Résumé der Mentoren-Initiative „Auf die Socken, fertig, los!“, soziale Brennpunktschulen & große Fische zum Anfassen

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Photocase Funky fishez Artikel

Die Valentinswoche 2011 – Jede Schule ist ein eigener Kosmos.
Unter der Schirmherrschaft von Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und unter dem Motto: „Auf die Socken, fertig, los!“ trafen sich Mentoren aus ganz Deutschland.  Es war eine aufregende und ereignisreiche letzte Woche. Traditionell zum Valentinstag am 14.02. geht Mentoring4u seit fünf Jahren mit Mentoren in Schulen Deutschlands, die in sozial schwierigen Vierteln liegen. Dieses Jahr wurden fünf Schulen der Städte Stuttgart, Duisburg, Frankfurt/Main, Bremen und Berlin nominiert. Auf dieser fünftägigen Tournee,
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km kreuz und quer durch die Republik, unterstützten uns 51 Mentoren. Sie tauchten nach längerer Abstinenz wieder ein in das ganz normale Schulleben. Gingen zu den Schülern in ihre Klassen und erzählten von ihrem eigenen Berufsweg, ihren Erfahrungen, Erkenntnissen und natürlich auch von Fehlern. Diese Präsenz und die Persönlichkeit der Mentoren  begeisterte! Sie waren Vorbild, Beispiel, Richtungsweiser und Denkanstoßer für insgesamt ca. 855 Schülerinnen und Schüler dieses Valentinszyklus.

„Die beste Weise, Fische zu beobachten, besteht darin, selber zum Fisch zu werden.“
Jacques Yves Cousteau (1910-1997), französischer Marineoffizier und Meeresforscher

14.02.2011: Stuttgart – Heusteigschule (Haupt- und Werkrealschule)
Rund 200 Schülerinnen und Schüler aus  den 7.,8. und 9. Klassen der Heusteigschule spitzten die Ohren, als die Mentoren zur Auftaktveranstaltung zu ihnen kamen. Sogar ein Kamerateam war dabei! Die Mentoren repräsentierten eine breite Palette von Wirtschaftsbereichen. Großen Firmen wie Schenker Deutschland, Daimler AG, die DEKRA  und Vodafone entsendeten ihre Mentoren. Spannende Jobs gibt es überall, auch ohne Abitur! Auch der Mittelstand hatte viele interessante Herausforderungen zu bieten. „Wie viele Teile hat ein Auto?“, fragte der Mentor von Daimler. “ 40.000 ist die Antwort – habt Ihr das gewusst?“. Schenker stellte den Job des Logistikers vor, der von Mädchen und Jungen gleichermaßen ausgeübt werden kann. Ein anderer Mentor berichtete, wie man mit einer Banklehre in das Management eines Familienunternehmens aufsteigen kann.
Für die DEKRA Industrial GmbH präsentierte eine Dame aus der Geschäftsführung Ausbildung & Jobs im Bereich Sicherheit und Thermographie. Vodafone machte Lust auf Berufe in Vertrieb und Kommunikationstechnik. Selbst ein Photomodell erzählte von ihren Projekten und versetzte so manches Mädchen in Tagträume.

15.02.2011: Duisburg – Comeniusschule (Hauptschule)
Spannende Erfahrungsberichte der Mentoren fesselten auch ca. 95 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 der Comeniusschule in Duisburg-Hamborn. Diese Schule fragte uns im Vorfeld nach Kontakten zum Handwerk. Nichts leichter als das: die Kreishandwerkerschaft Duisburg und das Bildungszentrum Handwerk Duisburg entsendeten Mentorinnen und Mentoren aus den Berufen Maler und Uhrmacher. Der Personalreferent von Xella Baustoffe GmbH stellte gleich zwei Ausbildungsberufe vor: den Mechatroniker und den Industriekaufmann. Flexibilität ist gefordert, da die Mitarbeiter an mehreren Standorten eingesetzt werden.
Wussten Sie, dass Maler und Lackierer in Mathe, Chemie und Bio richtig gut sein müssen? Oder das Dachdecker ein Beruf mit Zukunft ist, der Nachwuchs braucht? Das Logistik-Unternehmen Schenker Deutschland war auch in Duisburg vor Ort und erklärte das Wirkungsfeld des LKW Fahrerberufs. Bewerbungen von Mädchen sehr erwünscht! Was wirklich ein ungewöhnliches Berufsbild ist, erfuhren die Schüler und Lehrer von Fritz Roth. Er ist Geschäftsführer von Pütz-Roth Bestattungen- und Trauerbegleitung. Sein spannendes Aufgabenspektrum reicht von der Seelsorge bis zum Eventmanagement…
Nach den Klassenbesuchen konnten die Schüler in Einzelgesprächen mit den Mentoren über ihre individuellen Ideen diskutieren. Als Hausaufgabe hatten alle schon die Bewerbungsmappen vorbereitet.

