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Kategorie: Gastautor

  • „Ich dachte, Frankfurt ist Deutschland“ (Teil1)


    1) Frankfurt am Main – Blick auf den Römer –  Ayu Damayanti, 2011

    In der Kolumne „Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ erzählt unsere externe Redakteurin Annette von  Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich, manche hatten es etwas einfacher. Aber immer haben sie viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

    Desi aus Bulgarien
    Heute erzähle ich euch von Desi, einer jungen Frau aus Bulgarien, die ich ganz gut kenne. Sie hat mich beeindruckt, weil sie ihren Weg fast wie nebenbei gegangen ist. Und geht. Und zwar erfolgreich. Sie sagt dazu „Ich weiß gar nicht, was ich Dir erzählen soll – was ist so Besonderes an mir?“ Für MICH ist es IMMER eine besondere Geschichte, wenn jemand in ein anderes Land geht und dort seinen – bzw. ihren – Weg macht!
    Dass es Desi mal nach Deutschland verschlagen würde, war nicht absehbar gewesen.  Obwohl es in Bulgarien, so habe ich heute im Gespräch mit ihr gelernt, offenbar nicht unüblich ist, ab der 7. Klasse ein deutsches, englisches, französisches, spanisches … Gymnasium zu besuchen. Hat sie aber nicht. Allerdings hatte sie Deutsch als zweite Fremdsprache, und zwar von der 7. bis zur 11. Klasse.

    Sprach-Pilger
    Klasse! Denn Euch wird es vermutlich nicht anders gehen als Desi und mir: Da pilgert man mit in der Schule erlernten Fremdsprachen-Kenntnissen ins Land der erlernten Sprache und versteht … nicht mal Bahnhof. Sprachunterricht in der Schule ist eben doch anders als das, was „im echten Leben“ gesprochen wird.

    Aber zurück nach Bulgarien. Desi ist 19, hat ihr Abitur gemacht, hat einen Freund – alles im Lot. Sie möchte studieren, so macht man das, aber der zündende Funke bleibt aus. Wie bei uns mit BWL war die laue Vision damals „Wirtschaft oder so …“. Sie jobbte, bereitete sich halt mal so auf die Aufnahmeprüfungen für’s Studium vor – was man halt so macht nach dem Abi, wenn das Herz nicht für eine berufliche Richtung schlägt.

    Blond und in Deutschland…
    Irgendwann lernt sie – im Chat – einen jungen Mann kennen. Garnicht ihr Typ, denn er ist blond 🙂 „Aber mir war es langweilig, und so habe ich ihn getroffen. Wir waren Kaffee trinken, dann haben wir das Lokal gewechselt, dann waren wir essen. Und dann noch mal Kaffee trinken.“ Ich erlaube mir mal vorwegzunehmen: Die zwei sind mittlerweile seit 12 Jahren zusammen, und nicht nur ich habe den Eindruck: Das könnten auch nochmal 36 mehr werden :))

    Damals galt jedenfalls: Blöd nur, dass dieser Typ zwar auch Bulgare ist, aber in Deutschland lebt. Sie halten täglich Kontakt, und irgendwann stellt sich die Frage, ob sie denn nicht auch in Deutschland studieren und zu ihm kommen könnte. Sie macht sich Gedanken: „Ein deutsches Diplom wird häufiger anerkannt als ein bulgarisches“ … „Diejenigen, die nach Deutschland gingen, sind auch geblieben – so schlecht kann es dort also nicht sein“ … „Na, wenn alle Stricke reißen: Zurück kann ich immernoch!“


    2) – Bücher –   Ayu Damayanti, 2011

    Ein Versuch – Drei Monate
    Also beantragt sie zwei Jahre, nachdem die beiden sich kennen gelernt haben, das übliche Dreimonats-Touristen-Visum, um Deutschland zu inspizieren. Und wir scheinen Gnade gefunden zu haben, denn sie beschließt, nach Deutschland zu gehen und dort zu studieren: Den Anfang macht sie mit einem VHS-Deutschkurs: „Ich war vielleicht ein bisschen arrogant und bin nicht in den Anfänger-Kurs gegangen, weil ich dachte, es reicht, wenn ich vorher noch in den alten Büchern aus der Schule blättere“.

    Deutsch-Intensiv ist auch intensiv
    Es folgt ein Deutsch-Intensiv-Kurs von einem Semester, der sie auf ein Studium vorbereitet: Die „Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH)“. „Das war wirklich nicht leicht. Wir waren 14 oder 16 Teilnehmer, und vier sind wirklich durchgefallen.“ Nun, sie gehörte zu denjenigen, die die Prüfung durchgestanden haben. Ungemein praktisch in dieser Zeit: „Wir hatten im Grunde einen Studenten-Status. Unter anderem konnte ich also z. B. arbeiten.“ Sie kellnerte zum Teil bis morgens um sechs Uhr, ihr Freund stand nachts auf, um sie von der Arbeit abzuholen. Die DSH-Prüfung war geschafft, sie konnte sich für einen Studienplatz bewerben. Da sie sich in Bulgarien auf Mathe und Englisch eingeschossen hatte, suchte sie hier nach etwas Ähnlichem und grinst, als sie sagt: „Und natürlich wollte ich viel Geld verdienen!“

    Wer will schon Informatik studieren?
    Nach ihrer Aussage übrigens ein Studiengang, den 60-70 % „Leute mit ……. wie heißt das noch? Nicht Ausländer …… ah, `mit Migrationshintergrund` belegen!“ Wir rätseln, warum das wohl so ist. Fazit: „Mathematik ist international. Und man muss keine Texte verfassen!“ Wie praktisch, dass Informatik keine Zugangsbeschränkungen hatte („Wer will schon Informatik studieren?!“), und so bestand auch nicht die Gefahr, von der ZVS in eine andere Stadt versandt zu werden.


