mentoring4u

Autor: c_amrhein

  • Regieassistent/in – das wahre Organisationsgenie

    Regieassistenten und Regieassistentinnen unterstützen Regisseure bzw. Regisseurinnen bei der Vorbereitung von sowie während der Dreh- bzw. Probenarbeiten für Film-, Fernseh-, Theaterproduktionen.

    Beschäftigung finden Regieassistenten und -assistentinnen in Unternehmen der Filmwirtschaft, z.B. bei Herstellern von Kino- oder Werbefilmen. Bei Rundfunkveranstaltern sowie in Opern- und Schauspielhäusern, Varietés und an Kleinkunstbühnen sind sie ebenfalls tätig.

    Regieassistent/in ist eine durch Industrie- und Handelskammern geregelte berufliche Weiterbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).

    Vorbereitungslehrgänge auf die Weiterbildungsprüfung dauern in Vollzeit ca. 4-9 Monate und in Teilzeit ca. 12 Monate. Für die Zulassung zur Prüfung ist die Teilnahme an einem Lehrgang nicht verpflichtend.
    (
    Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

    Der Erfahrungsbericht
    Und wie sieht das im richtigen Leben aus? Monika Schopp beantwortet unsere Fragen zum Berufsbild „Regieassistentin“.

    Tipps für die Bewerbung
    Nutzen Sie unsere Online-Mentorings kommen Sie den Mentoren ganz nah. Machen Sie mit oder schauen Sie sich die aufgezeichneten Mentorings online noch mal an!

    Wie Sie sich dann auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten finden Sie hier online

    Stöbern Sie nach ähnlichen Berufe hier auf Mentoring4u:
    Bühnenmaler/in und Bühnenplastiker/in
    Grafikdesigner/in
    Film- und Videoeditor/in

    Die perfekte Bewerbungsmappe
    Das ist so eine Sache mit der Bewerbung. Sie ist eine (vielleicht lästige) formale Übung und zugleich die Chance Eure Motivation und Eure Stärken optimal zu präsentieren. In Mentoring4u.TV Film zeigt Euch Max Musterknabe welche Bewerbung erfolgreich sein kann und dass die Hypochonderbewerbung nicht sicher dazu gehört. Bewerbungsmappe – richtig gemacht!

    Mentoring4u: Karriereplanung und Praktika
    Bei einem Film Regie zu führen haben viele als Traum. Großes Interesse und Freude an Theater sind in diesem Beruf erwünscht. Die Tätigkeit dieses Berufsbildes beinhaltet künstlerische, technische und organisatorische Aufgaben während der Filmherstellung. In jedem Fall assistieren Sie dem Regisseur bei seiner Arbeit.

    Ein Praktikum in Unternehmen der Filmwirtschaft oder Opern- und Schauspielhäusern, als Einstieg ist dafür ratsam, darüber hinaus ist es sinnvoll, praktische Erfahrungen  zu sammeln. Auf diesem Wege haben Sie auch die Möglichkeit, die ersten Kontakte zu knüpfen.

    Folgende Verbände können Ihnen ganz bestimmt einige Ansprechpartner nennen, falls Sie bei der Suche nicht fündig werden.
    Filmverband Sachsen

    Bundesverband Regie

    Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V.

    Bundesverband Beleuchtung und Bühne
    Verband der Requisteure und Set Decorator e.V.
    Bundesverband Produktion e.V.

    Museen zu besuchen würde sich sciherlich lohnen. Dies ist eine gute Gelgenheit, um sich weiter über den Beruf Regieassistent/in zu erkundigen. Neben dem deutschen FilmmuseumsindKinomuseumund Landeshauptstadt Düsseldorf Filmmuseumauch zu erwähnen.

    Tipps kurz vor Beendigung der Ausbildung und PlanB
    Nehmen Sie schon während Ihrer Ausbildung Kontakt mit Ihrem derzeitigen Arbeitgeber auf. Fühlen Sie vor, ob eine Übernahme nach Abschluss der Ausbildung möglich ist. Vielleicht fühlen Sie sich aber auch besser, nach der Ausbildung nicht in demselben Betrieb zu arbeiten. Sprechen Sie nicht unbedingt die direkte Konkurrenz Ihres alten Arbeitgebers an.
    Das gehört sich nicht!

    Suchen Sie sich rechtzeitig den möglichen Arbeitgeber aus. Sie müssen nur wissen, wo Sie wirklich hin wollen. Langfristig ist es noch lohnender, wenn Sie sich einen Betrieb in einer anderen Stadt aussuchen.
    Lernen, lernen, lernen und hinterher die Früchte ernten. Denken Sie doch auch einmal darüber nach, ob ein Studium für Sie interessant ist. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel „Studieren ohne Abi“ .

    Alles was Recht ist – Arbeitsrecht
    Im letzten Teil unseres Ratgebers geht es ums Recht. Die Frage: “Ist es erlaubt am Arbeitsplatz während der Arbeitszeit zu surfen? Darauf gibt im Mentoring4u TV der Fachanwalt für Arbeitsrecht, Herr Bodo Lindena aus Wiesbaden Antwort. Reinschauen und Bescheid wissen.

    Das Redaktionsteam von mentoring4u wünscht Ihnen viel Erfolg bei der Wahl des richtigen, auf Sie passenden Berufsziels!

    Sollten sich Fragen ergeben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Schreiben Sie uns an redaktion@mentoring4u.de oder senden uns Ihren Kommentar. Gerne vermitteln wir Ihnen einen kompetenten Gesprächspartner.

    (Autoren: C.Amrhein & Ayu Damayanti ( Praktikantin) |  Bild & Thumb: A. Damayanti  |  Quellen: www.filmverband-sachsen.de, www.regieverband.de, www.bv-produktion.de, www.bv-produktion.de, www.bv-produktion.de, www.deutsches-filminstitut.de, www.kinomuseum.de, www.duesseldorf.de,www.berufenet.arbeitsagentur.de,Mentoring4u TV , Archiv)

  • Resumée: Mentoren-Initiative „Auf die Socken, fertig, los!“ im November 2011

    Mentoren als Mittler zwischen den Welten. Die Mentoren-Initiative „Auf die Socken, fertig, los!“ geht seit sechs Jahren mit Mentoren aus Wirtschaftsunternehmen in Deutschlands Schulen und Hochschulen.

    Sie wissen nicht was das für eine Initiative ist?
    Die unter der Schirmherrschaft von Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend regelmäßig stattfindenden Mentoren-Initiativen “Auf die Socken, fertig, los!” für Schüler und „Führungskräfte schenken Studenten ZEIT“ wurden 2005 von Martin Weiß, Geschäftsführender Gesellschafter der ConActivity KG, ins Leben gerufen.

    Warum?
    Wir leben alle in einer Welt und diese Welt setzt sich aus zahlreichen, nebeneinander existierenden Kosmen zusammen. Theoretisch ist es zwar möglich soziale, kulturelle und traditionelle Milieus zu durchbrechen (nach dem Motto „Vom Tellerwäscher zum Millionär“), aber das bleibt die Ausnahme. Besonders die Berufswünsche und spätere Berufswahl von jungen Menschen werden häufig von der Familie und dem engeren Umfeld geprägt, will sagen: „Man wird was man kennt“(über Vorbilder und aus Erzählungen von anderen).

