MINT für Mädchen statt Serienabklatsch

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gepostet am : 08-09-2010 | von : a_sokolowski | Kategorie : Frauenpower, Frühförderung, Förderung, Förderung an der Hochschule, Förderung in der Schulzeit
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Mädchen Metall Schild Schutz

Die Schere zwischen typisch männlichen und typisch weiblichen Jobs scheint nicht kleiner zu werden. Und Schuld ist: Das Fernsehen!

“Weibliche” und “männliche” Berufe
Es gibt über 350 Ausbildungsberufe in Deutschland, von denen etwa 14 als typische Frauenberufe charakterisiert werden können. Fast 80% der dort Beschäftigten sind Frauen, in den typischen Männerberufen sind weniger als 20% Frauen vertreten. Nicht nur, dass Frauen seltener ein “männerlastiges” Fach studieren und im Schnitt weniger verdienen als Männer, hinzu kommt, je „weiblicher“ ein Beruf ist, desto niedriger ist das Einkommen. Das könnte man ändern, wenn sich die Neigungen von Jungs und Mädchen umverlagern würden.

Initiativen steuern gegen
Der Orientierungsschere entgegen wirken bereits Initiativen wie der Girl’s Day, der junge Mädchen für technische Berufe begeistern soll, aber auch das Projekt „Neue Wege für Jungs“, das Jungen Berufe im Pflege-, Erziehungs-, Sozial- und Dienstleistungsbereich attraktiv machen soll.

Fernsehserien als Berufsorientierung
Leider immer noch zu wenig, wenn man sich die aktuelle Studie des Bildungsministeriums anschaut, die auf der internationalen Konferenz „MINT und Chancengleichheit in fiktionalen Formaten“ am Montag veröffentlicht wurde: Tatsächlich werden nur 13% aller Mädchen auf ihren Berufswunsch durch die Schule aufmerksam, 17% durch Berufsberatung und 20% durch Infosendungen. Der Spitzenreiter: TV-Serien mit 23%!

Verzerrte Darstellung der Wirklichkeit
Da drängt sich einem die Frage auf, wie viel Einfluss, Unterhaltungssendungen auf unsere Gesellschaft haben. Denn effektiv sind zwar Frauen in fiktionalen Formaten überwiegend berufstätig – was der Realität nicht entspricht, denn Hausfrauen kommen im Fernsehen so gut wie nie vor – aber dann auch nur in frauentypischen Berufen, wie Ärztin, Verkäuferin oder Lehrerin. Dagegen spielen im Fernsehen nur 0,7% der Darstellerinnen eine Frauenrolle in Forschung und Naturwissenschaft, nur 0,5% üben einen technischen Beruf aus. Das sind genau die Berufe des so genannten MINT-Sektors – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik –, in denen „in Zukunft Fachkräftemangel herrschen wird“, betont Bundesministerin Anette Schavan.

Die Flimmerkiste als Chance?
Dabei ist der Mangel keine Frage der Intelligenz. Längst ist bekannt, dass Mädchen statistisch gesehen bessere Noten als Jungs haben und höhere Bildungsabschlüsse erreichen. Das Kernproblem liegt also woanders: nämlich in der Sozialisierung durch Eltern, Schule und Freunde. Dies anzupacken und zu ändern, wird wohl noch eine Weile dauern, vielleicht ist es auch unmöglich. Aber an einer Stelle kann man bereits jetzt ansetzen: In amerikanischen TV-Formaten werden Frauen in MINT-Berufen häufiger dargestellt als hierzulande. Und mal ehrlich, welches Mädchen findet die abgedrehte Forensikerin Abby Scuito aus Navy CIS oder Viper-Pilotin Kara Thrace nicht cool?

(Autor: A. Sokolowski | Foto: designhunter | Quelle photocase)


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