    3) Frankfurt-Bockenheim – Blick auf den Messeturm –  A. v. Spiegel, 2011

    Orientierung in urbaner Eintönigkeit
    Auf meine Frage nach anfänglichen Schwierigkeiten überlegt Desi einen Moment. „Also .. ich fand, dass in Deutschland alle Häuser gleich aussehen! Ich habe mich einfach nicht orientieren können. Ein Mal z. B., da war ich schon ein Monat hier,  waren wir in dem Waschsalon [Anmerkung: von deren Wohnung ca. 100 m in derselben Straße], weil wir gerade keine Waschmaschine hatten. Aber wir hatten das Waschpulver vergessen. Ich habe gesagt, ich hole es, und nach fast einer Stunde war ich wieder da: Ich hatte mich total verlaufen, weil einfach alles gleich aussieht!“ [Anmerkung: Es handelt sich aber auch wirklich um ein Viertel mit Standard-Nachkriegs-Bauten]

    (Autor: Annette v. Spiegel | Thumb: A. Damayanti, www.mentoring4u.de | Bild Artikel: 1+2) A.Damayanti, 3) A.v. Spiegel )

    Die Fortsetzung von Desis Geschichte finden Sie hier am kommenden Sonntag, 20.11.2011. Schauen Sie einfach rein!

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

  • Endlich wieder Olympisch: Rugby-Nachwuchsförderung in BW – auf nach Olympia

    Der Rugby-Verband Baden-Württemberg (RBW) mit knapp 3.000 Mitgliedern in 18 Vereinen ist der erfolgreichste Landesverband in Deutschland.


    Mit dem Heidelberger RK stellt der RBW den deutschen Meister und Pokalsieger 2011 sowie aus den Bundesliga-Vereinen in Heidelberg, Stuttgart und Pforzheim das Hauptkontingent der deutschen Nationalmannschaften.

    Um diesen hohen Leistungsstandard weiter ausbauen zu können, hat der RBW sein Sportkonzept 2012 bis 2016 für Vereine, Schulen und Hochschulen vorgelegt.

    Darin enthalten sind auch Rugby als Schul-, Breiten- und Hochschulsport sowie die planmäßige Talentsuche und Nachwuchsförderung im RBW.

    Schwerpunkte dieses Föderungsprogramms sind die Auswahlmannschaften der Jungen U14, U16, U18 (deutscher Meister), die Mädchen U15 und die Frauen mit einer Gesamtkadergröße von 150 Sportlerinnen und Sportlern.

    Ein jährlicher Höhepunkt ist das Internationale Siebenerrugby-Turnier mit 12 bis 16 U16-Auswahlen, das 2012 am 23. und 24. Juni in Heidelberg stattfinden wird. Siebenerrugby wird 2016 im olympischen Wettkampfprogramm sein, weshalb den Nachwuchsturnieren des RBW eine gesteigerte Bedeutung zukommt. Außerdem fördert der Verband das  Schulrugby-Programm „Jugend trainiert für Olympia“.

    Ziel des Rugby-Verbandes Baden-Württemberg ist die Gewinnung langfristiger und engagierter Sportler und Partner für die Umsetzung des Förderungsprogramms 2012 bis 2016. Im Moment sind in diesem Verband knapp 3.000 Mitglieder engagiert, davon sind 65 Prozent unter 21 Jahre alt.

    Wir freuen uns auf interessante Diskussionen mit Euch.

    Macht doch mit, vielleicht seid Ihr bei den Olympischen Spielen 2016 schon dabei.  Der Rugby-Nachwuchs im RBW dankt und zahlt es Euch mit tollen Leistungen zurück.

    SAVE THE DATE : 15. Dezember 2011

    Für Unternehmen:

    Mentorenakademie des „Haus der Mentoren“
    Wie funktioniert Sportsponsoring und Social Media l ?

    Workshop mit unserem Mentor Joachim Jörg
    Kosten  € 890,00 zzgl. MWSt.

    Anmeldung: redaktion@mentoring4u.de  oder hier.

    (Autor: Joachim Jörg   |  Bild & Bearbeitung & Thumb: D. Balci   Quelle: Rugby-Verband-BW)

  • Schon mal mit Klassenkameraden in Singapur gewesen? Nein? Dann sprecht mal Eure Lehrer an.

    Asia-Europe Classroom net: two continents –  one classroom

    Tipps von einheimischen Jugendlichen für Jugendliche: Wo kann ich als Rucksackreisender günstig in Lissabon übernachten? Welches Gericht muss ich in Singapur unbedingt probieren?  Wie kann man im Sommer im Hamburger Hafen den Touristenmassen entkommen? Ein Projekt der Asia Europe Foundation (ASEF) bietet den Austausch über mögliche Erfahrungen und Erlebnisse als jugendlicher Tourist in Asien und Europa auf einer gemeinsamen Website. Sowohl Schülerinnen und Schüler aus Singapur und Portugal, Griechenland und Dänemark,  als auch der 9d der Bismarckschule Elmshorn nehmen in diesem Schuljahr an dem viermonatigen Internetprojekt Travellers’ Passports im Rahmen des Englischunterrichts teil. In Länder übergreifenden Gruppen überlegen sie sich Sehenswürdigkeiten in ihrer Umgebung, typische Gerichte als auch nationale oder lokale Festivitäten, die sie anderen Jugendlichen vorstellen. Diese Informationen unterlegen sie mit Fotos oder Videoclips. Der virtuelle Trip wird auf der gemeinsamen Website für die anderen Gruppenmitglieder aus den verschiedenen Ländern zugänglich gemacht und bietet Diskussionsanlässe – auf Englisch als gemeinsame Sprache. Geleitet wird dieses Projekt von der Pioneers Secondary School in Singapur.

    Im Verlauf des Projekts organisieren die betreuenden Lehrerinnen und Lehrer eine einstündige Online Diskussion jeweils mit einigen europäischen und asiatischen Schulen. So können die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig zu den kulturellen Besonderheiten  Fragen stellen, direkt miteinander kommunizieren und sich besser kennen lernen.