    Darum Mentoring4u
    Die Mentoren-Initiative „Auf die Socken, fertig, los!“ bietet Schülern die Möglichkeit, Fach- und Führungskräfte kennen zu lernen, die über ihre Berufserfahrungen sprechen. Es gibt eben mehr als die seit Jahrzehnten üblichen Berufsbilder für Mädchen und Jungen. Wir berichteten schon anlässlich des Girls Day dazu.

    Mit der Mentoring4u Mentoren-Initiative bringen wir junge Menschen und Vertreter von Wirtschaftsunternehmen zusammen. Denn aus Erfahrung wissen wir: frühzeitige Information und direkter Kontakt zu Unternehmen unterstützt die Berufsorientierung und die Karriereplanung. Unsere Mentoren etablieren als Botschafter ihres Unternehmens den direkten Zugang zum Nachwuchs. Mentoren und Schüler profitieren gleichermaßen von diesem Austausch. Übrigens: in jeder Schule werden im Anschluss an Veranstaltung die Mentoren-Favoriten des Tages nominiert!

    Der gerade abgeschlossene Martinstags-Zyklus der Mentoren-Initiative „Auf die Socken, fertig, los!“ (11.11. bis 23.11.2011) fand diesmal in den vier folgenden Schulen statt:

    Hohenstein-Schule (Werkrealschule), Stuttgart-Zuffenhausen
    Die Auftaktveranstaltung am 11.11.2011 (Martinstag) fand dieses Mal wieder in Stuttgart statt. Die Hohenstein-Schule, zum ersten Mal als Veranstaltungsort dabei,  ist bereits sehr aktiv und bietet ihren Schülern Unterstützung bei der Berufsorientierung. Unter anderen mit den Berufen rund um den Hotelbetrieb begeisterte Anja Nauerz vom Steigenberger Graf Zeppelin die Schüler. Hier erfahren Sie mehr über unsere Mentoren in der Hohenstein-Schule.

    Bismarckschule (Gymnasium), Elmshorn
    Die Bismarckschule in Elmshorn nahm am 16.11. 2011 zum ersten Mal teil. Im eher strukturschwachen Norden von Hamburg trafen sich unsere Mentoren mit sechs teilnehmenden 12. Klassen und stießen auf reges Interesse. „Für mich war es besonders beeindruckend, mit Schülerinnen und Schülern in ganz direkten Kontakt zu kommen. Zum ersten Mal Mentorin zu sein war für mich persönlich sehr motivierend; das gibt mir Kraft meinen Beruf im Bereich MINT weiter auszuüben. Ich fühlte, dass ich ein Vorbild für die nächste Generation von Wissenschaftlerinnen sein kann“, sagte unsere Mentorin Ulla Vainio, Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY), Physikerin in Hamburg. Mehr erfahren Sie hier.

    Alfred-Nobel-Schule (Sekundarschule und Staatliche Europaschule), Berlin-Neukölln
    Nachdem die erste Veranstaltung im Februar 2011 ein großer Erfolg war, konnte die Alfred-Nobel-Schule zum zweiten Mal an der Mentoren-Initiative am 18.11.2011 teilnehmen. Zur Motivation der Mentoren sagte uns unser langjähriger Mentor Wolfgang von Eckartsberg aus Berlin: „Ich persönlich fand besonders die Tatsache motivierend, dass wir es mit Schülern zu tun hatten, deren soziales Umfeld „schwierig“ ist.“ Ganz besonders interessant war für die Schüler, das es eine aus ihrer Mitte sozusagen geschafft hatte. Sonja Brei, aufgewachsen, zur Schule gegangen und heute noch wohnhaft in Neukölln, leitet heute die Abteilung Treasury der ALBA Group Plc. & Co Berlin. Frauen haben Chancen auf interessante Berufe. Dafür weicht aber auch ihre Arbeitszeit etwas von der normalen Zeit ab. „Eine 50 + Stunden Woche ist für mich keine Seltenheit, aber wenn die Familie dahintersteht ist auch das kein Problem„, gestand sie. Lesen Sie hier, welche weiteren Mentoren des 2B-Mentor Netzwerkes diesmal in der Alfred-Nobel-Schule vor Ort waren.

    Auf die Socken fertig los Bild, Artikel

    Hostato-Schule (Haupt- & Realschule), Frankfurt – Höchst
    Die Hostato-Schule in Frankfurt-Höchst, einem Viertel mit hohem Migrantenanteil in der Schülerschaft, wurde ebenfalls zum ersten Mal zur Teilnahme nominiert. Unser Mentor Heiko de Vries von CSC, Finance Director Healthcare EMEA, war für den Tag aus Wiesbaden angereist: „In allen der fünf besuchten Klassen gab es mindestens zwei bis drei Schüler, die den Eindruck vermittelten, dass sie sich aktiv für ihre Zukunft interessierten und schon Ziele für sich gefunden haben, die sie realisieren wollen und auch können.“ Lesen Sie hier mehr über die Mentoren-Initiative „Auf die Socken, fertig, los!“ am 23.11.2011 in der Hostato-Schule.

    Einige Zahlen zur Mentoren-Initiative „auf die Socken, fertig, los!“ für den Martinstags-Zyklus vom 11.11. bis 23.11.2011:
    über 50 Mentoren
    Branchen:
    Industrie, Dienstleistung, Beratung, Logistik, Banken & Versicherung, Film & Medien, Hotellerie, Wissenschaft & Forschung
    4 Schulen
    = fast 500 erreichte Schülerinnen und Schüler

    Und was sagen die Schüler?
    Die teilnehmenden Schüler der 8., 9., 10. und 12. Klasse waren insgesamt begeistert von der Möglichkeit, so nah an Menschen aus der Berufswelt heranzukommen. Neue Berufsbilder und Karrierewege konnten sie kennenlernen. Es wurde aufmerksam zugehört und anschließend sehr viele Fragen gestellt.
    Einige Schüler konnten bereits in den anschließenden Einzelgesprächen mit den Mentoren konkret über Praktika, duale Studienplätze und Ausbildung in den jeweiligen Unternehmen sprechen. Auf den vergangenen Veranstaltungen konnten sich Mentoren und Mentee-Beziehungen entwickeln. Mentoring4u gratuliert, wir werden weiter darüber berichten.

    Das 2B-Mentor Netzwerk
    Ihr Unternehmen möchte bei der nächsten Mentoren-Veranstaltung Mentoren in Schulen/ Hochschulen entsenden?

    Werden Sie Mentor und Mitglied in 2B-Mentor Netzwerk. Rufen Sie uns an unter 069/9623-1985 und 069/8700-1760 oder schreiben Sie uns an redaktion@mentoring4u.de.

    Das Mentoring4u-Team bedankt sich bei allen, die unsere Mentoren-Initiativen schon jetzt aktiv unterstützen!