16.02.2011: Frankfurt/Main – Michael-Ende-Schule (Haupt- und Realschule)
An der Frankfurter Michael-Ende-Schule in Rödelheim lief unsere Initiative „Auf die Socken, fertig, los!“ in Kooperation mit der Ausbildungsinitiative Rhein-Main des Wirtschaftsrates und der Sektionen Frankfurt und Wiesbaden. Die beteiligten 220 Schüler der Haupt- und Realschulklassen 8,9 und 10 waren auf diesen ersten Mentorenbesuch super gut vorbereitet und stellten viele interessante Fragen! Überhaupt war Disziplin und gutes Benehmen an dieser Schule kein Thema. Die Mentoren waren ihrerseits beeindruckt, als die Klassen geschlossen zur Begrüßung des Lehrers aufstanden.
Die Palette der hier vorgestellten Berufswege war sehr breit: als Hotelkaufmann/-kauffrau kennt man jeden Handgriff und in dieser Branche haben Mitarbeiterinnen sehr gute Chancen in Führungspositionen aufzusteigen (ca 25% Frauen). Voraussetzung: Fremdsprachen sprechen und ein Menschenfreund sein. Der Bankenverband Hessen stellte viele Möglichkeiten im Bankengewerbe vor. Ein guter Start in die Wirtschaft sind immer Praktika im Bereich und möglichst Auslandsaufenthalte. Englischkenntnisse sind Eingangsvoraussetzung, wie auch bei der Nomura Bank, welche Beratungen im M&A Bereich für institutionelle Kunden anbietet. Für pfiffige Bewerber gab es sogar die Möglichkeit ein Praktikum im Handelsraum zu ergattern!
Wie wird man Vorstand in einem Weltunternehmen, ganz ohne Abi? Wie das funktioniert erzählte ein älterer Mentor. Er machte eine kaufmännische Ausbildung, hatte dann während seines Wehrdienstes die Hochschulreife nachgeholt und ein Studium aufgenommen. Das war für ihn der richtige Weg zu einem späteren Vorstandsposten in der Chemiebranche. Die Bundeswehr, zu Gast an mehreren Schulen, stellte eine Vielzahl interessanter Berufe vor. Die deutsche Staatsbürgerschaft wird bald vielleicht nicht mehr Voraussetzung sein, um dort Karriere zu machen. Bewerberinnen werden auch bei der Bundeswehr schon seit Jahren sehr gerne genommen.