    Das Ziel dieser Internetprojekte ist, authentische Kommunikationsmöglichkeiten in der Fremdsprache  zu schaffen und eine Internetplattform sinnvoll zu nutzen. Inhaltlich sollen die Schülerinnen und Schüler sich ihrer kulturellen Eigenarten bewusst werden  sowie sich über Tourismus als Wirtschaftszweig in ihrem eigenen Land und auch in anderen Regionen der Erde bewusst werden.

    Vanessa Schattauer und Jan Peters aus Elmshorn

    Drei Vertreter unserer Schule waren in diesem Jahr von der Schule in Singapur zu einer einwöchigen International Friendship Week eingeladen – ein ganz besonderes Highlight, das die Zusammenarbeit zwischen europäischen und asiatischen Schulen stärken soll. Die Pioneers Secondary School bietet pro Jahr über 15 solcher Projekte an und lud in diesem Jahr Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Projekte zu sich ein. Frau Hahn begleitete Vanessa Schattauer und Jan Peters (beide 9d), die bei Gastfamilien in Singapur gewohnt haben, zu dieser internationalen Projektwoche im April. Wir waren alle gespannt auf die Berichte und ihre Erlebnisse dort und hoffen, in den kommenden Jahren mit möglichst vielen Schülerinnen und Schülern der Bismarckschule an Projekten der ASEF arbeiten zu können.

    Weitere Informationen finden sich auf folgender Seite: www.asef.org . Sprechen Sie mich gerne auf weitere Informationen an!

    Petra Bartel-Schabram, Koordinatorin Studien- und Berufsberatung (Bismarckschule Elmshorn)

    (Gastautor: Petra Bartel-Schabram  /  Bilder: P.Bartel-Schabram  Bildbearbeitung: M.Weiss  /  Quelle:  www.asef.org)

  • Karl Feldkamp an mentoring4u


    Karl Feldkamp.
    Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Lübeck. Nach einer Ausbildung als Erzieher war er pädagogischer Leiter eines Kinderheims in Bad Oldesloe. Sein weiterer Berufsweg führte über Jugendarbeit und Jugendbildung im Bistum Osnabrück nach Köln als Leiter im Jugendreferat des Kolpingwerks. Er setzte seinen Berufsweg fort als Sozialarbeiter und Streetworker für obdachlose Kinder und Jugendliche am Kölner Hauptbahnhof. Anschließend arbeitete er in der Familienberatung der Stadt Köln. Seit 1990 betätigt er sich als Supervisor in schul- und sozialpädagogischen Einrichtungen. (Quelle: Wikipedia)


    Kinder – unsere Zukunft! Und die Zukunft unserer Kinder?
    In nahezu allen politischen Sonntagsreden werden Kinder als unser aller Zukunft beschworen. Sie gelte es zu fördern und bei allem politischen Handeln zu bedenken. Nicht von ungefähr lassen sich Politiker von ihnen Blumensträuße schenken, mit Papierfähnchen zuwinken und nehmen die Kleinen sehr gern auf den Arm. Und das ganz im doppelten Sinn dieser Handlung. Als Kinderfreund, der ihnen häufig leere Versprechungen macht.

    Wir Gegenwärtigen, hört der Bürger sie predigen, sollten uns nicht dadurch schuldig machen, dass wir den zukünftigen Staatsbürgern Schulden, eine ausgebeutete Umwelt und falsche Werte hinterlassen.

    In Deutschland
    verrotten Schuldächer, werden immer mehr Naturflächen versiegelt, verhindern politische Streitereien den Fortschritt und werden Schulden angehäuft.…

    Ein Bildungssystem, das Kinder auf die Zukunft vorbereiten will, lässt die Schüler für Klausuren einen Stoff pauken, der ihnen nicht einmal theoretisch vermittelt, wie sie im wirklichen Leben vorankommen können.

    Zu wenige Religionslehrer, Sozialkundler und musische Fachlehrer reden in zu wenigen Schulstunden von menschlichen Werten, die sie in der heutigen Ellenbogengesellschaft selbst kaum vorleben und vorleben können. Zumal Schule eher als nicht gerade gerechte gesellschaftliche Auswahlanstalt fungiert, die nicht gleiche Chancen gewährt sondern ungleiche Chancen zuteilt.

    Politiker ergehen sich in Kämpfen, in denen es oft eher um Machtgewinn geht als um das Wohl ihrer Wähler. Schildbürgerliche Trauerspiele im Kleinen spiegeln, was in Berlin und in Europa im Großen an unerträglichen Machtspielen inszeniert wird.

    Die kommunalen Jugendämter sind nicht ausreichend besetzt, deren Mitarbeiter daher überlastet. Sie agieren kostenbewusst und in ständiger Angst, ihre Verantwortung für die betroffenen Familien und Kinder nicht fachgerecht wahrnehmen zu können. In Kindertagesstätten kommen aus Einspargründen immer weniger Betreuungskräfte auf immer mehr Kinder. Und bis vor wenigen Wochen galt im kinderfeindlichen Deutschland Kinderlärm noch als Umweltbelastung und nicht als Zukunftsmusik.
    Manche Banken zockten und zocken nach Spielkasinoart mit dem Geld, das auch für Kinder zurückgelegt wurde. In der Finanzwirtschaft, aber auch in anderen Wirtschaftsbranchen geht es nur darum, den schnellen Euro zu machen. Und zwar sofort. Und nach uns die Sintflut, auch wenn unsere Kinder darin ertrinken.

    Medien suggerieren, Kinder seien vor allem eine Last, die sehr viel Geld kostet. Kinder gefährden somit den Wohlstand möglicher zukünftiger Eltern.
    Andererseits werden sie auch heute noch als Erlöser gesehen, die in der Zukunft als Erwachsene das Neue und Erlösende bringen sollen, das ihre Elterngeneration nicht mehr schaffte, aber im Alter noch genießen möchte.