    (Autor: C. Amrhein | Photos: neelz (Artikel), A. Hennes, Bearb. A. Korkis (Thumb) www.photocase.de | Quellen:  www.mentoring4u.de)

  • „Ich dachte, Frankfurt ist Deutschland“ (Teil 2)


    1) Frankfurt am Main – Bahnhofshalle –  Wikipedia, 2011

    In der Kolumne „Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ erzählt unsere externe Redakteurin Annette von  Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich, manche hatten es etwas einfacher. Aber immer haben sie viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

    Desi aus Bulgarien
    Heute erzählt sie die Fortsetzung der Geschichte von Desi, einer jungen Frau aus Bulgarien. „Und am Anfang habe ich nur Steaks und Pommes gegessen. Und O-Saft getrunken. Weil … ich musste ja ein bisschen aufpassen wegen dem Essen hier.“ Ich staune: Ich kannte nur die Perspektive als mitteleuropäischer Tourist in so genannten Schwellen- oder Entwicklungsländern. Dass man UNS unterstellen könnte, dass man Vorsicht walten lassen müsste mit unseren Lebensmitteln, da war ich bisher nicht drauf gekommen! 😀

    Hessisches Nationalgetränk und echte Briefe
    „Und Apfelwein. Sauer gespritzt, das ist gut“ höre ich den Nachsatz – ich, die Apfelwein nicht sonderlich ausstehen kann, obwohl ich hier geboren bin. Ich teile da fast vollends die Meinung eines Bekannten aus Franken: „Schmeckt irgendwie wie Pferdepisse …“. Ich frage nach Heimweh. „Ja, das gab es sehr viel. Ich habe jeden Tag telefoniert, mit meinen Eltern, mit meinen Freundinnen. Und wir haben viele Briefe geschrieben.“ Sie lächelt mädchenhaft: „So RICHTIGE Briefe – Papier und so …“. Ich wundere mich: „Aber das war vor 10 Jahren ungefähr. Da gab es doch schon Mail und so … Chat …“. Sie lächelt: „Aber so ein Brief, auf Papier, das ist schon etwas persönlicher ……“. Mensch. Da hat sie einfach recht! Sie ergänzt: „Und Päckchen haben sie geschickt ..“, lacht vergnügt: „… als wenn es hier NICHTS gäbe! :)“ Ich bin gerührt ob dieser einfachen, aber so wichtigen Dinge.

    Studium in Deutschland
    „Aber wie war denn nun dein Studium?“, frage ich. Ein weises, verschmitztes Grinsen: „Ja … am Anfang, da haben wir viel im Café gesessen. Es gab Leute, die waren schon im dritten oder fünften Semester, und die haben erzählt, wie man es machen muss, und wir hatten eine gute Zeit.“ „Ich habe am Anfang einfach nur viel geschlafen, ich weiß auch nicht, warum“, sagt sie. Und ich erinnere mich an meinen eigenen Studien-Beginn: Da war ich meist gegen 15 Uhr zu Hause – und habe mich, Nachteule, die ich bin, auch erstmal hingelegt. Es gab zu Beginn einfach so viel aufzunehmen, zu verarbeiten –  das scheint echt müde zu machen.

    Und ich denke „Jooo … Studenten-Leben halt …“.
    „Am Ende habe ich aber die Prüfungen nicht bestanden, und Leute, die es nicht so drauf hatten wie ich, haben das Semester geschafft! Ich war total sauer! Aber das war eine gute Lektion gleich am Anfang, denn in Deutschland muss man SCHON alles wissen für die Prüfung! Und nicht umsonst saßen diese Drittsemester, die uns Tipps gegeben hatten, mit uns Anfängern in denselben Kursen und in der Cafeteria …“.
    Die Prüfungen des zweiten Semesters hatte sie dann auch bestanden und sagt „Das gibt einem dann so eine Befriedigung, man kann garnicht mehr aufhören!“ (Ich dachte nur leise: „Hm … ich wünschte, ich hätte das während meines Studiums AUCH gespürt!) „… und wenn man die schriftliche Prüfung hatte, kam noch die mündliche.“ Ich sagte „Oh. Das würde mich ja voll stressen: Ne Abschluss-relevante Prüfung in einer anderen Sprache ……. und dachte an Vorstellungs-Gespräche auf englisch.


    2) – Zahlenwelten –                                      Illustration: A. Damayanti, 2011

    Die Top-Ten der deutschen Unternehmen
    Desi: „Nein. In einem Vorstellungsgespräch wird ja auch soziale Kompetenz und so weiter gecheckt. An der Uni wird tatsächlich einfach geschaut, ob du den Stoff verstanden hast.“ Sechseinhalb Jahre hat sie studiert und liegt damit innerhalb der „Toleranzzeit“. Nicht der erste Begriff, den ich als Deutsche mit Allgemeiner Hochschulreife („Abi“) zum ersten Mal höre :). Sie hat ihren Abschluss übrigens „mit 1,6 oder 1,7“ gemacht … „Ja, und wie ging das dann bei dir weiter? Ich erinnere mich an einen dubiosen  Vorstellungstermin mit Chauffeur …“. Sie winkt ab: „Also … es gibt Ranking-Listen wie „Die-Top-10-Firmen Deutschlands“ und so. Die muss man nicht vernachlässigen. Ich hatte zunächst einmal einen Termin, der war nix. Ich hatte mich da beworben und gedacht, das ist so ein lockeres Gespräch wie für meine Studenten-Jobs. Aber das war nicht so. Da kamen Fragen wie „Warum haben Sie sich während Ihres Studiums für diese Spezialisierung entschieden?“ Da konnte ich ja schlecht sagen „Weil der Typ in der Cafeteria damals gesagt hat „Der Prof ist voll geil!“


    3) Die MINT Fachkräftelücke – Graphik: Statista, 2011

    Formalien, kein lockeres Gespräch
    Ich habe gesehen: Die mochten mich, aber sie waren enttäuscht von mir. Ich hätte zu jedem Punkt in meinem Lebenslauf 3 – 4 Minuten frei erzählen können müssen! Da gab es tatsächlich Formalien, die man einzuhalten hat.“ Ich war wiederum beeindruckt von dieser klaren Zusammenfassung! Auf die Frage nach dem Stress mit dem Vorstellungsgespräch in einer anderen Sprache sagt Desi: „Wenn ich mir nicht sicher war, habe ich gesagt „Bitte formulieren Sie die Frage etwas anders“ – und ich bin voller Bewunderung für ihre pragmatische Sicht auf die Dinge. Etwas mehr davon hätte ich wirklich auch gerne …

    Bei Anruf – Job
    Ihr zweites Vorstellungsgespräch kam dadurch zustande, dass sie ihr Profil auf einem der großen Portale gepostet hatte: „Ich hatte – Kontakt per e-Mail bevorzugt – angegeben, und trotzdem klingelte dauernd mein Handy. Ich war total genervt und bin nicht dran gegangen. Irgendwann habe ich die Mailbox mal abgehört und zurückgerufen.“ Eines der DAX-notierten Unternehmen lud sie zum Gespräch nach Süddeutschland ein, und diese Dinge kann ich sogar aus eigener Erinnerung wiedergeben. Ihr potenzieller zukünftiger Chef, der – wie sie – in Frankfurt wohnte, bot ihr sogar an, sie mitzunehmen zum Gespräch nach Süddeutschland. Sie wollte aber lieber mit der Bahn fahren, um vor dem Gespräch ihre Ruhe zu haben. Es ging gut: Seit 15 Monaten ist sie in einem Trainee-Programm, das dann in der Folge diese qualifizierten Mitarbeiter ins Haupthaus übernimmt.

