in der Alltags-Praxis. Zwei Beispiele möchte ich nennen, und übrigens: Ein kritischer Blick auf die Regelung zur Entfernung zu möglichen Einsatzorten lohnt sich sicher auch immer …

Stundenfalle
Ich selbst habe z. B. einen Vertrag, der von einer Stundenzahl von 40 Stunden pro Woche ausgeht. Unerfahren wie ich war, dachte ich mir nichts, als ich für mehrere Monate an eine Bank entliehen wurde, deren Regelarbeitszeit nur 37,5 Stunden beträgt. Bis meine Zeitarbeitsfirma mich dann mal ansprach, dass ich mittlerweile immens viele Minusstunden angesammelt hätte, weil ich Woche für Woche nicht meine 40 Stunden erreichte! Ich fiel vor Staunen fast vom Stuhl, denn darüber hatte ich mir schlichtweg keine Gedanken gemacht … im Übrigen wäre ich davon ausgegangen, dass man das individuell regelt, je nach Konditionen des Kunden (Einsatzes).

Zeitarbeiter 40 Std versus fester Mitarbeiter 37,5 Std?
In diesem Fall sollte ich nun mit der Abteilungsleitung sprechen, ob ich nicht länger arbeiten könne, damit ich auf meine 40 Stunden käme. Was ich für eine alberne Anfrage hielt, denn warum sollte ein nicht fest angestellter Mitarbeiter bleiben, während alle Festangestellten schon nach Hause gehen?! Aber ich war sowieso der Meinung, es sei Aufgabe der Vermittlerin, diese Sache zu klären, denn es ist IHR Kunde, Sie hat die Konditionen ausgehandelt. So wurde es denn auch gemacht: die Vermittlerin des Zeitarbeitsunternehmens sprach mit der Abteilungsleitung der Bank über diesen Aspekt – und die zeigten ihr natürlich einen Vogel.

Minusstunden gratis
Mit dem Ergebnis, dass ich nach fast einem Jahr bei diesem Kunden ein – wohl gemerkt nicht selbst verschuldetes – Minus von mehr als 150 Stunden angesammelt hatte! Ich war gespannt, zu welchen Zankereien das am Ende führen würde, wenn ich eines Tages eine feste Stelle finde … (es sei kurz erwähnt: mittlerweile bin ich seit 1,5 Jahren in einem Unternehmen, in dem ich jede Woche ÜBERstunden mache, nun ist mein Konto seit 1 Monat wieder ausgeglichen). Auf so etwas muss man aber auch erst mal kommen!

Für wen sind eigentlich Tarifverträge?
Gestaunt habe ich auch, als ich feststellen musste, dass Tarifverträge nicht notwendigerweise Vorteile für die Leiharbeitnehmer bringen. Zum Vergleich der Tarifvertragsbedingungen aus den Manteltarifverträgen der Zeitarbeitsverbände: iGZ, BZA und AMP finden Sie hier eine gute Übersicht.

Urlaubsanspruch vercodiert
Durch Zufall stellte ich nämlich fest, dass meine Leihfirma mich frech und außerdem mehrfach um Urlaubstage betrog! Die monatlichen Abrechnungszettel sind ein wahrer Wust an Zahlen, Auf- und Gegenüberstellungen mit anteiligen Prozenten, Codes und dergleichen – jedenfalls nichts, das zum intensiven Studium einlädt, es sei denn, man ist passionierter Buchhalter oder dergleichen.

Fristensache!
Beim Abheften sah ich jedoch in einem Jahr, in dem ich noch gar keinen Urlaub genommen hatte, dass mir bereits zwei Tage bewilligt (also abgezogen) worden waren. DAS fiel dann doch auf … (ein oder zwei Tage hie und da, in einer Summe verbogen, ist anders). Über ein halbes Jahr gingen daraufhin Mails zwischen meiner Verleihfirma und mir hin und her (ich wollte das gern schriftlich dokumentiert haben), ehe es mir zu bunt wurde, und ich zum Anwalt ging. Dort staunte ich nicht schlecht, denn … der für mich zutreffende Tarifvertrag regelt, dass man nach Ausstellung einer solchen Abrechnung nur 2 Monate Zeit hat, Einspruch zu erheben – während die allgemeine gesetzliche Frist drei Monate beträgt! Nie hätte ich geglaubt, dass ein Tarifvertrag zu Ungunsten der Arbeitnehmer ausfallen könnte …… ICH jedenfalls hatte meine Frist verpasst!

(Autor: Annette von Spiegel | Fotos: www.photocase.de kallejipp (Artikel) , sc_joeesco (Thumb) | Quellen: Archiv)

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