    Die Berichte der Tagesschau über atomare und Umwelt-Katastrophen, Kriege, Kinderarmut, schwere Unfälle, Kindesmissbrauch haben wenig Ermunterndes.

    Kein Wunder, also, dass laut einer aktuelle Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) jeder dritte Schüler an depressiven Stimmungen leidet und nach anderen Studien mehr als zwanzig Prozent der Kinder in der Bundesrepublik als psychisch gestört gelten.*

    Die Anzahl von Selbstmorden bei Kindern und Jugendlichen ist erschreckend hoch.

    Nun hat allerdings jedes unter depressiven Verstimmungen leidende Kind sicherlich seine eigene persönliche Geschichte. Und es wäre unzulässig, alles auf die Politik und die gesellschaftlichen Verhältnisse zu schieben.

    Aber hart arbeitende allein erziehende Mütter, Eltern, die aus beruflichen Gründen sich nur unzureichend um ihre Kinder kümmern können, Mängel im Bildungssystem, die Benachteiligung von Kindern bildungsferner Schichten und die von erwachsenen Siegertypen vorgelebte Ellenbogengesellschaft tragen mit Sicherheit nicht zum Optimismus unserer Kinder bei.

    Glückliche Zukunft
    Damit sie eine glückliche Zukunft haben und unsere glückliche Zukunft werden, müssen wir alle – Eltern, Lehrer, Ärzte, Journalisten, Politiker, Banker und Unternehmer – jeder an seiner Stelle – ihnen in der Gegenwart bessere Vorbedingungen auf ein aussichtsreiches Leben schaffen. Packen wir’s an: Vor allem das Bildungsproblem. Gründen wir Stiftungen, die mit klaren Richtlinien lebensnahe, ganzheitliche Bildungseinrichtungen unterstützen, die sowohl gesundheitliche und gesellschaftliche als auch soziale kommunikationsfördernde Lerninhalte und Werte vermitteln. Denn bekanntlich ist die Schuldenkrise vor allem eine Wertekrise.

    *Untersuchung im Auftrag der Bundesärztekammer unter Beteiligung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde  sowie der DAK und zweier anderer Krankenkassen im Zeitraum 2005 – 2007

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    (Gastautor: Karl Feldkamp  /  Bild und Thumb: D. Balci  /  Quelle: www.wikipedia.de)

  • Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 3)

    In der Kolumne „Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ erzählt unsere externe Redakteurin Annette v. Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich. Aber sie haben viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

    Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 3)
    [Mohammad ist inzwischen in Frankfurt am Hauptbahnhof angekommen und hat sich der Polizei als Flüchtling ohne Papiere zu erkennen gegeben…/Anmerkung der Redaktion]
    Das Wasser bekam er. Er hatte davon gehört, dass in diesem Land Wasser „mit Gas“ getrunken wird, kannte es aber nicht. Was man ihm gegeben hatte, war natürlich MINERALwasser [gerade in Deutschland ist dies besonders stark mit Gas angereichert; die Franzosen z.B. nennen es „l´eau qui pique“ was soviel bedeutet wie: stechendes Wasser /Anmerkung der Redaktion].

    Keine Angst vor Wasser
    Nachdem er ein Glas getrunken hatte, wurde ihm – vermutlich von Hunger und Stress – schwarz vor Augen, und er geriet in Panik, weil er dachte, man hätte irgend etwas ins Wasser getan, und deshalb hätte es so seltsam gebitzelt; da flippte er aus, beschimpfte alle Anwesenden im Raum als Nazis, auch den Dolmetscher, und war kaum zu bändigen: Er hatte einfach schreckliche Angst, was mit ihm geschieht! Interessanterweise erkannte der verhörende Polizist den Zusammenhang und zeigte ihm, dass auch sie, die Polizisten, dieses Wasser trinken, und führte ihm das vor. So beruhigte sich Mohammad wieder … Am nächsten Tag dann wurde er dem Erstaufnahme-Heim für so genannte „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ zugeführt, dem üblichen Procedere.

    Bildungschance in Deutschland?
    Mittlerweile hat er eine Wohnung im Stadtzentrum, der Sprachkurs ist wirklich nicht spurlos an ihm vorüber gegangen, er macht seinen deutschen Hauptschulabschluss und nebenher ein Praktikum im Einzelhandel. Immer noch geht er sonntags in den Gottesdienst (es gibt eine iranische christliche Gemeinde in Frankfurt), und er ist froh über seine jetzige Situation.

    Nächstes Ziel: eine Ausbildung als Buchhalter oder Speditionskaufmann
    Mohammad hat immer noch sein Ziel im Auge, Buchhalter – oder auch Speditionskaufmann – zu werden. [Wir freuen uns über Angebote von Unternehmen, die Mohammad einen Ausbildungsplatz oder ein Praktikum im kaufmännischen Bereich an-
    bieten
    .  Bitte nehmen Sie Kontakt auf mit c.amrhein@mentoring4u.de].

    Mohammad ist ergeizig,  möchte natürlich weiter kommen. Erwartungsvoll schaut er in seine Zukunft in Deutschland, wissend, dass noch ein langer Weg vor ihm liegt, bis er hier Fuß fassen kann. Aber er freut sich drauf 🙂

    Warum vom Islam zum Christentum?

    Wann genau Mo übrigens zum Christentum konvertiert ist – denn tatsächlich war er mal Muslim, das erklärt auch seinen Namen – kann ich gar nicht sagen. Aber ich kann sagen, warum: Weil er derart enttäuscht ist von dem, was mit der Religion seiner Kindheit und Heimat bzw. in deren Namen getrieben wird. Das Christentum ist übrigens eine der im Islam anerkannten „Buchreligionen“; auch Jesus ist als einer der Propheten (zeitlich vor Mohammed) akzeptiert.