    Desi wirkt zufrieden. Sie steht aus meinem Sessel auf, im Begriff zu gehen, und sagt „Oh, ich hab zu viel Muskelkater – von zu viel Schlafen“. Sie hat gerade ein paar Tage Urlaub … :).

    (Autor: A. v. Spiegel | Thumb: A. Damayanti, www.mentoring4u.de | Bilder Artikel: 1) www.wikipedia.de | 2) A.Damayanti | 3) www.statista.com )

    Den ersten Teil von Desis Geschichte finden Ihr/Sie hier. Was habt Ihr/haben Sie für Erfahrungen im Ausland gemacht? Schreibt/Schreiben Sie uns an redaktion@mentoring4u.de ! Die spannensten Erfahrungsberichte werden hier auf www.mentoring4u.de veröffentlicht.

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

  • „Ich dachte, Frankfurt ist Deutschland“ (Teil1)


    1) Frankfurt am Main – Blick auf den Römer –  Ayu Damayanti, 2011

    In der Kolumne „Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ erzählt unsere externe Redakteurin Annette von  Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich, manche hatten es etwas einfacher. Aber immer haben sie viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

    Desi aus Bulgarien
    Heute erzähle ich euch von Desi, einer jungen Frau aus Bulgarien, die ich ganz gut kenne. Sie hat mich beeindruckt, weil sie ihren Weg fast wie nebenbei gegangen ist. Und geht. Und zwar erfolgreich. Sie sagt dazu „Ich weiß gar nicht, was ich Dir erzählen soll – was ist so Besonderes an mir?“ Für MICH ist es IMMER eine besondere Geschichte, wenn jemand in ein anderes Land geht und dort seinen – bzw. ihren – Weg macht!
    Dass es Desi mal nach Deutschland verschlagen würde, war nicht absehbar gewesen.  Obwohl es in Bulgarien, so habe ich heute im Gespräch mit ihr gelernt, offenbar nicht unüblich ist, ab der 7. Klasse ein deutsches, englisches, französisches, spanisches … Gymnasium zu besuchen. Hat sie aber nicht. Allerdings hatte sie Deutsch als zweite Fremdsprache, und zwar von der 7. bis zur 11. Klasse.

    Sprach-Pilger
    Klasse! Denn Euch wird es vermutlich nicht anders gehen als Desi und mir: Da pilgert man mit in der Schule erlernten Fremdsprachen-Kenntnissen ins Land der erlernten Sprache und versteht … nicht mal Bahnhof. Sprachunterricht in der Schule ist eben doch anders als das, was „im echten Leben“ gesprochen wird.

    Aber zurück nach Bulgarien. Desi ist 19, hat ihr Abitur gemacht, hat einen Freund – alles im Lot. Sie möchte studieren, so macht man das, aber der zündende Funke bleibt aus. Wie bei uns mit BWL war die laue Vision damals „Wirtschaft oder so …“. Sie jobbte, bereitete sich halt mal so auf die Aufnahmeprüfungen für’s Studium vor – was man halt so macht nach dem Abi, wenn das Herz nicht für eine berufliche Richtung schlägt.

    Blond und in Deutschland…
    Irgendwann lernt sie – im Chat – einen jungen Mann kennen. Garnicht ihr Typ, denn er ist blond 🙂 „Aber mir war es langweilig, und so habe ich ihn getroffen. Wir waren Kaffee trinken, dann haben wir das Lokal gewechselt, dann waren wir essen. Und dann noch mal Kaffee trinken.“ Ich erlaube mir mal vorwegzunehmen: Die zwei sind mittlerweile seit 12 Jahren zusammen, und nicht nur ich habe den Eindruck: Das könnten auch nochmal 36 mehr werden :))

    Damals galt jedenfalls: Blöd nur, dass dieser Typ zwar auch Bulgare ist, aber in Deutschland lebt. Sie halten täglich Kontakt, und irgendwann stellt sich die Frage, ob sie denn nicht auch in Deutschland studieren und zu ihm kommen könnte. Sie macht sich Gedanken: „Ein deutsches Diplom wird häufiger anerkannt als ein bulgarisches“ … „Diejenigen, die nach Deutschland gingen, sind auch geblieben – so schlecht kann es dort also nicht sein“ … „Na, wenn alle Stricke reißen: Zurück kann ich immernoch!“


    2) – Bücher –   Ayu Damayanti, 2011

    Ein Versuch – Drei Monate
    Also beantragt sie zwei Jahre, nachdem die beiden sich kennen gelernt haben, das übliche Dreimonats-Touristen-Visum, um Deutschland zu inspizieren. Und wir scheinen Gnade gefunden zu haben, denn sie beschließt, nach Deutschland zu gehen und dort zu studieren: Den Anfang macht sie mit einem VHS-Deutschkurs: „Ich war vielleicht ein bisschen arrogant und bin nicht in den Anfänger-Kurs gegangen, weil ich dachte, es reicht, wenn ich vorher noch in den alten Büchern aus der Schule blättere“.

    Deutsch-Intensiv ist auch intensiv
    Es folgt ein Deutsch-Intensiv-Kurs von einem Semester, der sie auf ein Studium vorbereitet: Die „Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH)“. „Das war wirklich nicht leicht. Wir waren 14 oder 16 Teilnehmer, und vier sind wirklich durchgefallen.“ Nun, sie gehörte zu denjenigen, die die Prüfung durchgestanden haben. Ungemein praktisch in dieser Zeit: „Wir hatten im Grunde einen Studenten-Status. Unter anderem konnte ich also z. B. arbeiten.“ Sie kellnerte zum Teil bis morgens um sechs Uhr, ihr Freund stand nachts auf, um sie von der Arbeit abzuholen. Die DSH-Prüfung war geschafft, sie konnte sich für einen Studienplatz bewerben. Da sie sich in Bulgarien auf Mathe und Englisch eingeschossen hatte, suchte sie hier nach etwas Ähnlichem und grinst, als sie sagt: „Und natürlich wollte ich viel Geld verdienen!“

    Wer will schon Informatik studieren?
    Nach ihrer Aussage übrigens ein Studiengang, den 60-70 % „Leute mit ……. wie heißt das noch? Nicht Ausländer …… ah, `mit Migrationshintergrund` belegen!“ Wir rätseln, warum das wohl so ist. Fazit: „Mathematik ist international. Und man muss keine Texte verfassen!“ Wie praktisch, dass Informatik keine Zugangsbeschränkungen hatte („Wer will schon Informatik studieren?!“), und so bestand auch nicht die Gefahr, von der ZVS in eine andere Stadt versandt zu werden.


    3) Frankfurt-Bockenheim – Blick auf den Messeturm –  A. v. Spiegel, 2011

    Orientierung in urbaner Eintönigkeit
    Auf meine Frage nach anfänglichen Schwierigkeiten überlegt Desi einen Moment. „Also .. ich fand, dass in Deutschland alle Häuser gleich aussehen! Ich habe mich einfach nicht orientieren können. Ein Mal z. B., da war ich schon ein Monat hier,  waren wir in dem Waschsalon [Anmerkung: von deren Wohnung ca. 100 m in derselben Straße], weil wir gerade keine Waschmaschine hatten. Aber wir hatten das Waschpulver vergessen. Ich habe gesagt, ich hole es, und nach fast einer Stunde war ich wieder da: Ich hatte mich total verlaufen, weil einfach alles gleich aussieht!“ [Anmerkung: Es handelt sich aber auch wirklich um ein Viertel mit Standard-Nachkriegs-Bauten]

    (Autor: Annette v. Spiegel | Thumb: A. Damayanti, www.mentoring4u.de | Bild Artikel: 1+2) A.Damayanti, 3) A.v. Spiegel )

    Die Fortsetzung von Desis Geschichte finden Sie hier am kommenden Sonntag, 20.11.2011. Schauen Sie einfach rein!