17.02.2011: Bremen – Gesamtschule Bremen-Ost (integrierte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe)
An dieser großen Schule erwarteten unsere Mentoren die ca. 200 Schüler der sieben 9. Klassen. Auch in Bremen war, wie in Duisburg, das Handwerk sehr präsent. Ein Großbäcker aus der Region sprach von der Leidenschaft, mit der die Lehrlinge Brot und Kuchen backen. Durch den Einsatz von Maschinen können heute auch junge Frauen diese Ausbildung gut schaffen. Schüler, die in Mathe, Deutsch und Naturwissenschaften gute Noten haben, konnten sich vom vielseitigen Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung & Klima ein genaueres Bild machen. Besonders Flexibilität, Teamfähigkeit und die Freude an einer handwerklichen Aufgabe sind gute Voraussetzungen einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Wer noch nicht wusste, wo seine Interessen liegen, erfuhr, dass die Handwerkskammer Bremen 119 freiwillige Praktika bis Ostern vermittelt. Zur  Kontaktbörse am 08.03.2011 wurden alle Schüler eingeladen. „Alles ist möglich, wenn man ein Ziel hat!“ Das unterstrich im Besonderen auch der Berufsweg eines Bremer Zahnarztes. Er hatte seinen Traumberuf in vielen Jahren über den zweiten Bildungsweg erreicht. Nach dem Hauptschulabschluss machte er erst eine Ausbildung zum Zahntechniker. Während seiner Wehrdienstzeit holte er das Abitur nach und konnte Zahnmedizin studieren. Fazit: die Berufswahl ist nicht mit einer einzigen Entscheidung abgeschlossen. Es gibt auch später immer Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln.

18.02.2011: Berlin – Alfred-Nobel-Schule (Realschule)
Zum Abschluss dieser Valentinswoche trafen sich acht Mentoren aus der Region an der Alfred-Nobel-Schule in Berlin-Neukölln. Ein sehr gerne gesehenes Unternehmen war wieder die Bundeswehr. Den Schülerinnen und Schülern der teilnehmenden vier 10. Klassen ist nicht klar gewesen, dass rund 90% aller Ausbildungsberufe in der Bundeswehr angeboten werden. Ein Chefreporter von Bild Berlin schilderte plastisch seinen eigenen Berufsfindungsprozess: nach dem Abi ins Politikstudium, über ein Volontariat ging die Reise dann in Richtung Journalismus weiter. Der Bundesverband deutscher Omnibusbetriebe stellte die Ausbildungsberufe Berufskraftfahrer und Fachkraft im Fahrbetrieb vor. Mentoren aus der Hotellerie, der Gesundheits- & Kinderkrankenpflege sprachen von ihren Erkenntnissen im täglichen Umgang mit Menschen. Der Mensch steht auch im sozialen Dienstleistungsbereich im Zentrum. Hier wird Nachwuchs dringend gebraucht. Ausbildungen zum Heilerziehungspfleger kosten sogar Geld, die Altenpflegehelfer haben schon heute ein Defizit an Bewerbern. Die Mentoren der pflegenden Berufe bestärkten die jungen Leute, einen Beruf anzustreben, mit dem man nicht nur Geld verdienen kann, sondern auch idealerweise seine Erfüllung findet.

Fachkräftemangel – Oder wo ist der Nachwuchs?
Nach jeder Veranstaltung konnten Mentor & Mentee in Einzelgesprächen bestimmte Themen vertiefen. Schüler, die weitere Fragen an „ihren“ Mentor haben, werden vom Mentoring4u-Team betreut. So werden regelmäßige Kontakte über maximal ein Jahr für ein nachhaltiges Ergebnis angestrebt. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter als Mentoren entsenden sind sich bereits heute bewusst, dass Personalentwicklung in Zeiten des Fachkräftemangels schon VOR der Bewerbung beginnen kann. Ein Mentor kann junge Menschen dort abholen, wo sie stehen und für sein Unternehmen interessieren und idealerweise begeistern.

Vorschlagen & Bewerben
Möchten Sie an einer oder mehrerer Veranstaltungen der Reihe „Auf die Socken, fertig, los!“ mitwirken und angehenden Schulabsolventen von Ihren Erfahrungen berichten? Mentoren aus allen Branchen sind bei uns herzlich willkommen. Bei Interesse setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Sollen unsere Mentoren auch in Ihre Stadt, an Ihre Schule kommen? Bewerben Sie sich, per Kontaktanfrage und per Anruf! Oder geben Sie uns einen Tipp, an welcher Schule wir mit unserer Initiative etwas Gutes bewirken können! Für die Mentoren-Initiative „Auf die Socken, fertig, los!“ stehen besonders Schulen in sozialen Brennpunkten im Fokus.

(Autor: C. Amrhein| Foto: Dagmar Fischer| Quelle: www.photocase)


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