    (Bibel auf Farsi (Persisch))

    Ihr habt den Anfang der Geschichte Mohammads verpasst? Kein Problem –> hier findet Ihr Teil 1 und Teil 2. Besucht uns wieder auf www.mentoring4u.de!

    Die mentoring4u Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse – auch gekürzt zu veröffentlichen. Gastbeiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

    (Autorin: A. von Spiegel / Photo: Archiv v. Spiegel / Thumb: Wikipedia_Schiraz / Bildbearbeitung: C. Amrhein)

  • Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 2)


    Mohammad

    In der Kolumne „Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ erzählt unsere externe Redakteurin Annette v. Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich. Aber sie haben viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

    Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz (Teil 2)
    Amin ging also in Schiraz auf die Straße, weil er sich eine andere Zukunft in seinem Land wünschte. Als er sich einmischte, weil die Polizisten gegen eine ältere Frau vorgingen, wendete sich die Situation gegen ihn, man ging mit Schlagstöcken gegen ihn vor, er konnte aber fliehen. Dann wurde es plötzlich warm im Rippenbereich … vermutlich hatte der Stress der vorigen Situation den Schmerz unterdrückt: Er war angeschossen worden und hatte es gar nicht bemerkt!

    Die Polizei auf den Fersen
    Zu Hause war schnell klar: Amin kann nicht bleiben, denn die Polizisten hatten sein Gesicht gesehen, und damit war er gefährdet. Er musste außer Landes. Sein Vater fragte Mohammad, ob er mit Amin gehen würde. Der Plan war, dass beide nach England durchkommen, die Familie hatte das Geld dafür.

    Zwei Freunde auf der Flucht
    Mohammad sagte zu, und sie flohen – ohne Papiere – zunächst in die Türkei, wo sie zunächst in Istanbul einen Monat verbrachten. Diese Zeit war schwierig, weil sie nicht wagten, draußen zu sein, um nicht geschnappt zu werden. Weiter ging es dann nach Griechenland, wie so viele Flüchtlinge aus Iran und Afghanistan … Griechenland ist eines der Drehkreuze nach Europa.

    Wie bleibt man „unsichtbar“?
    Auch diese Zeit war belastend, weil Amins Wunde bei all dem Stress und dieser Art zu „reisen“ nicht hatte heilen können. Sie waren, nicht zu vergessen, schon über einen Monat lang unterwegs – und organisiere mal ständig Verbandszeug und Medikamente, wenn du auch im benachbarten Ausland ausländisch aussiehst, die Sprache nicht sprichst und nicht auffallen willst, weil du keine Papiere hast!

    Auf dem Absprung nach irgendwo
    Geraume Zeit verbrachten sie in Griechenland, immer bemüht, den Absprung nach England zu schaffen. Aber es wollte nicht gelingen. Die Familie beschloss, die nötigen 25.000 $ für die Einreise nach Kanada zu bezahlen – für Amin, denn das Geld für zwei Personen reichte nicht. So trennten sich die Wege dieser beiden Freunde.

    Kanada – Deutschland
    Amin gelangte in den sicheren Hafen namens Kanada. Seine Familie war so fair, Mohammad zu raten, nach Deutschland zu gehen und die Kosten für Schlepper und Ticket zu übernehmen. Der Schlepper besorgte den Pass eines Portugiesen, der Mo ähnlich genug sieht, und teilte ihm mit, dass es in wenigen Tagen so weit sein werde.
    Dass ihn die Wirren seines Lebens in ein Land spülen würden, in dem er niemanden hat, niemanden kennt – und von dem er vom Hörensagen wusste, dass die Menschen Nazis sind – da beruhigten ihn die Worte von Amins Vater, der in Berlin studiert hatte und sagte, Deutschland sei wirklich in Ordnung, nicht wirklich. Die drei Tage vor der Abreise schlief er kaum und hatte vor Angst und Aufregung auch nichts gegessen.

    Unbekanntes Land als Reiseziel
    Ankunft Frankfurt International Airport. Er wusste nicht, was ihn erwartet, und die Angst vor den Grenzbehörden war gigantisch. Er sah eine junge Deutsche mit viel Gepäck und sprach sie (auf Englisch, das er ganz gut spricht) an, ob sie Hilfe bräuchte – sie nahm diese dankbar an. Genau das war für diesen Moment seine Strategie: Zusammen mit einer einheimischen Person, beide mit Gepäck, beide lachend und Episoden erzählend, also unauffällig, durch die Grenze zu gelangen …… und dabei möglichst die panische Angst zu verbergen.

    Nächste Etappe: Achtung Hund!
    Dieser Schritt hatte also geklappt. Der nächste hieß „Hauptbahnhof Frankfurt“. Da saß er nun, kannte niemanden und wartete. Auf das, was kommen würde. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber so mancher meiner iranischen bzw. afghanischen Ex-Schüler hat furchtbare Angst vor Hunden. Manche von ihnen haben Messerkämpfe auf den Straßen Teherans und andere Dinge überstanden – aber wenn ihnen hier ein kleiner Pinscher auf dem Gehweg entgegen kommt, werden sie richtiggehend bleich oder wechseln zumindest eilends die Straßenseite.

    Es war gerade die Zeit irgend einer Fußball-Meisterschaft, und dementsprechend viel Polizei war am Frankfurter Hauptbahnhof – übrigens keine gute Gegend – zugegen.  Mit Hunden! Und das ist auch, was ihm aus dieser Situation vordringlich in Erinnerung geblieben ist: Nicht der Umstand, alleine, ohne Anlaufstelle, in einem fremden Land gestrandet zu sein, nicht die Angst, festgenommen zu werden ohne zu wissen, was deutsche Nazi-Polizisten mit einem machen – sondern die Hunde …


    Frankfurter Hauptbahnhof

    Herzlich Willkommen am Frankfurter Hauptbahnhof
    Aber er konnte ja nicht bis zum Ende seines Lebens dort sitzen bleiben und warten, also nahm er all seinen Mut zusammen und sprach Polizisten an, die ohne Hund unterwegs waren. Heute sagt er grinsend „Ich denke, die waren gerade auf dem Weg nach Hause“. Er erklärte ihnen, dass er ganz neu in Frankfurt sei. Sie hießen ihn freundlich „Herzlich Willkommen“ 🙂 Er erklärte weiter: „Nein … ich meine, ich habe keine Papiere …“ und hatte höllische Angst, was jetzt passieren würde – schließlich waren das Polizisten! Aber was sollte er tun? Diese deutschen Polizisten sagten aber „Ach, Sie haben Ihre Papiere verloren, ja?“ und wollten ihm behilflich sein. Mohammad lächelt beim Erzählen, immer noch etwas gequält in der Erinnerung daran, und sagt „Die waren wirklich sehr nett“.