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

  • Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 3)

    In der Kolumne „Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ erzählt unsere externe Redakteurin Annette v. Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich. Aber sie haben viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

    Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 3)
    [Mohammad ist inzwischen in Frankfurt am Hauptbahnhof angekommen und hat sich der Polizei als Flüchtling ohne Papiere zu erkennen gegeben…/Anmerkung der Redaktion]
    Das Wasser bekam er. Er hatte davon gehört, dass in diesem Land Wasser „mit Gas“ getrunken wird, kannte es aber nicht. Was man ihm gegeben hatte, war natürlich MINERALwasser [gerade in Deutschland ist dies besonders stark mit Gas angereichert; die Franzosen z.B. nennen es „l´eau qui pique“ was soviel bedeutet wie: stechendes Wasser /Anmerkung der Redaktion].

    Keine Angst vor Wasser
    Nachdem er ein Glas getrunken hatte, wurde ihm – vermutlich von Hunger und Stress – schwarz vor Augen, und er geriet in Panik, weil er dachte, man hätte irgend etwas ins Wasser getan, und deshalb hätte es so seltsam gebitzelt; da flippte er aus, beschimpfte alle Anwesenden im Raum als Nazis, auch den Dolmetscher, und war kaum zu bändigen: Er hatte einfach schreckliche Angst, was mit ihm geschieht! Interessanterweise erkannte der verhörende Polizist den Zusammenhang und zeigte ihm, dass auch sie, die Polizisten, dieses Wasser trinken, und führte ihm das vor. So beruhigte sich Mohammad wieder … Am nächsten Tag dann wurde er dem Erstaufnahme-Heim für so genannte „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ zugeführt, dem üblichen Procedere.

    Bildungschance in Deutschland?
    Mittlerweile hat er eine Wohnung im Stadtzentrum, der Sprachkurs ist wirklich nicht spurlos an ihm vorüber gegangen, er macht seinen deutschen Hauptschulabschluss und nebenher ein Praktikum im Einzelhandel. Immer noch geht er sonntags in den Gottesdienst (es gibt eine iranische christliche Gemeinde in Frankfurt), und er ist froh über seine jetzige Situation.

    Nächstes Ziel: eine Ausbildung als Buchhalter oder Speditionskaufmann
    Mohammad hat immer noch sein Ziel im Auge, Buchhalter – oder auch Speditionskaufmann – zu werden. [Wir freuen uns über Angebote von Unternehmen, die Mohammad einen Ausbildungsplatz oder ein Praktikum im kaufmännischen Bereich an-
    bieten
    .  Bitte nehmen Sie Kontakt auf mit c.amrhein@mentoring4u.de].

    Mohammad ist ergeizig,  möchte natürlich weiter kommen. Erwartungsvoll schaut er in seine Zukunft in Deutschland, wissend, dass noch ein langer Weg vor ihm liegt, bis er hier Fuß fassen kann. Aber er freut sich drauf 🙂

    Warum vom Islam zum Christentum?

    Wann genau Mo übrigens zum Christentum konvertiert ist – denn tatsächlich war er mal Muslim, das erklärt auch seinen Namen – kann ich gar nicht sagen. Aber ich kann sagen, warum: Weil er derart enttäuscht ist von dem, was mit der Religion seiner Kindheit und Heimat bzw. in deren Namen getrieben wird. Das Christentum ist übrigens eine der im Islam anerkannten „Buchreligionen“; auch Jesus ist als einer der Propheten (zeitlich vor Mohammed) akzeptiert.


    (Bibel auf Farsi (Persisch))

    Ihr habt den Anfang der Geschichte Mohammads verpasst? Kein Problem –> hier findet Ihr Teil 1 und Teil 2. Besucht uns wieder auf www.mentoring4u.de!

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

    (Autorin: A. von Spiegel / Photo: Archiv v. Spiegel / Thumb: Wikipedia_Schiraz / Bildbearbeitung: C. Amrhein)

  • Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 2)


    Mohammad

    In der Kolumne „Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ erzählt unsere externe Redakteurin Annette v. Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich. Aber sie haben viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

    Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 2)
    Amin ging also in Schiraz auf die Straße, weil er sich eine andere Zukunft in seinem Land wünschte. Als er sich einmischte, weil die Polizisten gegen eine ältere Frau vorgingen, wendete sich die Situation gegen ihn, man ging mit Schlagstöcken gegen ihn vor, er konnte aber fliehen. Dann wurde es plötzlich warm im Rippenbereich … vermutlich hatte der Stress der vorigen Situation den Schmerz unterdrückt: Er war angeschossen worden und hatte es gar nicht bemerkt!

    Die Polizei auf den Fersen
    Zu Hause war schnell klar: Amin kann nicht bleiben, denn die Polizisten hatten sein Gesicht gesehen, und damit war er gefährdet. Er musste außer Landes. Sein Vater fragte Mohammad, ob er mit Amin gehen würde. Der Plan war, dass beide nach England durchkommen, die Familie hatte das Geld dafür.

    Zwei Freunde auf der Flucht
    Mohammad sagte zu, und sie flohen – ohne Papiere – zunächst in die Türkei, wo sie zunächst in Istanbul einen Monat verbrachten. Diese Zeit war schwierig, weil sie nicht wagten, draußen zu sein, um nicht geschnappt zu werden. Weiter ging es dann nach Griechenland, wie so viele Flüchtlinge aus Iran und Afghanistan … Griechenland ist eines der Drehkreuze nach Europa.

    Wie bleibt man „unsichtbar“?
    Auch diese Zeit war belastend, weil Amins Wunde bei all dem Stress und dieser Art zu „reisen“ nicht hatte heilen können. Sie waren, nicht zu vergessen, schon über einen Monat lang unterwegs – und organisiere mal ständig Verbandszeug und Medikamente, wenn du auch im benachbarten Ausland ausländisch aussiehst, die Sprache nicht sprichst und nicht auffallen willst, weil du keine Papiere hast!

    Auf dem Absprung nach irgendwo
    Geraume Zeit verbrachten sie in Griechenland, immer bemüht, den Absprung nach England zu schaffen. Aber es wollte nicht gelingen. Die Familie beschloss, die nötigen 25.000 $ für die Einreise nach Kanada zu bezahlen – für Amin, denn das Geld für zwei Personen reichte nicht. So trennten sich die Wege dieser beiden Freunde.