    Jugendlicher Flüchtling
    Als er ihnen beichtet, dass er mit falschen Papieren eingereist sei und im Grunde gar keine habe, nimmt man sich seiner an, fragt ihn, ob er Hunger hat, und bringt ihn zur Aufnahme, wo er erst mal mit einem Dolmetscher sprechen kann. Diesen fragt Mo als erstes, ob die Polizisten ihn schlagen werden, aber der kann ihm versichern: „Nicht in Deutschland! Entspann dich …“.

    Trotzdem: Als sie ihn fragen, ob er etwas essen möchte, lehnt er ab. Er erzählt: „Ich hatte nun den vierten Tag nichts gegessen. Und ich hatte WIRKLICH Hunger. Sehr! Aber ich hatte so viel Angst … ich konnte nicht essen. Aber ich habe gefragt, ob ich Wasser haben kann…“


    Bibel auf Farsi

    Teil 1 und Teil 3 findet Ihr hier. Bitte anklicken!

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  • Odysseus? Nein: Mohammad aus dem Iran

    In der Kolumne „Hier bin ich Mensch, hier darf ich (‘s) sein“ erzählt unsere externe Redakteurin Annette v. Spiegel von jungen Menschen, die es aus fernen Ländern nach Deutschland verschlagen hat. Oft haben sie viel Leid erfahren und einen harten Weg hinter sich. Aber sie haben viel Hoffnung im Gepäck. Kann man in Deutschland auf Ausbildung, persönliche Entwicklung und, vielleicht später, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

    Odysseus? Nein: Mohammad aus Schiraz‚
    Heute geht es um Mohammad. Den kennt ihr ja schon aus meinem Bericht über die Arbeit mit den jugendlichen Flüchtlingen. Er war nie in meinem Unterricht, weil er dazu nicht eingeteilt worden war. Aber er kam manchmal in den Pausen zu Besuch oder begleitete die anderen zum Kurs, der sonntags stattfand: Immer hatte er eine Bibel unter dem Arm, weil er nachmittags noch in die Kirche gehen wollte. Das hat mich immer irritiert, weil der Junge nicht aussieht wie Jugendliche hier, die sonntags einen Gottesdienst besuchen würden. Und zweitens, weil er Mohammad heißt – also wie Mohammed, der Religionsstifter und Prophet im Islam :).

    Er erzählte mir irgendwann mal, als wir uns etwas länger kannten, seine Geschichte … und mit seiner freundlichen Erlaubnis darf ich sie EUCH weitererzählen.


    Bibel auf Farsi

    Mohammad = Mo
    Mohammad, ich nenne ihn Mo, ist jetzt 19. Und kommt aus dem Iran. Aus Schiraz, im Süden des Landes. Diese Stadt ist neben Isfahan und Teheran einer der Orte des Landes, die man als Tourist besucht (gebt mal „Schiraz“ in eine Internet-Suche ein, klickt auf  Bilder, und Ihr werdet sehen, wie schön es da ist …). Die persische Kultur ist nicht umsonst seit Jahrhunderten berühmt für ihre Kunstwerke. Das wird manchmal ganz vergessen (oder ist womöglich sowieso unbekannt), wenn man den Iran nur aus den Nachrichten kennt.

    Der Schmerz
    Seine Geschichte nimmt ihren Lauf mit der Trennung der Eltern: Nach islamischem Recht – bzw. der Entscheidung der Richter in der Heimat dieses jungen Mannes – bekam die Mutter die jüngeren Geschwister zugesprochen, Mohammad kam als ältester Sohn zum Vater. Bis heute weiß er nicht, wo er sie finden kann …
    Nie werde ich vergessen, wie er und sein Freund vor rund einem Jahr ein Lied hörten, in dem es um Mutter geht, die nicht mehr da ist. Und wie diese jungen Männer – Converse-Sneaker und Gel im Haar – wirklich Rotz und Wasser heulten, weil sie ihre Mütter so vermissten. Sie baten mich, etwas allein sein zu können. Ich hörte sie lange tief weinen und sich halten. Es tat so weh, sie so zu erleben …

    Ich und meine Tasche
    Zurück in den Iran: Mo war gerade dabei, die Hauptschule zu beenden, um dann eine weiterführende Schule zu besuchen: Er wollte gern Buchhalter werden. Seine Augen leuchten hingebungsvoll, wenn er sagt „Ich mag Mathe!“ 🙂 Aber es stellte sich heraus, dass sein Vater schon eine ganze Weile die Miete nicht bezahlt hatte, und so mussten sie plötzlich aus der Wohnung ausziehen. Dessen nicht genug, machte sich der Mann auch noch aus dem Staub, und Mo stand alleine da. Aber er hatte Glück: Er lernte einen jungen Mann aus wohlhabender Familie kennen, und dort konnte er auch wohnen: „Nur ich und meine Tasche“, beschreibt er das, leise lächelnd.

    Schule? Keine Zeit
    Man versuchte dann, eine Bleibe für ihn zu finden, die nicht nur für den Übergang ist, und so bekam er schließlich Wohnung und Arbeit auf einer Baustelle des Onkels dieser Familie. Damit hatte er allerdings auch keine Zeit mehr, eine Schule zu besuchen. Die Situation war gut, breit strahlt er, wenn er sich zurückerinnert und sagt „Wohnung und alles, das war perfekt“.