    Kanada – Deutschland
    Amin gelangte in den sicheren Hafen namens Kanada. Seine Familie war so fair, Mohammad zu raten, nach Deutschland zu gehen und die Kosten für Schlepper und Ticket zu übernehmen. Der Schlepper besorgte den Pass eines Portugiesen, der Mo ähnlich genug sieht, und teilte ihm mit, dass es in wenigen Tagen so weit sein werde.
    Dass ihn die Wirren seines Lebens in ein Land spülen würden, in dem er niemanden hat, niemanden kennt – und von dem er vom Hörensagen wusste, dass die Menschen Nazis sind – da beruhigten ihn die Worte von Amins Vater, der in Berlin studiert hatte und sagte, Deutschland sei wirklich in Ordnung, nicht wirklich. Die drei Tage vor der Abreise schlief er kaum und hatte vor Angst und Aufregung auch nichts gegessen.

    Unbekanntes Land als Reiseziel
    Ankunft Frankfurt International Airport. Er wusste nicht, was ihn erwartet, und die Angst vor den Grenzbehörden war gigantisch. Er sah eine junge Deutsche mit viel Gepäck und sprach sie (auf Englisch, das er ganz gut spricht) an, ob sie Hilfe bräuchte – sie nahm diese dankbar an. Genau das war für diesen Moment seine Strategie: Zusammen mit einer einheimischen Person, beide mit Gepäck, beide lachend und Episoden erzählend, also unauffällig, durch die Grenze zu gelangen …… und dabei möglichst die panische Angst zu verbergen.

    Nächste Etappe: Achtung Hund!
    Dieser Schritt hatte also geklappt. Der nächste hieß „Hauptbahnhof Frankfurt“. Da saß er nun, kannte niemanden und wartete. Auf das, was kommen würde. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber so mancher meiner iranischen bzw. afghanischen Ex-Schüler hat furchtbare Angst vor Hunden. Manche von ihnen haben Messerkämpfe auf den Straßen Teherans und andere Dinge überstanden – aber wenn ihnen hier ein kleiner Pinscher auf dem Gehweg entgegen kommt, werden sie richtiggehend bleich oder wechseln zumindest eilends die Straßenseite.

    Es war gerade die Zeit irgend einer Fußball-Meisterschaft, und dementsprechend viel Polizei war am Frankfurter Hauptbahnhof – übrigens keine gute Gegend – zugegen.  Mit Hunden! Und das ist auch, was ihm aus dieser Situation vordringlich in Erinnerung geblieben ist: Nicht der Umstand, alleine, ohne Anlaufstelle, in einem fremden Land gestrandet zu sein, nicht die Angst, festgenommen zu werden ohne zu wissen, was deutsche Nazi-Polizisten mit einem machen – sondern die Hunde …


    Frankfurter Hauptbahnhof

    Herzlich Willkommen am Frankfurter Hauptbahnhof
    Aber er konnte ja nicht bis zum Ende seines Lebens dort sitzen bleiben und warten, also nahm er all seinen Mut zusammen und sprach Polizisten an, die ohne Hund unterwegs waren. Heute sagt er grinsend „Ich denke, die waren gerade auf dem Weg nach Hause“. Er erklärte ihnen, dass er ganz neu in Frankfurt sei. Sie hießen ihn freundlich „Herzlich Willkommen“ 🙂 Er erklärte weiter: „Nein … ich meine, ich habe keine Papiere …“ und hatte höllische Angst, was jetzt passieren würde – schließlich waren das Polizisten! Aber was sollte er tun? Diese deutschen Polizisten sagten aber „Ach, Sie haben Ihre Papiere verloren, ja?“ und wollten ihm behilflich sein. Mohammad lächelt beim Erzählen, immer noch etwas gequält in der Erinnerung daran, und sagt „Die waren wirklich sehr nett“.

    Jugendlicher Flüchtling
    Als er ihnen beichtet, dass er mit falschen Papieren eingereist sei und im Grunde gar keine habe, nimmt man sich seiner an, fragt ihn, ob er Hunger hat, und bringt ihn zur Aufnahme, wo er erst mal mit einem Dolmetscher sprechen kann. Diesen fragt Mo als erstes, ob die Polizisten ihn schlagen werden, aber der kann ihm versichern: „Nicht in Deutschland! Entspann dich …“.

    Trotzdem: Als sie ihn fragen, ob er etwas essen möchte, lehnt er ab. Er erzählt: „Ich hatte nun den vierten Tag nichts gegessen. Und ich hatte WIRKLICH Hunger. Sehr! Aber ich hatte so viel Angst … ich konnte nicht essen. Aber ich habe gefragt, ob ich Wasser haben kann…“


    Bibel auf Farsi

    Teil 1 und Teil 3 findet Ihr hier. Bitte anklicken!

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    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

    (Autorin: A. von Spiegel / Photo: Archiv v. Spiegel / Thumb: Wikipedia_Schiraz / Bildbearbeitung: C. Amrhein)

  • Odysseus? Nein: Mohammad aus dem Iran

    In der Kolumne „Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ erzählt unsere externe Redakteurin Annette v. Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich. Aber sie haben viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

    Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz‚
    Heute geht es um Mohammad. Den kennt ihr ja schon aus meinem Bericht über die Arbeit mit den jugendlichen Flüchtlingen. Er war nie in meinem Unterricht, weil er dazu nicht eingeteilt worden war. Aber er kam manchmal in den Pausen zu Besuch oder begleitete die anderen zum Kurs, der sonntags stattfand: Immer hatte er eine Bibel unter dem Arm, weil er nachmittags noch in die Kirche gehen wollte. Das hat mich immer irritiert, weil der Junge nicht aussieht wie Jugendliche hier, die sonntags einen Gottesdienst besuchen würden. Und zweitens, weil er Mohammad heißt – also wie Mohammed, der Religionsstifter und Prophet im Islam :).

    Er erzählte mir irgendwann mal, als wir uns etwas länger kannten, seine Geschichte … und mit seiner freundlichen Erlaubnis darf ich sie EUCH weitererzählen.


    Bibel auf Farsi

    Mohammad = Mo
    Mohammad, ich nenne ihn Mo, ist jetzt 19. Und kommt aus dem Iran. Aus Schiraz, im Süden des Landes. Diese Stadt ist neben Isfahan und Teheran einer der Orte des Landes, die man als Tourist besucht (gebt mal „Schiraz“ in eine Internet-Suche ein, klickt auf  Bilder, und Ihr werdet sehen, wie schön es da ist …). Die persische Kultur ist nicht umsonst seit Jahrhunderten berühmt für ihre Kunstwerke. Das wird manchmal ganz vergessen (oder ist womöglich sowieso unbekannt), wenn man den Iran nur aus den Nachrichten kennt.