    Natürlich freundete er sich mit den Nachbarn an. Da gab es Amin, und auch sie wurden gute Freunde. Amin ist einer der vielen jungen Menschen, die sich einen anderen Iran wünschen und dafür auch auf die Straße gehen. (In diesem Zusammenhang möchte ich gern auf den sehr gut gemachten Film „The Green Wave“ hinweisen, der dieses Jahr in Deutschland angelaufen ist und auch den Grimme-Preis erhielt! Wer das Thema mit Rap untermalt haben möchte … ). Kaum jemandem dürfte z. B. entgangen sein, als das Mädchen Neda 2009 während einer Demonstration in Teheran erschossen wurde…


    Interesse an  Teil 2und Teil 3 , kein Problem nur klicken.

    Besucht uns wieder auf  www.mentoring4u.de!

    (Autorin: A. von Spiegel / Photo: Archiv v. Spiegel / Thumb: Wikipedia_Schiraz / Bildbearbeitung: C. Amrhein)

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  • 2. Teil Vom Kindheitstraum zum Traumberuf … ein Erfahrungsbericht

    Mein Name ist Fagr Eladly. Geboren wurde ich am 16.05.1993 in Mainz. Ich bin ägyptischer Herkunft und bin angehende Medizinstudentin und Ärztin. Mein Vater ist Biochemiker und Mikrobiologe, meine Mutter studierte Betriebswirtschaft.
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    Förderung & Widerstand
    So begann ich, ebenfalls gefördert durch meine Eltern, im April 2009 ein Frühstudium der Medizin an der Johannes-Gutenberg- Universität und setzte das Frühstudium, das Schülern, mit besonderen Leistungen in einem Fachbereich und insgesamt sehr guten Leistungen gewährt wird, bis Januar 2011 fort. Auch beim Angehen dieses Schrittes traf ich auf Entmutigung und Widerstand durch den Tutor an der Universität, welches mich jedoch nicht von meinem Vorhaben abhalten sollte. Zum einen bot mir das Frühstudium einen praktischen Einblick in mein zukünftiges Berufsfeld und bestätigte meinen Wunsch.

    Vielseitigkeit
    Ich muss allerdings beteuern, dass ich stets ein umfassendes, breites Wissen erlangen und meinen Wissensdrang stillen möchte.
    Ich liebe Sprachen, Philosophie, bedingt durch meine Ethiklehrerin (Dr. Caroline Heinrich),  und Journalismus, zumal ich mir bewusst bin, dass ein vernünftiger Mensch Fachidiotismus und eine selektive Wahrnehmung umgeht, stattdessen vielseitig interessiert und tatkräftig ist, um Verantwortung für das Umfeld, für die Gesellschaft übernehmen zu können:

    Ehrenamtliches Engagement
    In der elften Jahrgangsstufe bin ich Vetrauensschülerin an meiner Schule geworden. Ein Jahr später trat ich den Jusos in Mainz bei. Seit April 2011 bin ich durch einen Lehrer und gleichzeitig Initiator des Bildungsnetzwerkes in Mainz auf das Projekt gestoßen und seitdem ehrenamtlich aktiv, wobei wir sozial benachteiligte Kinder, unabhängig von Konfession und Herkunft, fördern. Hausaufgabenbetreuungen und Förderunterricht stellen mein Aufgabengebiet dar. Das Arbeiten mit Kinder und Jugendlichen bereitet mir große Freude, das Gefühl Verantwortung für kommende „Generationen“ zu tragen und Wissen weiterzuvermitteln. Außerdem gelingt es mir dadurch Werte, an die ich glaube, Gerechtigkeit, Chancegleichheit und Altruismus, zu verwirklichen. Ich bin der Überzeugung, dass mich mein Ehrenamt bereichert und erfüllt.

    Revolution in Ägypten
    Ein wichtiges Ereignis meines Lebens, im Grunde ein Schlüsselereignis, stellte die Revolution in Ägypten dar.
     Die Jugendlichen, ihr Kampf für Freiheit, soziale Gerechtigkeit, Rechtsstaat und Demokratie, trotz aller gravierenden Risiken, haben mich beeindruckt und in meinem Einsatz für eine bessere Gesellschaft bestärkt. Als ich im Juli 2011 in Ägypten, Alexandria,  war, trat ich der Resala Charity bei und war dort etwa drei Wochen u. a. in medizinischen und weiteren Arbeitskreisen tätig. Des Weiteren bin ich seit Juni Mitglied des ägyptisch-deutschen Ärzteverbandes.

    Über Ägypten berichte ich heute u.a. im Rahmen meines Praktikums im Rundfunk (Radio-Rheinwelle), das ich im August angetreten habe. Ich lernte die Journalistin Frau Jost-Dahlhoff während meines dreimonatigen Medizin-Praktikums an den Universitätskliniken der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz kennen, wobei sie meine Artikel der Abiturzeitung sehr mochte.

    Zukunftserwartung
    Heute stehe ich vor einem scheinbar neuen Lebensabschnitt, es gilt nämlich Wissensdrang, Engagement und Selbsttreue zu wahren.

    Teil 1 dieses Artikels finden Sie hier.

    Die Redaktion von Mentoring4u wünscht Fagr Eladly weiterhin viel Erfolg für die Zukunft und freut sich über weitere Berichte.

    Sie, liebe Leser, haben auch einen so interessanten und vielseitigen Lebenslauf? Sie möchten junge Menschen dabei unterstützen, den Beruf für ihre Zukunft zu finden? Wenn ja, senden Sie Ihren Bericht an redaktion@mentoring4u.de .  Wir freuen uns von Ihnen zu lesen!

     (Autor:  Fagr Eladly  |  Bild: Bastografie  |  Bildbearbeitung: A. Korkis)

  • Vom Kindheitstraum zum Traumberuf … ein Erfahrungsbericht

    Mein Name ist Fagr Eladly. Geboren wurde ich am 16.05.1993 in Mainz. Ich bin ägyptischer Herkunft und bin angehende Medizinstudentin und Ärztin. Mein Vater ist Biochemiker und Mikrobiologe, meine Mutter studierte Betriebswirtschaft.
    La Dina Peinlich Artikel
     
    Mainzer Schulerfahrungen
    Ich besuchte zwischen 1999 und 2003 die Goethegrundschule und entschloss, nach dem ich eine Empfehlung für das Gymnasium erhalten hatte, das Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss zu besuchen und habe nun acht Jahre später meine Hochschulreife erlangt.
    Im Oktober werde ich mein Medizinstudium beginnen
     
    Faszination
    Die Faszination an Medizin, Forschung und den menschlichen Körper habe ich bereits als Kind gespürt und war mir im Grunde sicher diesen Bereich, wenn nicht ausschließlich, zu wählen. Ich möchte dennoch auf meine Schulzeit zurückgreifen, zumal sie mich maßgeblich beeinflusst, geprägt hat.
     
    Respekt
    Nachdem ich mit elf Jahren anfing, aus eigener und fester Überzeugung ein Kopftuch zu tragen, musste ich zunächst mit Vorurteilen, Fehleinschätzungen zurechtkommen und kämpfen, Fehleinschätzungen, die auf gravierende Weise von der Einschätzung meiner Person vorher abwichen. Spätestens nach einem Jahr hatte ich mich, bedingt durch Fleiß, Ehrgeiz und Engagement insgesamt etabliert und Respekt erlangt, wobei mir weitere Konflikte, nie erspart blieben.

    Angespornt und unterstützt durch meine Eltern, die der Auffassung sind, dass konventionelle Maßstäbe nicht meinen entsprechen müssen und dass man über Erwartungen hinauswachsen kann, habe ich mit 14 Jahren, sowohl die zehnte, als auch die neunte Jahrgangsstufe in einem Schuljahr beendet; im Grunde ein Schuljahr übersprungen.
    Bereits in der zehnten Jahrgangsstufe hatte ich ein besonderes Interesse für Biologie, Biochemie und medizinischer Forschung, was meine Leistungskurswahl erheblich beeinflusst hat.

    Teil 2 lesen Sie am 23. September2011

    Förderung & Widerstand…
     
     (Autor:  Fagr Eladly  |  Bild: La Dina  & Thumb: M.Weiss)
  • WOW! Rundum Betreuung für sozialbenachteiligte Kinder und Jugendliche bei Hausaufgaben & Co

    BINE Bildungsnetzwerk Mainz e. V.
    BINE Bildungsnetzwerk Mainz e. V.

    BINE steht für Bildungsnetzwerk Mainz,  ursprünglich eine Initiative, nunmehr ein  Verein, dessen Mitglieder mit ehrenamtlichem Engagement, sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen, unabhängig von Konfession und Herkunft, eine Unterstützung im Bereich Bildung bieten. Das Gewähren von Chancengleichheit und Gleichberechtigung, sowie das konkrete und wahrnehmbare  Fördern von Integration sind die Zielvorstellungen des Vereins.

    Praktisch geschieht dies durch die Betreuung bei  Hausaufgaben, Förderunterricht, Nachhilfe und die Vorbereitung auf Klausuren und Arbeiten an sechs verschiedenen Standorten innerhalb von Mainz. Ferner versuchen die etwa 40 Mitglieder des Vereins kontinuierlich Wissenslücken zu schließen und eine Allgemeinbildung der Kinder und Jugendlichen zu nähren. Betreut werden Kinder zwischen 10 und 18 Jahren, wobei Ausnahmen auch möglich sind.

    Den Kindern und Jugendlichen werden kulturelle Angebote und Freizeitaktivitäten zur Förderung des effektiven Lernens, Ausgleich zum Alltag und Förderung des sozialen Verhaltens und zum Stressabbau angeboten. Ein besonderes Projekt wird in dem Asylantenheim in Mainz betreut: Kinder von Asylsuchenden werden im Rahmen von Patenschaften intensiv betreut, in der Freizeit begleitet und kulturell bereichert, durch Museums- und Kinobesuche.

    Am 30. April 2010 gründete sich der gemeinnützig anerkannte Verein BILDUNGSNETZWERK MAINZ (BINE) e.V. aus der Initiative.  Im September 2008 riefen Pascal Brauckmann und Ali Hashoush Laboudi die Initiative Bildungsnetzwerk Mainz ins Leben. Bereits in ihrer Schul- und Studentenzeit hatten sie Kinder und Jugendliche in verschiedenen Projekten ehrenamtlich unterstützt und sich daher dazu entschlossen ein eigenes größeres Projekt zu starten, in welchem verschiedene Einrichtungen und Betreuungsangebote vernetzt werden sollen.   

    Am 03.12.2010 erhält das Bildungsnetzwerk Mainz den Brückenpreis 2010 des Landes Rheinland-Pfalz in der Kategorie „Bürgerschaftliches Engagement gegen soziale Benachteiligung, Ausgrenzung und Diskriminierung“.
    Der Preis des Landes RLP stellt eine wichtige Anerkennung für die Arbeit des Vereins dar. 

    Ministerpräsident Kurt Beck zeigt mit der Ausschreibung BINE- Mentoring in Mainz der Verleihung des Preises die Wichtigkeit des Ehrenamtes in seinem Land. Die Mitglieder des Vereins bewiesen, dass Integration, Verantwortung und persönliches Engagement erfordert, um in Wirklichkeit erzielt werden zu können.

     
    (Autor:  Fagr Eladly  |  Bilder & Bearbeitung: M. Weiss  |  Quelle:
    www.bildungsnetzwerkmainz.de)