    Der Schmerz
    Seine Geschichte nimmt ihren Lauf mit der Trennung der Eltern: Nach islamischem Recht – bzw. der Entscheidung der Richter in der Heimat dieses jungen Mannes – bekam die Mutter die jüngeren Geschwister zugesprochen, Mohammad kam als ältester Sohn zum Vater. Bis heute weiß er nicht, wo er sie finden kann …
    Nie werde ich vergessen, wie er und sein Freund vor rund einem Jahr ein Lied hörten, in dem es um Mutter geht, die nicht mehr da ist. Und wie diese jungen Männer – Converse-Sneaker und Gel im Haar – wirklich Rotz und Wasser heulten, weil sie ihre Mütter so vermissten. Sie baten mich, etwas allein sein zu können. Ich hörte sie lange tief weinen und sich halten. Es tat so weh, sie so zu erleben …

    Ich und meine Tasche
    Zurück in den Iran: Mo war gerade dabei, die Hauptschule zu beenden, um dann eine weiterführende Schule zu besuchen: Er wollte gern Buchhalter werden. Seine Augen leuchten hingebungsvoll, wenn er sagt „Ich mag Mathe!“ 🙂 Aber es stellte sich heraus, dass sein Vater schon eine ganze Weile die Miete nicht bezahlt hatte, und so mussten sie plötzlich aus der Wohnung ausziehen. Dessen nicht genug, machte sich der Mann auch noch aus dem Staub, und Mo stand alleine da. Aber er hatte Glück: Er lernte einen jungen Mann aus wohlhabender Familie kennen, und dort konnte er auch wohnen: „Nur ich und meine Tasche“, beschreibt er das, leise lächelnd.

    Schule? Keine Zeit
    Man versuchte dann, eine Bleibe für ihn zu finden, die nicht nur für den Übergang ist, und so bekam er schließlich Wohnung und Arbeit auf einer Baustelle des Onkels dieser Familie. Damit hatte er allerdings auch keine Zeit mehr, eine Schule zu besuchen. Die Situation war gut, breit strahlt er, wenn er sich zurückerinnert und sagt „Wohnung und alles, das war perfekt“.

    Natürlich freundete er sich mit den Nachbarn an. Da gab es Amin, und auch sie wurden gute Freunde. Amin ist einer der vielen jungen Menschen, die sich einen anderen Iran wünschen und dafür auch auf die Straße gehen. (In diesem Zusammenhang möchte ich gern auf den sehr gut gemachten Film „The Green Wave“ hinweisen, der dieses Jahr in Deutschland angelaufen ist und auch den Grimme-Preis erhielt! Wer das Thema mit Rap untermalt haben möchte … ). Kaum jemandem dürfte z. B. entgangen sein, als das Mädchen Neda 2009 während einer Demonstration in Teheran erschossen wurde…


    Interesse an  Teil 2und Teil 3 , kein Problem nur klicken.

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    (Autorin: A. von Spiegel / Photo: Archiv v. Spiegel / Thumb: Wikipedia_Schiraz / Bildbearbeitung: C. Amrhein)

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  • Voller Erfolg: 1. Deutscher Mentorentag 2011 bringt Unternehmen in Bewegung

    Dienstag, 27.09.2011, Villa Bonn in Frankfurt/M.
    Journal

    9:15h Ruhe vor dem Sturm
    Die ersten Gäste treffen ein, die Referenten machen sich für die Eröffnungsvorträge bereit. Zum Begrüßungskaffee werden kleine Klavierstücke gespielt. Der Saal füllt sich langsam, manche Teilnehmer kennen sich, andere sind zum ersten Mal in der Villa Bonn, Residenz der Frankfurter Gesellschaft für Handel, Industrie und Wissenschaft.

    10:00h Begrüßung
    Herr Martin Weiß, Gründer von Mentoring4u und Initiator des „1. Deutschen Mentorentages“,begrüßt die mit rund 75 Teilnehmer sehr gut besuchte Veranstaltung. Anwesend sind Vertreter großer und mittelständischer Unternehmen, Verbänden und Vereinen, Schulen und Hochschulen und Mentoren des Mentoren-Netzwerkes „2B-Mentor“. Martin Weiß stellte den Mentorentag vor und warum er diesen Tag ins Leben gerufen hat. „Es gibt so unglaublich viele junge Menschen, Talente in Schulen, Universitäten und Firmen, die Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, brauchen. Weil es so wichtige Fragestellungen gibt, die wir mit Ihnen gemeinsam diskutieren und lösen möchten…. außerdem können wir, mit Unterstützung der Netzwerke in denen wir uns bewegen, viel mehr gleich gesinnte Menschen gemeinsam erreichen und Talente heben„. An diesem Tag werden noch viele Fragen gestellt.

    10:10h Eröffnungsvorträge
    Regina van Dinther, Landtagspräsidentin a.D. und Mitglied des Landtages Nordrhein-Westfalen beginnt pünklich mit ihrer Einführungsrede. „Akteure aus der Wirtschaft gewinnen, die die Herausforderung anzunehmen. Es müssen noch mehr Anstrengungen unternommen werden um Probleme (der Integration des Nachwuches in die Unternehmen), die vor uns liegen, zu meistern.“ Frau van Dinther gibt zu bedenken: „Beziehungen schaden denen, die keine haben.“ Dies gilt sowohl für Unternehmen als auch für die jungen Menschen, die in den Arbeitsmarkt eintreten wollen.“ Anschließend stellt sie ihre  Thesen zur heutigen Situation der heterogenen Gesellschaft dar.

    Brigadegeneral Barth, Kommandeur der Bundeswehrschulen und General Streitkräfteamt Gemeinsame Ausbildung, ist besonders wichtig, Talente für die Bundeswehr zu finden und zu fördern. Seit dem Jahr 2000 bezieht sich dies Bestreben uneingeschränkt auf Männer und Frauen. Die Bundeswehr will sich noch stärker als Premiumarbeitgeber positionieren und junge Menschen durch sehr gute Karrierechancen im militärischen oder zivilen Bereich motivieren. Ein Universitätsstudium in Hamburg oder München kann eine Etappe der Ausbildung sein.

    Statements aus der Wirtschaft: Was bedeutet Mentoring für uns?
    Dr. Manfred Koch
    , Leiter HR Policies & Staff Relation Division, spricht sich in seinem Vortrag dafür aus, verstärkt eine Kultur für Mentoring zu schaffen. Ein erfahrener Mensch unterstützt einen jungen – bei der EZB ist dies schon Normalität: jedem neuen Mitarbeiter wird ein Mentor zugeordnet. Graduates können sich ihren Mentor im Unternehmen selbst aussuchen. „In wieweit kann man das Modell MENTORING gewinnbringend einsetzen?“, dieser Frage möchte Herr Dr. Koch am 1. Deutschen Mentorentag mit den Teilnehmenden nachgehen.

    Franz Jentschke spricht als Schulleiter der Gesamtschule Bremen Ost. Er weiß als Praktiker vor Ort, dass Schule in der Erziehungsarbeit und Vorbereitung auf die Berufswahl einen, wenn nicht DEN entscheidenden Faktor darstellt. „Schule muss sich bewegen, sich kümmern!“ Diese Aufgabe ist eine Herausforderung für das Lehrpersonal und pädagogische Fachkräfte: Probleme wie Alkoholgenuss und die fehlende Unterstützung der Eltern nehmen weiter zu. An der GSO Bremen lief bereits mehrfach die Mentoren-Initiative „Auf die Socken, fertig, los!“um Schüler und Unternehmen der Region zusammenzubringen .

    Für Tobias Schumacher, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Deutschland, steht die Bildungspolitik, besonders unter dem Gesichtspunkt des demographischen Wandels, im Fokus. Die Zukunftsfähigkeit Deutschlands ist nur gewährleistet, wenn genügend sehr gut qualifizierte und motivierte junge Menschen nachwachsen. Seine herausfordernde Frage ans Plenum: „Wann fangen wir an mit dem Mentoring unserer Nachwuchskräfte?“

    Die Rednerin der DB Mobility Logistics AG, Silke Tegenkamp, ist seit 2006 Leiterin der Berufsausbildung in Frankfurt. Sie konstatiert, dass es nicht sinnvoll sein kann, Kinder „zum Abitur“ zu prügeln. Das Wort „Mentoring“ wird im Konzern groß geschrieben. Jedes Jahr bewerben sich rund 60.000 junge Menschen um einen Ausbildungsplatz. Davon werden 3.500 als Auszubildende eingestellt. Auch Ältere haben eine Chance. „Heute kann ein Auszubildender auch 55 Jahre alt sein“, so Frau Tegenkamp mit Blick auf die Herausforderungen des demographischen Wandels.

    Die Daimler AG wird durch die Beauftragte Kaufmännische Ausbildung Frau Marion Wenzel (Niederlassung Frankfurt/Offenbach) vertreten. Frau Wenzel schildert ein sehr positives Bild und den Einsatz des „Mentoring“ durch die ganzheitliche Betreuung der Auszubildenden durch ihre Ausbilder. Sie geben den jungen Menschen regelmäßig Rückmeldung zu ihren fachlichen, methodischen, sozialen und persönlichen Kompetenzen. Ein spezielles Schulungsprogramm vermittelt Azubis Wissen im Kundenumgang und Dienstleistungskompetenzen. „Wir brauchen die jungen Leute!“

    Professor Dr. Heinz Zielinski vom Hessischen Ministerium des Inneren und Sport findet besonders wichtig, dass junge Menschen in Projekte eingebunden werden, die die Persönlichkeitsentwicklung fördern. Dies kann in der Schule passieren, im Sport oder in freiwilligen Projekten wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr oder dem Bundesfreiwilligendienst.

    A. Josef Lederer spricht für die Schenker Deutschland AG. „Woher bekommen wir unseren Nachwuchs?“, fragt er das Auditorium. Die Schenker AG bildet deutschlandweit aktuell 1.240 junge Menschen aus und stellt, gemäß dem Mentoring-Gedanken, den Auszubildenden einen Ansprechpartner pro Berufsbild zur Seite. Für die Region Frankfurt stehen sieben Ansprechpartner für die einzelnen Ausbildungsberufe bereit. Lederer weiß, wo er seinen Nachwuchs findet: direkt in den Schulen. Bereits in der Valentinswoche 2011 hat die Schenker Deutschland AG an der Mentoren-Initiative „Auf die Socken, fertig, los“ deutschlandweit teilgenommen und Mentoren entsandt.

    Die Stimme der Marienhaus GmbH ist Sandra Postel, Leiterin der Stabstelle Pflege und der Fachberatung Schulen. Frau Postel gibt zu bedenken, dass Mentor sein wertvoll ist und im Sinne das Wortes „vergütet“ wird. Die Vergütung, der Terminus wird in der Regel mit monetären Werten verstanden, hat eine weitere Dimension: bei jeder Mentoren-Mentee Beziehung gewinnen beide Seiten.
    Frau Postel ist es wichtig, junge Menschen für den Pflegebereich zu interessieren. In den eigenen Schulen und Bildungszentren des Marienhauses werden zur Zeit rund 1000 junge Menschen ausgebildet.

    Friedel Martiny, Vorstand der Unternehmerschaft Rhein-Wupper e.V., spricht über die Chancen des Mentoring für die Nachwuchsrekrutierung: „Hinter dem Horizont geht es weiter“ ist sein Motto zu Herausforderung der demographischen Entwicklung in Deutschland.

    Pater Roger Gerhary OSA moderierte am Vormittag die Diskussion zwischen den Referenten und Teilnehmern des Mentorentages.


    Frau van Dinther im Gespräch mit Teilnehmern des 1. Deutschen Mentorentages, Frankfurt

    Nach der Mittagspause geht es an sechs Thementischen um die folgenden Fragestellungen:

    • Welche Rolle spielt Mentoring in der Nachwuchsrekrutierung und Fachkräftesicherung?
    • Wie positionieren sich derzeit Unternehmen und Organisationen im Bereich Nachwuchsrekrutierung? (Personalplanung, Strategien, Öffentlichkeitsarbeit, etc.)
    • Welche Mentoring-Konzepte sind für den Übergang von Schule und Studium in die Wirtschaft am effizientesten?
    • Gezieltes Mentoring zur Frauenförderung (Quote, Managementpositionen, technische Berufe).
    • Wie nachhaltig ist die Integration von Schülern und Studenten mit Migrationshintergrund?
    • Welche Möglichkeiten bieten sich Unternehmen und Organisationen konstruktiv mit Bildungsträgern zusammen zu arbeiten und Mentorenprojekte einzuführen?

    Diskussionsarbeit am Thementisch: General Barth, Tobias Schumacher u.a.

    Bewegung in der Diskussion
    Bis 16:30 werden die Themen in Diskussionsgruppen erörtert und die Ergebnisse festgehalten. Jede Teilnehmergruppe bearbeitet jede Fragestellung. „Das bedeutet nicht nur geistige Beweglichkeit, sondern auch körperliche Bewegung von Raum zu Raum“, sagt eine Teilnehmerin zum neuen Diskussionskonzept des 1. Deutschen Mentorentages.

    Silke Tegenkamp, Moderatorin am Thementisch 2, im Gespräch mit einer Gruppe

    17:30h Workshops für (zukünftige) Mentoren
    Workshop 1
    führt Mediencoach Andreas Richter durch. Thema: Mediencoaching für Mentoren. Die Teilnehmer können in Einzelsitzungen vor der Kamera sprechen. Die Auswertung der Aufnahme geschieht wird im persönlichen Eins-zu-Eins-Gespräch.

    Im Workshop 2 zeigen (Martin Weiß, ConActivity KG und Norbert Gregor) die Möglichkeiten für Unternehmen auf, die mit der Teilnahme an den zahlreichen Mentoren-Initiativen und dem 2B-Mentor Netzwerk verbunden sind. Außerdem werden die Themen „Talentförderung: wo will der Mitarbeiter in fünf Jahren stehen“ und „Berufs- und Studienfindung für Schüler & Studenten“ bearbeitet.

    18:45h Zum Schluss – 2012 geht es weiter
    Nach einen kleinen Ausklang verabschieden sich die Teilnehmer mit vielen Denkanstößen zum Thema „Mentoring“ und neuen Kontakten zu Fachleuten verschiedenster Branchen.

    Wir, das Team der ConActivity KG, bedanken uns herzlich bei allen Referenten und Teilnehmern für die gelungene Veranstaltung und freuen uns, Sie auf dem 2. deutschen Mentorentag 2012 zu begrüßen.
    Nähere Information zum Mentorentag 2012 erhalten Sie unter 069 962319-85 und c.amrhein@mentoring4u.de .

    (Autorin: Carolina Amrhein, Joachim Jörg, www.mentoring4u.de / Photos: Ayu Damayanti, Mentoring4u.de)

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    (Autor: C. Amrhein | Foto: kallejipp| Bearbeitung: A. Korkis | Bildquelle: www.photocase.de)

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    (Autor: C. Amrhein | Foto: kallejipp| Bearbeitung: A. Korkis | Bildquelle: www.photocase.de)